Direkt zum Inhalt

P³Dual – Gewinnung und Entwicklung von Professoralem Personal

Ihre Karriere an einer Fachhochschule

Im Projekt „P³Dual – Gewinnung und Entwicklung von Professoralem Personal an der FH Potsdam Dual“ werden attraktive Karrierewege für junge Forscher*innen und Praktiker*innen hin zu einer FH-Professur entwickelt. Im Zusammenspiel von Theorie und Praxis begeistern wir den wissenschaftlichen Nachwuchs für eine Karriere an einer Fachhochschule und unterstützen durch langfristige Kooperationen mit Praxispartnern. Damit soll die Lücke bei der Suche nach geeignetem professoralem Personal geschlossen werden.

Informationen zum Projekt

Zentrales Element von P³Dual ist der Dreiklang aus Praxis, Lehre und Forschung in einem dualen Nachwuchsförderungsmodell. Die Lehre findet an der Hochschule statt, während parallel Forschungserfahrungen in Fragestellungen der Praxis, beispielsweise gemeinsam mit Unternehmen oder sozialen Einrichtungen, gesammelt werden. Bestehende Partnerschaften werden zu dauerhaften Kooperationen ausgebaut. Die Nachwuchsförderung setzt bei verschiedenen Qualifizierungsstufen an: über duale Modelle für eine kooperative Promotion oder eine PostDoc-Tätigkeit oder auch über entsprechende Modelle auf Professur-Ebene.
Auf den Qualifizierungsstufen als Doktorand*in oder PostDoc sollen Interessierte hälftig an der Hochschule in Forschung und Lehre tätig und hälftig beim Praxispartner beschäftigt sein. So können sie einerseits praktische Erfahrungen sammeln und sich andererseits in Forschung und Lehre weiterentwickeln, um langfristig für eine Karriere als Fachhochschulprofessor*in qualifiziert zu sein. Bei einer starken Verzahnung der praktischen Arbeit mit Aufgaben in der Lehre und Forschung entsteht ein Gewinn für alle Beteiligten.

Des Weiteren werden im Projekt ein strategisches Konzept zur akademischen Personalentwicklung ausgearbeitet, die Berufungsstrategie der Hochschule weiterentwickelt und eine Vernetzungs- und Informationsplattform aufgebaut. Nachhaltige Modelle, Strukturen und Prozesse sowie Qualifizierungsangebote werden an der FHP verankert.

Das Projekt ist Teil des Bund-Länder-Programms „FH Personal“ mit einer Laufzeit von sechs Jahren (01.04.2021 – 31.03.2027).

Unsere Dualer*innen

Profillinie Entwerfen ∙ Bauen ∙ Erhalten

Vivien Nowak
Janis Moye

Profillinie Gesellschaft bilden

Romy Schönfeld
Marit Cremer

Profillinie Urbane Zukunft – Digitale Transformation

Gabriela Michelini

Nach meiner Ausbildung zum Baustoffprüfer habe ich an der HTW Berlin mein Studium des Bauingenieurwesens (B.Sc. & M.Sc.) mit Abschlussarbeiten an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) abgeschlossen. Nach dem Studium habe ich in einem Berliner Ingenieurbüro Ist-Zustandsermittlungen mittels zerstörungsfreier Prüfungen durchgeführt, die Instandsetzung von Stahlbetonbauwerken konzeptioniert und geplant sowie gutachterlich gearbeitet.

An der FHP halte ich Vorlesungen sowohl zu baustofflichen Grundlagen als auch zur Durchführung und dem Nutzen von Baustoffprüfungen in Bezug auf die Bauwerkserhaltung. Aktuell betreue ich das InterFlex-Modul der Betonkanuregatta 2022.

Mein Betreuer an der FH Potsdam ist: Prof. Dr.-Ing. Klaus Pistol

Meine Praxispartnerin: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) 

Zu meinem Projekt (Promotion in DocDual)

Zusammen mit meinem Praxispartner, der BAM, bearbeite ich das Promotionsthema „Entwicklung und Charakterisierung von alkalisch aktivierten Mörteln für die Betoninstandsetzung – Robustheits- und Dauerhaftigkeitsbetrachtungen“. Derzeit lassen sich ca. 8 % der weltweiten, anthropogenen CO2-Emissionen auf die Zementproduktion zurückführen. Ziel der geplanten Promotion ist es, die Instandsetzung von geschädigtem Beton mit einer zementfreien und entsprechend nachhaltigeren Alternative zu realisieren. Hierzu können industrielle Rest- und Sekundärrohstoffe verwendet und mit alkalischen Aktivatoren zu einer Erhärtungsreaktion angeregt werden. Durch Optimierung der Eigenschaften über die Zusammensetzung der Ausgangsstoffe soll ein alkalisch aktivierter Mörtel (AAM) entwickelt werden, der die Anforderungen an konventionelle Instandsetzungsprodukte erfüllt. Darüber hinaus wird die Möglichkeit der Realkalisierung des carbonatisierten Betons mittels Applikation des AAM bewertet. Die Prüfung erfolgt hierbei an mit CO2 konditionierten Betonprüfkörpern. Unerlässlich für eine dauerhafte Instandsetzung ist zudem der Verbund zum Betonsubstrat und Bewehrungsstahl. Der Haftverbund soll mit optischen und mikrostrukturellen Verfahren verifiziert werden. Als Ausblick dienen weitere Untersuchungen zum Frost-Tau-Verhalten und der Säurebeständigkeit, um das Spektrum der möglichen Instandsetzungsgebiete abdecken zu können. Für den möglichen Einsatz in der Praxis ist geplant, die Applikation und Prüfung des AAM an einem Referenzobjekt durchzuführen und zu bewerten. 
 

Ich absolvierte mein Architektur-Grundstudium an der TU-Berlin (B.Sc.) und schloss erfolgreich ein Masterstudium im Bereich Architektur und Städtebau an der Fachhochschule Potsdam (M.A.) 2020 ab. Heute bin ich als wissenschaftliche Koordinatorin des an der FH-Potsdam angesiedelten Forschungsprojekts Block.Reform.Berlin – Stadtraum und Wohnhaustypen für die junge Großstadt 1890-1940 tätig. Neben der Organisation und Koordination einer forschungsbegleitenden Tagung konnte ich durch mehrere Tutorien erste Erfahrungen in der Lehre sammeln und mit einzelnen Beiträgen, wie etwa für das BWV-Magazin (Beamten-Wohnungsbau-Vereins zu Berlin eG), bei Veröffentlichungen mitwirken. 

Meine Betreuerin an der FH Potsdam ist: Prof. Dr. Silvia Malcovati

Mein Praxispartner: Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin eG (BWV)

Zu meinem Projekt (Promotion in DocDual)

Die stetig wachsende Großstadt und die daraus resultierende Wohnungsdebatte war und ist zentrales Thema unserer Zeit. Die anhaltenden Fragen nach lebenswerten Stadträumen, optimierten Wohnungsgrundrissen, städtebaulicher Klarheit und Gliederung von öffentlichem und privatem Raum bei nachhaltiger Planung und kostengünstiger Produktion ohne den Verlust architektonisch wertvoller Gestaltungen, sind dabei aktueller denn je. Wenig erforscht aber von großer Bedeutung hierfür sind die Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen Reformbestrebungen, die die vorhandene Stadt nicht negierten bzw. auflösten, sondern anstrebten sie, ohne ihren Eigenschaften zu widersprechen, zu transformieren. Eine zentrale Rolle in diesem Kontext spielte die zeitgleiche Entstehung des Genossenschaftswesens. Neben einer reinen Wohnungsreform, also einer ästhetisch-hygienischen architektonischen Dimension, kam es durch die Wirtschafts- und Sozialreform zu einer Kombination beider Themenbereiche, die mit dem Begriff „Wohnreform“ einhergeht. Hier möchte ich mit meinem Dissertationsvorhaben „Erich Köhn und Paul Mebes. Architekten des Beamten-Wohnungsbau-Vereins zu Berlin eG 1900-1923“ bei meinem Praxispartner der Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin eG anschließen. Der Fokus meiner Arbeit liegt auf einer Aufbereitung der Werke beider Architekten auf historischer und konservatorisch, denkmalpflegerischer Dimension sowie auf einer interdisziplinären Betrachtung und Einordnung in damalige und heutige Debatten. Inhaltlich soll der städtische Reformwohnungsbau in Verbindung mit der Entstehung des Berliner Genossenschaftswesens zu Beginn des 20. Jahrhunderts neu thematisiert, diskutiert und der Öffentlichkeit sowie der architektonischen und städtebaulichen Praxis zugänglich gemacht werden. 
 

Nach meinem Magisterstudium der Politikwissenschaft und Romanistik in Jena und Rom führten mich berufliche Stationen u.a. zur Deutschen Bank Gruppe (Kommunikation, Prozess- und Qualitätsmanagement). Darauf schloss sich ein Masterstudium der Frühkindlichen Bildungsforschung in Potsdam an, währenddessen ich als studentische Mitarbeiterin bei der Arbeitsgruppe Frühkindliche Bildungsforschung in einem Forschungsprojekt zu Kindlichen Interaktionen, Entwicklung und Lernen tätig war. Anschließend arbeitete ich an einer Grundschule und zuletzt als Programmmanagerin im Bundesprogramm „Sprachkitas“ des Bundesfamilienministeriums. Die Dissertation zum Thema „Interaktionskompetenzen von Fachkräften in Einrichtungen der Frühpädagogik“ erfolgt in Kooperation mit der Universität Potsdam an der Professur für Empirische Kindheitsforschung bei Prof. Dr. Jan Lonnemann.

Meine Betreuerin an der FH Potsdam ist: Prof. Dr. Frauke Hildebrandt

Mein Praxispartner: Institut für Fortbildung Forschung & Entwicklung e.V. (IFFE e.V.)

Zu meinem Projekt (Promotion in DocDual)

In einem Forschungs- und Praxisentwicklungsprojekt, das in Kooperation mit dem Landkreis Oder-Spree im Land Brandenburg durchgeführt wird, werden zwei Konsultationskitas mit dem thematischen Schwerpunkt “Kognitiv anregende Interaktion” aufgebaut. Konsultationskitas im Land Brandenburg agieren als Einrichtungen am Lernort Praxis und leisten auf kollegialer Ebene Austausch- und Vernetzungsarbeit zwischen Praxisakteuren. Das Projekt wird von IFFE e.V. unter Leitung von Frau Prof. Dr. Frauke Hildebrandt und von mir als Koordinatorin durchgeführt. Die Tätigkeit sieht eine wissenschaftlichen Begleitforschung vor. Die Ergebnisse des Vorhabens liefern zum einen eine entscheidende empirische Datengrundlage zur Gestaltung von Interaktionen im institutionalisierten Betreuungssetting, insbesondere bezüglich kognitiv anregender Interaktionen. Die daraus entstehenden Fragestellungen werden für die publikationsbasierte Dissertation verwendet. Kernstück stellt ein Pre-Post-Follow-up-Design mit Kontrollgruppe dar, bei dem Interaktionskompetenzen pädagogischer Fachkräfte längsschnittlich betrachtet werden und dabei die Wirkung von Interventionen sowie die Nachhaltigkeit dieser untersucht werden. Es werden bewährte Praxisunterstützungssysteme in Form der Konsultationskitas auf solider empirischer Grundlage weiterentwickelt und verstetigt. Insgesamt werden im Zuge dessen relevante professionelle Kompetenzen frühpädagogischer Fachkräfte identifiziert und ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung der Qualität auf dem Feld der Kindertagesbetreuung geleistet und Implikationen für weitere Forschungen generiert. Die Kindertageseinrichtungen im Landkreis und darüber hinaus profitieren direkt vom Aufbau der Konsultationskitas. Im Vorhaben werden schließlich zum einen Erfahrungen bei der Etablierung von bidirektionalen Transferformaten generiert und zum anderen langfristige transdisziplinäre Kooperationen mit Praxispartnern aufgebaut. 
 

Nach meinem Studium der Soziologie, Politikwissenschaften und Osteuropastudien in Rostock, St. Petersburg, Potsdam und Berlin habe ich meine Promotion in Soziologie zum Thema „Bewältigungsstrategien im Migrationsprozess“ an der Freien Universität Berlin 2016 abgeschlossen. Seit Oktober 2021 bin ich als akademische Mitarbeiterin/Postdoc an der FH Potsdam. Zuvor hatte ich die Leitung zivilgesellschaftlicher Projekte in Russland und der Ukraine bei der Menschenrechtsorganisation MEMORIAL Deutschland in Berlin übernommen und Studien zu Auswirkungen des Stalinismus auf gesellschaftliche Gruppen durchgeführt (2015-2021). Von 2011-2014 war ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Interprofessionelle Beratung im Kontext von Pränataldiagnostik bei dem Evangelischen Fachverband EKFuL in Berlin sowie von 2003 bis 2011 als Dolmetscherin am Behandlungszentrum für Folteropfer in Berlin (ZUE) tätig.

Ich bin Sachverständige für Tschetschenien und die tschetschenische Diaspora.

Meine Praxispartner*innen: KommMit e.V. und MEMORIAL Deutschland e.V.

Zu meinem Projekt (Postdoc in PostDocDual)

Ziel meines Forschungsprojekts „Traditionelle Familien in Deutschland und international“ ist es, Strategien zu erarbeiten, die problembelastete traditionelle Familien für sozialarbeiterische Hilfsangebote ansprechbar machen und sie zu einer selbstbestimmten und gesellschaftlich verantwortungsbewussten Lebensführung befähigen. Meine Praxispartner*innen sind der Berlin-Brandenburger Verein KommMit e.V., der psychosoziale und juristische Beratungen für Geflüchtete anbietet und die Menschenrechtsorganisation MEMORIAL Deutschland e.V., die zivilgesellschaftliche Projekte in Tschetschenien und anderen postsowjetischen Regionen durchführt.

Meine empirische Forschungsarbeit führe ich in Deutschland, Tschetschenien und weiteren ausgewählten Regionen parallel aus. Dabei werden Voraussetzungen und Bedingungen sozialer Arbeit in den beteiligten Regionen erhoben und miteinander verglichen. Ein Schwerpunkt der Erhebung liegt auf dem Umgang von Sozialarbeiter*innen als auch zivilgesellschaftlichen Akteur*innen aus der Frauenrechtsarbeit mit gesellschaftlich verankerten Traditionen, die mit der säkularen Gesetzgebung nicht in Einklang zu bringen sind. Mit den beteiligten Fachkräften und der Zielgruppe (traditionelle Familien) wird ein Qualifikationskonzept entwickelt, das diesen Widerspruch im Sinne des Wohles der Familien auflösen kann.
 

Ich bin seit Oktober 2021 als wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) an der FH Potsdam und als Projektleiterin bei der DigitalAgentur Brandenburg GmbH (DABB), meinem Praxispartner, tätig. Nach meinem Abschluss als Diplom-Journalistin (2007) war ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Forschungsprojekten über Open Access und Wissenschaftskommunikation tätig und machte meinen Abschluss in Wissenschaftsmarketing (MSc.). Meine Promotion in Internationale Beziehungen schloss ich 2016 in Buenos Aires (Argentinien) ab. 

Mein Praxispartner: DigitalAgentur Brandenburg GmbH (DABB)

Zu meinem Projekt (Postdoc in PostDocDual)

Die digitale Transformation ist für brandenburgische Kommunen und Gemeinden sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance, um Nachhaltigkeitstransformationen der urbanen Zukunft zu gestalten. In den letzten 20 Jahren haben sich digitale Werkzeuge und Methoden entwickelt, um die Multi-Stakeholder-Beteiligung an der Debatte über die städtische Zukunft zu unterstützen, was eine neue Möglichkeit für die Digitalisierung in der nachhaltigen Stadtplanung darstellt. Allerdings werden diese Werkzeuge und Methoden in der Regel in einzelnen Projekten entwickelt und auf spezifische Fälle angewendet. Der Zugang zu solchen digitalen Werkzeugen und Methoden erfolgt zumeist über die separaten Webseiten von Projekten die nur begrenzt sichtbar sind. Dieses dreijährige Postdoc-Projekt entwickelt ein Konzept für die Integration einer Werkzeuge- und Methodendatenbank, die brandenburgische Kommunen und Gemeinden dabei unterstützen kann, auf digitale Werkzeuge und Methoden zu integrierter Stadtplanung zuzugreifen und sie an ihren eigenen Bedarf und ihre Strategien anzupassen. 

Mein Praxispartner die DigitalAgentur Brandenburg GmbH (DABB) stellt sich als Mittlerin zwischen Land und Kommunen dar, indem sie die in der Digitalisierungsstrategie festgehaltenen Ziele mit den Bedarfen der Kommunen abgleicht, Projekte initiiert und begleitet, sowie Synergien für die Umsetzung herstellt. Im Rahmen ihrer Projekte der digitalen Daseinsvorsorge wird die Auswahl von digitalen Werkzeugen und Methoden zu integrierter Stadtplanung eingebettet. 
 

Unser Beirat

Portrait Prof. Dr. Michael Ortgiese

„Ich leite am Institut für Verkehrssystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt eine Abteilung und verantworte das Fachgebiet Verkehrs- und Mobilitätsmanagement an der TU Berlin. Zuvor war ich Professor an der FH Potsdam und in der Industrie tätig. P³Dual möchte ich als Beiratsmitglied unterstützen, weil es neue spannende Karrieremöglichkeiten für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eröffnet. Insbesondere die Verknüpfung von Praxis und Hochschule kann hier für alle Beteiligte neue Impulse setzen.“

Portrait Prof. Dr. Dr. Godehard Ruppert
© Universität Bamberg, Jürgen Schabel

„Ich war über 20 Jahre Präsident der Universität Bamberg und zuvor zwei Amtszeiten Vizepräsident für Forschung und Wissenschaftlichen Nachwuchs. Daneben hatte und z.T. habe ich diverse Funktionen im nationalen und internationalen Wissenschaftsbereich, u.a. im Landeshochschulrat Brandenburg.

Ich finde P³Dual spannend, weil hier Konsequenzen gezogen werden aus der Einsicht, dass neue Ziele nicht an alten Wegen liegen.

Das Programm möchte ich als Beiratsmitglied unterstützen, denn hier besteht die Chance, qualifizierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern neue Zugänge zur Professur zu ebnen und neue Wege der Akquise von Professorinnen und Professoren zu gehen.“

Portrait Prof. Dr. Ingrid Schoon

„Ich bin Professorin für Human Development and Social Policy am University College London, Social Research Institute (United Kingdom). Ich studierte Psychologie in Mainz (Deutschland) und schloss meine Promotion zum Thema „Creative Achievement in Architecture“ an der Universität Leiden (Niederlande) ab.

Das Programm P³Dual möchte ich als Beiratsmitglied unterstützen, da von den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten an Fachhochschulen wesentliche Impulse für die Innovationsfähigkeit der Gesellschaft ausgehen. Zudem wird die gesellschaftliche Nachfrage nach einer berufsfeldbezogenen akademischen Ausbildung durch berufsnahe Forschungsaktivitäten abgedeckt. Eine große Herausforderung besteht allerdings darin, die Rekrutierung von professoralen Lehrkapazitäten an Fachhochschulen auf Dauer sicherzustellen und qualifiziertes Personal für die Lehre und Forschung zu berufsrelevanten Fragen zu gewinnen. Für diese Aufgabe neue Impulse zu setzen ist mir ein persönliches Anliegen, ebenso wie an einer Erleichterung von Übergängen zwischen Hochschultypen mitzuarbeiten und die Durchlässigkeit zwischen beruflicher Bildung und Hochschulbildung voranzutreiben.“

„Ich bin Professorin für Pädagogische Psychologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ich studierte an der TU Berlin, promovierte in Gießen und habilitierte in Mannheim. Ich beschäftige mich in meiner Forschung mit der beruflichen Entwicklung junger Menschen und der Vorbereitung von Lehramtsstudierenden auf eine durch Heterogenität der Schülerschaft geprägte inklusive Schule.

Ich finde P³Dual spannend, weil es das Potenzial der Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Forschung und Lehre mit anwendungsorientiertem Schwerpunkt auf wissenschaftlicher Grundlage zu verknüpfen, für die Gestaltung einer weiteren beruflichen Karriere auslotet. Für Absolvierende muss es nicht mehr heißen: Entweder Praxis oder Wissenschaft, sondern es kann beides sein. Das ist höchst zukunftsweisend.“

Portrait Ulrich Hörning
© Stadt Leipzig

„Seit 2015 bin ich Bürgermeister und Beigeordneter für Allgemeine Verwaltung der Stadt Leipzig. In dieser Funktion bin ich für Personal, Organisation, Recht, Bürgerservice und Digitalisierung der Verwaltung verantwortlich. Stärkung von demokratischem Handeln und Bewusstsein im Verwaltungsbetrieb ist eines meiner Schwerpunktfelder. Vor meiner Tätigkeit bei der Stadt Leipzig war ich im Bundesministerium der Finanzen, bei der Stadt Mannheim, bei der Weltbank und bei einer internationalen Unternehmensberatungsgesellschaft tätig. Studiert habe ich in Tübingen, Paris und Harvard.

Ich finde P³Dual spannend, weil wir in Deutschland gute Fach- und Führungskräfte für zeitgemäßes urbanes Handeln in herausfordernden Zeiten brauchen.

Das Programm möchte ich als Beiratsmitglied unterstützen, weil neue Modelle von akademischer Bildung für mich als Personaldezernent der Stadt Leipzig von großem Interesse sind.“

„Mein Studium an der FH Hamburg Bergedorf und der Uni Hamburg habe ich 1985 als Diplom Wirtschaftsingenieur abgeschlossen. Anschließend war ich in verschiedenen Marketingfunktionen bei Unilever und Mars, als Management Consultant u.a. in den USA und als Vorstand bzw. CEO im Einzelhandel bei Tchibo, Ernsting`s familiy und Takko fashion tätig.

Seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit unternehmerischen Engagements und unterstütze Unternehmen und Institutionen als Beirat oder in beratenden Funktionen.

Ich finde P³Dual wichtig, weil die praxisorientierte, akademische Arbeit für unsere Wirtschaft ein wesentliches Fundament schafft.

Das Programm möchte ich als Beiratsmitglied unterstützen, denn ich glaube an die Effektivität von interdisziplinären Teams und habe Freude daran, Studenten, Doktoranden und alle weiteren Beteiligten zu unterstützen.“

Bewerbungsverfahren für Doktorand*innen- und PostDoc-Stellen

Bewerbung

Sie sind Absolvent*in einer Hochschule, ein*e erfahrene*r Praktiker*in mit oder ohne Promotion, oder PostDoc mit Forschungs- oder Lehrerfahrungen, suchen aber zusätzlich noch einen stärkeren Einblick in die Praxis? Sie interessieren sich für die Lehre, den Transfer und die aktive Verbindung von Praxis und Wissenschaft in sehr angewandten und interdisziplinären Forschungsfragen? Dann bewerben Sie sich gerne für die u. g. ausgeschriebenen Stellen. Idealerweise haben Sie als Bewerber*in bereits einen Partner (möglicherweise bereits Ihr Arbeitgeber oder ein neu gefundener Partner) aus der Praxis an Ihrer Seite, mit dem Sie Ihre Forschungsfrage bearbeiten werden. Aber auch, wenn das noch nicht der Fall ist: Sie können uns gerne vorab kontaktieren, um entsprechende Möglichkeiten auszuloten; ggf. können wir Ihnen auch bei der Vermittlung einer Partnerinstitution aus der Praxis helfen.

Auswahl

Zunächst werden alle eingegangenen Bewerbungen von einer internen Auswahlkommission gesichtet und basierend auf den Auswahlkriterien, wie sie in den Ausschreibungen formuliert sind, bewertet. Anschließend werden ausgewählte Kandidat*innen zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Bitte bereiten Sie sich auch auf eine kurzfristige Einladung vor. Die Gespräche finden online statt. Da unsere Mitarbeiter*innen derzeit überwiegend im Home-Office arbeiten, bitten wir Sie, mit uns per Email zu kommunizieren und auch die Bewerbung per Email zu versenden.

FAQ

Kann ich mich vor Abschluss des Masterstudiums bewerben?
Ja, bitte reichen Sie ein Transcript of Records und nach Möglichkeit eine Einschätzung Ihres Betreuers*Ihrer Betreuerin hinsichtlich der Fertigstellung und der voraussichtlichen Qualität der Masterarbeit ein. Zum Zeitpunkt der Einstellung muss das Masterstudium jedoch abgeschlossen sein.

Wie soll das Exposé aussehen?
Zur Bewerbung soll ein Exposé von bis zu zwei Seiten hinzugefügt werden. Dafür muss das exakte Promotions- / PostDoc-Thema noch nicht feststehen. Das Exposé soll Ihnen die Möglichkeit bieten, uns Ihre Ideen für die Fragestellung für Ihr Forschungsvorhaben mit dem Praxispartner und Ihren Wissensstand zum Thema darzustellen. Die Form richtet sich nach einem klassischen Exposé, und es ist ratsam, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. Das Exposé ist nicht als fertiger Plan für die gesamte Promotion / PostDoc-Phase zu verstehen.

Ist die Präsenzarbeit in Potsdam an der FHP Voraussetzung, oder ist die Stelle auch ortsunabhängig denkbar?
Die grundsätzliche Bereitschaft für die Präsenzarbeit an der FH Potsdam ist Voraussetzung für die Annahme der Stelle.

Sind familiäre Verpflichtungen ein Hindernis, wenn sie möglicherweise eine zeitliche Einschränkung darstellen?
Nein, allein die Bewerbung und das Exposé sind entscheidend. Sie sollten eine klare und realistische Vorstellung von Ihrem Vorhaben entwickelt haben und uns, die FHP und den Praxispartner, mit Ihrem Exposé von sich überzeugen. Bei einer Teilzeitbeschäftigung könnte es jedoch schwierig werden, die Projektziele Promotion und Praxiserfahrung im für eine FH-Professur notwendigen Umfang zu erreichen.

Muss zum Zeitpunkt der Bewerbung eine verbindliche Zusage eines Praxispartners eigener Wahl bestehen, oder wäre ein Vorschlag zunächst ausreichend?
Zum Zeitpunkt der Bewerbung ist eine verbindliche Zusage nicht zwingend erforderlich. Sie können sich auch mit einem vorgeschlagenen Partner bewerben.

Muss sich der Praxispartner in Potsdam bzw. in Brandenburg befinden?
Der Standort des gewählten Praxispartners kann auch außerhalb Potsdams / Brandenburgs oder Berlins liegen, sofern dies mit der ortsabhängigen Tätigkeit an der FHP vereinbar ist.

Kann ich mich auch ohne Praxispartner bewerben?
Wenn Sie sich aktuell in keinem Beschäftigungsverhältnis befinden oder Ihnen bisher ein Praxispartner für die Zusammenarbeit am Forschungsprojekt fehlt, können Sie sich trotzdem bewerben. Wenn Sie keinen geeigneten Arbeitgeber haben, können Sie sich mit einem Partner Ihrer Wahl oder einem Partner aus unserer obigen Liste bewerben. Informieren Sie sich über die Projekte und Forschungsschwerpunkte unserer Partner im Web. Gern können Sie auch die Partner direkt ansprechen. All diese Informationen können Ihnen bei der Erstellung des Exposés behilflich sein.

Würde mir ein Praxispartner vermittelt?
Die auf der Website aufgelisteten Partner sind Vorschläge bzw. Partner, die sich bereit erklärt haben, uns in diesem Vorhaben zu unterstützen und mit uns gemeinsam Mitarbeiter*innen in Forschungsvorhaben einzustellen und fortzubilden. Natürlich steht es Ihnen frei, einen eigenen Partner anzufragen und für das Programm zu werben. Wenn wir Ihnen einen Praxispartner vermitteln, weil Sie selbst keinen mitbringen, werden wir auf die genannten Partner zurückgreifen oder ggf. einen passenden Partner suchen.

Welche Praxispartner sind beteiligt?
Folgende Praxispartner haben sich mit einem LoI beteiligt und haben ein grundsätzliches Interesse als Praxispartner in dem hier vorgeschlagenen dualen Konzept Forschungs-Projekte zu unterstützen:

Partner mit LOI

Media Tech Hub Pro Potsdam
DLR - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin
Coconat OHG
EDF GERMANY
Vitronic Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH (Vitronic)
JFF Berlin  
kobra.net gGmbH

Aktuelle Praxispartner der Dualer*innen

Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin eG
Bundesanstalt für Materialforschung und Prüfung
Institut für Fortbildung Forschung & Entwicklung IFFE e.V.
MEMORIAL Deutschland e.V.
KommMit e.V.
DABB Digital Agentur Brandenburg GmbH

ProPotsdam
Landeshauptstadt Potsdam

Ist es möglich, dass eine andere Hochschule als Praxispartner fungiert?
Die Berufspraxis muss laut Brandenburgischem Hochschulgesetz zwingend “außerhalb des Hochschulbereichs” erworben sein. Das bedeutet, dass der Praxispartner keine Hochschule bzw. Einrichtung an einer Hochschule sein kann, da sie zum Hochschulbereich gehört (vgl. BbgHG unter §41, (1), 4b).

Ist der Praxispartner verpflichtet, seinen Stellenanteil mit EG 13 TV-L -Niveau zu vergüten? Gibt es hierzu eine Festlegung?
Hierzu gibt es keine Festlegung, allerdings erwarten wir eine angemessene Entlohnung für die zweite Stellenhälfte. Aufgaben in Forschung und Entwicklung werden üblicherweise mit EG 13 TV-L vergütet. Geringe Abweichungen sind nicht zu berücksichtigen.

Kann ich mich auch in einem befristeten Vertragsverhältnis mit meinem Arbeitgeber als Praxispartner bewerben?
Ja, Sie können sich mit Ihrem Arbeitgeber als Praxispartner im Forschungsvorhaben bewerben, selbst wenn Sie dort nur in einem befristeten Vertragsverhältnis beschäftigt sind. Dabei sollte die Vertragslaufzeit in der Regel mindestens der Laufzeit des Projekts entsprechen, damit Sie Ihre Promotion auf jeden Fall fertig stellen können.

Muss mein Arbeitgeber eine neue Stelle schaffen, oder kann meine Tätigkeit verbleiben wie bisher?
Ihr Arbeitgeber muss keine neue Stelle schaffen. Allerdings sollten Ihre Arbeitsaufgaben angepasst werden, da Sie auf einer halben Stelle weniger schaffen als bei Vollzeitbeschäftigung. Zudem sollten Ihre Aufgaben einen Bezug zu Ihrem Forschungsvorhaben aufweisen. Deshalb müssen Arbeitgeber in der Regel Ihr Tätigkeitsfeld anpassen, so dass Ihr Forschungsvorhaben gemeinsam mit der FHP umsetzbar ist.

Kann ich direkt an der FHP promovieren?
Fachhochschulen (FH) und Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) in Brandenburg haben bisher kein eigenes Promotionsrecht. Aus diesem Grund gibt es die seit langem erprobte Möglichkeit der kooperativen Promotion: Hier wird ein*e Gutachter*in an einer Universität ausgewählt, um die Promotion abnehmen zu können. Die Wahl der begutachtenden Person muss nicht im Rahmen der Bewerbung erfolgen. Dies findet gemeinsam im späteren Verlauf der Promotion statt und ist ein übliches Prozedere an Fachhochschulen in Brandenburg.

Wie lauten die Berufungskriterien für eine FH-Professur und was sind die die notwendigen Praxiszeiten?
Die Kriterien für eine Berufung als Professor*in finden sich im Brandenburgischen Hochschulsetz unter Paragraph 41.

Werden Stellen für Promotionen und PostDocs innerhalb P³Dual jährlich ausgeschrieben?
P³Dual hat eine Projektlaufzeit von sechs Jahren. In der Zeit sind zwei Kohorten geplant, für die je drei Promotions- und drei PostDoc-Stellen ausgeschrieben werden. So wird vorrausichtlich in drei Jahren eine erneute Ausschreibung erfolgen.

Wie soll ich mir die Tätigkeitsaufteilung und die Vergütung der Stellenanteile vorstellen?
Die Stellenanteile sind so gedacht, dass Sie 50 % Ihrer Arbeitszeit bzw. 20 Stunden bei einem Praxispartner und weitere 20 Stunden an der FHP angestellt sind. Das würde in Summe also 40 Stunden ergeben. Ihre Tätigkeit beim Praxispartner soll sich dem Forschungskontext einordnen lassen, ihre Tätigkeit an der FHP widmet sich ganz der Promotion / PostDoc-Forschung. Inhaltlich ist eine Verzahnung beider Tätigkeiten geplant.

Handelt es sich bei P³Dual um ein Tenure-Track-Programm?
Nein, P³Dual zielt darauf ab, Sie auf eine professorale Karriere an FHs und HAWs vorzubereiten. Nach Abschluss der PostDoc-Phase sollen alle Voraussetzungen für eine Berufung auf eine FH-Professur in Brandenburg erfüllt sein.

Kontakt

Dr. rer. pol. Sylvia Schmid
Referentin für akademische Personalentwicklung P³Dual