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Projektarbeiten des Studiengangs Kulturarbeit

Ein zentraler Fokus während des gesamten Studiums liegt auf der Projektarbeit. Als Querschnittsdisziplin wird sie von allen Lehrgebieten des Studiengangs vertreten. Während des Grundstudiums werden erste Projekterfahrungen gesammelt  sowie theoretische und praktische Grundlagenkenntnisse vermittelt. Im Vertiefungsstudium wird die Projektarbeit weiterentwickelt. Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick über die bisherigen Projektarbeiten im Studiengang Kulturarbeit.

Projekte im Grundlagenstudium

Die Studierenden entwickeln in einer Arbeitsgruppe eine Projektidee und führen das Vorhaben eigenverantwortlich durch. So entstehen unterschiedlichste Projekte (Ausstellung, Konzert, Diskussionsreihe, Lesung etc.), von denen alle aktuellen sowie eine Auswahl vergangener vorgestellt werden. Die Projektarbeit im Grundlagenstudium wird von Prof. Dr. Julia Glesner verantwortet.

Projekte des Jahrgangs 2022

Stress, Digitalisierung, das Tragen von Kopfhörern, Smartphones und nicht zuletzt die Corona-Pandemie – all diese Faktoren tragen dazu bei, dass wir uns mehr und mehr voneinander distanzieren und Berührungspunkte zu unseren Mitmenschen verloren gehen.

Mit dem Projekt BegegnungsBänke möchten wir dieser Entwicklung entgegentreten, einen Raum für Begegnung schaffen, die Stadtgemeinschaft stärken, gegenseitiges Verständnis fördern und ein besseres Miteinander in Potsdam schaffen. Wir haben jeweils zwei Gestalter*innengruppen, die im Alltag meist wenig Berührungspunkte zueinander haben, eingeladen, um gemeinsam eine Sitzbank bunt und kreativ zu gestalten und dabei über ein bestimmtes Thema in den Austausch zu kommen.

Am 14. Mai 2022 wurden die insgesamt neun BegegnungsBänke mit Musik, Tanz und Schauspiel feierlich eingeweiht und sind nun langfristig in den unterschiedlichsten Stadtteilen Potsdams zu finden. An Orten wie dem Klimagarten in Drewitz, vor dem Treffpunkt Freizeit, dem Extavium oder im CampusGarten der FHP sind sie für alle zugänglich aufgestellt und laden dazu ein, ganz bewusst aufeinander zuzugehen. Indem man sich auf solch eine Bank setzt, signalisiert man anderen: Setz dich gerne zu mir und sprich mich an. Ich bin offen für ein Gespräch und freue mich über Austausch!

Ein Projekt von Polina Avramov, Franja Eden, Jennifer Erdmann, Melina Falkenhahn, Sandra Härtel, Isabel Xenia Jerie, Sina Schulze und Leyla Sersoub.

Nach der Wende feierte die Rave-Szene in leerstehenden Gebäuden in Berlin. Der Sound ist geblieben, der Freiraum nicht: Leerstand ist äußerst selten. Das Kultur.Tanken-Festival hat diesen genutzt – und was Wunderbares daraus gemacht.“ Christopher Ferner, RBB

Ausgehend von der Idee, ungenutzte Immobilien-Leerstände in temporäre Kulturorten zu transformieren, organisierte eine Gruppe von Kulturarbeit Studierenden der FH Potsdam das eintägige, interdisziplinäre Musik- und Performanceevent "Kultur.Tanken". Über 1.400 Besucher*innen fanden sich über den Tag verteilt an der seit 2018 verlassenen ESSO-Tankstelle inmitten von Berlin-Neukölln ein, um ein divers kuratiertes Programm aus Musik, Performance und Tanz zu erleben. Dabei lag der Fokus auf der Integration von weiblichen, BIPoC und queeren Künstler*innen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen.

Gleichermaßen wichtig war der Abbau von Teilnahme-Barrieren in sogenannten "Problembezirken" wie Neukölln. Dies gelang durch eine niedrigschwellige Ausrichtung des Projekts, wie Barrierefreiheit und freier Eintritt. Somit konnte für jede*n zugängig im Vorbeigehen "Kultur getankt" werden.

In einer Zeit von schwindenden Räumen im innerstädtischen Bereich für Kulturschaffende, erhofft sich die Projektgruppe durch die erfolgreiche Umsetzung des Festivals zur Zwischennutzung von Leerständen für kulturelle Angebote anzuregen.

Unterstützt wurde das Projekt vom Musicboard Berlin im Zuge des Förderprogramms "Pop im Kiez" und der Happy Locals gGmbH, die das Event als Träger begleitete.

Kultur.Tanken auf Instagram

Projekte des Jahrgangs 2019

Kunstformen verbinden, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Dem Leitsatz folgend kombiniert LUMEN mehrere Kunstformen wie Lichtdesign, Set Design, Sound, spoken word und Film. Dabei entwickelt sich ein innovatives Vermittlungsformat mit experimentellem Charakter das eine vielfältige und zugleich intensive Auseinandersetzung mit diversen Inhalten bietet.

Thematisch beschäftigt sich LUMEN mit dem symbiotischen Dialog zwischen Natur, Stadt und Mensch. Dabei steht die Zukunft urbaner Stadtplanung im Fokus. Um hinsichtlich der zukunftsorientierten Urbanisierung auf die Wichtigkeit eines Kulturwandels in der traditionellen Raumplanung hinzuweisen kreiert die Installation mit Hilfe der dystopischen und utopischen Modelle, Szenarien die verschiedne Prozesse vom Mensch im urbanem Raum beleuchten. Einen Einblick in das Resultat des kreativen Prozesses bekommen Sie hier oder bei Instagram @projekt_lumen.

Ein Projekt von Leokadia Remmler, Joshua Haack, Marika Rechtacek und Rina Klassen.

In unserem Projekt Modewahnsinn setzten wir uns mit den Schattenseiten der Fast Fashion Industrie für Umwelt und Gesellschaft auseinander. Ziel war es, das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in Bezug auf Kleidung bei jungen Erwachsenen zwischen 12-18 Jahren aus Potsdam zu stärken. Es wurde Aufmerksamkeit und Aufklärung geschaffen und gezeigt, wie es möglich ist, das eigene Konsumverhalten im Modebereich zu verändern.

Konkret haben wir dazu am 08.05.2021 einen thematischen Online-Projekttag organisiert. Dieser bestand aus Input-Vorträgen von Expert:innen aus dem Bereich Fair & Slow Fashion sowie einem praktischen Teil, bei dem die Jugendlichen in einem Nähkurs via Zoom, alte Kleidung upcyceln konnten. So sollte in einem nicht-schulischen Rahmen, auf freiwilliger Basis zur Auseinandersetzung mit der Problematik angeregt werden, um nachhaltige Denkanstöße zu fördern.

Ein Projekt von Charlotte Terzer, Ronja Baule und Lisha Kable

Die Studienprojektgruppe "Sex (un)sichtbar" veranstaltete eine Aufführung des Forumtheaterstücks "Let’s talk about Sex, Macht und Rollenbilder". Diese fand am Samstag, den 29.05., um 20 Uhr über die Videokonferenzsoftware "Zoom" statt. Der Aufführung ging ein Workshop mit 6 Teilnehmenden voraus, bei dem sich offen über Sex, Rollenbilder und Machtstrukturen in diesem Zusammenhang ausgetauscht wurde. Mit der Theaterpädagogin Thekla Lanz und dem Theaterkünstler Hatef Soltani erarbeiteten die Teilnehmenden ein Forumtheaterstück, also ein Theaterstück nach der Methode von Augusto Boal, bei dem das Publikum mitmachen konnte.

Während der Aufführung war es möglich, in die vorgestellten Szenen einzugreifen. Dies ist die Forumtheater-Methode aus dem Theater der Unterdrückten, das Augusto Boal in seinem Leben fortwährend weiterentwickelt hat. Es geht darum, dass im Theater nicht die Realität als einzige Möglichkeit gesehen wird, sondern mithilfe der Zuschauenden, die Boal Zuschauspieler*innen nennt, Lösungsansätze gefunden werden, sodass die Realität neugestaltet werden kann. In dem Theaterstück sollte die Realität der Sexualität neu beleuchtet werden: Es ging um Lust, Liebe, Körpergefühl, Scham und die Hinterfragung von heteronormativen und patriarchalen Strukturen.

Ein Projekt von Elisa Senz, Sarah Mierzchala, Fahrina Bestvater, Johanna Schumacher, Natia Nikolashvili, Victoria Greb, Julia Adolf, Hanna-Greta Kulik und Nicolai Raab.

Das Projekt "SUB.TEXTE - Kampf um Freiräume" beleuchtet einen Teil der Potsdamer Stadtgeschichte, der vor der historischen Kulisse der Stadt oft nicht sichtbar ist. Potsdam scheint zunächst eine Stadt zu sein, die sich durch ihre touristisch vermarktete preußische Vergangenheit auszeichnet. Doch dass die Landeshauptstadt auch eine ausgeprägte sub- und alternativkulturelle Szene hat, ist vielen Menschen, sowohl Potsdamer*innen, als auch Tourist*innen häufig nicht bewusst. Um zu zeigen, wie vielfältig die Kulturlandschaft Potsdams jedoch ist, haben wir einen Dokumentarfilm über sub- und alternativkulturelle Projekte und Initiativen, die aus den Hausbesetzungen der 1990er-Jahre entstanden sind, gedreht. Der Film zeigt, unter welchen Bedingungen sich die Projekte entwickelt haben, welche kulturellen Zentren und kreativen Räume daraus hervorgegangen sind und welche Wünsche, Ziele und Bedürfnisse die Szene prägen.

Ein Projekt von Annelie Bäumel.

Projekte des Jahrgangs 2018

Das Teilprojekt "Casino" ist Bestandteil des interdisziplinären Projektes "Campus – Geschichte – Spuren" der Studiengänge Kulturarbeit und Archiv. Am 07. Mai 2020 eröffnen die Studierenden eine Ausstellung zur militärischen Geschichte des studentisch verwalteten Kulturzentrums Casino auf dem Campus. Das Ziel dabei ist das Sichtbarmachen der Geschichte des Ortes sowie die Schaffung eines Bewusstseins für die Historie des ehemaligen Offizierscasinos.

Das Casino der Fachhochschule Potsdam bildet als Vernetzungsort den Mittelpunkt des Campus für die Studierenden. Jedoch wissen nicht alle um die militärische Vergangenheit des heute studentisch verwalteten Kulturzentrums. Der Campus steht hierbei exemplarisch für die militärische Geschichte des Bornstedter Feldes, im Stadtteil Bornstedt der Stadt Potsdam. Im Jahr 1935 wurde auf dem heutigen Campusgelände die "Adolf-Hitler-Kaserne" errichtet, nach Kriegsende wurden die Kasernengebäude von sowjetischen Truppen bis zu deren Abzug im Jahr 1994 genutzt.

Wir, eine Gruppe Studierender der Studiengänge Kulturarbeit und Archiv, möchten die Geschichte des Casinos erforschen und für seine Besucher*innen in Form einer Ausstellung vor Ort sichtbar machen. Dabei verfolgen wir das Ziel, Studierende auf die Vergangenheit des beliebten Treffpunktes aufmerksam zu machen. Wir möchten im Rahmen dessen zu Debatten anregen und ein Bewusstsein für die drastische Wandlung dieses Ortes schaffen.

Mitglieder der Projektgruppe
Nina Bauer
Laura Ettlich
Clara Lahn
Lilli Berlin

Die Spuren der Vergangenheit der Gebäude der Fachhochschule in denen wir heute lehren, sind für die Besucher des Campus kaum sichtbar. Ein interessiertes Team aus Studierenden der Studiengänge Archiv und Kulturarbeit will dies ändern.

Die facettenreiche Geschichte soll durch Alltagsgeschichten und Bildmaterial sicht- und erlebbar werden. Ein Raum für kritische Auseinandersetzung soll entstehen. Das Angebot richtet sich an alle Studierenden, Lehrenden und Mitarbeiter*innen der FH und an alle Besucher*innen. Ergänzend zu einer Ausstellung im Casino, soll ein Audiowalk über den Campus bereitstehen. An 07. Mai 2019 soll dieser gemeinsam erprobt werden, von da an ist er 24h/Tag abrufbar. Der Audiowalk soll möglichst barrierefrei gestaltet sein, um die Teilhabe für alle Menschen möglich zu machen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit der militärischen und politischen Geschichte des Stadtteil Bornstedts schaffen wir den Raum für Zeitzeug*innen von Erlebtem zu erzählen. Kommt vorbei und hört es euch selbst an!

Mitglieder der Projektgruppe
Pauline Oelsner
Blanca Zacher
Zeinah Kamel

Der Podcast damals heute über morgen dreht sich um alltagsrelevante Themen aus dem Leben 18- bis 30-jähriger Brandenburger*innen. In drei Folgen unterhalten wir uns mit der Generation von vor 1989/90 und den heutigen jungen Erwachsenen zuerst über Dating, Sexualität & Familienplanung, in der zweiten Folge über Bildung, Arbeit & Chancen und im Anschluss über Perspektiven, Wünsche & Zukunft. Wie sind sie sich damals und heute begegnet, was haben sie vor und wo wollen sie hin? Wir sprechen unter anderem mit Menschen aus Cottbus, Schwedt, Zossen und Guben und diskutieren die Aussagen der Brandenburger*innen in jeder Folge mit Expert*innen gemeinsam im Studio. Unser Ziel ist es, am Ende einen Dialog zwischen damals und heute zu schaffen, der von Morgen handelt.

Die Ausstrahlungstermine der drei Folgen sind 14.05., der 28.05. und der 11.06. 2020 auf dem Radiosender ALEX Berlin 91.0 (www.alex-berlin.de). Zu den Folgen:

#1 - Brandenburg: Dating, Sexualität & Familienplanung
Das perfekte Date, sexuelle Offenheit und zum Schluss eine kleine Familie - das wünscht sich ja jede*r. Oder? Wie die Lebensrealitäten aussehen und welche Gemeinsamkeiten sich in beiden Generationen finden – und welche nicht, erfahrt ihr in unserer ersten Folge im Gespräch mit der Journalistin und Autorin Valerie Schönian.

#2 - Brandenburg: Bildung, Arbeit & Chancen
Auf jeden Fall studieren oder doch lieber eine Ausbildung? Praktikum oder erst einmal eine Pause nach dem Schulstress? Außerdem thematisiert werden in der zweiten Folge: Traumberufe und Bildungschancen der jungen Brandenburger*innen - damals und heute. Henry Bernhard, ebenfalls Autor und Journalist, was denken Sie?

#3 – Brandenburg: Perspektiven, Wünsche & Zukunft
Was ist Zukunft? Wo führt sie uns hin? Was machen Proteste mit uns und wie sah das vor dreißig Jahren aus? Über die Wünsche, Dinge zu verändern und eventuelle Hindernisse bei diesem Vorhaben sprechen wir mit Dr. Martina Weyrauch, Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung Brandenburg.

Links zum Audio-Stream:

Soundcloud: https://bit.ly/2ypUhiq
Spotify: https://spoti.fi/2SH8U7N
Apple Podcasts: https://apple.co/2zim6t6

Mitglieder der Projektgruppe
A. Peters
K. Scheidemann
M. Buhlmann
N. Schwarz
R. van Kleef
R. Mesgarha
S. Festag
U. Hentschke

 "Alles verschwimmt. Je schlimmer die Bilder, desto egaler. [...] Ich will keine Nachrichten mehr lesen." (Hünniger, 2017)

Der Thementag "MakeNewsNotWar - Der Friedensjournalismus im Gespräch" hinterfragt die klassischen Formen der Kriegsberichterstattung und lädt zur eigenen Reflexion der Wahrnehmung von Nachrichten über kriegerische Auseinandersetzungen ein.

Orientierungslosigkeit. Überforderung. Medienverdrossenheit. Es ist zu beobachten, dass die Reaktionen auf kriegerische Auseinandersetzungen zunehmend dem gleichen Muster folgen und sich zu einem gesellschaftlichen Gefühl der Hilflosigkeit sammeln. Doch inwieweit lässt sich diese Herangehensweise der Medien und Journalist*innen hinterfragen? Welchen Einfluss üben sie auf unser Verständnis und unseren Umgang mit dem Thema Krieg aus und welche Konsequenzen werden hierbei deutlich? Durch eine diskursive Betrachtung der Strukturen herkömmlicher Kriegsberichterstattung sowie der Vorstellung eines alternativen Gegenmodells, des Friedensjournalismus, will das studentische Projekt für die Wahrnehmung der Thematik sensibilisieren.

Der Thementag beginnt am 21. Februar 2020 um 11:00 Uhr und findet im Kulturzentrum Casino der Fachhochschule Potsdam statt.

Mehr Informationen sind auf Facebook unter MakeNewsNotWar zu finden.

Mitglieder der Projektgruppe
Claudia Stoleru
Anastasia Kahl
Mia Bisplinghoff
Lisa Haferkamp
Ute Nkatha Hermann
Miglė Vyturytė

Stolpersteine sind im ganzen Stadtgebiet zu finden. Jede der Messingplatten trägt den Text “Hier lebte…” und gibt den Opfern des Faschismus ihre Namen zurück. Das Theaterprojekt "Entlang der Stolpersteine" bezieht sich auf dieses Kunstprojekt und setzt sich künstlerisch mit der Geschichte hinter den Namen auseinander.

Ein Name. Eine Jahreszahl. Eine Geschichte.
Obwohl die Stolpersteine auf unseren Wegen liegen, nehmen wir sie doch selten bewusst wahr. Mit der Theatertour “Entlang der Stolpersteine” widmen wir den Menschen dahinter unsere Aufmerksamkeit und geben ihrer Geschichte Raum.

Inhaltlich besteht das Projekt aus zwei aufeinander aufbauenden Modulen: Die Performer*innen nehmen zunächst an einer Seminarwoche teil, in der sie sich mit Biographien und Zeitzeugnissen auseinander setzen. Anschließend entwickeln sie mithilfe des Materials eigene Texte und Performances für eine Theatertour, die einigen Stolpersteinen in der Potsdamer Innenstadt folgt. Die Ergebnisse werden unter professioneller Leitung dramaturgisch aufbereitet.

Das Seminar wird im Februar stattfinden und die Theatertour an mehreren Terminen im März.
Wir laden die Menschen in Potsdam dazu ein, die Stadt anders wahrzunehmen, als gewohnt. Geschichte sichtbar zu machen ist uns dabei ebenso wichtig wie an die Opfer zu erinnern. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist."

Projekte des Jahrgangs 2017

"AUFBRUCH - Raum in Sicht" ist ein Projekt von StudentInnen der Kulturarbeit und der Europäischen Medienwissenschaften. Am 18. Mai 2019 füllt  es den ehemaligen Potsdamer Stadtkanal mit lokalen Kunstschaffenden, um dort einen Ort der kulturellen Vernetzung und Begegnung zu schaffen.

Dazu präsentieren sich verschiedene KünstlerInnen unter dem gemeinsamen Motto AUFBRUCH – RAUM IN SICHT. Auf einer zusätzlich installierten Bühne finden musikalische und performative Darbietungen sowie Podiumsdiskussionen zu Themen wie die anhaltende Raumproblematik in Potsdam, Präsentationsmöglichkeiten von Kreativschaffenden im Zentrum der Stadt und die Nutzung des urbanen Raums zu diesem Zweck statt.  

Die Unterteilung des Kanals durch mobile Wände steht dabei sinnbildlich für den Raummangel, mit dem KünstlerInnen in Potsdam konfrontiert sind.   

Das Projekt ist getragen vom Offenen Kunstverein Potsdam e.V.

Mitglieder der Projektgruppe
Lea Budzinski (KA)
Simon Knop Jacobsen (KA)
Tilman Böhnke (EMW)
Elias Amler (KA) 

Das Begegnungsprojekt "Before I Die" beschäftigt sich mit dem Tabuthema Sterben und lädt hochschuleigene Studierende ein, Erkenntnisse zu sammeln, Erfahrungen auszutauschen und Ängste abzubauen. Durch Einblicke in den Arbeitsalltag diverser Einrichtungen, Begegnungen sowohl mit Sterbenden als auch Angehörigen und begleiteten Gesprächsrunden wird ein Raum geschaffen, in dem junge Menschen sich dieser Thematik widmen. Das Projekt sensibilisiert für die Wahrnehmung des Themas und bricht durch eine erhöhte Sichtbarkeit Tabus.

Bornstedt wächst rasant und mit dem Zuzug vieler Familien steigt auch der Bedarf an Angeboten zur Gestaltung der freien Zeit innerhalb des Viertels. Mit verschiedenen Veranstaltungen am 10. und 11. Mai 2019 laden wir – Sarah Franke, Maja Herzog, Saskia Miersch und Marlen Trautmann – die Besucher*innen bei nachbarschaftlicher Atmosphäre ein, sich auf unterschiedlichste Weise mit dem Thema Literatur auseinanderzusetzen.  

So bieten wir an diesen beiden Tagen an verschiedenen Plätzen im Herzen Bornstedts sieben kostenfreie Veranstaltungen an: eine Schnitzeljagd für Jugendliche, eine Wanderung durch Bornstedt, eine Lesung im Casino der FHP, ein literarisches Frühstück im Stadtteiladen Bornstedt, eine Schreib- und eine Bücherwerkstatt im Rahmen des Potsdamer Tag der Wissenschaften an der FHP und ein Hörspieltheater „Betonung; der Nachbarschaft“ im Circus Montelino. Mit wechselnden Orten und inhaltlich unterschiedlich gelagerten Veranstaltungen möchten wir auf die vielfältigen Bedürfnisse der Bornstedter*innen eingehen. Unser Ziel ist es, sowohl eine Vernetzung des Stadtteils zu schaffen, aber auch die Fachhochschule Potsdam für die Anwohner*innen zu öffnen. Unser Konzept der "Bornstedter Wortkünste" berücksichtigt mit einem vielseitigen Angebot den Facettenreichtum des Potsdamer Stadtteils.

Mitglieder der Projektgruppe
Sarah Franke
Maja Herzog
Saskia Miersch
Marlen Trautmann

Auf dem Land ist tote Hose und in der Großstadt sind immer alle in Hektik: Sicherlich gibt es noch weitere Vorurteile gegenüber Menschen in Großstädten und Dörfern. Aber warum immer nur übereinander reden und nicht miteinander? 

Bei dem Projekt werden Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren aus Berlin und Drebkau, einer südbrandenburgischen Kleinstadt, miteinander vernetzt.
Mithilfe eines selbst konzipierten Planspiels gehen wir dem Thema Landabwanderung spielerisch auf den Grund. Die Teilnehmenden übernehmen unterschiedliche Rollen und werden zu demokratischem Handeln angeregt: im Team argumentieren, die eigenen Standpunkte verteidigen und schließlich gemeinsam Kompromisse finden. Eine anschließende Reflexionsrunde motiviert die Teilnehmenden dazu, Möglichkeiten wahrzunehmen, das Leben in der eigenen ländlichen Region aktiver und attraktiver (mit-) zu gestalten. 

Die Veranstaltung findet am 4. Mai 2019 auf dem Gelände des Festivals „Wilde Möhre“ statt. Somit gibt der Tag den Teilnehmenden auch die einmalige Chance, das bekannte Gelände außerhalb der Festivalsaison zu besuchen und zu erkunden. 

Mitglieder der Projektgruppe
Jana K.
Mathilda K.
Hannah S
Elena Z.

Die vier Studentinnen Myriam, Elena, Hannah und Insa gestalteten am 1. und 2. März 2019 im Rahmen der Brandenburgischen Frauenwoche in Zusammenarbeit mit dem Potsdamer Verein Frauenaspekte e.V. die dreiteilige Veranstaltungsreihe "Körperchaos - Wahrnehmung von Kopf bis Fuß". Die drei Veranstaltungen setzten sich mit den Themen Körperlichkeit und Wahrnehmung von Frauenkörpern in der Gesellschaft auseinander.
Das Projekt wurde gefördert durch die Potsdamer Gleichstellungsbeauftragte Martina Trauth und das Büro für Chancengleichheit und Vielfalt der Landeshauptstadt Potsdam.

Den Auftakt bildete am Freitag, den 1. März, im FrauRaum der Vortrag "Frauenbilder in der Kunstgeschichte" mit der FHP-Kunsthistorikerin Prof. Dr. Susanne König. Der Vortrag untersuchte, welche weiblichen Schönheitsideale und Frauentypen es in der Kunstgeschichte gibt und ob es einen Unterschied macht, ob Frauen von Frauen* oder von Männern* dargestellt werden.

Am Samstag, den 2. März luden die Veranstalterinnen und die Potsdamer Körpertherapeutin Nadine Neuner zu einem Workshop in die Theaterwerkstatt der FHP ein.  Mit Bewegungselementen und Übungen zur Reflexion der eigenen Rolle setzten sich die Teilnehmer*innen mit ihrer eigenen persönlich ‘weiblichen’ Körperwahrnehmung auseinander.

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildete die Lesung mit der preisgekrönten Autorin Julia Korbik, die am Samstagabend im Casino der FHP aus ihrem Buch "Stand Up! Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene" las und mit dem Publikum darüber diskutierte, wie die Schönheitsindustrie unsere Wahrnehmung beeinflusst. 

Das Ziel des Projekts war es, Sensibilisierung bezüglich der Bewertung des eigenen Körpers und der Körper der Mitmenschen zu erreichen und das eigene Verhalten zu reflektieren. 

Das Projekt "mein minsk" beschäftigt sich mit dem ehemaligen Terrassenrestaurant Minsk auf dem Potsdamer Brauhausberg. Das zu DDR-Zeiten gebaute Restaurant galt bis zur Wende als überregionales Aushängeschild der Stadt. Nach der Wiedervereinigung wurde es noch einige Jahre weiterbetrieben, nun ist es aber nur noch eine Ruine. Seit 2011 wird diskutiert, ob das ostmoderne Bauwerk abgerissen oder erhalten werden soll. An dieser Diskussion beteiligten sich nicht nur Bürger*innen, sondern auch zahlreiche Initiativen. Für uns, die wir nach der Wende geboren sind, ist diese Debatte oft nur schwer nachzuvollziehen. Deshalb haben wir uns gefragt: Was ist eigentlich das Besondere am Minsk? Was macht dieses Gebäude einzigartig? Wie hat man früher dort gearbeitet, gegessen, getanzt? 

Um dieser Frage nachzugehen, haben wir Interviews mit Menschen geführt, die damals im Terrassenrestaurant Minsk gearbeitet haben, dort zu Gast waren oder einen anderen Bezug zu dem Gebäude haben. Außerdem haben wir uns von verschiedenen Initiativen und anderen Expert*innen ihre Sicht auf das Thema Abriss oder Erhalt erklären lassen. Die Interviews fassen wir in einem Radiobeitrag zusammen, der am 20. Mai 2019 im frrapó (Freies Radio Potsdam) ausgestrahlt wird. 

Am 24. Mai 2019 veranstalten wir ein Public Listening im Rechenzentrum Potsdam. Gemeinsam mit unseren Interviewpartner*innen und allen Interessierten werden wir ausgewählte Passagen aus dem Radiobeitrag hören und darüber ins Gespräch kommen.

Mitglieder der Projektgruppe:
Julius Deckelmann, Charlotte Verleih, Judith Wildhagen, Ivana Wirtz 

Ansprechpartnerin für weitere Informationen:  ivana-elena.wirtz­@fh-potsdam.de

Die Entwicklung der sinnlichen Wahrnehmung spielt im Leben jedes Menschen eine entscheidende Rolle. Die frühkindlichen Erfahrungen sind dabei besonders wichtig. Um diesen Prozess aktiv zu unterstützen errichten wir eine Wahrnehmungswerkstatt, die sich aus mehreren Stationen zusammensetzt, an eine altersgerechte Geschichte gebunden ist und sich mit den Sinnen beschäftigt. Das Konzept ist in Kooperation mit einem Kinderbuchautor und Förderpädagogen erarbeitet und wird in einem Kindergarten umgesetzt.

Projekte des Jahrgangs 2016

MusikerINNEN sind in der gesamten Gesellschaft vertreten - auch an der FH Potsdam. Mit Ihrem Projekt möchten Dirk Heinrich und Danylo Mironets diesen Instrumentalisten und Vokalisten ohne professionelle Ambitionen im Juni 2018 eine Bühne bieten und damit auch zur kulturellen Vielfalt an der FH Potsdam beitragen. Ihr Projekt richtet sich an Studierende als auch an Lehrende und Mitarbeitende unserer Hochschule.

Annabel Bursy, Henrike Heller und Elena Zimmer-Bashir setzen sich im Juni 2018 mit den Themen Kommen, Gehen und Bleiben auseinander. Die Veranstaltungsreihe mit Filmen, Texten und Bildern findet im Scheunenviertel der Stadt Kremmen im Landkreis Oberhavel statt. An drei Tagen entwickelt die Projektgruppe ein Programm, das die Kremmener Bevölkerung - ob alt oder jung, ob hinzugezogen oder auch weggezogen - ein Stück zusammenrücken lässt.

Kommen. „Mit einem Filmabend zum Thema wollen wir eventuell vertraute Erlebnisse visualisieren und im Anschluss in ein lockeres Gespräch kommen. Wir sind gespannt auf Geschichten des Ortes oder Anekdoten einzelner Personen über die Stadt Kremmen.“

Gehen. „Das Thema werden wir literarisch aufarbeiten. Einige Jugendliche aus Kremmen werden ihre selbst verfassten Texte in einem Poetry Slams vorstellen. Davor gibt es einen professionellen Workshop zum kreativen Schreiben, im Anschluss folgt eine Lesung.“

Bleiben. „Hier wollen wir gemeinsam mit den Geflüchteten, die in Kremmen wohnen, und den „alt eingesessenen“ Bewohner*innen in einer Ausstellung mit Porträts und Interviews aufzeigen, welche Bedeutung das Bleiben und die Gemeinsamkeiten aller Bewohner*innen haben. Der Abend wird von lokalen Musiker*innen begleitet.“

Das Ziel ist es, mit den Bewohner*innen Dreierlei Begegnungen zu schaffen, die eine bleibende Erinnerung hinterlassen: „Wir wollen einen Dialog zwischen den Menschen vor Ort fördern, um Horizonte zu erweitern und sich gleichzeitig mit den Themen auf künstlerische Weise kritisch auseinanderzusetzen.“

In einem Stadtteil, der so überdurchschnittlich schnell wächst, wie Bornstedt, wächst gleichzeitig auch der Anspruch der BewohnerInnen an kulturelle Angebote: Die BewohnerInnen brauchen Übersicht über das, was der Stadtteil Bornstedt alles zu bieten hat. Die Projektgruppe von Karl Borowski, Inka Knäpper, Jan Koser, Katrin Ortlieb und Yves Zenz setzte sich in Zusammenarbeit mit der Stadtteilintititaive Bornstedt das Ziel, einen Stadtteilladen für einen lebendigen Stadtteil ins Leben zu rufen: Ein Ort, an dem sich BewohnerInnen selbst verwirklichen, Informationen und Angebote zum Stadtteil zusammenlaufen und eigene kulturelle Angebote innerhalb und außerhalb des Ladens ihren Platz finden. Das können sein: Lesungen, ein internationales Frühstück, gemeinsames Musizieren oder ein Theaterbesuch, Vorträge über aktuelle kulturelle Themen in/aus Potsdam und Umgebung - und das alles für und von BornstedterInnen.

Im Mai 2018 wurde das Projekt verwirklicht und die Stadtteilarbeit bekam mit dem Stadtteilladen in der Georg-Hermann-Allee einen ersten festen Ort im Stadtteil.

Das Furora Film Festival ist ein internationales Festival für Nachwuchs-Filmmacherinnen*, das zum ersten Mal am 7. und 8. Dezember 2018 in Berlin stattfand.  Für zwei Tage verwandelten sich das City Kino Wedding und das Centre Français in einen Ort des Kennenlernens, des weiblichen* Austausches und der Begegnung mit feministischen Themen.  Im Zuge des Rahmenprogramms nahmen circa 50 Frauen* aus der Filmbranche teil, die sich in einem moderierten Speed-Dating-Brunch austauschten, in Workshops und einem Vortrag weiterbildeten und ihre Arbeiten in Filmscreenings mit anschließend Q&A‘s, zu denen rund 300 Besucher*innen kamen, präsentierten. Somit bot das Furora Film Festival einen Rahmen, in dem sich neue Projekte gründen, Erfahrungen ausgetauscht und sich vernetzt werden konnte, der in einer zweiten Ausgabe im folgenden Jahr vertieft werden soll.   

Weitere Informationen gibt es auf www.furorafestival.de.   

Die Ausstellung POLITIKEN DES DESIGNS fand vom 11.01.-27.01.2018 im Kunstraum Potsdam statt. Es wurden Projekte des Studiengangs Design gezeigt, die thematisch an das vergangene, gleichnamige Semesterthema anknüpften. Design Studierende setzten sich in einem Seminar mit der Gestaltung und Konzeption der Ausstellung auseinander. Fragen, von denen die Projekte inspiriert wurden, waren unter anderem: “Ist Design politisch? Wie können Gestalter*innen durch ihre Arbeit auf unsere Gesellschaft Einfluss nehmen? Ab wann kann Design politisch sein?” Wir machten es uns zur Aufgabe, unsere Expertise als Kulturarbeiter*innen in die Planung und Durchführung der Ausstellung einzubringen. Hierbei fiel besonders die Entwicklung eines Vermittlungsprogrammes, das begleitend zur Ausstellung stattfand, in unser Tätigkeitsfeld. Damit wollten wir sowohl Schüler*innengruppen, als auch die Öffentlichkeit ansprechen. Wir wollten sie auffordern sich in Form einer Werkstatt näher mit dem Thema auseinanderzusetzen und einen ihnen Einblick in die Arbeit einer*s Designers*in ermöglichen. Die Führungen gliederten sich so in einen aktiven, selbst-gestalterischen Teil, sowie in eine geleitete Führung durch ausgewählte Bereiche der Ausstellung. Als zusätzliches Rahmenprogramm wurden beispielsweise Workshops und öffentliche Lesungen angeboten, die im Zeitraum der Ausstellung stattfanden. Wichtiger Bestandteil unseres Projektes war zudem die Zusammenarbeit und Vernetzung mit dem Fachbereich Design (das Seminar mit der betreuenden Professorin und Mitarbeiter*innen der Hochschule), sowie Mike Gessner (Künstlerische Leitung des Kunstraums Potsdam). Außerdem widmeten wir uns der Akquise von Fördermitteln, der Konzeption von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und der Organisation der Eröffnungsfeier der Ausstellung.

Die Projektgruppe AG zur neuen Stunde arbeitet an einer Ausstellung über die Thematik der „Ver-rohung“. Die Ausstellung wird im September 2018 in Neukölln gezeigt werden. Ausgangspunkt war die Beobachtung, wie der Terminus im politischen Kontext für unterschiedliche Phänomene einer vermuteten Verrohung der Gesellschaft verwendet wird. Die Verrohung wird hier mit einem Unmenschlich-Werden gleichgesetzt. Durch diese Diagnose - von Parteien wie der CDU und der AfD - ist die Frage aufgeworfen worden, was die „Verrohung“ wirklich ausmacht und welchen eigentlichen Ursprung sie hat. Im Fokus der Ausstellung wird die Frage nach dem „Rohen“ im verrohten Individuum stehen. Die BesucherInnen werden mit der Frage konfrontiert, was sie zur Verrohung der Gesellschaft beitragen und ob die eigene Rohheit dabei eine Rolle spielt. Im Zentrum des Vermittlungskonzept steht ein von uns gestalteter Raum, in dem eine thematische Heranführung zu den Begriffen sowie eine Offenlegung und Dokumentierung unserer Arbeitsweise stattfindet. Um sich weiter auszutauschen und mit der Thematik zu befassen, findet ein Rahmenprogramm statt. Geplant sind ein Nachbarschaftsessen in der Verbindung mit einem KünstlerInnengespräch sowie eine Diskussionsrunde mit Konzert. Ausstellung und Rahmenprogramm finden innerhalb von neun Tagen statt und sind offen für jede*n Interessierte*n.

Projekte des Jahrgangs 2015

Ankommen in einer neuen Stadt kennen wir als StudentInnen auch. Doch wie ist es für Menschen, die das erste Mal nach Deutschland kommen? Wie können sie sich hier ein zu Hause schaffen?

Im Zuge unseres eigenverantwortlichen Projektes möchten wir im ersten Halbjahr 2016 Workshops im Bereich Musik und Bildender Kunst für Menschen unterschiedlicher Herkunft erlebbar machen und Potsdam gemeinsam gestalten.

Der Verein Soziale Stadt e.V. unterstützt uns als starker Partner für unser soziokulturelles Vermittlungsprojekt „Chair it!-Dein Platz in Potsdam“ mit dem Wohnungsverbund Staudenhof. Im Staudenhof wohnen AsylbewerberInnen mitten in der Innenstadt mit Potsdamer BürgerInnen zusammen.

Zu Beginn wird ein Meet & Eat-Abend stattfinden, an dem international gekocht wird und persönliche Kontakte geknüpft werden. In drei Werkstatttagen werden mit den BewohnerInnen Cajóns (Percussioninstrumente) gebaut und spielen gelernt. Im Anschluss möchten wir auch Potsdamer BürgerInnen dazu begeistern einen Teil beizutragen. Bei einem Spendenaufruf sollen Stühle gesammelt werden, die anschließend von den TeilnehmerInnen unter Anleitung eines Künstlers/ einer Künstlerin in drei weiteren Werkstatttagen umgestaltet werden. Die so entstandenen Kunstwerke werden daraufhin in der Potsdamer Innenstadt an öffentlichen Plätzen ausgestellt, um Interesse zu wecken sowie Gespräche und Anregungen zum Thema Asyl & Heimat entstehen zu lassen.

Der Prozess des Projektes wird in einem Kurzfilm dokumentiert und bei dem abschließenden Sommerfest in einladender Atmosphäre im Garten des Staudenhofs präsentiert. Zu diesem Anlass kommen alle Stühle, Cajóns, TeilnehmerInnen und Potsdamer zum gemeinsamen Feiern zusammen.

Projektgruppe
Jana Kühn – Projektleitung
Paula Mechels – Presse & Öffentlichkeitsarbeit
Johanna Schlottke – Workshoporganisation
Rebekka Rinner – Workshoporganisation
Lukas Marsoner – Web & Finanzen
Marie Böhm – Finanzen & Zuarbeit

Kontakt
chair.it.potsdam­@gmail.com
jana.kuehn­@fh-potsdam.de

Vier Studierende des Studiengangs evaluierten im vergangenen Sommer das “Sieben Künste”-Projekt des Künstlerduos Clegg & Gutmann, bei dem zwischen Juni und September 2014  Bürgerinnen und Bürger die nordbrandenburgische Kleinstadt Pritzwalk zum Schaufenster selbstbestimmter künstlerischer Aktionen gemacht hatten.

Mit ihrer empirischen Untersuchung ermöglichten die Studierenden den beiden israelischen Künstlern einen neuen Blick auf ihr eigenes Projekt - den Blick aus der Perspektive der Akteure selbst. Im Rahmen der Untersuchung ist auch ein Beitrag für die im November erscheinende Publikation entstanden. 

Clegg & Gutmann reflektieren ihre Intervention nun in einer Einzelausstellung, die am Samstag, den 24. Oktober 2015, um 16 Uhr in Potsdam eröffnet wird und wie das gesamte Projekt den Titel “Die Sieben Künste von Pritzwalk” trägt.
Im Ausstellungspavillon auf der Freundschaftsinsel zeigt das Duo eine raumgreifende Installation, in der Elemente der Pritzwalker Innenstadt wie durch die Kulissen einer Theaterbühne angedeutet werden. Dabei verweisen Performances, Fotografien, ein Filmausschnitt und verschiedene Objekte auf Aktionen der Pritzwalkerinnen und Pritzwalker. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage: http://www.bkv-potsdam.de/sieben-kuenste-von-pritzwalk

Projektgruppe des Studiengangs
Manuela Goschy
Vera Nau
Paulina von Kietzell
Michael Kreutzer

Das Projekt Raumblühen nimmt sich der historischen Industriestadt Wittenberge an, die nach der Deutschen Wiedervereinigung von einem starken Strukturwandel betroffen war. Wir wollen den großen Freiraum in der Stadt nutzen und zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern kulturelle Veranstaltungen realisieren und die vorhandenen Strukturen des bürgerlichen Engagements unterstützen. Die Zwischennutzung soll als Anstoß für die Bürgerschaft dienen ihre öffentliche Räume wahrzunehmen und diese aktiv zu gestalten. 

Außerdem sind Kreative und Künstler*innen aus den wachsenden Städten, Berlin, Hamburg und Potsdam, nach Wittenberge eingeladen, um einen gegenseitigen Austausch anzuregen. 

Das Projekt findet an drei Wochenenden im Mai und Juni an verschiedenen Orten in Wittenberge statt. Das erste Wochenende 19.-21. Mai steht unter dem Thema der Begegnung und des Kennenlernens. Gemeinsames Essen, Diskussionsrunden, Lesungen und Share-Projekte prägen die ersten Tage. Es soll genutzt werden, um die Wittenbergerinnen und Wittenberger kennen zu lernen und herauszufinden, welche Potentiale in der Stadt vorhanden sind. 

Das zweite Wochenende 26.-28. Mai ist als Festivalwochenende angelegt. Viele Studierende, Künstler*innen und Künstler aus den Regionen um Berlin und Hamburg sind eingeladen und bereichern das Programm mit Workshops, Veranstaltungen und Aufführungen. Hier soll es einen Austausch zwischen Einwohner*innen und Besucher*innen geben.

Das dritte Wochenende 02.-04. Juni sind die letzten Tage in Wittenberge für das Projekt und hier sollen speziell den Initiativen, Vereinen und engagierten Menschen der Stadt und der Region eine Möglichkeit der Präsentation geboten werden. Dieses Wochenende soll hauptsächlich mit Programmpunkten aus der Stadt gestaltet werden.

Das Projekt wird realisiert in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Hermann Voesgen und wird getragen von dem Netzwerkverein Facetten der Kulturarbeit e.V.

Ansprechpartner
Martin Naundorf

Projektgruppe des Studiengangs
Martin
Dahna
Mara
Kim
Louis

Sprache verbindet
ref.connect vernetzt Geflüchtete mit SprachmittlerInnen
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Unterstütze Geflüchtete ehrenamtlich mit deinen Sprachkenntnissen in ihrem Alltag.
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ref.connect ist eine Plattform zur gezielten Vernetzung von Flüchtlingen und Sprachmittlern und wurde von 4 Studentinnen der Kulturarbeit ins Leben gerufen. Ziel ist es, Geflüchtete in ihrem Alltag zu unterstützen, etwa bei wichtigen Amts- und Arztgängen.

Aufgrund der ansteigenden Flüchtlingszahlen, sind wir stets auf der Suche nach neuen Sprachmittler_innen! Jedes Sprachlevel ist willkommen.
Interessierte Sprachmittler_innen können sich auf unserer Website informieren und anmelden:
www.refconnect.de

ref.connect ist unter der Trägerschaft der AWO und vermittelt gezielt im Raum Brandenburg/ Berlin. Die ehrenamtliche Tätigkeit wird von der AWO Potsdam zertifiziert. Momentan werden besonders Menschen mit Arabisch/ Persisch -Deutsch-Kenntnissen gesucht. Angebote und Gesuche finden sich auf der Website.

Wir freuen uns, weitere Fragen beantworten zu dürfen:
Kontakt:  info­@refconnect.de

Projektmitglieder:
Viola Dix
Lene-Marie Leukefeld
Alice Bergander
Leila Matzke

Auch in Deutschland suchen immer mehr Menschen nach oft monatelanger Odyssee Asyl und Zuflucht vor Krisen und Bürgerkriegen. Sie kommen in einer der zahlreichen Flüchtlingsunterkünfte unter, von denen sich die meisten im ländlichen Raum befinden und oft fernab von guter Infrastruktur liegen. Zwar stellt der Staat eine Unterkunft und auch ein geringes “Taschengeld” zur Deckung der Lebenshaltungskosten zur Verfügung, aber meist ist dies sehr knapp bemessen und beinhaltet auch kein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr. Es ist den Flüchtlingen kaum möglich, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, da ihre Mobilität stark eingeschränkt ist.

Wann mussten Sie das letzte Mal drei Kilometer zum Supermarkt laufen? Oder zum Arzt, als Sie krank waren? Selbst bei dem Wahrnehmen von einigen wenigen Angeboten, die den Einstieg der Flüchtlinge hier nach oft monate- oder jahrelanger Flucht erleichtern sollen, wie beispielsweise Sprachkursen, scheitert es oft an den Wegen, an 15 Kilometer, die zurück gelegt werden müssen. Für uns nicht der Rede wert. Zu Fuß ein riesiges Hindernis.

Wir finden: Jeder soll das Recht auf Fortbewegung haben!

Aus diesem Grund haben sich vier Studentinnen der Kulturarbeit zu der Projektgruppe Re(f)cycling - Brandenburg zusammen gefunden.

Unser Plan: Wir richten eine mobile Fahrradwerkstatt in einem Kleintransporter oder Autobus ein. Im Sommer 2016 machen wir zusammen mit freiwilligen Fahrradexperten eine zweiwöchige Radtour durch die ländlichen Regionen Brandenburgs.

Bei drei Flüchtlingsunterkünften machen wir jeweils zwei bis drei Tage Halt. Dort werden Fahrräder, die wir vorab durch Spendenaktionen in den Orten organisieren, mit unseren Experten sowie den Flüchtlingen und den Anwohnern vor Ort repariert und anschließend an die Unterkünfte übergeben. Wir wollen einerseits die Alltagssituation der Geflüchteten ein Stück verbessern, aber auch zum Austausch aufrufen zwischen Geflüchteten, Helfern und Anwohnern. Dafür planen wir in jedem Ort eine abschließende Aktion, zu der alle Beteiligten und Interessierten eingeladen sind.

Wir wollen, dass unser Projekt auch nach der Durchführung weiter lebt und werden versuchen, auch andere Menschen oder Institutionen in anderen Gegenden Deutschlands zur Nachahmung aufzurufen.

Wir haben die Konzeptphase beendet und sind zur Zeit dabei, eine Route festzulegen, uns mit der Ausstattung für unseren Bus zu beschäftigen, Fördermittel zu akquirieren und uns innerhalb der Berliner Fahrradszene Tipps und Anregungen zu suchen. Außerdem sind wir gerade dringend auf der Suche nach Verstärkung für unser Orga-Team.

Dabei können wir noch jede helfende Hand gebrauchen. Ihr habt Ratschläge oder Kontakte für uns? Ihr seid selbst fahrradaffin und habt Lust auf eine spannende Tour im nächsten Jahr? Oder ihr möchtet sogar aktiv unser Orga-Team unterstützen? Dann würden wir uns riesig über eine Email an refcycling-brandenburg­@gmx.de freuen!

Die Mitglieder der Projektgruppe
Franziska Handy
Emelie Schade
Mara Kirchberg
Clarissa Lütz
alle 3. Semester Kulturarbeit

Mit dem Projekt "Viva el Campus" haben wir uns als Studierende der Kulturarbeit vorgenommen, das Hochschulgelände der Fachhochschule Potsdam (FHP) lebendiger zu gestalten und für die Zeit der Sanierung unseres  Studentenclubs Casino in 2016 mit dem CasinOtopia einen Ausweichort für den weiteren Betrieb des Studierendencafés zu schaffen. In Ergänzung dazu entstand die Idee eines Gemeinschaftsgartens auf unserem Campus, der neben Studierenden und Beschäftigten der FHP auch die Nachbarschaft einbezieht.

Das Haus 17 - unser Studentenclub Casino an der Fachhochschule Potsdam - wird ab Januar 2016 saniert und für mindestens ein Jahr geschlossen bleiben. Das Casino ist ein kultureller und traditionsreichster Ort, der unseren Campus erst lebendig macht. Hier lernen sich Studierende fächerübergreifend kennen, tauschen sich aus, bespielen den Club und beleben den Campus.

Die  vorübergehende Schließung birgt nicht nur die Gefahr, dass das Casino – seit nun mehr 20 Jahren von ehrenamtlichen Mitgliedern nach dem Motto „von Studenten – für Studenten“ betrieben - nach Ende der Sanierungsarbeiten nicht wieder auflebt. Es ist auch bekannt, dass es an der FHP viele Pendler_innen gibt, sodass sich der Aufenthalt der meisten Studierenden auf den Besuch der Lehrveranstaltungen beschränkt, was verstärkt auch durch die derzeitigen Baustellen zu beobachten ist. Dadurch finden letztlich nur wenige Aktivitäten auf dem Campus statt, was zu geringeren Möglichkeiten der Vernetzung und einem Wunsch nach entspannten und ansprechenderen Aufenthaltsmöglichkeiten führt.

Casino bekommt vorübergehend neue Räume
Da so ziemlich allen klar ist, dass ohne Casino auf dem Campus niemand mehr ernsthaft studieren könnte, organisieren wir die Bereitstellung einer Zwischenlösung mit dem Ziel, neben Mensa und Cafeteria auf unserem Campus einen Raum bereitzustellen, wo Studierende aufeinandertreffen, sich kennenlernen, sich vernetzen. Direkt damit verbunden ist auch das Ziel, die Casino-AG am Leben zu halten bzw. Nachwuchs zu generieren, der nach Rückzug des Casinos in die neuen Räume die wöchentlichen Veranstaltungen plant, Dienste an Bar und Tresen vergibt und auch Technik, Musik und Bandbetreuung personell absichert. Unser Anspruch daran ist, dass wir das temporäre Bauprojekt zusammen mit Studierenden der Fachbereiche Architektur und Städtebau, Bauingenieurwesen und Design gemeinsam organisieren; vom ersten Entwurf, über die Planung und Durchführung der Baueinsätze, bis zum Ausschank des ersten Kaffees.

Unterstützung erhalten wir dabei von der Casino AG, der FHP und dem Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA) der Fachhochschule. Mit dem Architekten Alexander Römer und seinem internationalen Netzwerk von design-buildern, Constructlab, haben wir einen Partner gewonnen, der erfahren ist in der Planung und Ausführung partizipativer und temporärer Bauprojekte.

Unter seiner Leitung fand bereits Anfang Oktober ein Planungsworkshop statt. Hier wurden in ein paar intensiven Tagen Vorschläge für das CasinOtopia erarbeitet und in einem ersten Feedback-Treffen mit der Potsdamer Bauaufsicht und Feuerwehr vorgestellt, um auszuloten, inwiefern die Vorschläge Sinn machen bzw. was genehmigungs- bzw. ausführungstechnisch machbar ist.

Der neue Ort für das temporäre Casino entsteht im Zentrum des FH-Campus in Potsdam-Nord; auf dem Gelände vor den Panzerhallen.

Ausgehend von zwei recycelten Containern als Bar wird durch eine auskragende Holzkonstruktion ein kleiner erweiterter Aufenthaltsraum mit etwa 31m2 Grundfläche geschaffen. Die Außenwände, bestehend aus Fenstertüren öffnen sich fast vollständig im Sommer, für die kalte Jahreszeit ist der Raum unter Berücksichtigung der Fluchtwege so gut wie möglich isoliert. Zugang zum Dachgarten gewähren zwei einladende Sitztreppen an beiden Enden der Struktur. Eine dient zusätzlich als Lagerraum. Auf dem Dachgarten sind sowohl innerhalb wie außerhalb des Gewächshauses transportierbare Beete in Euroboxen angelegt. An der Fassade klettern Nutzpflanzen wie Hopfen, Bohnen oder Tomaten.

Urbaner Campus-Garten als sozialer Interaktions- & Experimentierraum
Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten bieten Perspektiven für studentische Projekte, insbesondere als Ausgangsort für den entstehenden Gemeinschaftsgarten auf unserem Campus, der auf Initiative und unter Beteiligung unserer Projektgruppe im Wintersemester 2015/2016 im Rahmen eines InterFlex-Seminars konzipiert und im Sommersemester 2016 umgesetzt wird. Dies würde zusätzlich hochschulintern wie -extern Interaktionen fördern und neue Synergien wecken, die Aufenthaltsqualität am Standort steigern und der Fachhochschule als zentralem Ort, umgeben von verschiedenen Nachbarschaftsvierteln, eine aktive Rolle im wachsenden Stadtteil Bornstedter Feld zukommen lassen.

Unterstützung während der Bauphase
Nun steht aber erstmal die Umsetzung der Baupläne für das CasinOtopia an.  Damit das Casino zum Jahresanfang 2016 in die neuen Räume umziehen kann, geht es am 7.12.2015 mit dem Bauen los!

Wir suchen noch Leute, die Lust auf ein kreatives Bauprojekt haben und uns während der Bauphase (7.12. bis 18.12 2015) begleiten. Es ist wünschenswert, Studenten aus allen Fachbereichen in diesen Prozess einzubinden. Wer hat Zeit und Lust, uns mit seinen Ideen, handwerklichen Vorkenntnissen und Geschick zu helfen? Jeder kann mitmachen! Es gibt genug zu tun.

Meldet euch bei Interesse!!!

Kontakt:
Projektgruppe ¡Viva el Campus!: vivaelcampus­@lists.riseup.net

Yvo Bermann, yvo.bermann­@fh-potsdam.de
Yvonne Dera, yvonne.dera­@fh-potsdam.de
Sarah Johannsen, sarah.johannsen­@fh-potsdam.de
Nicole Anders, nicole.anders­@fh-potsdam.de

Weitere Informationen unter: www.casino-fhp.dewww.constructlab.net

Die Ausgangslage: Wittenberge in der Prignitz

In Brandenburg lässt sich beispielhaft die Gleichzeitigkeit von Ungleichzeitigem, von Wachstums- und Schrumpfungsprozessen beobachten. Während der Zuzug in die Metropolregion Berlin weiter anhält, findet in Dörfern und Städten, nur einige Dutzend Kilometer entfernt, ein erheblicher Strukturwandel statt und die Bevölkerung nimmt  ab. Die gründerzeitlich geprägte Industriestadt Wittenberge  im Nordwesten Brandenburgs steht exemplarisch für die Entwicklung in vielen europäischen Städten. Die überkommenen Hüllen der Gewerbe- und Wohngebäude sowie der öffentlichen Räume verlieren teilweise ihre Funktionen. Lassen sich aus dem Überschuss an Räumen neue Nutzungen und Lebensqualitäten entwickeln?

Der Projektansatz: Internationale Sommerakademie

Die Idee einer international ausgerichteten Sommerakademie des Studienganges Kulturarbeit an der FHP basiert auf den vorangegangenen Arbeiten zur Kulturentwicklungsplanung im Regionalen Wachstumskern Prignitz aus dem Jahr 20091. Die Sommerakademie wird sich mit den regionalen Gegebenheiten und Herausforderungen der historischen Industriestadt Wittenberge beschäftigen und dabei aktuelle Themen der Stadtentwicklung aufgreifen. Gemeinsam mit Akteuren der Stadt sollen die Teilnehmenden Projekterfahrungen austauschen und möglichst praxisnahe Vorschläge diskutieren. Wir werden mit den Vertretern aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft in Wittenberge eng zusammenarbeiten. Auch Schulen sind für uns wichtige Kooperationspartner.

Der Schwerpunkt: Zwischennutzungen im Jahnschulviertel

Im Wittenberger Jahnschulviertel sind in den vergangenen Jahren neunzehn Häuser - vorwiegend aus der Gründer- und Jugendstilzeit  - durch die Stadtverwaltung teilsaniert worden, um sie vor dem Verfall zu bewahren. Die Gebäude sollen 2018 fertig saniert sein, könnten aber teilweise schon 2016 für Projektarbeit genutzt werden. Für diese Objekte sollen Zwischennutzungskonzepte eingereicht werden.
Unsere Aufgabe: Wie können diese Gebäude vorübergehend zugänglich gemacht und auf zukünftige Nutzungen hin erprobt werden? Dabei ist vorgesehen, einen leerstehenden Laden als Raum für Ideen und Begegnungen zu bespielen. In diesem Rahmen können sich Studierende aus den verschiedenen Fächern der FHP und anderen Hochschulen einbringen und interdisziplinär aufeinander beziehen. Künstlerische Interventionen in Bezug auf fragile sozialräumliche Konstellationen sind von Seiten der Kulturarbeit vorgesehen.

Organisatorisches zur Sommerakademie: Die Teilnehmer

Teilnehmer sind Kollegen und Gäste mit einem thematischen Interesse, in erster Linie Studierende aus den ausländischen Partnerhochschulen des Studiengangs. Die Auswahl der Kandidaten geschieht in einem „Call for Paper“ Verfahren. Hauptauswahlkriterium ist die Beschreibung eines Transformationsprozesses aus dem jeweils eigenen Land. Was hat sich bewährt und was hat nicht funktioniert? Welche Konzepte, Visionen liegen für andere Städte vor?

Das Projekt wird betreut von Prof. Dr. Hermann Voesgen, Studiengang Kulturarbeit und Vizepräsident für Internationales der Fachhochschule Potsdam und Frau Stefanie Raab, coopolis.

Projekte im Vertiefungsstudium

Das Vertiefungsstudium dient der Differenzierung und Weiterentwicklung der Projektarbeit. Sie findet nun in den verschiedenen Studienschwerpunkten statt. Die Projekte reichen von kleinen Forschungs- und forschenden Lehrprojekten über Ausstellungen und Publikationen bis hin zu experimentellen und digitalen Formaten. Im Vertiefungsstudium werden die Projekte von allen Lehrenden begleitet.

Brandenburg ist ein Waldland, doch dem Ökosystem Wald geht es schlecht. Der Klimawandel verändert die Lebensbedingungen (nicht nur) des Waldes radikal. Damit steht auch unser Verhältnis zu einer in der westlichen Kultur besonders bedeutsamen Kulturlandschaft zur Disposition: dem Wald. Neue Erzählungen sind vonnöten, die den Wald jenseits des Lokalen und Globalen in eine neue terrestrische Beziehung einbinden. In dieser steht die Natur nicht mehr dem Menschen als Objekt gegenüber, über das er verfügen kann. Vielmehr richtet sie ihren Blick auch auf die Verfügung der Natur über den Menschen. Die Logik des Terrestrischen zielt auf die Verflechtungen unterschiedlicher Subjekte: der Mensch – der Wald.

Im Zentrum der interdisziplinären Lehrveranstaltung stand daher der heutige Wald als Ergebnis einer Wechselbeziehung von Mensch und Natur. Studierende der Kulturarbeit und des Kommunikationsdesigns entwickelten gemeinsam neue Erzählungen des Waldes. Wie lassen sich komplexe ökologische und kulturelle Zusammenhänge mit den Mitteln von Design und Kulturvermittlung ästhetisch und diskursiv erfahrbar machen?

Dokumentation: https://neueerzaehlungenvomwald.fh-potsdam.de

 

Anlässlich des 100. Geburtstages des international prominenten Medienphilosophen Vilém Flusser, wurde, mit Mitteln des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst), für den Mai 2020 eine internationale Sommerschule an seinem letzten Wohnort in Südfrankreich geplant. Weil das Corona-Virus dazwischenkam, musste das Projekt als digitale Winterschule durchgeführt werden. Für die weitere Forschung und Lehre zur Geschichte der digitalen Kultur wurden dabei mehrere Tools weiterentwickelt bzw. neu aufgelegt. So entstanden ein mehrsprachiges Flusser Wiki, die Emulation einer frühen medienkünstlerischen Arbeit zum Hypertext, sowie ein umfängliches Videoarchiv mit seltenen und bisher nicht öffentlich zugänglichen Interview-Aufzeichnungen, die das Denken und Sprechen des Medienphilosophen sehr anschaulich vermitteln.

In Kooperation mit Dr. Baruch Gottlieb (West den Haag) und Dr. Katerina Krtilova (ZHdK Zürich)

 

Zu diesem Publikationsprojekt hat uns ein Jubiläum inspiriert. 1750 wurde in Brandenburg von Alexander Gottlieb Baumgarten die moderne Disziplin der Ästhetik erfunden. 270 Jahre später, im Jahr 2020, ist diese Jubiläum nahezu unbemerkt verstrichen. Deshalb hat ein studentisches Herausgeber:innenkollektiv aus 75 studentischen Essays zu frei gewählten ästhetischen Themen die besten 30 ausgewählt, lektoriert und in einem ansprechend illustrierten Buch zusammengestellt. Sie zeigen, ob und wo die alten Theorien noch zuständig sind und welche Gegenstände heutzutage als ästhetisch gelten.

 

In Corona-Zeiten ist der Wald gefragt wie selten: als einer der wenigen realen Räume, in dem wir den neuen Zumutungen gelegentlich noch entkommen können. Doch dabei offenbart der Wald mehr denn je seine ganze Widersprüchlichkeit: denn wir betreten heute einen gefährdeten Raum. Die Folgen des Klimawandels sind kaum mehr zu übersehen, und der Wald ist manchenorts nur noch ein Abglanz des seit der Romantik imaginierten Ortes des Rückzugs und der Innerlichkeit.

Zwischen Biologie und Geschichte, Forstwirtschaft und Klimaforschung, Kulturwissen-schaften und ästhetischer Erfahrung entwickelten die Studierenden im SoSe 2020 eigene kurze Audio-Beiträge zu einem selbstgewählten WALD-Thema, die zu einem Glossar mit einer eigenen Dramaturgie gebündelt wurden. Der so entstandene transdisziplinäre Hörspaziergang vermittelt einen multiperspektivischen Blick auf den Wald: Von BETONWALD und WALDRAUSCHEN über WALDABSEITS und WALDANATOMIE bis zu WALDDUNKEL und WALDWEBEN lotet das Projekt das Potential von Hörspaziergängen für die Kultur- und Umweltvermittlung aus. Es ist Auftakt und Fingerübung für die im SoSe 2021 geplante Ausstellung zum selben Thema.

Download und weitere Informationen: www.waldvergessen.fh-potsdam.de

In Kooperation mit Elena Zieser (Lehrbeauftragte)

Im Sommersemester 2019 entstand im Seminar "Vom Audiowalk bis Audioguide. Zur Kunst und Kultur des Hörens" unter der Leitung von Prof. Nicola Lepp ein Audiowalk. Die theoretischen Auseinandersetzungen und empirischen Beobachtungen zu Formaten und Dramaturgien dieses Vermittlungsmediums sollten auch in der konkreten Praxis auf die Probe gestellt werden. Mit Unterstützung der Hörspielautorin und Audiokünstlerin Elena Zieser wurde von den Studierenden ein Konzept für einen O-Ton-Walk entwickelt und umgesetzt. Er setzt vor „unserer“ Haustür an: dem Campus. Er führt mit verschiedenen Stimmen aus der Hochschule über das Gelände und schneidet verschiedene Themen an, bei denen auch Tassen ihre Rolle spielen.

Der Audiowalk kann hier angehört und auf Android-Smartphones auch heruntergeladen werden.

 

Wir können uns die Jubiläen nicht aussuchen – oder? Jedes Jahr von Neuem werden große Persönlichkeiten und Ereignisse öffentlich gefeiert. Und die Kulturarbeit ist aufgefordert, für diese Anlässe unterschiedliche Veranstaltungen und Formate zu entwickeln. Doch ist jedes Jubiläum eigentlich eine Feier wert. 2018 veranstalteten der Studiengang Kulturarbeit und der Fachbereich Design an der FH Potsdam über zwei Semester ein forschendes Lehrprojekt zum Thema »Literatur visualisieren und vermitteln«. Es ging der Frage nach, was die Generation der heute Studierenden an dem Autor Theodor Fontane interessiert und warum man ihn heute noch lesen soll. Als Antwort darauf entwickelten die Studierenden eigene Ansätze für seine Vermittlung, und bündelten sie zu einer Ausstellung.

Diese wurde zunächst auf der jährlichen Werkschau der FHP präsentiert. Im Fontane-Jahr 2019 konnte die Ausstellung dann im Kiosk in Neuruppin sowie am Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte präsentiert werden.

Dokumentation: https://warumeigentlichfontane.fh-potsdam.de/

In Kooperation mit dem Fachbereich Design

Einplatinencomputer sind kleine kompakte Mikroprozessoren, die als voll funktionsfähige Computer operieren können. In der Do-it-yourself-Nische der digitalen Kultur werden sie von Hackern, Bastlern und Nerds mit Sensoren und Aktoren verschaltet, wobei das Potential des Computers jenseits vorgefertigter Programmpakete und standardisierter Anwendungen in eigenen installativen sowie künstlerischen Praktiken erfahrbar wird. Nach einem Einführungsworkshop in Grundzüge des Programmierens und der Robotik hat das interdisziplinäre Projektseminar mit einem Klassensatz solch offener Computer gearbeitet und dabei genau diese basale Erfahrungsdimension digitaler Kulturen unter wöchentlich wechselnden Themenstellungen ausgelotet. Ausgewählte Arbeiten wurden auf der Werkschau 2018 präsentiert. Zusätzlich entstand eine 64-seitige Broschüre mit Bildern und Texten der Ergebnisse.

Eine weiterführende studentische Arbeit aus dem Kontext des digitalen Bastelns ist der hier dokumentierte Entscheidungsapparat "Kopf oder Zahl" https://vimeo.com/449648292