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Auslandssemester in Thailand an der King Monghut University of Technology Thonburi – Bachelor Kommunikationsdesign

Fiona studiert an der FHP Kommunikationsdesign (B.A.). Ihr Auslandssemester hat sie an der Partnerhochschule King Monghut University of Technology Thonburi verbracht. Hier berichtet sie von ihrem Auslandsaufenthalt im Wintersemester 2024/25.

Format:
Praktikum
Einrichtung:
King Monghut University of Technology Thonburi
Zeitraum:
-
Fachbereich:
Fachbereich Design

Fionas Auslandssemester in Thailand

Wieso wolltest du ein Auslandssemester machen?

Zuallererst war es mir wichtig, meine Komfortzone zu verlassen und neue Facetten des Designs und des Studierens kennenzulernen. An der FHP hatte ich das Gefühl, an einem Punkt angekommen zu sein, an dem ich mich nach neuen Impulsen sehnte – nach der Möglichkeit, andere Perspektiven zu entdecken und meinen Horizont zu erweitern. Deshalb entschied ich mich bewusst für ein Umfeld, das mir andere Inspiration bieten würde. Eine andere Kultur, eine neue Art zu denken und ein ungewohnter Blick auf die Dinge sollten mir genau das ermöglichen. Aus diesem Grund wollte ich auch weiter weg. Ein Kulturschock war für mich somit eine willkommene Erfahrung.

Wie hast du dich vorbereitet?

Für die Bewerbung waren ein Portfolio sowie ein Englisch-Sprachtest mit mindestens einem B2-Niveau erforderlich. Nachdem ich mein Portfolio an der FHP eingereicht und eine Nominierung für die King Monghut University of Technology Thonburi (KMUTT) erhalten hatte, begann ich mit der Erstellung einer Website, die ich für die offizielle Bewerbung an der thailändischen Universität als mein Portfolio verwendete. Nachdem ich die Zusage erhalten hatte (diese kam erst sehr kurzfristig vor Semesterbeginn), musste ich mich um verschiedene organisatorische Angelegenheiten kümmern: das Visum, eine Unterkunft, den Flug und mögliche Stipendien. Das Visum konnte ich unkompliziert online beantragen, und auch die Wohnungssuche gestaltete sich dank der Unterstützung der KMUTT relativ einfach.

Wie lief die Wohnungssuche?

Ich habe in einer Art Wohnheim gelebt, das nicht ausschließlich für Studierende gedacht war, sondern auch von anderen Bewohner*innen genutzt wurde. Dadurch ergab sich eine Mischung aus Jung und Alt, Arbeitenden, Praktikant*innen und Studis. Neben einigen thailändischen Bewohner*innen lebten dort viele internationale Studierende aus Ländern wie den Niederlanden, Frankreich, Moldawien und natürlich auch Deutschland, die ihr Auslandssemester an der KMUTT absolvierten. Nach der Zusage der KMUTT erhielt ich einen sehr ausführlichen Leitfaden mit den nächsten Schritten, in dem unter anderem verschiedene Wohnheime empfohlen wurden. Diese konnte man direkt per E-Mail kontaktieren. Ich entschied mich schließlich für die Cosmo Residence. Lagebedingt ist man von dort aus relativ schnell am Main Campus der KMUTT, allerdings nicht am Design-Campus für Architektur und Design. Dieser befindet sich nochmals eine knappe Stunde (mit dem Shuttlebus fahrend ab dem Main Campus) südlich der Hauptuni.

Wie war es, an der Partnerhochschule zu studieren?

Die Einführungswoche war wirklich liebevoll gestaltet und bot viele Aktivitäten an – von Sprachkursen und traditionellem Kochen bis hin zu Barhopping und Karaoke war alles dabei. So war das erste Kennenlernen wirklich einfach. Während meines Semesters belegte ich einen Typografie-Kurs, interaktive Gestaltung, einen Schmuckkurs sowie "Craft Design". Die Prüfungen bestanden hauptsächlich aus praktischen Aufgaben, und in den letzten drei genannten Kursen gab es zusätzlich ein Hauptprojekt, das am Ende des Semesters abgegeben werden musste. Leider muss ich sagen, dass die Kurse viel aus Warten bestanden (andere Kultur, anderer Workflow, würde ich mal so sagen), aber die Professor*innen erschienen teilweise Stunden später, und bei Präsentationen waren TikTok und die Liegeflächen am Boden für die Studierenden wichtiger, als ihren Kommiliton*innen bei Präsentationen zuzuhören. Wenn man allerdings viel Eigeninitiative zeigt, kann man diese "wartende" Zeit auch sinnvoll nutzen, um an den Projekten der Kurse weiterzuarbeiten. Im Nachhinein hätte ich lieber Masterkurse belegt, die nicht nur anspruchsvoller gewesen wären, sondern auch zentraler in Bangkok unterrichtet werden.

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten? Welche Freizeit- und Sportangebote hast du genutzt?

Für mein Zimmer zahlte ich monatlich 270 Euro, dazu kamen die Kosten für Strom und Wasser, die je nach Verbrauch variierten. Relativ schnell entschied ich mich, auf öffentliche Verkehrsmittel – insbesondere den Bus – umzusteigen, anstatt regelmäßig Grab- oder Bolt-Roller zu nutzen. Das senkte meine monatlichen Ausgaben deutlich, bedeutete aber auch, dass ich für Wege von A nach B etwas mehr Zeit einplanen musste. Von der Uni aus hatten wir die Möglichkeit, an Thaiboxing-Probestunden teilzunehmen, die man anschließend weiterführen konnte. Ich entschied mich jedoch eher dafür, den Uni-Sportplatz am Hauptcampus zu nutzen – sei es zum Joggen oder um mit Freund*innen Fußball zu spielen. Ansonsten waren wir natürlich auch viel in der Stadt unterwegs oder an Wochenenden in Nationalparks beim Wandern oder auf näher gelegenen Inseln, welche mit dem Bus in wenigen Stunden zu erreichen sind.

Fazit und Tipps

Alles in allem war mein Aufenthalt in Thailand eine unglaublich schöne und bereichernde Erfahrung – vor allem in Bezug auf den Umgang mit neuen Menschen und das Leben in einer völlig anderen kulturellen Umgebung.  Hinsichtlich des Studiums würde ich im Nachhinein definitiv Masterkurse belegen und dementsprechend auch zentraler wohnen. Der tägliche Weg zur Uni und in die Stadt dauerte jeweils mindestens eine Stunde – je nach thailändischer Verkehrslage sogar noch länger. Eine zentralere Unterkunft hätte vieles erleichtert und mir mehr Flexibilität im Alltag ermöglicht.