Direkt zum Inhalt

Gründungsförderung & Finanzierung – Wichtige Informationen & Links

Gebäude Campus Fachhochschule aus der Froschperspektive

Wir wissen, wie wichtig ein gutes Netzwerk sowie die Möglichkeit zu Förderungen und Finanzierungen für Gründer*innen sind und wollen den bestmöglichen Überblick liefern. Die folgenden Informationen sollen zur weiteren Orientierung beitragen.

Nützliche Links für Gründer*innen

Diese Sammlung soll eine erste Anregung für alle sein, die sich in Sachen Unternehmensgründung im Netz umsehen möchten und auf der Suche nach ergänzenden Angeboten zum FHP Gründungsservice sind. Die Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und soll nur ein Ausgangspunkt für die eigene Recherche sein. Wir beraten gern zu den aufgeführten Angeboten in einem persönlichem Gespräch.

Existenzgründung

Bundesweite Gründerinnenagentur
Gründungsinteressierte Frauen und Unternehmerinnen finden auf diesem Internetportal Hintergrundinformationen und Serviceangebote zur unternehmerischen Selbständigkeit.

Businessplanwettbewerb Berlin Brandenburg - BPW
Unterstützung bei der Erstellung eines Geschäftskonzeptes und Wettbewerb

Entrepreneurship.de
Umfangreiches Online-Angebot für Entrepreneure von der Stiftung Entrepreneurship von Prof. Dr. Günter Faltin.

EXIST-Gründerstipendium
Das EXIST-Gründerstipendium unterstützt innovative technologieorientierte oder wissensbasierte Projekte mit guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten.

Existenzgründungsportal des BMWi
Umfangreiches Gründungswissen, unter anderem zu Rechtsformen, Finanzierung und Branchen. Zusammengestellt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Förderdatenbank
Überblick über Förderprogramme und Finanzhilfen des Bundes, der Länder und der EU.

Gründungswerkstatt Deutschland
Unterstützung bei der Planung und Umsetzung einer Gründungsidee.

GRÜNDERPLATTFORM
Unterstützung im Gründungsprozess, von der Inspiration bis zur Finanzierungsanfrage.

Initiativen in Brandenburg

Gründerforum Potsdam
Tipps, Informationen und alles Wissenswerte über eine Existenzgründung in Potsdam.

Gründerservice der Stadt Potsdam
Allgemeine Informationen und eine Übersicht zum Gründungsprozess in Potsdam.

Marketingförderung Potsdam
Städtisches Vermarktungsförderprogramm für kleine Unternehmen und Start-ups der Stadt Potsdam

Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft
Spezielle Informationsangebote für Kultur- und Kreativschaffende: Beratung, Veranstaltungen, Studien, Auszeichnungen und vieles mehr.

Kreativagentur Brandenburg
Kultur und Kreativwirtschaft in Brandenburg sichtbar machen, Verbindungen schaffen und gemeinsam nach vorn bringen - Die Kreativagentur Brandenburg berät, vernetzt und stärkt Kultur- und Kreativschaffende im Land Brandenburg.

Investitionsbank des Landes Brandenburg
Informationen über Förderprogramme des Landes

Wirtschaftsförderung Brandenburg
Unterstützung für Gründer*innen in Brandenburg

Start-up ABC

Angebot:

Das Angebot umfasst die Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens. Diese sollten jeweils präzise beschrieben werden, indem die Kernkompetenzen der Leistungen und die Stärke der Produkte dargestellt werden. Die große Kunst ist es, das Angebot aus der Sicht der Kundschaft zu beschreiben. Der Nutzen beim Erwerb eines Angebots sollte dabei deutlich werden. Beispielhafte Fragestellungen, die mittels eines Angebots beantwortet werden sollten: Welche Erwartungen werden erfüllt? Welche Probleme werden gelöst? Auch Serviceleistungen, die das Angebot womöglich abrunden, können dargestellt werden.

Above-The-Line:

Unter Above-the-line (englisch für "Über der Linie", abgekürzt ATL) versteht man im Marketing die so genannte klassische oder traditionelle Werbung, mit einer gestreuten und unpersönlichen Zielgruppenansprache z. B. über planbare Werbeträger, d. h. in klassischen Massenmedien wie Printmedien (Zeitungen & Zeitschriften) und im Rundfunk (Radio & Fernsehen) sowie Kino- und Außenwerbung. Im Unterschied dazu richten sich Below-the-line-Maßnahmen an ausgewählte, kleinere Zielgruppen.

Businessplan:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Businessplan zu erstellen - klassisch als Schriftdokument oder auf einer großen Fläche als Canvas-Modell (siehe Canvas). Jedes Businessplan-Modell bietet einen "roten Faden" zur Vorbereitung der Gründung oder Geschäftsfelderweiterung. Jedes Modell ist systematisch aufgebaut, so dass als erstes die externe Strategie entwickelt wird. Daraus ergibt sich die Antwort auf die wichtige Frage: Welche Aktivitäten müssen durchgeführt werden, um die optimale Wertschöpfung zu erreichen? Ein klassischer Businessplan kann zudem als Vorlage für die Fremdmittelakquise dienen.

Business Angel:

Viele Gründer*innen brauchen Geld. Ein Business Angel ist eine Sonderform des Investors bzw. der Investorin, auch Angel Investor genannt. Business Angels sind Privatpersonen, die Kapital in der Größenordnung von 50.000 bis 250.000 Euro investieren und zudem mit Netzwerk, Kontakten und Erfahrungen unterstützen. Das persönliche Interesse des Business Angels am Gründungsthema spielt eine wichtige Rolle. Anders als bei klassischen Investor*innen ist die Motivation also nicht primär finanziell, sondern zu einem großen Teil auch ideell. Business Angels findet man über Gründungswettbewerbe, Netzwerke, Acceleratoren, Hubs und gezielte, themenbezogene Internetrecherchen.

Canvas:

Das Business Model Canvas ist ein kreatives Tool, um ein Gründungskonzept oder ein neues Projekt systematisch zu planen und gleichzeitig zu visualisieren. Als Controlling-Instrument kann es zudem prüfen, ob noch entscheidende Fragen beantwortet werden sollten, um das Geschäftskonzept marktfähig und rentabel zu gestalten. Um es analog anzuwenden, benötigt man eine große Fläche, beispielsweise Papier, Whiteboard etc. sowie bunte Stifte und Post-its. Diverse Online -Programme bieten die kostenfreie Gestaltung eines digitalen Canvas an. Wichtig ist in jedem Fall, die Idee möglichst präzise zu formulieren: Es sollte daher jeweils nur eine Geschäfts- oder Projektidee pro Canvas ausgearbeitet werden.

Customer Centricity:

Gründer*innen sprudeln häufig nur so vor Ideen, was man alles tun könnte. Kundenzentrierung bedeutet, Entscheidungen, Produkte und Leistungen explizit an den Wünschen der Kund*innen auszurichten. Dazu ist es erforderlich, diese gut zu kennen, zu verstehen, in direktem Kontakt mit ihnen zu stehen und durchweg die Kundenperspektive mitzudenken. Für alle, die selbst viele Ideen haben und gerne ihrer Erfahrung und ihrem Bauchgefühl folgen, ist die Kund*innenzentrierung eine große Herausforderung. Ein Beispiel für eine konkrete Alltagsumsetzung liefert Amazon-Gründer Jeff Bezos, der in Meetings einen leeren Stuhl an den Tisch stellt. Es ist der Stuhl der Kundinnen und Kunden. So sind die Kund*innen quasi in jedem Termin dabei und werden nicht so leicht vergessen.

Digital Marketing:

Digital Marketing ist ein Überbegriff für alle Marketing-Aktivitäten, die mittels digitaler Technologien sowohl online als auch offline ausgeführt und kontrolliert werden können. Dabei sind die Auswahl der richtigen Kanäle und der passenden Inhalte entscheidend, um einen Aufbau von Relevanz in den Augen der Empfänger*in, sprich potenziellen Kund*in, zu erreichen (erhöhtes Engagement zwischen Zielgruppe und Unternehmen). Je kleiner ein Unternehmen, umso sinnvoller sind in der Regel digitale Marketing- und Vertriebsaktivitäten, da die Kosten überschaubar und deren Wirkung kontrollierbar ist. Digital Marketing wird daher auch gerne als Data-Driven Marketing bezeichnet, da es auf Datensätzen basiert und anhand der Analyse von Kundendaten und -verlauf die Optimierung der Marketing- und Vertriebsstrategien verfolgt.

Digitalisierung:

Digitalisierung heißt, analoge Werte in digitale Werte zu übersetzen. Der Begriff Digitalisierung wird jedoch häufiger als Synonym für eine 'Digitale Transformation' verwendet. Die digitale Transformation bezeichnet den aktuellen Trend, analoge Produkte und Abläufe mit Informationstechnik, Vernetzung und Sensorik anzureichern und Arbeitsabläufe mit möglichst wenig Medienbrüchen zwischen analogen und digitalen Werkzeugen zu gestalten. Das Ersetzen der Briefpost durch E-Mail ist ein Beispiel für Digitalisierung im Sinne der digitalen Transformation. Die Erweiterung analoger Geschäftsmodelle wie den stationären Einzelhandel durch digitale Geschäftsmodelle (z.B. ergänzender Download von E-Books), ist ein weiteres Beispiel für Digitalisierung.

Einzugsgebiet:

Mit dem Einzugsgebiet wird für jedes Angebot, also für ein Produkt oder eine Dienstleistung, der Aktionsradius definiert. In diesem Radius wird ein Angebot (siehe Angebot) verkauft. Demzufolge muss es in diesem Gebiet auch vermarktet werden. Um eine externe Strategie zu entwickeln, sollte in diesem Einzugsgebiet der Markt analysiert und die Daten aus der Recherche ausgewertet werden. Es wird empfohlen, über das eigene Einzugsgebiet hinaus den Markt zu recherchieren. Denn Mitbewerber*innen können im gleichen Einzugsgebiet aktiv sein, aber ihren Standort außerhalb dieses Einzugsgebiets haben.

Executive Summary:

Siehe Zusammenfassung Businessplan.

Finanzierungsplanung:

Mit einer Finanzierungsplanung wird der Kapitalbedarf des Unternehmens in der Anlaufphase dargestellt. Der Kapitalbedarf bezieht sich auf Investitionen und Folgeinvestitionen sowie laufende Kosten, die von anderen Mitteln bezahlt werden müssen, bis diese Betriebsmittel durch die Einnahmen des Unternehmens getragen werden. Dieser Moment, in dem das Unternehmen sich selbst trägt, heißt break even point. In einer Finanzierungsplanung sollten sowohl die Investitions- und Folgeinvestitionskosten als auch die Liquiditäts- und Rentabilitätsvorschau für die ersten 3 vollen Geschäftsjahre dargestellt werden. Schlussendlich wird aufgezeigt, aus welchen Mitteln der Kapitalbedarf gedeckt werden soll. Das betrifft die Eigenmittel und Fremdmittel.

Freemium:

Freemium ist ein Kunstbegriff aus Free und Premium. Beim Freemium-Ansatz werden Leistungen für eine Großteil von Nutzer*innen kostenlos angeboten (Free). Das Geschäftsmodell trägt sich dann über diejenigen Nutzer*innen, die zusätzliche Funktionalitäten (Premium) benötigen und daher für diese umfangreichere Leistung bezahlen (Premium). Mit dem Free-Anteil bietet man eine geringe Einstiegshürde, um das Produkt zu testen und sich daran zu gewöhnen. Der Vorteil von Freemium-Geschäftsmodellen ist die Möglichkeit, große Zahlen von Nutzer*innen zu generieren, die einerseits wertvolle Erkenntnisse über die Zielgruppe und deren Nutzungsverhalten liefern. Andererseits ist die Hoffnung, dass Nutzerinnen und Nutzer im Laufe der Zeit mehr Funktionalitäten benötigen und über die Zeit von Free zum kostenpflichtigen Premium-Angebot wechseln.

Gewinn- und Verlustrechnung (GuV):

Die GuV stellt die Rentabilität eines Unternehmens dar. D.h., die laufenden Kosten und Abschreibungen werden gegenüber den Einnahmen dargestellt. Das sogenannte Betriebsergebnis stellt dann einen Gewinn oder einen Verlust dar.

Gründungsdatum:

Das Gründungsdatum ist das Datum, ab dem das Gewerbe bzw. die Freiberuflichkeit angemeldet wird. Wenn es auch ein Eröffnungsdatum, z.B. eines Stores oder eines Studios, gibt, sollte geprüft werden, ob es sinnvoll ist, bereits vor dem eigentlichen Eröffnungsdatum zu gründen. Investitionen, die vor der Gründung anfallen, werden in der Regel im Gründungsmonat geltend gemacht. D.h., die Vorsteuer für Investitionen werden im Monat der Gründung gezogen und vom Finanzamt erstattet. Dies kann bei 19% Umsatzsteuer eine beachtliche Summe sein und für die Liquidität in der Startphase relevant werden.

Haftung:

Die Höhe der Haftung hängt u. a. von der Rechtsform ab. Eine natürliche Person wie der/die Freiberufler*in, ein Einzelunternehmen und eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) haften mit ihrem gesamten Privatvermögen. In natürlichen Personengesellschaften wie der GbR haftet jede*r Partner*in gesamtschuldnerisch für die anderen Partner*nnen mit. Kapitalgesellschaften wie zum Beispiel eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) haftet in Höhe des eingelegten Stammkapitals. Ein Unternehmen kann prüfen, ob Haftungsrisiken durch den Abschluss von Versicherungen abgesichert werden können bzw. das sinnvoll ist, z. B. durch eine Betriebshaftpflichtversicherung.

Hashtag:

Ein Schlagwort, welches mit vorangehendem Doppelkreuz-Symbol (#) verwendet wird, ist ein Hashtag. Der Begriff Hashtag setzt sich zusammen aus der englischen Bezeichnung für das Doppelkreuz (#) und dem englischen Begriff für Markierung (tag). Hashtags werden insbesondere in sozialen Medien eingesetzt, um Inhalte bestimmten Schlagworten zuzuordnen und dienen damit der leichteren Auffindbarkeit vieler Inhalte zu einem Thema. Die Social-Media-Strategie beinhaltet häufig die Auswahl eigener Produkt-, Event- oder Service-spezifischer Hashtags.

Ideenkonzept:

Am Anfang steht die Gründungs- oder Projektidee. Diese soll zu einem Konzept ausgearbeitet werden, das auf Marktfähigkeit geprüft und ggf. angepasst wird. Dazu gehören die 4 Bausteine: Angebot, (Wunsch)Zielgruppen, Kundennutzen und Alleinstellungsmerkmal (USP-unique selling point). Sobald ein marktfähiges Ideenkonzept ausgearbeitet ist, kann die interne Strategie erarbeitet werden und schlussendlich das Konzept, das aus der Idee entwickelt wurde, auf Wirtschaftlichkeit geprüft werden.

Inkubator:

Inkubatoren bzw. Start-up-Inkubatoren sind Einrichtungen, die Start-up-Unternehmen bei der Existenzgründung unterstützen und sie auf dem gesamten Weg zur Gründung begleiten. Sie verknüpfen Infrastruktur, Wissen und etablierte Netzwerke und bieten somit ein komplettes Startup-Ökosystem, von denen die Mitglieder bzw. Gründungsinteressierte innerhalb kürzester Zeit profitieren. So stehen neben günstigen Arbeitsplätzen auch das Vermitteln von wichtigem Fachwissen rund um die Gründung und das Netzwerken mit anderen Start-ups in verschiedenen Phasen mit Beratern und Mentoren sowie Investoren im Vordergrund.

Jahr/Kalenderjahr:

Das Kalenderjahr stellt auch das Wirtschaftsjahr eines Unternehmens dar. Wenn die Gründung oder Nachfolge an einem anderen Tag als dem 01.01. beginnt, nennt man dieses Jahr Rumpfgeschäftsjahr. Dieser Begriff drückt aus, dass das Wirtschaftsjahr eines Unternehmens oder eines/einer Freiberufler*in weniger als 365 Tage hat. Das kann wichtig sein, wenn Wirtschaftsjahre miteinander verglichen werden, z.B. ihrer Umsatzentwicklung.

Joint Venture:

Eine Kooperation zwischen zwei oder mehr unabhängig bleibenden Unternehmen für eine konkrete, thematische Zusammenarbeit heißt Joint Venture. Dabei werden Eigentum, Erlöse, Risiken und Verantwortung geteilt, so dass man von einer Partnerschaft auf Augenhöhe sprechen kann. Über die konkreten, juristischen Details der Zusammenarbeit trifft der Begriff Joint Venture keine Aussage. Joint Ventures schaffen die Möglichkeit, Stärken und Schwächen verschiedener Parteien auszugleichen, ohne die generelle Unabhängigkeit der Organisationen zu beeinflussen.

Kostendeckungsrechnung:

Eine Kostendeckungsrechnung kann beispielsweise für eine Dienstleistung erstellt werden, indem die fixen Kosten für den Zeitraum der Leistungserbringung und die variablen Kosten berechnet werden. Die variablen Kosten sind die auftragsbezogenen Kosten. Auch Abschreibungen können entsprechend des Leistungszeitraums als Kosten angesetzt werden. Die Gesamtkosten aus fixen und variablen Kosten sowie Abschreibungswerten können nun von der Einnahme durch die Leistungserbringung abgezogen werden. Das Ergebnis stellt das sogenannte Betriebsergebnis vor Steuer dar.

Key Account Manager*in:

Gibt es im Unternehmen eine eindeutige Zuordnung von Kund*innen zu Kundenbetreuer*innen, so nennt man diese Kund*innen oder Unternehmen Accounts und die Kundenbetreuer*innen Account Manager. Besonders wichtige Kunden, beispielsweise weil sie für einen hohen Umsatz des Unternehmens sorgen, werden als Schlüssel-Kunden (Key Accounts) bezeichnet. Kundenbetreuer*innen, die speziell diese wichtigen Kunden verantworten, heißen dementsprechend Key Account Manager*in.

Liquiditätsplanung:

Die Liquiditätsplanung stellt die prognostizierte Liquidität des Unternehmens dar, also den cash flow. Der Begriff stammt von dem Lateinischen liquidus ab und meint „flüssig“. Umgangssprachlich wird auch vom "flüssig sein" gesprochen. Mit der Liquidität ist somit die Zahlungsfähigkeit gemeint. Es wird empfohlen, die Liquiditätsplanung monatlich für drei volle Geschäftsjahre zu erstellen. Vorteil: Dadurch ist später zu erkennen, ob es (branchenübliche) Monate gibt, in denen die Ausgaben die Einnahmen übersteigen. Dann könnten zum Beispiel vorab Rücklagen für die zu erwartende Deckungslücke gebildet werden.

Lebenslauf:

Der tabellarische Lebenslauf ist eine Anlage des Businessplans und somit als Ergänzung zu sehen. Im Businessplan selbst behandelt ein Kapitel das Thema "Entrepreneur*innen(-Team)". Dabei geht es nicht darum, jede Station des eigenen Lebens nachzuerzählen, wie es im tabellarischen Lebenslauf geschieht. In diesem Teil des Businessplans sollten die Fähigkeiten & Fertigkeiten, die Erfahrungen und Kenntnisse der Gründer*innen anhand des eigenen Werdegangs erzählerisch dargestellt werden. Auch bestehende Netzwerke können hier bereits beschrieben werden.

Motivation:

Bevor ein neues Projekt oder eine Selbstständigkeit startet wird empfohlen, die eigene Motivation zu hinterfragen. Konkret kann gefragt werden: Warum möchte ich diese Idee umzusetzen? Die eigenen Motive zu kennen, hilft beispielsweise, die Idee zu präzisieren. Die eigenen Motive sind es auch, die durch schwierige Zeiten tragen. Die eigene Motivation sollte dokumentiert werden in Ton, Schrift, Zeichnungen etc. Die Motivation kann an einem Platz präsentiert werden, an dem die eigenen Motive ständig sichtbar sind.

MVP - Minimum Viable Product:

Das minimal brauchbare oder nutzbare Produkt (Minimum Viable Product - MVP) ist eine abgespeckte Produktvariante, die bei wenig Herstellungsaufwand möglichst wertvolles Feedback aus der Zielgruppe schaffen soll. Häufig wird das MVP auf die Hauptfunktionalität reduziert. Teils wird überhaupt kein Produkt hergestellt, sondern nur eine Simulation, eine Landing Page oder sonstige virtuelle Alternative als MVP herangezogen. Andererseits wird manchmal von einem MVP erwartet, dass es bereits verkaufsfähig ist und somit einen Nachweis darstellt, weil Umsatz nicht erzielt werden kann. Die Abgrenzung zum minimal vermarktbaren Produkt (Minimum Marketable Product - MMP) ist nicht eindeutig.

Natürliche Person:

Rechtssubjekte werden in natürliche Personen und juristische Personen eingeteilt. Natürliche Personen können zum Beispiel Einzelunternehmen oder Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR) sein. Auch Kaufleute (offene Handelsgesellschaft) oder Partnergesellschaften (Gesellschaft von Angehörigen der freien Berufe) gehören zu den natürlichen Personen. Ein wichtiges Merkmal von natürlichen Personen ist, dass die Inhaber*innen der Unternehmen mit ihrem Privatvermögen haften.

Netzwerk:

Ein Netzwerk oder auch kurz Netz wird im informationsökonomischen Kontext als eine Zusammenfassung von Nutzern eines bestimmten Produkts oder kompatibler Technologie bezeichnet. Die Größe eines Netzwerks zu einem bestimmten Zeitpunkt wird als installierte Basis bezeichnet. Ein klassisches Beispiel ist das Telefon-Netz. Hier sind die Nutzer technisch über die Endgeräte miteinander vernetzt und zudem lassen sich als ökonomische Besonderheit in diesem Fall positive Netzwerkeffekte beobachten. Der Nutzen aus einem Telefon steigt für den Besitzer mit der Zahl der übrigen Besitzer eines Telefons. Soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook basieren auf demselben Prinzip: Der Produktnutzen eine*s Konsument*in ist abhängig von der gesamten Nutzerzahl. Diese Nutzenbeeinflussung ist den Konsumierenden häufig nicht bewusst. Die Netzwerkeigner*innen nehmen im Allgemeinen diesen Effekt wahr und handeln, um den Wert des eigenen Netzwerks zu steigern und ggf. höhere Marktpreise fürs Netzwerk durchzusetzen.

Organisation:

Als Organisation wird auch ein Unternehmen bezeichnet, da es über eine innere Organisation verfügt. Darunter ist zu verstehen, dass in einem Arbeitsprozess Aufgaben aufeinander abgestimmt werden, um ein Ziel zu erreichen. Meistens sind mehrere Personen beteiligt, die (sich und ihre Aufgaben) organisieren, um das Ziel gemeinsam zu erreichen. In der Organisationsentwicklung wird zwischen der Aufbauorganisation und der Ablauforganisation unterschieden. Die Aufbauorganisation strukturiert den Aufbau der Organisation, z.B. als Hierarchiepyramide in der top-down- Führung, als bottom up-Strategie oder als agile Organisationform. Die vertikale Struktur der Organisation wird also dargelegt. Die Ablauforganisation definiert die Wertschöpfungsprozesskette des Unternehmens und die „dahinter“ stehenden Aufgaben chronologisch und aufeinander abgestimmt. Die Ablauforganisation stellt demnach die horizontale Struktur des Unternehmens dar (siehe Prozesslandkarte).

Online-Marketing:

Bei Online-Marketing wird das Marketing via Online-Medien umgesetzt. Dabei liegt der zentrale Fokus des Online-Marketings häufig auf der Kommunikationspolitik. Denn wer als Startup oder Unternehmen heute neue Interessent*innen und Kund*innen gewinnen will, der sollte online auf sich aufmerksam machen, da die Online-Medien eine immer größere Relevanz bei der Marketing-Kommunikation bekommen. Wer die eigenen Kunden binden möchte, sollte auf die Vorteile von Online-Marketing ebenfalls nicht verzichten – da auch die Auswertung & Erfolgsmessung von Online-Kampagnen leichter ist. Gleichzeitig kann das Online-Marketing auch für die anderen Marketing-Bereiche eine bedeutende Rolle spielen. So stellt bspw. der Online-Shop einen Vertriebskanal dar, der direkten Einfluss auf die gesamte Distributions- und Preispolitik eines Unternehmens nehmen kann. Zu den wichtigsten Online-Marketing-Maßnahmen zählen z. B. die eigene Unternehmens-Website, Suchmaschinen-Marketing (SEO & SEA), E-Mail- Marketing und Online-PR sowie auch Social Media Marketing.

Prozesslandkarte:

Die Prozesslandkarte ist ein Begriff aus dem Qualitätsmanagement. Die Prozesslandkarte ist eine Möglichkeit, die Ablauforganisation eines Unternehmens darzustellen. Bei der Erstellung wird zunächst die Wertschöpfungskette aufgezeigt. D.h., die Aktivitäten, die direkt an der Kundschaft stattfinden, werden dargestellt. In der Regel müssen weitere Aufgaben erledigt werden, um die Tätigkeiten an der Kundschaft ausführen zu können. Diese werden eingeteilt in Aufgaben, die durch die Führungsebene erledigt werden (= Führungsprozess) und alle anderen wie Mitarbeitende, Subunternehmer (= Unterstützungsprozesse). Über diesen Ablauf wird die horizontale Organisation eines Unternehmens dargestellt.

Performance-Marketing:

Performance-Marketing bezeichnet eine datenorientierte Strategie im Kontext von digitalem Marketing, die Ergebnisse der Marketing-Maßnahmen quantifizierbar macht. Der Fokus liegt dabei auf messbaren Interaktionen mit den Zielgruppen einer Kampagne, so genannte Key Performance Indicators (KPI), an denen sämtliche Marketing-Maßnahmen ausgerichtet werden. Beispiele hierfür sind Klickrate, Conversion Rate oder Impressionen. Performance Marketing verfolgt das Ziel, maximal effiziente Marketing-Maßnahmen zu erstellen, mit unterschiedlichen Kommunikationsmitteln, die zudem unabhängig voneinander gemessen werden können. Die Kosten von Werbemaßnahmen werden anhand des Erfolgs einer Kampagne skaliert, der z. B. an Verkäufen, Leads oder Klicks bemessen wird.

Qualitätsmanagement (QM):

Unter diesem Begriff ist das Management der (mindestens gleichbleibenden und regelmäßigen) Qualität einer Dienstleistung bzw. eines Produkts eines Unternehmens zu verstehen. Es gibt Rahmen für ein Qualitätsmanagement wie zum Beispiel die DIN EN ISO 9000ff. Diese gibt ein System vor, nachdem das Qualitätsmanagement aufgebaut, gepflegt und verbessert werden kann. Über die Inhalte, zum Beispiel die Unternehmenspolitik, die Kennzahlen, Bewertungssysteme für Lieferanten und Korrektur- und Verbesserungsmaßnahmen, mit denen das Qualitätsmanagementsystem (QMS) gefüllt wird, entscheidet das Unternehmen selbst. Mit dem QMS unterliegt die Organisation einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess nach dem P-D-C-A-Zyklus (Plan, Do, Check, Act).

Qualified Leads:

Ein qualifizierter Lead (Qualified Lead) ist ein Datensatz potenziell Kaufinteressierter, die aus Unternehmenssicht bestimmte Mindestkriterien erfüllen und sich dadurch als potenzielle Kund*innen 'qualifizieren'. Erfüllt ein Datensatz, stellvertretend für die Person, die Mindestkriterien nicht, dann ist der Datensatz disqualifiziert und damit aus dem Rennen und aktuell nicht weiter interessant. Typische Qualifizierungskriterien sind Branchenzugehörigkeit, Anzahl der Mitarbeiter*innen im Unternehmen, Budgetverantwortung, akuter Problemdruck oder lokale Ansiedlung. Teilweise können sich Leads durch das Ausfüllen von Formularen und Herunterladen bestimmter Informationen bereits selbst qualifzieren oder disqualifizieren und werden dementsprechend nicht weiter berücksichtigt.

Relaunch:

Ein Relaunch im Marketing ist ein Neustart eines bereits am Markt befindlichen Produkts, Services oder Instruments. Wird ein etabliertes Produkt mit einem neuen Set aus Werbekampagnen erneut beworben und kommuniziert, spricht man von einem Produkt-Relaunch. Das Produkt selbst kann dabei unverändert bleiben oder angepasst werden. Beim Relaunch einer Webseite werden grundlegende Anpassungen und Veränderungen vorgenommen, die über eine regelmäßige Optimierung hinausgehen.

Remarketing:

Eine Person, die durch einen Online-Shop navigiert und beim späteren Besuch eines anderen Portals (z. B. für Reisen) Werbung für Produkte aus dem Online-Shop angezeigt bekommt, erfährt Remarketing. Beim Remarketing, das auch als Retargeting bezeichnet wird, erhalten Leads zu späteren Zeitpunkten und an anderen Aufenthaltsorten erneut Erinnerungen an die zuvor angesehenen Produkte und Leistungen. Diese Erinnerungen wirken als zusätzliche Touchpoints und sollen so die Wahrscheinlichkeit des Kaufs erhöhen. Remarketing kann auf Webseiten oder mittels E-Mails erfolgen.

Stärken & Schwächen:

Jede Person zeichnet sich durch ihre Individualität aus. Damit ist die Persönlichkeit gemeint, die geprägt ist von den Eigenschaften der Person. Für die persönliche Entwicklung und den eigenen Karriereweg wird empfohlen, sich mit der eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzen. D.h., die individuellen Eigenschaften, Fähigkeiten und Fertigkeiten sollten reflektieren werden. Auch kann erörtert werden, wann eine Eigenschaft zu einer Stärke werden kann, z.B. visionäres Denken, und in welchem Kontext diese Eigenschaft ein Schwäche hervorrufen kann, z.B. nicht auf Details achten. Auch kann die Reflexion helfen, um Aufgaben im Team Neigungsbezogen zu verteilen.

Total Cost of Ownership:

Produkte kosten Nutzer*innen zu verschiedenen Zeitpunkten Geld. Die Total Cost of Ownership betrachten alle entstehenden Kosten (Total Cost) über die gesamte Besitzdauer des Produktes (Ownership). Neben den Einmalkosten oder Anschaffungskosten bestehen die Total Cost of Ownership aus regelmäßigen Lizenzzahlungen, Energiekosten und anderen Verbrauchskosten, Wartungs- und Reparaturkosten, Ersatzteilkosten, Entsorgungskosten und sonstigen, mit dem Besitz und der Nutzung des Produktes verbundenen Kosten. Total Cost of Ownership werden typischerweise als Durchschnittswert für eine Produktart (z.B. eine Waschmaschine einer bestimmten Modellserie) kalkuliert, nicht für das einzelne, gekaufte Produkt. Total Cost of Ownership ist also eine kalkulatorische Kostengröße.

Up-Selling:

Up-Selling bezeichnet das gezielte Verkaufen von mehr oder höherwertigen Produkten bzw. Dienstleistungen, als die Käufer*innen ursprünglich im Sinn hatten. Up-Selling unterscheidet sich vom Cross-Selling, bei dem zusätzliche, andersartige Produkte und Services verkauft werden, die möglicherweise inhaltlich gut zusammenpassen. Im Online-Geschäft ist 'Wer dieses Produkt gekauft hat, interessierte sich auch für ...' ein Beispiel für Cross-Selling und 'Speed Boarding für nur 5 € zusätzlich' ein Beispiel für Up-Selling.

Verkäufer*innenmarkt:

Haben die Verkäufer*innen eine stärkere Verhandlungsposition und Marktmacht als die Käufer*innen, so spricht man von einem Verkäufer*innenmarkt. Knappe Güter mit hoher Nachfrage führen regelmäßig zu einem Verkäufer*innenmarkt. Hier haben die Verkäufer*innen die Wahl, welchen Käufer*innen sie Ihre Ware anbieten, und können somit die Kaufkonditionen maßgeblich zu ihren Gunsten beeinflussen. Auch Käufer*innen in einer dringlichen Nachfragesituation befördern Verkäufer*innenmärkte, da mit verstreichender Zeit das "Bedürfnis" der Käufer*innen wächst und damit deren Bereitschaft, Preise und Bedinungen der Verkäufer*innen zu akzeptieren.

Word-of-Mouth-Marketing:

Word-of-Mouth-Marketing ist eine Marketingform, die Mundpropaganda oder Mund-zu-Mund-Propaganda für die Verbreitung von Informationen oder Empfehlungen durch mündliche Weitergabe im persönlichen Gespräch („von Mund zu Mund“) nutzt. Word-of-Mouth-Marketing ist also eine Form von Empfehlungs-Marketing. Bei Word-of-Mouth-Marketing (kurz WOMM) geht es nicht nur um die Verbreitung von Empfehlungen, sondern generell um die Verbreitung von unternehmensrelevanten Informationen. Es ist der Überbegriff für verschiedene Online Marketing-Methoden, die das Ziel der Stimulierung von Mund-zu-Mund-Propaganda im Internet haben. Aus der Online-Mundpropaganda kann aber durchaus Offline-Mundpropaganda mit zunehmender Ausbreitung entstehen. Viral Marketing kann man hierbei als Mittel zur Stimulation von WOM-Marketing definieren.

XML Sitemap:

Internetseiten sind Informationsstrukturen mit vielfacher, interner Referenzierung und Vernetzung. Eine Sitemap ist eine meist baumförmige Strukturdarstellung, die Suchmaschinen und menschlichen Besuchern ein besseres Verständnis des Aufbaus einer Internetseite ermöglicht. Um von Suchmaschinen automatisch ausgelesen werden zu können, wird die offene Extensible Markup Language (XML) eingesetzt. Eine XML-Sitemap besteht aus allen einzelnen Webseiten und URLs eines Internetauftritts. Sie wird entweder manuell erstellt oder von gängigen Content Management Systemen oder Plugins automatisch erzeugt.

Yoast SEO:

Yoast SEO ist ein Wordpress-Plugin der niederländischen Firma Yoast BV. Yoast SEO analysiert erstellte Webseiten-Inhalte nach ihrer Tauglichkeit, um in den organischen Suchergebnissen von Suchmaschinen möglichst hoch angezeigt zu werden. Zur Bewertung der Suchmaschinentauglichkeit werden typische, bekannte Paramter überprüft, die Suchmaschinen für das Ranking von Internetseiten heranziehen. Beispiele sind Länge und Lesbarkeit von Inhaltstexten (Content), Suchbegriffpassung, Vollständigkeit und Länge von beschreibenden Elementen (Meta-Content), Verlinkungen und die Verwendung von Duplikaten (Duplicate Content). Die Grundfunktionalitäten von Yoast SEO sind kostenfrei, weitergehende Funktionalitäten müssen bezahlt werden (Freemium).

Zusammenfassung des Businessplans - executive summary:

Für die Zusammenfassung bzw. executive summary eines Businessplans sollte aus jedem Kapitel die Kernaussage extrahiert und in einem Fließtext zusammengefasst werden. Auch der Finanzierungsbedarf inklusive der Anteile des Eigenkapitals und Fremdkapitals und die Prognosen hinsichtlich Umsatz, Rentabilität und Liquidität sollten in der Zusammenfassung berücksichtigt werden. Für freiberufliche Gründungen und kleine Start-ups wird empfohlen, eine A4 Seite zu schreiben. Details finden sich im eigentlich Businessplan wieder, also ab Kapitel 2. Größere Projekte sollten sich auf maximal 2 A4 Seiten begrenzen. Das Business Modell Canvas kann eventuell auch als Zusammenfassung dienen - in Absprache mit der jeweiligen Bank.