Auslandssemester in Italien an der Politecnico di Milano – Bachelor Architektur und Städtebau
Devin studiert an der FHP Architektur und Städtebau (B.A.). Sein Auslandssemester hat er an der Partnerhochschule Politecnico di Milano in Mailand verbracht. Hier berichtet er von seinem Auslandsaufenthalt im Wintersemester 2024/25.
Devins Auslandssemester in Italien
Wieso wolltest du ein Auslandssemester machen?
Ich habe das Auslandssemester gemacht, um erste Einblicke zu gewinnen, wie die Lehre an einer Hochschule oder Universität im Ausland abläuft und wie sie sich von der Lehre in Deutschland bzw. an der FH unterscheidet. Außerdem war es mir sehr wichtig, eine neue Stadt sowie das Leben und die Kultur des jeweiligen Landes kennenzulernen. Darüber hinaus hatte ich große Motivation, verschiedenste Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zu treffen.
Wie hast du dich vorbereitet?
Der Bewerbungsprozess verlief meiner Meinung nach sehr unkompliziert. Ich habe meine Unterlagen fristgerecht an die FH gesendet und nach 8–10 Wochen eine Rückmeldung erhalten, an welcher Hochschule ich angenommen wurde. Dann stand für mich fest: Es geht nach Mailand! Für die Zulassung an der Politecnico musste ich noch ein kleines Portfolio hochladen und mich zusätzlich an der Universität anmelden. Zur Vorbereitung organisierte die Politecnico Online-Seminare, in denen alle wichtigen Informationen erklärt wurden. Außerdem erhielt ich regelmäßig E-Mails, in denen alle relevanten Details nochmals zusammengefasst waren. Ein Visum musste ich nicht beantragen, da ich einen deutschen Pass habe. Das Einzige, was ich erledigen musste, war die Beantragung der italienischen Steuernummer (Codice Fiscale), die beispielsweise für das Metro-Ticket erforderlich ist.
Wie lief die Wohnungssuche?
Ich habe mein WG-Zimmer tatsächlich über WG-Gesucht gefunden. Die Wohnung lag zwischen dem Hauptbahnhof Centrale FS und dem Stadtteil Isola. Mit mir haben zwei weitere deutsche Erasmus-Studierende dort gewohnt. Ich würde empfehlen, die Wohnung – sofern sie nicht über eine verifizierte Plattform gebucht wird – vor dem Einzug persönlich zu besichtigen. In unserer WG war soweit alles in Ordnung. Bevor ich diese WG gefunden habe, habe ich auf verschiedenen Plattformen wie Spotahome oder DoveVivo gesucht. Dort habe ich jedoch leider nichts gefunden, was mich angesprochen hat.
Wie war es, an der Partnerhochschule zu studieren?
Das Semester begann mit einer Einführungswoche, die vom Erasmus Student Network (ESN) organisiert wurde. Es gab täglich verschiedene Aktivitäten – von Picknicks über Partys bis hin zu Stadttouren war alles dabei.Ich habe insgesamt drei Kurse gewählt:Furniture Design: In diesem Kurs analysierten wir ein zugeteiltes Möbelstück und mussten anschließend Veränderungen daran vornehmen. Energy + Form: Hier ging es um die bauphysikalische Analyse moderner Gebäude mithilfe verschiedener Softwareprogramme. Architectural Design Studio: In diesem Kurs sollten wir einen Universitätscampus in Prishtina, Kosovo, entwerfen. Alle drei Kurse endeten mit einer mündlichen Präsentation als Prüfungsleistung. Anders als in Potsdam gibt es an der Politecnico von Anfang an zwei Prüfungstermine, sodass man nach der ersten Prüfung seine Note beim zweiten Termin theoretisch noch verbessern kann. Zur Arbeit an der Politecnico: Es gibt keine festen Studios, sodass man sich täglich einen neuen Arbeitsplatz suchen muss – was manchmal dazu führen kann, dass man keinen Platz findet. Allerdings ist die Universität rund um die Uhr geöffnet.
Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten? Welche Freizeit- und Sportangebote hast du genutzt?
Der Alltag kann in manchen Bereichen günstiger sein als in Deutschland – zum Beispiel beim Einkaufen, bei Second-Hand-Kleidung oder vor allem bei Kaffee und Pizza. Ich war abends oft in verschiedenen Bars unterwegs, hauptsächlich in Porta Venezia oder Isola. Dort gibt es wirklich viele schöne Orte, an denen man auch günstig Getränke bekommt. Abgesehen davon gibt es in Mailand auch ein großes Angebot an echt guten Museen, von denen manche für Architektur- und Design-Studierende kostenlos waren. Da das Studium an der Politecnico ziemlich intensiv war, habe ich einen großen Teil meiner Freizeit in der Uni verbracht. Oft haben wir uns auch bei jemandem zu Hause zum gemeinsamen Arbeiten und Kochen getroffen.
Fazit und Tipps
Die gesamte Erasmus-Erfahrung ist auf jeden Fall etwas, das sich lohnt. Man lernt in einer völlig neuen Stadt viele Menschen kennen und entdeckt gleichzeitig die Umgebung. Es ist eine unglaublich intensive Zeit, in der man viele neue Kontakte knüpft und schnell enge Freundschaften aufbaut. Es hilft definitiv, Italienisch zu sprechen, aber es ist absolut nicht notwendig, um sich in der Stadt zurechtzufinden. Man lernt das Nötige ziemlich schnell, und mit Englisch kommt man ohnehin sehr weit. Ich würde empfehlen, eine gute Balance zwischen dem Leben außerhalb der Uni und dem Studium zu finden. Außerdem: Fahrt auch mal raus aus Mailand! Es gibt viele schöne Städte, die nur eine einstündige Zugfahrt entfernt liegen.