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Was macht eigentlich ...? News unserer Gründer*innen

Gründerin tanzt mit blauem Fünfeck im Vordergrund

Wir fragen nach, wie es unseren ehemaligen Schützlingen, Gründer*innen-Alumnae und -Alumni oder FHPreneur*innen geht, was sie bewegt und in welche Richtung ihr Business gerade steuert.

Updates der FHPreneur*innen

Frau Caze: hinter dem Label agiert seit 2016 die Produktdesignerin Carolin Zeyher. Soloselbstständig ist Caro jedoch schon seit Abschluss ihres Designstudiums 2012. Konkrete Pläne gab es damals nicht, dafür eine entspannte Einstellung: "Ich schaue einfach mal, was man ohne Geld und ohne Namen erreichen kann."
Inspirieren lässt sich die freie Interieur-Designerin von mehreren Auslandsaufenthalten, Praktika und ihrem Leben in Berlins Kreativszene. Ihr erstes Möbelstück, das Sofa Natú, entwirft Caro noch während ihres Studiums, wenige Jahre später stellt sie zum ersten Mal auf der internationalen Designmesse Salone del Mobile in Mailand aus.
 
Reduziertes schafft Klarheit
 
Die wohl größte Quelle ihrer Inspiration ist ihre Freiheit: "Ich habe immer spontan Entschlüsse gefasst – je nachdem, was sich gerade anbot und was ich mir leisten konnte." Das bedeutet jedoch nicht, dass intuitive Entscheidungen nicht auch zu dauerhaften (Geschäfts-)Beziehungen werden können: Mit der Tischlerei Mohr aus dem Bregenzerwald arbeitet Frau Caze seit 2016 zusammen – gleiches gilt für viele andere ihres Netzwerks. Nachhaltigkeit spielt auch bei ihren Entwürfen eine große Rolle – mittlerweile hat sie ein beachtliches Portfolio an nachhaltigen Möbelstücken aus Holz und Textilien aus recycelten Materialien – allesamt schlicht, stilvoll und vor allem praktisch. Die Designerin selbst bevorzugt eine einfache, authentische Lebensweise und fertigt nur Sachen an, die sie selbst in ihrem Zuhause benutzt.
 
"Ich bleibe dran und schaue weiter, was in meinem Drehbuch passiert – wo die Zukunft Frau Caze hinbringen wird"
 
Selbstverständlich gibt es auch für die unabhängigste Designerin ein paar Verpflichtungen, die Zeit fressen und Geld kosten, dazu gehören die Punkte Buchhaltung, Kalkulation, Vermarktung, Lagerfläche, Transport und Co. Entmutigen lässt sich Frau Caze davon jedoch nicht und auch wir sagen, weiter so und alles Gute.

Die Grafikerin und Illustratorin Johanna Mellenthin hat ihrem Solounternehmen einen eigenen kreativen Namen gegeben: studjo-hanna – eine Kombination aus "Studio", ihrem Namen "Johanna" und Spitznamen "Hanna". Ein wichtiger Schritt, der verdeutlicht, dass sich die Kommunikationsdesign-Absolventin für eine 100%ige Selbstständigkeit entschieden hat. Bereits 2018 machte Johanna sich mithilfe des Gründungsservice selbstständig. Was als "Nebenjob" während des Studiums gedacht war, entwickelte sich zu einer erfüllenden beruflichen Perspektive:

Das liegt vor allem daran, dass ich es toll finde, die Freiheit zu haben, zu arbeiten, wann ich möchte und selbst entscheiden zu können, wie und für wen ich arbeite.

Neuer Name und neue Räume für authentische Projekte

"Sicherheits-Bedenken", die viele Talente davon abhalten, sich hauptberuflich selbstständig zu machen, gab es bei Johanna dank ihrer (Folge-)Aufträge während und nach ihrer Ausbildung nicht. Die Gründerin fokussiert sich immer mehr auf sozial wertvolle und ökologisch nachhaltige Unternehmen und Projekte wie "The Female Company" oder "Viva con Agua":

Mir ist es wichtig, hinter den Unternehmen und den Projekten stehen zu können, für die ich arbeite.

So auch bei einem ihrer letzten Projekte für den Bio-Hanfsamendrink "hemi", dessen Corporate Design und Packaging Design von Johanna entworfen wurde.

Nicht nur der Name studjo-hanna ist neu, auch wünscht sich die Wahl-Potsdamerin ein gemeinsames Büro mit Freund*innen und Kolleg*innen. Tipps gerne direkt an hey@studjo-hanna.de.
 
Wir wünschen viel Erfolg bei der Suche.

Nicht nur Gründer*innen wissen, wie wichtig Networking ist. Oft sind es gerade die zufälligen Begegnungen, die sich als lebensverändernd herausstellen. Egal ob auf beruflichen Events oder im privaten Rahmen: der Austausch von Kontaktdaten wird oft vergessen bzw. vernachlässigt oder man hat die Visitenkarte schlichtweg nicht dabei, insofern man überhaupt eine besitzt.

Businesspass für nachhaltiges Networking

Um diese Hindernisse zu überwinden und flüchtige Treffen in dauerhafte Beziehungen zu verwandeln, haben die Gründer Donatus Wolf und Phillip Trenz den "Businesspass", eine digitale Visitenkarte, entwickelt. Wir erinnern uns an die nutzerfreundliche Webapp COVID Pass, die 2021 von dem Interfacedesigner Donatus und seinem Kollegen gelauncht wurde. Wie auch das Open Source Projekt COVID Pass überzeugt der "Businesspass" mit unkomplizierter Handhabe:
"Wir möchten den Menschen helfen, sich zu verbinden und in Kontakt zu bleiben, indem sie das bequemste Teilen nutzen, das wir uns vorstellen können: Scannen Sie einfach einen QR-Code und Ihr Kollege hat Ihre Kontaktdaten direkt in seinem Telefon."

Ähnlich wie bei einer analogen Visitenkarte können Farbe und Logo individuell angepasst werden. Weitere Individualisierungsmöglichkeiten befinden sich in der Entwicklung. Eine großartige Idee, die den Arbeitsalltag ein Stück mehr vereinfacht.

Mehr Infos unter passit.one/

Es gibt Gründungsgeschichten, die sind einfach bemerkenswert. Nils Fischer hat so eine Story vorzuweisen. Er studierte Produktdesign an der Fachhochschule Potsdam und am DesignCentre der Swinbourne University of Technology in Melbourne. Nach seinem Abschluss als Diplom Designer 2010 folgten unterschiedliche, internationale berufliche Stationen und Projekte  sowohl als Freiberufler als auch als Angestellter.

Innovationen, die sich auszahlen

2013 entwickelte er den NICEDICE, wofür er und sein Projektteam das EXIST-Gründerstipendium erhielten. Die drei sind bis heute erfolgreich mit ihrer Firma Studio AFS – Büro für Entwicklung und Gestaltung. Für den NICEDICE – ein Tool mit dem sich Film- und Foto-Equipment wie Kamera, Mikrophone, Licht und Co. transportabel und arbeitswirksam miteinander verbinden lässt – wurden Nils Fischer zahlreiche Design- und Film-Preise verliehen, wie der Innovationspreis Brandenburg (2013) oder der German Design Award (2015). Mittlerweile hat sich das Gründungsprojekt stetig weiterentwickelt, neue Produkte sind hinzugekommen, die zwar weiterhin in Deutschland hergestellt, jedoch mittlerweile auch von weltweiten Händlern vertrieben werden.

Fürs Gründen gemacht ...

Doch nicht immer ist alles so leicht, wie es sich gerade liest: Für Nils Fischer ist die Selbstständigkeit der richtige Weg und er rät jedem dazu. Gründer*innen sollte aber auch bewusst sein, dass stets das Risiko besteht, auch mal etwas weniger oder gar nichts zu verdienen, gibt er zu bedenken. Wer sich jedoch davon und von der teilweise gründungsunfreundlichen Verwaltungs- und Steuerrechtkultur in Deutschland nicht abschrecken lässt, macht es wie Nils Fischer und gründet gleich zweifach: Seit 2016 begeistert sein Design und Grafik-Studio Nils Fischer verschiedene Kund*innen wie element 13 oder den Zentralrat der Juden Deutschland und entwickelt neue Erfolgsbrands. Auch für diese Arbeiten wurde er vielfach ausgezeichnet. Wir wünschen Nils weiterhin viel Erfolg.

Die Potsdamerin Susanne Laser hat als Kommunikationsdesignerin einen eher untypischen Gründungsweg gewählt: 2017 publizierte sie mittels Crowdfunding ihre damalige Master-Abschlussarbeit "Kein Hawaii – Pilgern im Havelland". Das Buch überzeugt nicht nur durch seinen Anspruch, ein Reiseführer zu sein, der keiner ist: Die Leser*innen erwartet ein ästhetisches Zusammenspiel aus Prosa, Lyrik, Philosophie aber auch Illustration und Fotografie über den Brandenburger Jakobsweg, den die Autorin entlanggepilgert ist.

Die Genderperformance unserer Gesellschaft auf dem Prüfstand

Seit Kurzem verfolgt die Gründerin ein neues Podcast-Projekt: VERBITTERT TALENTLOS. Gemeinsam mit einer queeren Kollegin diskutiert sie darin bewusste oder unbewusste Rollenmuster, Geschlechtergrenzen, Familienmodelle, Anpassungsdruck, unterschiedliche Feminismus-Begriffe und diverse Lebensmodelle an der Schnittstelle zwischen privatem und öffentlichem Leben.

"Wir sind das unrasierte Bein unter den Podcasts"

Das Projekt entstand aus dem Bedürfnis heraus, den Frauen und Müttern – ihren Erfahrungen der Benachteiligung und der Unvereinbarkeit in puncto Selbstverwirklichung – eine Stimme zu geben. Gerade unter Corona hat sich die Diskussion um die gesellschaftlich-politische Stellung von Frauen und Familien erneut verschärft, bewegt hat sich jedoch nichts. Seit September 2021 gibt es jeden zweiten Freitag eine neue Folge: verbittert-talentlos.letscast.fm/

"Der Mental Load ist nach wie vor da, Was nützt es uns, wenn wir *innen sagen, um am Ende doch ausgelaugt zu sein?"

Ihr Instagram-Kanal @verbitterttalentlos ergänzt den Podcast durch feministische Begriffserklärungen wie Mental Load, Male Gaze usw. und diskutiert unter der Rubrik TALENTLOS die Erwartungen unserer Gesellschaft an Mütterlichkeit und vermeintlich angeborene weibliche Tugenden.

Die Rubrik BULLSHIT HITS – also sexistisch-stereotype Darstellungen von Frauen in der Werbung, auf Stock-Bildern und Co. – stigmatisiert und entromantisiert Frauenklischees. Ebenso die Reihe DAS DILEMMA DER WOCHE, in dem öffentliche Medienproduzent*innen sexistischer Aussagen (in Podcasts, Fernsehen und Presse) angeschrieben und zur Stellungnahme aufgefordert werden.

Eine Bücherliste mit feministischer Literatur und deren Rezensionen rundet das Profil von VERBITTERT TALENTLOS ab. Zumindest vorerst. Denn geplant sind ein Onlineshop mit queer-gendersensiblen Sortiment, Ausstellungen, interessanten Gäst*innen für den Podcast sowie das im März startende Satireformat PRACHT & LENZ. Generell hält sich das Projekt Erweiterungen für die Zukunft offen. Wir dürfen gespannt sein und hören/schauen rein.

Bewusst leben ist ein Thema, was zu Recht in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat und mittlerweile gar nicht mehr wegzudenken ist aus dem Alltag – beruflich wie privat. Unsere Gründerin Annemarie Rasche hat ihr Interesse an Achtsamkeit, Körperbewusstsein und Yoga zum Beruf gemacht: Sie studiert "Frühkindliche Bildungsforschung" an der FH mit Fokus auf Achtsamkeit und sozial-emotionalem Lernen, woraus letztlich eine wissenschaftliche Begleitforschung entstehen soll. Neben dem Forschungsvorhaben geht Annemarie ihrer anderen Leidenschaft, dem Yoga, nach: Seit sie die philosophische Lehre 2012 bei einem Work and Travel Aufenthalt in Kanada kennen und lieben gelernt hat, ist Yoga zu einem unverzichtbaren Bestandteil ihres Lebens geworden. Sie macht eine Yogalehrausbildung und rundet ihre Kenntnisse durch eine Ausbildung in Spiraldynamik – einer besonderen Bewegungslehre – und zur Achtsamkeitstrainerin ab: "Besonders während der vergangenen von Corona geprägten Monate hat mir die Achtsamkeits- und Yogapraxis viel innere Sicherheit, Halt und Entspannung geschenkt", so die Soloselbstständige. Diesen Halt und diese Sicherheit in sich selbst zu finden und den Spruch "In der Ruhe liegt die Kraft" nicht nur als eine Floskel, sondern als wahre Lebenseinstellung zu verstehen, darum geht es auch in ihren Kursen.

Momentan feilt die Masterstudentin an einer Gründungsidee, die ihre Leidenschaft für Achtsamkeit und ihr wissenschaftliches Interesse miteinander verbindet: Unter dem Motto "Raum für Körper & Bewusstsein" soll ein Angebot zur Erforschung und Förderung der Körperwahrnehmung und des eigenen Selbst entstehen. Dazu gehören Einzelstunden in Körperarbeit, Entspannungsauszeiten, Fortbildungen für Pädagog*innen sowie Yoga- und Achtsamkeitskurse.

Ab Januar 2022 soll dazu zunächst ein Online-Kurs starten: "Achtsamkeit und Yoga nach den Prinzipien der Spiraldynamik". Ebenfalls im neuen Jahr soll die geplante Website Amiera.de online gehen, wo weitere Informationen zu Annemaries Angeboten zu finden sind und eine direkte Buchung der Kurse möglich sein wird. Wer sich schon vorher informieren möchte oder Interesse an einer Kursteilnahme hat, kann sich jederzeit unter Amiera@posteo.de melden.

Den Architektur- und Produktdesign-Absolventen Christian Metzner zeichnet ein bewegtes und zielstrebiges Ausbildungs- bzw. Berufsleben aus: Bereits während des Studiums an der FHP arbeitete er für das Münchner Designer-Ehepaar Saskia und Stefan Diez. Als er 2012 seine Diplomarbeit in Kooperation mit der Firma Bree verfasste, holte ihn Philipp Bree anschließend ins Designteam des neuen Taschenlabels PB0110. Dem Wunsch, seine Kenntnisse im Bereich Modeaccessoires und Taschen zu vertiefen, ging Christian mit einem Aufbaustudium der Bekleidungstechnik an der HTW in Berlin nach.

Seine tiefe Leidenschaft gilt jedoch dem Material Glas, welches schon seit dem Studium bei dem Professor für Industriedesign, Hermann August Weizenegger, eine Faszination auf ihn ausübt. Noch während des Studiums machte sich der Jungdesigner mit Hilfe des Gründungsservice selbstständig und brachte erste Produkte aus Glas auf den Markt. Seine Liebe zu dem fragilen, transparenten und gleichzeitig ausdrucksstarken Material wirkt sich mit Erfolg auf die hochwertige Produktlinie aus, die mittlerweile in mehreren Ländern weltweit erhältlich ist. Auf seiner Website findet man dezente und fantasievolle Glaskreationen wie Gläser, Karaffen, Vasen, Strohhalme, Dekorationsobjekte und ausgefallenen Schmuck aus Borosilikatglas – ein besonders festes und temperaturbeständiges Glas – sowie Taschen bzw. Geldbörsen aus Echtleder. Die Herstellung der Produkte erfolgt seit nunmehr 12 Jahren in einer tschechischen Manufaktur, die aufgrund der moderaten Entfernung zu Berlin einen stetigen persönlichen Austausch gewährleistet. Die dort produzierten Glasprodukte werden anschließend vom Schöpfer persönlich in Berlin kontrolliert, verpackt und versendet.

Neues Gründungsprojekt mit alten Schätzen

Durch den plötzlichen Lockdown im vergangenen Jahr erging es Christian Metzner wie so vielen und er musste auf einen Großteil seiner Vertriebswege und Einnahmen verzichten. Der kreative Kopf nutzte die unfreiwillig gewonnene Zeit für neue Projektideen. Aus der Not heraus verkaufte er schweren Herzens seine persönliche Liebhabersammlung von Designprodukten aus der ehemaligen DDR bei Ebay. Die Nachfrage war ungeahnt groß und so wuchs schnell eine neue Gründungsidee und gleichzeitig der Wunsch, diesen geschichtsträchtigen Kreationen eine würdige Bühne zu geben. Bei einem Ebay-Shop soll es nicht bleiben  das Label mit dem passenden und vielsagenden Namen pressecafeberlin entsteht:

"Mir geht es aber vor allem um die Nennung der fast vergessenen Namen der Gestalter*innen. Ich möchte den Produkten ein würdevolles Umfeld schaffen und keine "Ostalgie" betreiben. Ich stelle mir ein umfangreiches Werkverzeichnis vor, in dem der Betrachter stöbern, entdecken und natürlich das eine oder andere Objekt aus der damaligen Zeit erwerben kann."

Ein eigener Webshop ist in Planung, wer schon mehr sehen möchte zum Projekt pressecafeberlin, kann dem Instagram-Kanal folgen: www.instagram.com/pressecafeberlin/

Der Produktdesigner Franz Dietrich blickt bereits auf eine Selbstständigkeit von 10 Jahren zurück. Diese Zeit ist geprägt von vielen Etappen und verschiedensten Kooperationspartnern. Wie er selbst sagt, ist ihm die industrielle Forschung genauso wichtig wie der Wissenstransfer in Kultur und Gesellschaft – und all das am liebsten in Teamarbeit. So gründet er zunächst gemeinsam mit einem Freund eine eigene Möbelmarke. Parallel dazu beginnt er an der FHP als Werkstattleiter für digitale Werkzeuge zu arbeiten und schließt sein Masterstudium ab. Im Anschluss startet die Zusammenarbeit mit der Textilmaschinenfabrik Stoll. Die Entwicklung von 3D-Gestricken ist Franz Thema in der Masterarbeit: Er entwickelt ein mögliches Lösungskonzept, welches von Stoll patentiert und stetig weiterentwickelt wird.

Der Fachhochschule Potsdam ist Franz stets verbunden geblieben und mittlerweile in der Lehre tätig, wo er Studierende in digitaler Werkzeugentwicklung unterrichtet. Gemeinsam mit Freund und Kollegen Sebastian Voigt treibt er seit September die Entwicklung eines neuen webbasierten Lernmodels für digitale Werkzeuge im Studiengang Produktdesign voran. Das Vorhaben wird durch den Innovationsfonds der Fachhochschule Potsdam gefördert und vom Mentor Prof. Jörg Hundertpfund unterstützt.

Darüber hinaus ist er Mitinitiator des aktuellen "Pionierprojekts Mikrofaktur" in der Vulkanfiberfabrik Werder. Gemeinsam mit Sebastian Voigt – Gründer des Unternehmens Design + Robotics – soll dem Thema "Vergangenheit und Zukunft einer Industriekultur" nachgegangen werden. Noch bis zum 18.12.2021 wird in den Industriehallen der ehemaligen Vulkanfieberfabrik mittels Ausstellung, Netzwerkveranstaltungen und Workshops das Konzept einer regionalen High-Tech-Mikrofaktur erlebbar dargestellt.

Die gebürtige Italienerin Marta Carlesso alias Marta Karta studierte Produktdesign mit Spezialisierung auf Produkt Design an der FHP. Im Jahr 2017 war sie Mitgründerin und Gestalterin der Initiative "Haus Brandenburg", die Designstudierende der Fachhochschule mit Handwerksbetrieben und Manufakturen aus Brandenburg zusammenbrachte, um gemeinsam besonders hochwertige, optisch ansprechende und zugleich marktfähige Produkte zu kreieren. Zum ersten Mal selbstständig machte sich Marta noch während des Studiums als Musikerin und Gestalterin mit Schwerpunkt auf Inszenierung.

Schon früh zeigt sich die Vielschichtigkeit von Marta Karta als Künstlerin. Neben dem Design tritt sie als Geigerin und Sängerin in mehreren Bands unterschiedlicher Musikgenres auf, schlüpft dabei auch optisch in verschiedene Rollen. Als Solokünstlerin ist das Zusammenspiel von Musik, Performance und Ästhetik ihre große Leidenschaft.

2019 beginnt sie, Kostüme und Bühnenbilder zu entwerfen: "costumedesign is that sweet baby born from product design and showbusiness", schreibt sie in einem ihrer Instagram-Beiträge. Mittlerweile hat sie sich spezialisiert auf die Herstellung von Burlesque-Kostümen, gibt in Kooperation mit dem Tanzstudio Schönheitstanz Berlin "Costume Making Workshops". Das gelungene Videoportrait von Filmemacherin Johanna Pohland in der Gründer*innengalerie.

Allein schon aus der Vita von Valentin José Kammel erschließt sich die Leidenschaft für den nachhaltigen Rohstoff Holz: Er ist gelernter Tischler, Holzbildhauer und Drechsler; arbeitet viele Jahre in einer Berliner Werkstatt für Holzrestaurierung. Und weil er wirklich alle Facetten des wiederaufbereitenden Arbeitens mit Holz verstehen wollte, absolvierte er schließlich ein Bachelor- und Masterstudium an der FHP als Holzrestaurator. 2018 machte er sich mit Hilfe des FHP Gründungsservice selbstständig und übernahm die Firma, in der er zuvor seit 15 Jahren angestellt war. So entstand schließlich Calderón – ein Unternehmen, welches das traditionelle Holz-Handwerk in die Zukunft überführt: Zum Portfolio gehören nicht nur klassische Restaurierungs- und Holzbildhauereiarbeiten, auch bietet Calderón individuelle Produktanfertigungen nach persönlicher Absprache an. Was war das bisher aufregendste Projekt?

"Das war eine Bibliothek in historischem Stil, ausgestattet mit neuester Technik, in traditionellem Handwerk gefertigt, die jetzt einen ganzen Konferenzraum in einem Londoner Firmensitz schmückt. Dabei setzen beleuchtete Regal-Bretter die Buchrücken in Szene, die von feinstem Nussbaum-Furnier und handgeschnitzten und vergoldeten Kapitellen gerahmt werden. Auch eine klimatisierte Vitrine nach Museumsstandards für einen Altägyptischen Sarkophag haben wir integriert. Wir bieten ebenso Rekonstruktionen von Möbeln, Skulpturen usw. an. Zuletzt die Rekonstruktion einer abgebrannten Emporenbrüstung (2,40 x 1,40 m) für die Maria-Magdalenen-Kirche in Eberswalde, für die ich klassisches Tischlerhandwerk, Schnitzkunst und Drechslerei kombinieren musste."

Hochwertige Holzarbeit ist sehr gefragt, dennoch möchte der Gründer seinen eigenen Werten weiterhin treu bleiben und sich seine Aufträge selbst aussuchen können, wie er unter anderem im Videoporträt erzählt.

Das Gründerteam um Tetrapix-Inhaber*in Marie-Luise Schade und Bastian Brabec bietet ungewöhnliche aber sehr effektive Workshopkonzepte für Kinder. Dabei bauen und programmieren die Jüngsten Bildschirme aus recycelten Tetrapacks und Lichterketten. Was in den vergangenen 5 Jahren seit der Gründung 2016 und der Auszeichnung mit dem Code Week Award für die Idee "TetraTetris" geschehen ist, erzählt das mittlerweile gewachsene Team am besten selbst:

"Wir waren deutschlandweit an verschiedenen Schulen, Initiativen, Orten und in Projekten tätig und haben vor allem unser Netzwerk stetig und kontinuierlich ausgebaut. Wir geben und konzipieren mittlerweile kleine bis große Ferienworkshops und -camps, sind beim GirlsDay aktiv, geben Fortbildungen für Lehrkräfte, halten Vorträge und Impulse zum Thema Digitale Bildung auf Messen und Fachtagen, entwickeln Informatik Zusatzcurricula (Hopp Foundation BaWü) oder konzipieren zu unserem Standart-Pixel-Programm für verschiedenste Auftraggeber*innen Workshops Bereich BNE, Umweltthemen u. v. m. (bspw. Klimaarena in Sinsheim oder Berlinische Bibliotheken). Auf Instagram und unserer Website kann verfolgt werden, was wir so machen. Wir freuen uns auf Anfragen und neue Kooperationen."

Tetrapix bietet übrigens nicht nur Workshops für Schüler*innen ab 4 Jahren an sowie Inputs für Lehrende, sondern auch die dazugehörige Software, Anleitungen und bestellbare TetraKits.

"Beste Werkzeuge für Alle!" Das ist und bleibt das Motto des erfolgreichen Unternehmens Toolbot. Das Projekt rund um Gründer Jan Gerlach wurde im Dezember 2020 von der Seite deutsche-startups.de unter die 7 interessantesten Startups gewählt. Mittlerweile vermietet Toolbot an 3 Automaten-Stationen in Berlin hochwertiges Profiwerkzeug von beispielsweise Bosch oder Hilti an Hobbyhandwerker – ohne lästige Kaution, Formulare und hohe Kosten. Gemietet wird per App, bezahlt via Kreditkarte oder PayPal. Im Herbst 2020 hat das 5-köpfige Team sein Headquarter in der Cottbusser Innenstadt bezogen. Bisher finden sich die Leihstationen in Geschäften wie Berliner Spätis. Zukünftig soll es auch automatisierte Stationen im jederzeit zugänglichen Raum geben, wie etwa im Cottbusser Bahnhof.

Feedback zum Gründen an der Fachhochschule Potsdam

„Alle Menschen sollten Gründen.“ (Maike Panz)

Wir haben unsere Gründer*innen befragt, was sie mit dem Gründungsservice verbinden und wie es ist, sich an der FHP selbstständig zu machen.

Dabei wird deutlich, wie wichtig Networking und persönliche Ansprechpartner*innen für Neugründer*innen sind und dass die Fachhochschule dahingehend tolle Voraussetzungen bietet, um eine Selbstständigkeit als Karriereoption in Betracht zu ziehen.

Video bei Vimeo