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Pressemitteilung

Landeslehrpreis für Dr. Katrin von Kap-herr gemeinsam mit Dr. Alexander Scheidt

Auszeichnungen

Zum 10. Mal wurde in Potsdam der Brandenburgische Landeslehrpreis an herausragende Lehrprojekte verliehen. Dr. Katrin von Kap-herr erhielt den Preis gemeinsam mit Dr. Alexander Scheidt für das Seminar „… but you are a robot, aren’t you? – Künstliche Intelligenz in Theorie und Praxis“, einem Interflex-Seminar aus dem Sommersemester 2022. Der Preis ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert.

Unter dem Motto „Soziales Miteinander beim Lehren und Lernen“ zeichnete Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr. Manja Schüle während der Festveranstaltung das Engagement von Lehrenden aus, deren Lehrkonzept in besonderer Art und Weise darauf abzielten, ein soziales Miteinander bei der Vermittlung und Festigung von Lehr-, Lern- und Prüfungsinhalten zu fördern.

Das prämierte Format „… but you are a robot, aren’t you?“ nahm nicht nur thematisch, sondern auch in der praktischen Herangehensweise, das Miteinander in den Fokus. Da in der Pandemie soziale Begegnungen und interdisziplinärer Austausch zu kurz kamen, war die zentrale Idee des Seminars die soziale Vernetzung untereinander. Studierende, externe Gäste sowie Dozierende tauschten sich nicht nur fächerübergreifend aus und vernetzten sich, sondern teilten auch Inspiration und Wissen miteinander.

Prof. Dr. Tobias Schröder, Vizepräsident für Studium und Lehre der FH Potsdam und Forschungsprofessor für nachhaltige urbane Entwicklungsstrategien, betonte die Relevanz des Preises und der Lehre: „Der Landeslehrpreis würdigt nicht nur das besondere Engagement unserer Lehrenden, sondern macht auch ihre beispielgebende Lehre sichtbar. Ich gratuliere Katrin von Kap-herr und Alexander Scheidt zu ihrem ausgezeichneten Lehrkonzept. Beachtenswert ist ihr erfolgreicher Ansatz, die Herausforderungen der Pandemie aufzugreifen und mit interdisziplinären Projektgruppen lebendige Begegnungsräume in der Lehre zu schaffen. Für uns als Hochschule ist gute Lehre entscheidend für ein erfolgreiches Studium und damit die beste Investition in unsere Zukunft.“

Zum Lehrkonzept

Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ist für viele eine Black Box. Ziel des Seminars war es, gemeinsam die Geheimnisse der Black Box zu lüften, herauszufinden, was KI kann und die Zusammenarbeit über die Disziplingrenzen in der Präsenzlehre hinweg zu befördern.
Dabei ging es stets um ein soziales Miteinander auf Augenhöhe, klassische Dichotomien wie Dozent*in/Student*in oder Expert*in/Laie wurden abgeschwächt bzw. umgekehrt.
Workshops mit externen Gästen zu Expertise-Bereichen wie Design, Informatik, Industrie, Kunst, Ethik und Journalismus ermöglichten zudem den direkten Austausch mit externen KI-Praktiker*innen, um Grundbegriffe aktueller KI-Forschung (wie Deep Learning, Explainable AI) zu reflektieren, zu verstehen und in Beziehung zu eigenen Fragen und Fachinteressen zu setzen.
Lernziel war es, technisches, ethisches und fachspezifisches Grundlagenwissen zu KI zu entwickeln, um im eigenen Arbeitsfeld Anknüpfungspunkte für kooperative und interdisziplinäre KI-Projekte zu identifizieren.
Durch soziale Interaktionsformate wurden kreative und kommunikativ offene Räume geschaffen sowie frühzeitig interdisziplinäre Lern- und Projektgruppen gebildet, die zu selbst gewählten Themen recherchierten und gemeinsame Forschungsinteressen formulierten. Durch den Fokus auf individuelle Interessen, fachspezifisches Wissen und offene Kommunikationsräume wurde sichergestellt, dass die Studierenden sich thematisch mitgenommen fühlten und Selbstwirksamkeit erfuhren. Vor allem nach der langen Pandemiezeit erlebten die Studierenden dieses Format als sozial enorm bereichernd und „horizonterweiternd“.


Zu den Personen

Dr. Katrin von Kap-herr ist Kultur- und Medienwissenschaftlerin. Nach Berufserfahrungen im Bereich Film- und Fernsehproduktion, Filmfestivals und Ausstellungen arbeitet sie seit 2003 als akademische Mitarbeiterin im Studiengang Europäische Medienwissenschaft, einem Kooperationsprojekt der Universität Potsdam und der Fachhochschule Potsdam. Seit 2019 ist sie zudem in einem Forschungsprojekt zu Partizipation und audiovisueller Kommunikation an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF beschäftigt. Sie lehrt und forscht zu kulturellen und ästhetischen Praktiken im digitalen Zeitalter, medialen Inszenierungsformen, Strategien Visueller Effekte, Ecocinema und Klimawandelnarrative, Storytelling, KI und Medien.

Dr. Alexander Scheidt war von Oktober 2012 bis August 2022 akademischer Mitarbeiter an der FHP. Seit September 2022 ist er Professor für das Lehrgebiet Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Beratung, Qualitätsentwicklung und Organisation in kindheitspädagogischen Systemen an der Fachhochschule Bielefeld. Er promovierte in Philosophie an der Universität Leipzig und dem Leipziger Forschungszentrum für frühkindliche Entwicklung. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Frage, welchen Einfluss das Gefühl der Neugier auf die Entwicklung wissenschaftlichen Denkens hat.