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Beauftragter für Hochschulangehörige mit Beeinträchtigungen

An den Hochschulen Deutschlands geben 7% der Studierenden in der Sozialerhebung von 2013 an, dass sie eine gesundheitliche Beeinträchtigung haben. Sie stellen weiterhin fest, dass diese das Studium direkt behindert. An der Fachhochschule Potsdam trifft diese Aussage auf Studierende mit Beeinträchtigung auch zu. Wir möchten daher Studierende mit gesundheitlicher Beeinträchtigung/Behinderung auf konkrete Möglichkeiten im Hinblick auf die Umsetzung von Chancengleichheit an der Hochschule aufmerksam machen.

Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Grundgesetz Artikel 3 Abs. 3 Satz

Ansprechpartner

Beauftragter für Hochschulangehörige mit Beeinträchtigungen

Beratung durch den Beauftragten zu Themen wie ...

Weitere Beratungsangebote

Von Studierenden für Studierende

Die Hochschulgruppe Nightline Potsdam bietet sonntags bis donnerstags von 21:00 – 24:00 Uhr die Möglichkeit für ein anonymes Telefon- oder Chatgespräch an.

+49 331 977 1834
Chat: http://nightline-potsdam.de

Beratung durch das Deutsche Studentenwerk

Ein umfangreiches Nachschlagewerk für Studierende mit Beeinträchtigungen bietet die Beratungsstelle des Deutschen Studentenwerkes in Berlin.

Beratungsstelle des Deutschen Studentenwerkes

Nachteilsausgleich beantragen – wie geht das!?

Das Verfahren zur Beantragung von Maßnahmen zum Nachteilsausgleich ist wie folgt:

Die Regelung zum Nachteisausgleich an der FHP findet sich in § 2 der Rahmenprüfungsordnung der Fachhochschule, die für alle Fachbereiche und Studiengänge gilt. Für Sie interessant sind die Absätze 3 und 5: 

"(3) Studierenden mit körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen und Behinderungen wird auf Antrag zur Bewältigung von Studien- und Prüfungsleistungen ein bezogen auf ihre Behinderung angemessener Nachteilsausgleich gewährt. Hierzu gehören insbesondere:
a. Zulassung von technischen Hilfsmitteln,
b. Verlängerung der Bearbeitungszeiten,
c. Anerkennung gleichwertiger Studien- und Prüfungsleistungen in anderer Form.
[…]

(5) Die Anträge sind unter Beifügung entsprechender Nachweise an den für den Studiengang zuständigen Prüfungsausschuss zu richten. Sie sollen rechtzeitig vor Beginn der Bearbeitungszeit einer Prüfung gestellt und können nicht rückwirkend geltend gemacht werden. Die Entscheidung über die Gewährung eines Nachteilsausgleichs trifft der für den Studiengang zuständige Prüfungsausschuss. Er hat […] und bei Entscheidungen nach Abs. 3 die Beauftragte bzw. den Beauftragten für Menschen mit Behinderungen zu beteiligen."

Gern stehe ich Ihnen bei Bedarf auch für ein weiterführendes Gespräch per Telefon oder Video-Chat zur Verfügung.

Ich empfehle Ihnen daher folgende Vorgehensweise:
 

Informieren Sie sich zunächst, welche Prüfungsanforderungen in Ihrem Studiengang an Sie in welchem Modul gestellt werden. Dafür sollten Sie im Modulhandbuch und/oder in der Studien- und Prüfungsordnung für Ihren Studiengang nachschauen, für welches Modul welche Prüfungsform vorgesehen ist. Wenn für Sie nicht klar wird, ob die jeweilige Prüfungsform für Sie aufgrund Ihrer Einschränkung eine Schwierigkeit bedeutet, würde ich Ihnen ein Gespräch mit dem*der jeweiligen Prüfer*in oder bei der Studienfachberatung empfehlen.

Wenn Sie (ggf. danach) aufgrund Ihrer Beeinträchtigung(en) Schwierigkeiten mit dem Ablegen einzelner Prüfungen erwarten, können Sie in dem beigefügten Antragsformular einen Nachteilsausgleich beantragen. In der persönlichen Begründung Ihres Nachteilsausgleichantrags sollten Sie bei den Angaben zu der/den Beeinträchtigung(en) so konkret werden, dass für den Prüfungsausschuss plausibel wird, dass und welche Barrieren für Sie bestehen, die vorgesehenen Prüfungsleistungen zu bewältigen. Sie müssen die Beeinträchtigung(en) anhand von ärztlichen bzw. therapeutischen Bescheinigungen zudem nachweisen.

Zudem sollten Sie möglichst konkrete Maßnahmen zum Ausgleich Ihres Nachteils beantragen und benennen, um welche Prüfung(en) in welchem Modul/welchen Modulen es geht. Die Möglichkeiten des Nachteilsausgleiches sind vielfältig, siehe die Darstellung auf der Website des Deutschen Studentenwerkes. Wichtig ist, dass die Maßnahme im Einzelfall geeignet und erforderlich ist zum Ausgleich Ihres individuellen Nachteils. Es wäre hilfreich, wenn die vorgelegte(n) ärztliche(n) bzw. therapeutische(n) Bescheinigung(en) Empfehlungen enthalten würden, wie Ihr(e) Nachteil aus medizinisch-therapeutischer Sicht ausgeglichen werden könnte. Die Entscheidungshoheit liegt aber beim Prüfungsausschuss, der bei seiner Entscheidung auch beachten muss, dass durch die Maßnahme zum Ausgleich Ihres Nachteils nicht zugleich die Chancengleichheit der übrigen Prüflinge nach Art. 3 Grundgesetz verletzt wird.

Den ausgefüllten Antrag zusammen mit den Nachweisen bezüglich Ihrer Beeinträchtigung schicken Sie dann entweder per Post oder – unter Verzicht auf das Postgeheimnis – per E-Mail zusammen mit den eingescannten Nachweisen und mit der ausgefüllten Einwilligungserklärung zur Datenverarbeitung auf dem beigefügten Vordruck an mich (s. § 2 Abs. 5 der Rahmen-PO). Ich leite den Antrag dann mit einer Stellungnahme an den zuständigen Prüfungsausschuss weiter. Das geht allerdings nur mit der ausgefüllten Einwilligungserklärung, ohne die ich Ihre Daten nicht speichern darf. Um Ihren Antrag zusammen mit meiner Stellungnahme an den Prüfungsausschuss Ihres Fachbereiches weitergeben zu dürfen, benötige ich zudem eine Entbindung von der Schweigepflicht und bitte daher darum, dass Sie das in der Einwilligungserklärung entsprechend ankreuzen. Andernfalls darf Ihren Antrag nicht weiterleiten.

In meiner Stellungnahme gehe ich darauf ein,

  • ob meines Erachtens in der persönlichen Begründung eine Beeinträchtigung nachvollziehbar dargelegt und mit entsprechenden Attesten, Befunden oder Bescheinigungen belegt worden ist,
  • ob eine Behinderung aufgrund der Barrieren des Studiums bzw. der konkreten Prüfung nachvollziehbar ist und
  • ob die beantragte bzw. welche Maßnahmen geeignet sind, diese Behinderung auszugleichen.

Ihre als Belege beigefügten Atteste und Befunde bleiben dabei vertraulich bei mir und ich übernehme daraus in meiner Stellungnahme nur das, was unmittelbar für die drei o. g. Themen relevant ist. 
 

Der Prüfungsausschuss berät dann über Ihren Antrag und teilt Ihnen die Entscheidung direkt mit. Sollte aus Sicht des Prüfungsausschusses noch etwas fehlen, z. B. ein ärztlicher Nachweis o. ä., wird er Sie informieren und zur Nachreichung auffordern.

Nützliche Hinweise

Schutz personenbezogener Daten

Sobald Sie über eine Auskunft hinaus eine Unterstützungsleistung benötigen, z. B. die Bearbeitung Ihres Antrages auf Nachteilsausgleich, ist dies aus Gründen des Datenschutzes nur möglich, wenn Sie die Einwilligungserklärung für die Datenverarbeitung (PDF) ausfüllen, unterschreiben und per E-Mail oder postalisch übermitteln. Denn der Schutz personenbezogener Daten vor unberechtigter Verarbeitung ist ein Grundrecht. Insbesondere Gesundheitsdaten unterliegen nach den Vorgaben der EU- Datenschutz-Grundverordnung einem besonders strengen Schutz. Ohne die Einwilligung dürfen Ihre Daten nicht gespeichert und ohne die angekreuzte Schweigepflichtsentbindung auch nicht an den Prüfungsausschuss übermittelt werden. Sie können die Einwilligung aber jederzeit widerrufen, wenn und soweit keine Unterstützung mehr von Ihnen gewollt ist.

Weitere Informationen zum individuellen Nachteilsausgleich an der FH Potsdam erhalten Sie auf den Seiten des Studien-Service.

Lehrmaterialien barrierefrei gestalten

Die Videotutorials der Universität Potsdam geben einen Einblick in die barrierefreie Gestaltung digitaler Lehrmaterialien. So können auch Studierende mit Beeinträchtigungen, u. a. mit Beeinträchtigungen des Seh- oder Hörvermögens, die digital bereit gestellten Texte, Videos oder Online-Vorlesungen ohne Hürden nutzen.