Pressemitteilung
Bibliotheken und Kultur als starke Partner*innen gegen Rechtsextremismus und Desinformation
Wie können Bibliotheken und Kulturprojekte rechtsextreme Narrative und Desinformation wirksam entschärfen? Welche Rolle spielen dabei Bildung, Kulturarbeit und Informationskompetenz? Und welchen Beitrag können die Studiengänge Kulturarbeit sowie Bibliothekswissenschaften an der Fachhochschule Potsdam leisten? Diesen und weiteren Fragen widmet sich am 05. Mai 2026 eine öffentliche Podiumsdiskussion. Die Veranstaltung bringt Expert*innen aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft zusammen und schafft Raum für Austausch, Vernetzung und neue Impulse.
Rechtsextremismus und gezielte Desinformation stellen eine zunehmende Herausforderung für demokratische Gesellschaften dar. Digitale Plattformen beschleunigen die Verbreitung manipulativer Inhalte, während gleichzeitig das Vertrauen in etablierte Informationsquellen unter Druck gerät. Vor diesem Hintergrund gewinnen Institutionen an Bedeutung, die Orientierung, Einordnung und verlässliches Wissen bieten. Bibliotheken und Kulturprojekte übernehmen hierbei eine zentrale Rolle: Sie sind niedrigschwellige, offene Orte für alle Bevölkerungsgruppen. Sie fördern Informationskompetenz, ermöglichen kritische Auseinandersetzung und schaffen Räume für Begegnung und Dialog – unabhängig von Herkunft, Bildung oder sozialem Status.
Neben der praktischen Arbeit vor Ort kommt auch der Ausbildung zukünftiger Fachkräfte eine Schlüsselrolle zu. Die Studiengänge Kulturarbeit und Bibliothekswissenschaften an der FH Potsdam vermitteln nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern zunehmend auch gesellschaftspolitische Verantwortung. Die Podiumsdiskussion greift daher explizit die Frage auf, wie Studieninhalte weiterentwickelt werden können, um Studierende besser auf aktuelle Herausforderungen vorzubereiten. Diskutiert werden unter anderem der Ausbau von Medien- und Informationskompetenz, der Umgang mit diskriminierenden und extremistischen Inhalten im Berufsalltag, praxisnahe Lehrformate sowie die Stärkung interdisziplinärer Ansätze zwischen Kultur- und Informationsarbeit.
Im Zentrum der Veranstaltung stehen Themen wie die Herausforderungen durch rechtsextreme Narrative und Desinformation, bestehende und innovative Formate in Bibliotheken und Kulturprojekten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Arbeitsfelder, notwendige Kompetenzen für Fachkräfte sowie Entwicklungspotenziale in Studium und Ausbildung. Darüber hinaus werden Perspektiven für Kooperationen und konkrete Projektideen für Studierende diskutiert.
An der Diskussion beteiligen sich Prof. Dr. Julia Glesner, Professorin für Kultur und Management im Studiengang Kulturarbeit an der FH Potsdam, Carsten Schneemann, M.A., Geschäftsführer der Landesfachstelle für Archive und Öffentliche Bibliotheken Brandenburg, Haocheng Lu, Antirassismus-Berater beim Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland, sowie Sandra Düllmann, Leiterin Bibliothek & Archiv in Kleinmachnow. Die unterschiedlichen Perspektiven aus Wissenschaft, Verwaltung, zivilgesellschaftlicher Praxis und kommunaler Kulturarbeit ermöglichen einen facettenreichen Blick auf das Thema. Die Moderation übernimmt Jhey Becker.
Die Veranstaltung ist öffentlich und richtet sowohl an alle Hochschulangehörigen als auch an Interessierte aus den Bereichen Bibliothek, Kulturarbeit, Bildung und Zivilgesellschaft. Das Publikum ist ausdrücklich eingeladen, sich aktiv einzubringen, Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen zu teilen. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion bietet ein offenes Netzwerkevent Gelegenheit, Gespräche zu vertiefen, Kontakte zu knüpfen und neue Kooperationen anzustoßen.
Mit der Veranstaltung setzt die FH Potsdam ein klares Zeichen für die Bedeutung von Bildung, Kultur und Information im Einsatz gegen gesellschaftliche Spaltung, Extremismus und Desinformation. Bibliotheken und Kulturprojekte werden dabei nicht nur als Vermittlungsorte, sondern als aktive Gestalter einer resilienten und offenen Gesellschaft verstanden.
Wann: 05. Mai 2026, 18:00 – 20:30 Uhr
Wo: Hörsaal, Haus D / Raum 011, FH Potsdam
Anmeldung: nicht erforderlich, Eintritt: kostenfrei.
Organisiert wird die Veranstaltung vom Projekt IFMB2 (Stabsstelle Internationales) in Kooperation mit der Fördergesellschaft e.V. der FH Potsdam.