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Konzept zur Erarbeitung einer Entscheidungshilfe für die denkmalgerechte, klimaoptimierte Modernisierung von Wohngebäuden

Die Masterarbeit bewertet die Integrität und Nachhaltigkeit von Baumaßnahmen zur Energieeinsparung in der Gebäudesanierung an einem Fallbeispiel, um daraus Handlungsempfehlungen für die Planung von energetischen Sanierungen abzuleiten.

Ansicht des Pfarrhauses Zehlendorf
© Eike Stöcker
Projektzeitraum:
Typ:
Abschlussarbeit
Profillinie:
Gebauter Raum – Entwerfen, Bauen, Erhalten

Aufgabenstellung 

Ziel der Masterarbeit ist die Bewertung der Integrität von Baumaßnahmen zur Energieeinsparung in der Gebäudesanierung. Betrachtet werden Wohnhäuser (Pfarrhäuser) mit regionaltypischer ziegelsichtiger Architektur aus dem 19. Jh. Anhand eines repräsentativen Gebäudes für den definierten Gebäudetyp, dem Pfarrhaus Zehlendorf bei Oranienburg, werden relevante Parameter für die energetische Sanierung abgeleitet. Das Pfarrhaus wurde um 1870 errichtet. Die Außenwände des freistehenden, eingeschossigen Gebäudes mit ausgebautem Dachgeschoss bestehen aus Ziegelmauerwerk auf einem Natursteinsockel. Es beherbergt im Erdgeschoss die Gemeinderäume sowie zwei Wohneinheiten, die sich über das Erd- und Dachgeschoss erstrecken. 

Methodik 

Auf Grundlage einer Bestands- und Zustandserfassung des Pfarrhauses werden die energetische Bilanzierung sowie die Ökobilanzierung des Gebäudes vorgenommen. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Basis für die Entwicklung von sechs Parametern als Bewertungskriterien zur Beurteilung von Sanierungsmaßnahmen. Diese Parameter umfassen die Verbesserung der thermischen Gebäudehülle und den Effizienzgrad der neuen Heizwärmeerzeugung, den bautechnischen Aufwand und Anforderungen des Denkmalschutzes, die Verbesserung der Luftdichtheit und Einhaltung des Feuchteschutzes, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Möglichkeiten zur Förderung. 

Der Einfluss der gewählten Parameter lässt sich im ersten Schritt an der Betrachtung von Bauteilaufbauten untersuchen. Auf der Materialebene können die Parameter kombiniert und aufeinander abgestimmt werden, um die bestmögliche Lösung für die energetische Sanierung zu erhalten. Im zweiten Schritt erfolgt die Kombination der optimierten energetischen Maßnahmen an der Gebäudehülle mit dem Einbau neuer Technik zur Energieversorgung, um den vollständigen Gebäudebetrieb zu betrachten. Daraus lassen sich die Reduzierung der Energiebedarfe, die Einsparung von Treibhausgas-Emissionen sowie die lebenszyklusbezogene Aufwendung von Ressourcen ermitteln. Die erhobenen und untersuchten Parameter fließen in eine Entscheidungshilfe für die Sanierungsplanung von Wohngebäuden (Pfarrhäusern) aus dem 19. Jahrhundert zusammen. 

Ergebnisse 

Die Erkenntnisse der Untersuchung des Pfarrhauses Zehlendorf und die Parameter mit der dazugehörigen Bewertungsmatrix bieten eine erste Orientierung zur Einschätzung von möglichen Sanierungs- und Optimierungsmaßnahmen vor der genauen Planung und Bilanzierung anderer Bauten aus diesem Gebäudetyp. Die Entscheidungshilfe ist als Planungsinstrument zu verstehen und kann zur Abwägung von verschiedenen Maßnahmenvarianten genutzt werden. Die bisherige Betrachtung energetischer Sanierungen historischer Gebäude wird um Nachhaltigkeitsaspekte erweitert. Anhand konkreter Kennwerte wird aufgezeigt, dass denkmalverträgliche Baumaterialien auch in der Ökobilanzierung überzeugen und ökologische sowie denkmalpflegerische Anforderungen vereinbar sind.

Kontakt

1. Gutachter

Forschungsprofessor für ressourcenoptimiertes und klimaangepasstes Bauen
Studiengangsleiter Urbane Zukunft (M.A.)

2. Gutachterin

Dipl.-Ing. Julianne Nisse

Masterabsolvent

Eike Stöcker