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Schloss Pfaueninsel – Zwischen Rekonstruktion und Konservierung
Die umfassende Restaurierung des Schlosses auf der Pfaueninsel ist abgeschlossen – ein Projekt von außergewöhnlicher Dauer, Komplexität und wissenschaftlicher Tiefe. Über einen Zeitraum von sieben Jahren wurde das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Sommerschlösschen grundlegend untersucht, instandgesetzt und konserviert.
Die Fachhochschule Potsdam war in der Planung, der wissenschaftlichen Analyse sowie während der praktischen Restaurierung beteiligt. Das zu den Häusern der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) gehörende Gebäude wurde 1794 bis 1795 vom Hofzimmermeister Johann Gottlob Brendel für den preußischen König Friedrich Wilhelm II. als Fachwerkbau mit einer frühklassizistischen Innenausstattung errichtet. Während die äußere, einfache Holzverschalung wiederholt erneuert werden musste, blieb im Inneren die handwerklich und künstlerisch hochwertige wandfeste und mobile Ausstattung der Erbauungszeit erhalten.
Im Herbst 2017 begannen mit einem interdisziplinären Team die Planung, Gesamtsanierung und Restaurierung des Schlosses. Umfassende, massive Arbeiten an der Baukonstruktion und der Gebäudehülle standen im Kontrast zu den hoch sensiblen Innenräumen mit Textil- und Papiertapeten, Boiserien, Tafelparketten, Wand- und Deckenmalereien. Die sieben Jahre dauernden Maßnahmen waren von fachlicher Komplexität, hoher Intensität, Detailreichtum und Erkenntniszuwachs geprägt. Dies wird zum Anlass genommen, die Ergebnisse im 18. Konservierungswissenschaftliches Kolloquium in Berlin/Brandenburg zu thematisieren und mit dem Tagungsband einem breiten Publikum zur Verfügung zu stellen. Das Kolloquium findet am 27. und 28.03. an der FH Potsdam statt, inklusive Exkursion zum Schloss.
Berichtet wird von neuen Erkenntnissen in der Bauforschung, innovativer Maßnahmenplanung und Rekonstruktion der Gebäudehülle, bis zu vielfältigen Analyse- und Restaurierungsmethoden an der Innenausstattung mit überraschenden Ergebnissen der kunst-, restaurierungs- und naturwissenschaftlichen Forschung.
Rolle der Fachhochschule Potsdam
Seitens der Fachhochschule Potsdam waren Prof. Dr. Raue, Professor in der Studienrichtung Konservierung und Restaurierung – Wandmalerei und Dekan des Fachbereichs STADT | BAU | KULTUR der FH Potsdam mit seinem Partner Dipl.-Rest. Olaf Schwieger als Fachplaner der Restaurierungsarbeiten im Projekt beteiligt. Prof. Dr. Laue, Professor für Naturwissenschaften, wurde durch zerstörungsfreie Analysen mittels mobiler Röntgenfluoreszenz an Farbfassungen im Inneren des Schlosses in das Projekt einbezogen. Mehrere restauratorische Abschlussarbeiten auch bereits im Vorfeld des Projekts, beispielsweise zur hölzernen Innenausstattung des Schlosses kennzeichnen die vielfältige Einbindung der FHP in das Projekt. Bei den Restaurierungsarbeiten wurden zudem mehrere Alumni der Hochschule, die heute als selbstständige Restaurator*innen arbeiten, zu Spezialarbeiten der Restaurierung integriert.
Konservierungswissenschaftliches Kolloquium in Berlin/Brandenburg
Wissenschaftlich geleitet wird das Konservierungswissenschaftliche Kolloquium in Berlin/Brandenburg, das jährlich stattfindet, von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), der Fachhochschule Potsdam – Studiengang Konservierung und Restaurierung, dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege, dem Archäologischen Landesmuseum und dem Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz. In diesem Jahr ist zusätzlich das Landesdenkmalamt Berlin Partner des Kolloquiums.
Weitere Informationen zur Restaurierung des Schlosses Pfaueninsel