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Ein DDR-Eigenheim wird zum Praxisfall für die energetische Sanierung

DDR Eigenheim ähnlich EW58 auf renovierungsbedürftigenm Grundstück
Das Haus der Familie Kapfinger. © Gregor Schmidt, InNoWest

Das 1960 errichtete Einfamilienhaus in Brandenburg ist ein naher Verwandter des DDR-Haustyps EW 58. Seine Sanierung wird durch das InNoWest-Projekt "Tool zur energetischen Ertüchtigung standardisierter Einfamilienhäuser" wissenschaftlich begleitet und von den Forschenden als Reallabor betrachtet. Am konkreten Gebäude sollen Erfahrungen gewonnen werden, die sich auch für die energetische Ertüchtigung vergleichbarer Häuser nutzen lassen.

Als die Familie Kapfinger das Haus im Januar 2025 kaufte, stand die Entscheidung für eine energetische Sanierung bereits fest. Ein wesentlicher Grund waren die langfristigen Betriebskosten. Vor dem Kauf hatte ein Bausachverständiger die sichtbare Bausubstanz begutachtet und als gut eingeschätzt. Verdeckte Bauteile wurden dabei jedoch nicht geöffnet. Erst mit der weiteren Planung zeigte sich, welche zusätzlichen Anpassungen notwendig sind.

Für die Eigentümerfamilie gehören solche Überraschungen grundsätzlich zu einer Bestandssanierung. Dennoch müssen Planungen angepasst, konstruktive Lösungen gefunden und zusätzliche Kosten berücksichtigt werden. Finanzielle Reserven seien deshalb wichtig. 

Wissenschaftliche Begleitung am konkreten Gebäude

Im Haus der Familie Kapfinger werden derzeit Kabel für ein Messsystem verlegt. Künftig sollen Sensoren unter anderem Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO₂-Gehalt erfassen. So werden die Bedingungen im Haus und die Veränderung im Verlauf der Sanierung überwacht. Dadurch kann das Projekt die energetische Entwicklung nicht nur rechnerisch modellieren, sondern auch durch Messdaten nachvollziehen.

Umbau im laufenden Wohnbetrieb 

Der Umbau des Hauses umfasst auch Veränderungen im Grundriss. Einige Arbeiten führt die Familie selbst durch. Die Familie lebt während der Bauarbeiten im Haus. Das bringt Einschränkungen mit sich, ermöglicht aber auch kurze Wege: Kleinere Arbeiten können zwischendurch erledigt und Fragen mit den beteiligten Unternehmen direkt vor Ort geklärt werden. Der Wert der Eigenleistung besteht nicht allein in der finanziellen Ersparnis. Wer selbst am Gebäude arbeitet, lernt dessen Konstruktion und die ausgeführten Lösungen genau kennen. Dieses Wissen könne für die Eigentümer auch bei späteren Reparaturen oder Veränderungen hilfreich sein.

Nähere Infos zum Projekt: Tool zur energetischen Ertüchtigung standardisierter Einfamilienhäuser

 

Ansprechperson: Carl Steen, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde: carl.steen@hnee.de

Weitere Projektbeteiligte der Fachhochschule Potsdam