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Nachruf für Prof. Dr. habil. Arthur Engelbert
Der Studiengang Kulturarbeit und die Fachhochschule Potsdam trauern um Prof. Dr. habil. Arthur Engelbert.
Der gebürtige Westfale promovierte nach dem Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie bei Gottfried Böhm und Max Imdahl. Es folgte eine Habilitation bei Bazon Brock. Von 1995 bis 2017 vertrat Arthur Engelbert das Lehrgebiet „Medientheorie und Medienpraxis“ im Studiengang Kulturarbeit an der Fachhochschule Potsdam und prägte als Mitglied des Fachbereichsrats und von 2008 bis 2010 als Vorsitzender des Senats die Entwicklung und Profilierung des Studiengangs, des Fachbereichs STADT | BAU| KULTUR und der Hochschule insgesamt. Neben seiner akademischen Tätigkeit leitete er über ein Jahrzehnt das Multimedia-Unternehmen MIB GmbH und engagierte sich im Vorstand des Berliner Werkbund-Archivs.
Mit Medienproduktionen wie der Digitalen Galerie in der Berliner Gemäldegalerie (1998) sowie zahlreichen CD-Rom-Publikationen, darunter Lumpensammler im Datenraum (1993), gehörte er zu den Wegbereitern einer reflektierten Verbindung von digitalen Medien, Kunst und kultureller Bildung. Seine Arbeiten entwickelten neue Formen der Vermittlung und prägten die frühe Auseinandersetzung mit dem Einsatz elektronischer Medien in Kulturinstitutionen und kultureller Öffentlichkeit.
Zahlreiche Exkursionen und Studienreisen führten ihn und die Studierenden von Grimme, Görlitz und Breslau bis nach Kairo, Kapstadt und Johannesburg, nach Hongkong, Jerusalem und Mumbai. An diese Erfahrungen schloss das Forschungsprojekt cultrans an. Die dichte interkulturelle Projektarbeit eröffnete neue Räume, um gemeinsam mit den Studierenden Fragen nach der „Differenz des Individuums unter den Bedingungen anderer Kulturen und Machtkonstellationen“ zu erforschen und dabei zugleich den eigenen Standort einsichtig werden zu lassen. Einer anderen Form der Wahrnehmung und Reisegeschwindigkeit war das Projekt Pedestrian Republic verpflichtet, das ihn immer wieder nach Sizilien führte.
2012 gehörte Arthur Engelbert zu den Mitgründern des „Instituts für angewandte Realitätsveränderung“. Der Name steht für die Verbindung von Reflexion und praktischer Intervention, die Engelberts Denken und Arbeiten prägte. Mit Neugier und großer menschlicher Zugewandtheit erforschte er Mediengebrauch und Kulturtechniken unter den Bedingungen des Alltags und an den Orten kultureller Wahrnehmung. Seine Studien über Politik und Bild, über die Treppe, die Krise des Kiosks oder über Formen „anderen Lernens“ und „gegenseitigen Helfens“ eröffnen eine neue Sichtbarkeit des scheinbar Selbstverständlichen. Daneben veröffentlichte er Arbeiten zur Kunst- und Kulturgeschichte, darunter Conrad von Soest. Ein Dortmunder Maler um 1400 (1995) und Die Linie in der Zeichnung. Klee. Pollock. Twombly (1985).
2017 ging Arthur Engelbert in den Ruhestand. Sein Wille zur schreibenden Erkundung von Realitäten und deren Möglichkeitsräumen blieb trotz seiner Krankheit Antrieb bis zum Ende. Am 22. Mai 2026 ist Arthur Engelbert in Berlin gestorben. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.
Wir werden ihn mit seinem künstlerischen Blick auf die Welt und als intellektuellen Impulsgeber in Erinnerung behalten.
Die (ehemaligen) Kollegen und Kolleginnen des Studiengangs Kulturarbeit Michaela Arnold, Andreas Bienert, Julia Glesner, Uwe Hanf, Helene Kleine, Andreas Klisch, Nicola Lepp, Kerstin Niemann, Ellen Lissek-Schütz, Sigrid Redies, Renate Ruhne, Ulrich Richtmeyer, Hermann Voesgen
Der Dekan des Fachbereichs Stad I Bau I Kultur Jan Raue
Die Präsidentin der Fachhochschule Potsdam Eva Schmitt-Rodermund