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Ganzheitliche Lernprozessgestaltung

Lernprozesse professionell begleiten, gestalten und verankern

Diese Weiterbildung qualifiziert Fachkräfte dazu, Lernprozesse wirksam, beziehungsorientiert und systemisch zu begleiten. Im Mittelpunkt stehen die eigene professionelle Haltung, das Verstehen individueller Lernwege, entwicklungsorientierte Diagnostik, die Gestaltung lernförderlicher Umgebungen sowie die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Kontexten. Die Teilnehmenden erproben Lernprozessbegleitung nicht nur theoretisch, sondern erleben sie im Kurs selbst: durch Reflexion, Fallarbeit, Portfolio, Peer-Lernen und ein eigenes Praxisprojekt. Digitale und KI-gestützte Werkzeuge werden dabei verantwortungsvoll, praxisnah und mit Blick auf pädagogische Qualität integriert.

Zeitraum:

Frühjahr 2027

Status:
Freie Plätze
Anmeldeschluss:
Weiterbildungsformat:
Zertifikatskurs
Abschluss:
Hochschulzertifikat
Leistungsumfang:

15 ECTS-Punkte

Voraussetzungen:

Berufliche pädagogische Tätigkeit oder einschlägige pädagogische Praxiserfahrung in Bildungs-, Beratungs-, Schul-, Ganztags- oder Lernkontexten

Teilnahmebetrag:

3.500 Euro (5 % Ermäßigung für FHP/ZEW-Alumni)

Bildungsurlaub:

In Brandenburg und Berlin anerkannt

Prof. Dr. Gerlind Große

Gute Lernbegleitung beginnt nicht mit einer Methode, sondern mit einer Haltung: Wie sehe ich Lernende? Wie verstehe ich Entwicklung? Und wie gestalte ich Räume, in denen Menschen Verantwortung für ihr Lernen übernehmen können? Diese Weiterbildung verbindet wissenschaftliche Fundierung, persönliche Professionalisierung und konkrete Praxisentwicklung.

Prof. Dr. Gerlind Große
Wissenschaftliche Leitung

Wissenschaftliche Leitung

Prof. Dr. Gerlind Große arbeitet zu frühkindlicher sozio-kognitiver und kommunikativer Entwicklung, lernpsychologischen Grundlagen von Selbstregulation und Motivation, zur Gestaltung lernförderlicher Umgebungen, zur Professionalisierung pädagogischer Fach- und Lehrkräfte sowie zum verantwortungsvollem Einsatz digitaler und KI-gestützter Tools in Bildungsprozessen. Sie verbindet wissenschaftliche Expertise mit langjähriger Erfahrung in Bildungsinnovation, Schulentwicklung und anwendungsnaher Weiterbildung. Sie ist Mitgründerin und Geschäftsführerin der Leipziger Modellschule.

Auf einen Blick

Lernbegleitung ist heute mehr als Coaching, Methodentraining oder individuelle Unterstützung. Sie verlangt ein professionelles Zusammenspiel von Haltung, Wissen, Wahrnehmung und Handlungsfähigkeit: Es geht darum, Lernende zu verstehen, Lernwege sichtbar zu machen, passende Settings zu gestalten und Entwicklungsprozesse im jeweiligen sozialen und organisationalen Kontext gut zu begleiten.

Der Zertifikatskurs „Ganzheitliche Lernprozessgestaltung“ verbindet wissenschaftliche Fundierung mit intensiver Praxisorientierung. Die Teilnehmenden arbeiten an ihrer eigenen professionellen Haltung, lernen zentrale Modelle aus Lernpsychologie, Diagnostik, Didaktik, Kommunikation und Systemik kennen und übertragen diese kontinuierlich in ihr eigenes Arbeitsfeld. Das begleitende Praxisprojekt bildet den roten Faden der Weiterbildung und wird durch Lerncoaching, kollegiale Reflexion und Portfolioarbeit unterstützt.

Kursziel

Der Kurs befähigt Teilnehmende, Lernprozesse ganzheitlich zu begleiten und zu gestalten – von der individuellen Lernbegleitung über die Entwicklung wirksamer Lernsettings bis zur Zusammenarbeit in Teams und Organisationen.

Die Teilnehmenden entwickeln ein professionelles Handlungskonzept, mit dem sie Lernende in Selbststeuerung, Motivation, Kompetenzentwicklung und Reflexion unterstützen können. Sie lernen, Lernprozesse differenziert wahrzunehmen, begründet zu begleiten, passende Lernumgebungen zu gestalten und die Wirkung ihres Handelns zu reflektieren.

Zielgruppe

Die Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte, die Lernprozesse professionell begleiten, gestalten oder weiterentwickeln wollen, insbesondere:

  • Lehrkräfte aller Schulformen, insbesondere in Grundschule, Sekundarstufe, Gemeinschaftsschule, Ganztag und reformorientierten Lernsettings, 
  • Lernbegleiter*innen, pädagogische Fachkräfte im Ganztag und Schulsozialarbeiter*innen, 
  • Fachberater*innen, pädagogische Koordinator*innen und Personen in Schul- und Organisationsentwicklung, 
  • Leitungen und Steuergruppen, die Lernprozesse systemisch gestalten und Lernkultur weiterentwickeln wollen.

Arbeitsweise

Die Weiterbildung arbeitet erfahrungsorientiert, evidenzbasiert und praxisintegriert. Lernprozessbegleitung wird nicht nur als Inhalt behandelt, sondern im Kurs selbst erfahrbar gemacht.

Die Arbeitsweise umfasst:

  • kurze wissenschaftlich fundierte Inputs, 
  • biografische und professionelle Reflexion, 
  • Fallarbeit und Arbeit an realen Praxissituationen, 
  • Übungen zu Gesprächsführung, Feedback und Coaching, 
  • Peer-Lernen und kollegiale Resonanz, 
  • Moodle-basierte Selbstlern- und Vertiefungsphasen, 
  • Lernjournal und Portfolioarbeit, 
  • ein eigenes Praxisprojekt, 
  • begleitende Online-Supervision bzw. Lerncoaching-Reflexion.

Module & Inhalte

Dieses Modul eröffnet die Weiterbildung über die professionelle Haltung der Teilnehmenden. Im Mittelpunkt stehen Rollenklärung, biografische Reflexion, Glaubenssätze über Lernen sowie erste theoretische Perspektiven auf Lernprozessbegleitung, Selbststeuerung und systemisches Denken. Die Teilnehmenden entwickeln ein erstes professionelles Selbstverständnis und formulieren persönliche Entwicklungsfragen für den weiteren Kursverlauf.

Zentrale Inhalte

  • professionelle Haltung als Verbindung von Werten, Wissen, Kompetenzen, Rollenverständnis und Vision, 
  • eigene Lernbiografie und implizite Glaubenssätze über Lernen, Leistung, Fehler und Verantwortung, 
  • Unterschiede und Spannungen zwischen Lehren, Begleiten, Beraten, Bewerten und Coachen, 
  • systemische Perspektiven auf Person, Beziehung, Setting, Team, Organisation und Umfeld, 
  • persönliche Entwicklungsfragen für den Kursverlauf.

Portfolio-Baustein
Rollen-Canvas und persönliche Standortbestimmung zur Lernprozessbegleitung im eigenen Setting.

Dieses Modul vertieft die lernpsychologischen Grundlagen professioneller Lernprozessbegleitung. Die Teilnehmenden setzen sich mit Selbstregulation, Motivation, Metakognition, Lernstrategien und kognitiver Belastung auseinander. Sie lernen, Selbststeuerung nicht nur als Erwartung an Lernende zu formulieren, sondern durch geeignete Strukturen, Beziehung und Reflexionsanlässe zu ermöglichen.

Zentrale Inhalte

  • selbstreguliertes Lernen: Ziele setzen, planen, beobachten, reflektieren, 
  • Motivation und psychologische Grundbedürfnisse, 
  • Metakognition und Lernstrategien, 
  • Umgang mit Überforderung, Widerstand und Vermeidung, 
  • Gestaltung von Reflexions- und Unterstützungsformaten. 

Portfolio-Baustein
Analyse einer Lern- oder Begleitungssituation mit Blick auf Selbstregulation, Motivation und Unterstützungsbedarf.

Dieses Modul versteht Diagnostik als professionelle Wahrnehmung und Entwicklungsorientierung. Die Teilnehmenden lernen, Lernstände, Ressourcen, Barrieren und nächste Entwicklungsschritte differenziert zu erfassen. Sie arbeiten mit formativen Verfahren, Förderhypothesen, Feedbackformaten und fairen Bewertungslogiken.

Zentrale Inhalte

  • formative Diagnostik und Lernverlaufsbeobachtung, 
  • strukturierte Beobachtung und Standortbestimmungen, 
  • Förderhypothesen und nächste Lernschritte, 
  • Kompetenzraster, Rubrics und transparente Kriterien, 
  • Feedbackgespräche, Fairness, Verzerrungen und Teilhabe. 

Portfolio-Baustein
Fallaufnahme mit Ressourcen-/Stakeholder-Map, Förderhypothesen und passendem Rückmeldeformat.

In diesem Modul wird Lernprozessbegleitung von der Einzelbegleitung auf die Gestaltung von Lernumgebungen erweitert. Die Teilnehmenden analysieren und entwickeln Lernsettings, die Selbstorganisation, Beteiligung, Kompetenzentwicklung und Orientierung ermöglichen. Im Fokus stehen Aufgabenqualität, Raum, Material, Zeitstruktur, Lernlandschaften und die Passung von Zielen, Aufgaben und Bewertung.

Zentrale Inhalte

  • didaktisches Design lernförderlicher Settings, 
  • offene und strukturierte Aufgabenformate, 
  • Lernlandschaften und selbstorganisiertes Lernen, 
  • Aufgaben-Bewertungs-Alignment,  
  • Kompetenzorientierung, Materialien, Routinen und Lernpfade. 

Portfolio-Baustein
Entwurf eines Lernarrangements oder Vier-Wochen-Lernplans inklusive Zielklärung, Aufgabenstruktur, Rückmeldeformat und Reflexionslogik.

Dieses Modul fokussiert die soziale und kommunikative Seite professioneller Lernprozessbegleitung. Die Teilnehmenden üben Gesprächsführung, Auftragsklärung, Feedback, Umgang mit Widerstand und die Gestaltung lernförderlicher Beziehungen. Zugleich wird Lernprozessbegleitung als kooperative Praxis in Teams, mit Eltern, Ganztag, Schulsozialarbeit und weiteren Beteiligten verstanden.

Zentrale Inhalte

  • Beziehung als Medium des Lernens, 
  • Lerncoaching-Gespräche, Auftragsklärung und Zielarbeit, 
  • Feedback, Skalierungsfragen und lösungsorientierte Gesprächsführung, 
  • Umgang mit Widerstand, Vermeidung und Konflikten, 
  • multiprofessionelle Kooperation, Rollenklärung, Macht, Teilhabe und Gerechtigkeit. 

Portfolio-Baustein
Dokumentation und Reflexion eines Lerncoaching- oder Feedbackgesprächs sowie System-/Kommunikationsplan für einen eigenen Fall.

Digitalität und KI werden in diesem Modul als Bestandteil zeitgemäßer Lernprozessgestaltung behandelt. Die Teilnehmenden erproben ausgewählte Tools und reflektieren deren Nutzen, Grenzen und Risiken. Im Mittelpunkt stehen Lernjournale, Portfolios, Lernpfade, Materialentwicklung, Dokumentation, Datenschutz, Transparenz und die Frage, wie sich die Rolle von Lernbegleitenden verändert, wenn digitale oder KI-gestützte Systeme bestimmte Aufgaben unterstützen.

Zentrale Inhalte

  • digitale Tools für Lernjournale, Portfolios, Lernpfade und Dokumentation, 
  • KI-gestützte Unterstützung von Lernprozessbegleitung, 
  • Use- und No-Use-Cases, 
  • Datenschutz, Transparenz, Einwilligung und Verantwortung, 
  • Rolle der Lernbegleitung im Zusammenspiel mit digitalen Systemen. 

Portfolio-Baustein
Prototyp oder Konzept für ein digital bzw. KI-gestützt unterstütztes Element der Lernprozessbegleitung inklusive pädagogischer Begründung und Ethik-/Datenschutzreflexion.

Das Praxisprojekt bildet den roten Faden der Weiterbildung. Die Teilnehmenden entwickeln, erproben und evaluieren über den gesamten Zeitraum begleitet im eigenen beruflichen Kontext ein konkretes Vorhaben der Lernprozessbegleitung oder Lernprozessgestaltung. Das Projekt verbindet Haltungsentwicklung, Theorie, Diagnostik, Settinggestaltung, Interaktion und Digitalität in einem professionellen Handlungsvorhaben.

Begleitet wird das Praxisprojekt durch Online-Supervision bzw. Lerncoaching-Reflexionen, kollegialen Austausch und Portfolioarbeit. Ziel ist es, die Inhalte der Weiterbildung nicht isoliert zu bearbeiten, sondern nachhaltig in die eigene Praxis und Organisation zu übertragen.

Zentrale Inhalte

  • Projektplanung und Zielklärung, 
  • Umsetzung im eigenen Arbeitsfeld, 
  • einfache Evaluation mit passenden Indikatoren, 
  • Reflexion von Hürden, Wirkung und Anpassungsbedarf, 
  • Transfer und Verankerung im eigenen Setting. 

Abschlussleistung
Praxisprojektbericht mit Reflexion sowie Präsentation und Reflexionsgespräch.

Termine & Zeitplan

Umfang

450 Stunden, davon 72 Stunden Präsenzzeit

Laufzeit

9 Monate: Ein Blockseminar pro Monat, in der Regel Freitag/Samstag, ergänzt durch Moodle-basierte Selbstlernphasen, Transferaufgaben, Praxisprojektarbeit und Online-Supervision.

Aktuelles

Weiterbildung
News

Ganztag ist kein Nachmittag – von Prof. Dr. Gerlind Große

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung stellt Schulen, Horte und Träger vor eine pädagogische Grundsatzfrage: Wie gestalten wir Lernen über den ganzen Tag hinweg?

Hochschulpolitik
Pressemitteilung

Prof. Dr. Gerlind Große wird neue Dekanin am Fachbereich Sozial- und Bildungswissenschaften der Fachhochschule Potsdam

Zum 11. Juni übernahm Prof. Dr. Gerlind Große, Forschungsprofessorin für Frühkindliche Bildungsforschung, das vierjährige Amt der Dekanin des Fachbereichs Sozial- und Bildungswissenschaften der Fachhochschule Potsdam. Sie folgt auf Prof. Dr. Frank Früchtel.

Anmeldung & Information

ZEW – Zentrale Einrichtung Weiterbildung

Raum 1.10
Zentrale Anerkennungs- und Anrechnungsberatung & Koordination ZEW