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Transferprofessuren an der FH Potsdam
Die Transferprofessuren bringen Expertise aus der Hochschule in die Praxis, um Innovationen und Wissenstransfer in der Region voranzutreiben.
© Andrea Vollmer Die Chicago School of Sociology formulierte früh den Anspruch: ‚Go into the district and get the feeling of it.‘
Dieser Perspektive folge ich auch im Projekt – indem wir das Quartier im gelebten Alltag seiner Bewohnerinnen und Bewohner erforschen, um die Bedingungen sozialen Zusammenhalts empirisch zu verstehen.
Prof. Dr. Kerstin BotschProfessorin für Soziologie in sozialen Berufen
© Andrea Vollmer Gute Zusammenarbeit braucht nicht bloß Gemeinsamkeiten – sondern Neugier auf das, was uns unterscheidet.
Prof. Dr. Dipl. Psych. Karsten KrauskopfProfessor für Psychologie in der Sozialen Arbeit
© Andrea Vollmer Erhalt anstatt Abriss und Recycling anstatt Abfall stellen probate Lösungsansätze zu mehr Nachhaltigkeit beim Bauen dar.
Prof. Dr.-Ing. Jörg RöderProfessor für Bauwerkserhaltung, Bauen im Bestand und Holzbau
© Andrea Vollmer Ich erforsche Schlüsselsituationen der Sozialen Arbeit aus einer erfahrungsorientierten Perspektive.
Prof. Dr. Armin SchachameierProfessor für Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit
© Susanne Hommel "It’s a joy to be hidden and a desaster to not be found.", D. W. Winnicott, 1971.
Mich begeistert die spielerische Ernsthaftigkeit mit der Kleinkinder ihr "Selbst" im Rahmen ihrer Beziehungen zu ihren Bezugspersonen und ihren "Peers" entwickeln.
Prof. Dr. Dipl. Psych. Susanne Hommel, PhD.Professorin für Psychoanalytische Intervention für Kinder, Jugendliche und Familien
© Andrea Vollmer Ich möchte die digitale Privatsphäre und die digitale Souveränität der Forschung als Grundlage unserer Demokratie stärken!
Prof. Dr. Ulrike WuttkeProfessorin für Bibliothekswissenschaft - Strategien, Serviceentwicklung und Wissenschaftskommunikation
Unsere Transferprofessor*innen
Die Fachhochschule Potsdam hat als erste brandenburgische Hochschule für angewandte Wissenschaften Transferprofessuren geschaffen, um den Wissens- und Technologietransfer zwischen Forschung und Anwendung zu stärken und eine engere Zusammenarbeit mit externen Partnern zu ermöglichen. Dieses flexible Modell gibt Professor*innen die Chance, sich für ein bis drei Jahre verstärkt in kooperative Projekte mit Partner*innen aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Verwaltung einzubringen.
Die Satzung der FHP vom November 2024 bildet die Grundlage für die Vergabe und Ausgestaltung der Transferprofessuren. Um den nötigen Freiraum für Transferaktivitäten zu gewährleisten, wird die Lehrverpflichtung während der Laufzeit reduziert. Alle Details zur Vergabesatzung und den Kriterien finden Sie hier.
Sozialer Zusammenhalt und nachhaltige Wohnraumentwicklung im Schilfhof 20
Ziel des Projektes ist es, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über das Zusammenleben im Quartier Schlaatz zu gewinnen und gemeinsam mit dem Praxispartner Maßnahmen zur Stärkung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts zu entwickeln. Ich möchte Forschung, Lehre und gesellschaftlichen Transfer zusammenbringen. Dazu führen wir ethnografische Feldstudien durch, die sich methodisch an Ansätzen der Chicago School of Sociology orientieren. Durch direkte Beobachtung vor Ort, Gespräche mit Bewohner*innen sowie sozialräumliche Analysen untersuchen wir alltägliche Routinen, Konfliktlagen, Formen der Nachbarschaft und Prozesse des sozialen Wandels im Wohnkomplex. Das Ziel besteht in einer umfassenden Fallstudie des Quartiers sowie der Weiterentwicklung eines interdisziplinären Modells zur Analyse sozialer Kohäsion in verdichteten Wohnräumen.
Prof. Dr. Kerstin Botsch ist seit Oktober 2025 Professorin für Soziologie in sozialen Berufen. Nach ihrer Promotion an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Fach Soziologie und Forschungsaufenthalt an der University of California, Santa Barbara (USA) leitete sie einen sozialwissenschaftlichen Forschungsbereich am Umweltministerium (BW) und lehrte an der Universität Freiburg, in Karlsruhe (KIT) und an der Döpfer Hochschule (HSD) in Köln.
Frühe Intervention im Kontext von Krippe & Kita
Mein Transfervorhaben ist in der Profillinie "Sozialer Raum – Bildung, Partizipation, Gemeinschaft" verortet und verfolgt das Ziel, ein präventives, niedrigschwelliges psychoanalytisch fundiertes Präventions- und Interventionsangebot für Eltern und Kleinkinder im Alter von zwei bis fünf Jahren in Krippen und Kitas zu etablieren. Das in Kooperation mit der FRÖBEL gGmbH durchgeführte Pilotprojekt einer "Eltern-Kleinkind-Gruppe" sowie ihr strukturierter Beobachtungsansatz verkörpern Anna Freuds Bestreben, psychoanalytische Theorie, direkte Beobachtung sowie pädagogische und klinische Praxis miteinander zu verbinden. Ziel ist die kindliche Entwicklung zu unterstützen, Störungen in der Eltern-Kind-Beziehung zu verstehen und Eltern zu unterstützen, sich im Sinne einer "good enough mother" sowie "good enough father" als Eltern kompetent zu fühlen. Zudem ermöglicht es Studierenden die detaillierte Erforschung des sich entfaltenden Entwicklungsprozesses des Kindes, der Frühen Beziehung sowie des Gruppenprozesses.
Prof. Dr. Dipl. Psych. Susanne Hommel ist seit Oktober 2025 Professorin für Psychoanalytische Intervention bei Kindern, Jugendlichen und Familien an der FHP. Nach ihrem PhD. am University College London (UCL) in Kooperation mit dem Anna Freud Centre in London (UK), war sie als Gründerin des "ElternHaus" und Trägerin der "SchreibabySprechstunde Hamburg" im Auftrag der Sozialbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg für die Qualifizierung der Fachkräfte "Frühe Hilfen" sowie "Frühe Intervention" für Familien mit Säuglingen und Kleinkindern verantwortlich. Sie ist als Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin mit dem Fokus "Frühe Kindheit" in Hamburg niedergelassen und ist als Dozentin und Supervisorin für "Integrative Eltern-Säuglings-/Kleinkind-Beratung & Psychotherapie" (IESK-B/P), "Psychoanalytic Intervention for Parents and Infants" der International Psychoanalytic Association (IPA) und "Psychoanalytische Säuglings-, Kleinkind-Eltern-Psychotherapie" (SKEPT) tätig. Ihr berufspolitisches Engagement umfasst u. a.:
- die Leitung der Arbeitsgemeinschaft "Qualitätsstandards für Begleitung, Beratung & Behandlung" der Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit e.V. (GAIMH),
- die Mitarbeit an der Leitlinie "Psychische Störungen im Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalter" der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF),
- die Mitarbeit in der Vernetzungskonferenz der "BabyAmbulanzen" der Vereinigung für analytische und tiefenpsychologisch fundierte Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie in Deutschland e.V. (VAKJP) sowie
- ihr Fellowship des "Research Training Program" der IPA.
Beziehungen, Gefühle und multiprofessionelle Kooperation
Multiprofessionelle Kooperation und die Förderung emotionaler sowie sozialer Kompetenzen pädagogischer Fachkräfte sind zentrale Herausforderungen der Bildungsforschung. Mich interessiert, wie Fachkräfte in komplexen Situationen professionell handeln. Im Projekt PIPS (PIPS - Partizipative Interaktionen in Pflege- und Schlafsituationen in Krippen) erforschen wir z.B., wie partizipative Interaktionen in Krippen gestaltet werden. Mithilfe von Videografie und Eyetracking analysieren wir nonverbale Kommunikation und entwickeln Konzepte zur Stärkung von Kinderrechten.
Prof. Dr. Dipl. Psych. Karsten Krauskopf ist seit 2020 Professor für Psychologie in der Sozialen Arbeit, Leiter des Familien- und Kompetenzzentrums Frühe Kindheit (FamKom;FH) und Studiengangsleitung von BASA D2. Nach seiner Promotion am Leibniz-Institut für Wissensmedien zum kooperativen Lernen in digitalen Kontexten war er an unterschiedlichen Forschungs- und Praxisentwicklungsprojekten in den Bereichen Inklusion und Frühe Kindheit beteiligt.
Zukunftsgerechtes Erhalten und Umbauen
Das Transfervorhaben, dass direkt an die Profilinie „Entwerfen • Bauen • Erhalten“ und das "Teilvorhabens 5 - Zukunftsgerechter Umbau" des Verbundprojektes "InNoWest" anknüpft, wird durchgeführt, um die wesentlichen Eckpfeiler Bauerhaltung, zukunftsorientiertes Umbauen und Recycling zur Verringerung der THG-Emissionen, des Ressourcenverbrauchs und des Müllaufkommens im Bauwesen voranzubringen. Geplant sind u. A. eine Webseite zum ressourcenschonendem Umbauen, Veröffentlichung von Ergebnissen zur Lehmriss-Sanierung sowie Fachbeiträge und Vorträge.
Prof. Dr.-Ing. Jörg Röder ist seit 2018 Professor für Bauwerkserhaltung, Bauen im Bestand und Holzbau an der FH Potsdam. Sein besonderes Interesse gilt dem schonenden und erhaltenden Umgang mit dem Baubestand und der Verwendung nachhaltiger Baustoffe. Dem Aufgabenfeld zukunftsorientierter Umgestaltung hat er sich bereits in seiner langjährigen praktischen Tätigkeit gewidmet. Sein Ziel an der FH Potsdam ist es nun, den vorhandenen Gebäudebestand zu aktivieren und nach Bedarf nachhaltig zu erweitern.
Gestalt in der Sozialen Arbeit
Das Transferprojekt erforscht zentrale Schlüsselsituationen der Sozialen Arbeit aus der Gestaltperspektive, um praxisnahe Handlungsstrategien zu entwickeln. Dafür werden digitale, hybride und analoge Reflexionsräume geschaffen, in denen Praxissituationen gemeinsam mit nationalen und internationalen Fachkräften auf Basis eines erfahrungsorientierten didaktischen Konzepts reflektiert werden. Im Rahmen von Kasuistiklaboren werden Studierende gezielt in den Reflexionsprozess einbezogen. 3D-Videoaufnahmen von Beratungssituationen ermöglichen ein intensives Lernerlebnis. Das Vorhaben stärkt die Verbindung von Wissenschaft und Praxis und fördert interkulturellen Austausch sowie innovative Lehrmethoden.
Prof. Dr. Armin Schachameier ist seit 2020 als Professor für Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit an der FH Potsdam tätig. Er war maßgeblich am Aufbau des Studiengangs BASA Dual-Digital beteiligt und leitete zuvor die Studienrichtung Soziale Dienste an der Dualen Hochschule Sachsen. Sein besonderes Interesse gilt der Verbindung von Theorie und Praxis, die er insbesondere in Kasuistikseminaren vertieft. Neben seiner Tätigkeit als Gestalttherapeut war er zudem therapeutischer Leiter einer Suchteinrichtung.
T.R.A.C.K.S. "Training on Analytics, Compliance, Knowledge, and Security"
T.R.A.C.K.S. fokussiert die Auswirkungen des nicht datenschutzgerechten Erhebens und Nachnutzens von Nutzungsdaten auf kommerziellen wissenschaftlichen Webseiten auf Digitale Souveränität und Wissenschaftsfreiheit. Dieses schädliche science tracking betrifft nicht nur Forschende, sondern alle! Mit der Zentral- und Landesbibliothek Berlin sollen partizipativ zielgruppenspezifische Formate entwickelt werden, um das Bewusstsein für Schutzmaßnahmen und alternative Infrastrukturen zu stärken.
Prof. Dr. Ulrike Wuttke ist seit 2023 Professorin für Bibliothekswissenschaft - Strategien, Serviceentwicklung und Wissenschaftskommunikation. Vorherige Stationen umfassen u.a. FU Berlin, TH Köln, Universiteit van Amsterdam, Universiteit Gent und die Staats- und Landesbibliothek Göttingen (SUB). Als Bibliotheks- und Informationswissenschaftlerin und Digital Humanista engagiert sie sich für die interdisziplinäre Verbindung von Forschung und Praxis zur Stärkung der Integrität einer offenen Informationsgesellschaft.