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Interview

Leichte Sprache von Anfang an mitdenken: Wie Barrierefreiheit das Kuratieren bereichert

Portraitfoto von Frau an Wand lehnend
© Fany Fazii

Wie lässt sich Leichte Sprache von Anfang an in die Konzeption und Gestaltung einer Ausstellung integrieren? Krishna Sara Helmle arbeitet als Trainerin für Leichte Sprache und berät Museen zu verständlicher Kommunikation. In unserer Weiterbildung „Das Einmaleins des Kuratierens“ hat sie ihren Blick auf das Ausstellungsmachen erweitert und neue Ideen dafür gewonnen, wie Barrierefreiheit ganz selbstverständlich Teil einer Ausstellung werden kann. Im Interview erzählt sie, warum es sich lohnt, Verständlichkeit von Beginn an mitzudenken – und weshalb die Weiterbildung besonders für Quereinsteiger*innen im Museums- und Ausstellungsbereich interessant ist.

Julia Sammler (JS): Sie arbeiten als Trainerin für Leichte Sprache und beschäftigen sich beruflich mit verständlicher Kommunikation. Was hat Sie in diesem Zusammenhang an unserer Weiterbildung „Das Einmaleins des Kuratierens“ gereizt?

Krishna Sara Helmle (KSH): Ich arbeite viel mit Museen zusammen und oft werden wir als Büro für Leichte Sprache erst sehr spät in den Prozess einer Ausstellung mit einbezogen. Ich habe mich zu der Fortbildung angemeldet, weil ich besser verstehen wollte, wie „Ausstellungen machen“ funktioniert, womit man klassischerweise anfängt. Ich verspreche mir davon, dass ich dadurch Kund*innen besser beraten und sie davon überzeugen kann, dass sie Leichte Sprache und Barrierefreiheit im Allgemeinen von Anfang an mitdenken und einplanen sollen. 

JS: Hat die Weiterbildung Ihren Blick auf Ausstellungen und ihre Zugänglichkeit verändert – etwa darauf, wie Inhalte vermittelt oder Besucher*innen angesprochen werden?

KSH: Ja, das hat sie auf jeden Fall. Es war für mich hilfreich, dass wir verschiedene Ausstellungskonzepte erleben und besprechen konnten. Nun habe ich mehr Ideen, wie sich Leichte Sprache gestalterisch und baulich in eine Ausstellung integrieren lässt.

JS: Gab es Impulse aus dem Kurs, die Sie unmittelbar mit Ihrer Arbeit zu Leichter Sprache oder barrierearmer Kommunikation verbinden konnten?

KSH: Das nicht, aber was ich gelernt habe, fließt immer wieder in meine Arbeit mit ein. 

JS: Welche Rolle können aus Ihrer Sicht Verständlichkeit und Leichte Sprache bereits in der Konzeption von Ausstellungen spielen – nicht erst in der Vermittlung im Nachhinein?

KSH: Wenn wir Verständlichkeit und Leichte Sprache von Anfang an mitdenken und einplanen, beeinflusst das die Gestaltung und den Aufbau einer Ausstellung unmittelbar. Wir nutzen zum Beispiel eine größere und besser lesbare Schrift, weniger Text insgesamt und achten darauf, auf welcher Höhe wir Texte an einer Wand anbringen. Wir beziehen die Leichte Sprache mit ein, so dass sie kein Zusatz ist, sondern ein Teil der Ausstellung. Das erleichtert dann auch die Vermittlung der Inhalte einer Ausstellung, weil diese auch in Leichter Sprache aus einem Guss sind. Und zwar unabhängig davon, ob es Webseitentexte, Objekttexte oder ein Audioguide sind. 

JS: Was hat Sie am Austausch in der Gruppe besonders bereichert – und wem würden Sie die Weiterbildung empfehlen?

KSH: Ich fand die große Vielfalt der Gruppe und der damit vertretenen Institutionen toll. Dadurch haben wir ganz unterschiedliche Museen, Konzepte und Fortschritte gesehen und konnten uns auch gegenseitig unterstützen. Ich würde die Weiterbildung allen empfehlen, die mehr darüber wissen wollen, wie man Ausstellungen macht und die nicht gleich ein ganzes Studium absolvieren möchten. Sie bietet sich daher insbesondere für Quereinsteiger*innen im Museums- und Ausstellungsbereich an. 

Das Interview führte Julia Sammler.

Sie möchten selbst lernen, wie Ausstellungen konzipiert, organisiert und realisiert werden? Unser Kurs „Das Einmaleins des Kuratierens“ wird 2027 wieder angeboten.

Kontakt

ZEW – Zentrale Einrichtung Weiterbildung

4.1.10 (Haus 4)