Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation Direkt zum Fußbereich

Interview

Aktionszentriertes Coaching – Interview mit Elsa Coppoletta

Frau sitzend auf Boden vor weißer Wand
© Lea Städler

Elsa Coppoletta hat am ersten Durchgang der Weiterbildung „Aktionszentriertes Coaching“ an der FH Potsdam teilgenommen. Während des Kurses hat sie den Schritt in die Selbstständigkeit als Coachin gewagt und begleitet heute insbesondere neurodivergente Frauen. Im Interview erzählt sie, was sie am psychodramatischen Ansatz überzeugt, wie viel Coaching in der Weiterbildung steckt und was Teilnehmende vom Aktionszentrierten Coaching erwarten können.

Du hast während der Weiterbildung begonnen, dich als Coachin selbstständig zu machen. Was hat dich damals dazu bewegt, daran teilzunehmen?

Als ich mich für das Aktionszentrierte Coaching an der FH Potsdam entschieden habe, war die Selbstständigkeit als Coachin noch gar nicht mein konkretes Ziel. Damals habe ich im Auftrag des Wirtschaftsministeriums in einem Projekt zum Thema Arbeitsmarktintegration beraten und wollte meine Beratungskompetenz durch eine fundierte Coachingausbildung erweitern. Erst im Laufe der Weiterbildung habe ich gemerkt: Damit möchte ich mich tatsächlich selbstständig machen.

Du begleitest heute insbesondere neurodivergente Frauen. Welche Rolle spielt das Aktionszentrierte Coaching dabei?

Eine sehr große Rolle. Das Aktionszentrierte Coaching bildet die methodische Basis meiner Arbeit mit spätdiagnostizierten neurodivergenten Frauen. Gerade für die persönliche und berufliche Begleitung im 1 zu 1 Coaching finde ich den Ansatz sehr wertvoll, weil wir nicht nur über Herausforderungen und Anpassungsdruck sprechen, sondern Rollen, Bedürfnisse und Handlungsmöglichkeiten erlebbar und gestaltbar machen. Außerdem lässt sich das gut mit Methoden aus dem Somatic Dance kombinieren.

Viele Interessierte fragen sich: „Wie viel Coaching lernt man in der Weiterbildung eigentlich?“ Wie hast du das erlebt?

Die Weiterbildung ist sehr praxisorientiert: Die theoretischen Grundlagen werden kurz gehalten und gleich in Aktion gesetzt. In jedem Modul coachen wir selbst und bekommen dazu wertschätzendes Feedback in den Kleingruppen. Auf Grundlage systemischer Fragestellungen arbeiten wir im Raum und mit Stühlen, Schleichtieren, Spielfiguren, Landkarten, Farben und vielem mehr.

Das Aktionszentrierte Coaching basiert auf dem Psychodrama. Was hat dich an diesem Ansatz besonders überzeugt?

Mir war wichtig, dass die Weiterbildung wissenschaftlich fundiert ist. Kennst du die Entstehungsgeschichte des Psychodramas? Im Wien der 1920er-Jahre war der Arzt und Psychiater J. L. Moreno fasziniert vom spontanen Theater und hat beobachtet, dass es Menschen guttun kann, ihre eigenen Lebenssituationen auf der Bühne spielerisch darzustellen. Daraus entwickelte er das Psychodrama, dessen Methoden später auch die systemische Aufstellungsarbeit inspirierten. Mich überzeugt, dass innere Prozesse verkörpert und integriert werden können – gerade für meine Zielgruppe ist das sehr wertvoll.  

Du hast auf LinkedIn einmal ein schönes Beispiel zur Methode des Rollenwechsels geteilt. Warum kann so etwas mehr bewirken als ein reines Gespräch?

Beim Rollenwechsel verlässt man für einen Moment die gewohnte Perspektive und schlüpft zum Beispiel in die Rolle einer anderen Person oder eines inneren Anteils. Gerade wenn man im Gedankenkarussell feststeckt, kann dieser Perspektivwechsel helfen, eigene Bedürfnisse wieder besser wahrzunehmen und eine Verbindung zu sich selbst aufzubauen. Daraus entstehen oft ganz konkrete Handlungsmöglichkeiten.

Was hat sich durch die Weiterbildung an deiner Haltung als Coachin verändert?

Ich denke, ich habe mehr Souveränität gewonnen und vertraue heute stärker meiner eigenen Kreativität und Spontaneität. Gleichzeitig habe ich gelernt, mich als Coachin zurückzunehmen und Menschen dabei zu unterstützen, ihren eigenen stimmigen Weg zu finden.

Wem würdest du die Weiterbildung empfehlen – und was würdest du jemandem sagen, der noch überlegt?

Ich würde sie Menschen empfehlen, die andere begleiten: Berater*innen, angehende Coaches, Führungskräfte, Menschen aus sozialen und pädagogischen Berufen.Die Weiterbildung vermittelt nicht nur einen vielseitigen Methodenkoffer, sondern bietet auch die Möglichkeit, von einem erfahrenen und vielseitigen Team aus Psychologinnen und Pädagoginnen begleitet zu werden.

Der nächste Kurs „Aktionszentriertes Coaching“ findet von 20.11.2026 bis zum 26.02.2028 statt. Zoom-Infoabend am 2. September!

Kontakt

ZEW – Zentrale Einrichtung Weiterbildung

Raum 1.10