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Ringvorlesung Advanced Topics in den Informationswissenschaften

Im Wintersemester 2026/27 finden am Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule im Rahmen der Ringvorlesung Advanced Topics in den Informationswissenschaften verschiedene Vorträge statt. Die Vorträge der Ringvorlesung behandeln aktuelle Konzepte, Studien und Methoden der Informationswissenschaften und präsentieren das breite Spektrum des Fachdiskurses.

Die Vorträge richten sich insbesondere an die fortgeschrittenen Studierenden des Masters Digitales Informationsmanagement sowie der Bachelorstudiengänge Archiv, Bibliothekswissenschaft und Informations- und Datenmanagement, stehen jedoch ausdrücklich allen Interessierten offen.  

Alle Vorträge finden ab 16 Uhr (c. t.) an der FHP statt und bestehen aus Vortrag und anschließender Diskussion. 

Weitere organisatorische Angaben finden Sie auf dieser Veranstaltungsseite. Hier erfahren Sie auch, ob der Vortrag gestreamt wird, da hierfür eine separate Einwilligung erforderlich ist, und wie Sie sich für die Online-Teilnahme anmelden können. Für die Teilnahme vor Ort ist keine Anmeldung erforderlich; hier gilt das Prinzip der freien Platzwahl.

Der Fachbereich Informationswissenschaften freut sich auf Ihre Teilnahme.

Zielgruppe: Alle Hochschulangehörigen Öffentlichkeit

08.10.2026, 16:00 – 18:00 Uhr

Frontiers In Information Sciences: Emerging Issues, Technologies and Governance

Dr. Carolyne Nyaboke Musembe (TU Kenia), Department of Information Science, Language and Communication Studies

Abstract zur Vorlesung: Die Informationswissenschaft betritt ein neues Terrain, in dem Informationen zunehmend in intelligenten, vernetzten und datenintensiven Umgebungen erstellt, interpretiert, transformiert, geregelt, aufbewahrt und verbreitet werden. Dieser konzeptionelle Vortrag untersucht sechs miteinander verbundene Bereiche: intelligente Informationen, vertrauenswürdige Informationen, geregelte Informationen, gespeicherte Informationen, nachhaltige Informationen und die Zukunft der gemeinsamen Nutzung von Informationen.

Anstatt den technologischen Wandel als die Grenze an sich zu betrachten, argumentiert der Vortrag, dass die sich abzeichnende Grenze darin liegt, die Bedingungen zu verstehen, unter denen Informationen vertrauenswürdig sind, verantwortungsvoll verwaltet, sinnvoll bewahrt, nachhaltig gepflegt und gerecht gestaltet werden können. Die Diskussion befasst sich mit der zunehmenden Beteiligung künstlicher Intelligenz und automatisierter Systeme an der Erstellung und Interpretation von Informationen; mit Fragen der Herkunft, Authentizität, Integrität und Informationskompetenz in immer komplexer werdenden Informationsumgebungen; mit der Steuerung von Daten, Algorithmen und automatisierten Entscheidungen; mit der Bewahrung des digitalen Gedächtnisses und des dokumentarischen Erbes; mit der ökologischen, institutionellen und infrastrukturellen Nachhaltigkeit von Informationsökosystemen; sowie mit Fragen des Zugangs, der Repräsentation, der Teilhabe und der Handlungsfähigkeit bei der Gestaltung einer gemeinsamen Informationszukunft.

Besonderes Augenmerk wird auf ungleiche digitale und IT-Infrastrukturen sowie auf afrikanische Fragestellungen zu Wissen, epistemischer Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe gelegt, wobei anerkannt wird, dass die Zukunft von Technologie und Information in ungleichen sozialen, institutionellen und infrastrukturellen Kontexten geprägt wird. Jüngste Entwicklungen im Bereich der Herkunftsnachweisbarkeit von Inhalten, einschließlich neuer Standards zur Dokumentation der Geschichte und Transformation digitaler Inhalte, veranschaulichen zudem den Wandel von Fragen des Vertrauens in Informationen hin zu Fragen der Governance und Rechenschaftspflicht. Der Vortrag kommt zu dem Schluss, dass die Informationswissenschaft zunehmend soziotechnische Kompetenzen erfordert, die Informationsorganisation, Herkunft, kritische Bewertung, Governance, Erhaltung, Nachhaltigkeit und Inklusion über disziplinäre und berufliche Grenzen hinweg miteinander verbinden. Die zentrale These lautet, dass die Zukunft der Informationswissenschaft nicht einfach davon abhängt, was Technologien leisten können, sondern davon, wie Gesellschaften die Informationsökosysteme, die Entwicklung und das gesellschaftliche Leben zunehmend prägen, schaffen, ihnen vertrauen, sie steuern, erhalten, interpretieren und teilen.

Sprache: Englisch
Anmeldung: Nicht erforderlich
Ort: Raum 3.0.08 (Haus 3)

15.10.2026, 16:00 – 18:00 Uhr

Netzwerke zur Modellierung von Wissensdynamiken

Dr. Malte Vogl, The Electronic Life Of The Academy (TELOTA), Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities

Abstract zur Vorlesung: Die Entwicklung von Informationsinfrastrukturen steht in direkter Wechselwirkung zur Dynamik sozialer Gruppenbildung und Austauschprozesse und beeinflusst, wie Wissen in Schrift und Sprache ausgedrückt wird. 

Der Vortrag präsentiert einen theoretischen Rahmen zur Beschreibung solcher integrierter Wissensdynamiken, den sozio-epistemischen Netzwerken, und stellt Studien zur sprachlichen Analyse der Entwicklung von Fachdisziplinen sowie Ansätze zur quantitativen Erschließung von systematischen Biases in Archiven vor. Der Vortrag wird begleitet von zwei kleinen Übungen, in denen die Teilnehmenden grundlegende Techniken anwenden werden.

Sprache: Deutsch
Anmeldung: Nicht erforderlich
Ort: Raum 2.0.14 (Haus 2)

22.10.2026, 16:00 – 18:00 Uhr

Mit KI auf Spatzen? Der Fußabdruck von Big Tech auf Klima, Gesellschaft und Informationslandschaft und wie wir es besser machen können

Dr. Argie Kasprzik, ZBW 

Abstract zur Vorlesung: Die Gier von Big Tech nach Energie, Wasser, Land, Rohstoffen, Arbeitskraft, Daten und weiteren essentiellen Ressourcen, um kommerzielle Dienste auf der Basis generativer Künstlicher Intelligenz (genKI) zu entwickeln und zu betreiben, steigt weiterhin ungebremst. Diese Art der aggressiven profitorientierten Expansion ohne Rücksicht auf Verluste wird teilweise als unumgängliche, alternativlose Notwendigkeit (oft in Verbindung mit Euphemismen wie "disruptive Innovation" oder "Technologieoffenheit") dargestellt und teilweise verschleiert durch Taktiken wie "Greenwashing" oder das demonstrative Ziehen ethischer roter Linien, die dann bei Bedarf bedenkenlos zurückgenommen und überschritten werden. 

Der anhaltende, kommerziell getriebene Hype und geschicktes Marketing rund um die neueste Generation von Methoden aus der Künstlichen Intelligenz erzeugt vor allem eines: den Druck, in Bezug auf Technologieeinsatz und Kenntnisstand nicht abgehängt zu werden. Während der Fuhrpark an proprietären genKI-gestützten Diensten rasant wächst, fehlt allerdings häufig weiterhin ein Bewusstsein dafür, welche immensen Ressourcen für Training und Betrieb aufgewendet werden müssen und auch, welcher Praktiken sich die großen Anbieter zu deren Bereitstellung bedienen. 

Dieser Vortrag sammelt zunächst eine breite Palette von Aspekten, inwiefern die aktuelle Generation von KI-Methoden und insbesondere deren kommerzielle Verwertung ihren Fußabdruck auf Umwelt, Gesellschaft und unsere Informationslandschaft hinterlässt. Anschließend beleuchten wir ein paar Herangehensweisen für Individuen und für Institutionen, wie dieser Fußabdruck bei der Suche nach Methoden zur Automatisierung unserer täglichen Workflows und Aktivitäten verkleinert bzw. im Einklang mit den Grundwerten des GLAM-Bereichs ein unverhältnismäßiges Anwachsen verhindert werden kann. 

Sprache: Deutsch
Anmeldung: Nicht erforderlich
Ort: Raum 2.0.14 (Haus 2)

29.10.2026, 16:00 – 18:00 Uhr

Prof. Dr. Achim Oßwald, Technische Hochschule Köln

Vortragstitel: TBA

Das Abstract zur Vorlesung folgt.

Sprache: Deutsch
Anmeldung: Nicht erforderlich
Ort: Raum 2.0.14 (Haus 2)

05.11.2026, 16:00 – 18:00 Uhr

Wenn keine Methode passt: Situated Storywalks als teilnehmendengeleiteter

Prof. Dr. Elke Greifeneder, Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin 

Abstract zur Vorlesung: Was macht man, wenn etablierte Methoden zur Beantwortung einer Forschungsfrage nicht ausreichen? Beobachtungen, Interviews, Guided Tours, Touchstone Tours oder Think-Aloud-Verfahren bieten jeweils unterschiedliche Zugänge zur Untersuchung von Bibliotheksräumen und -nutzung. Doch was, wenn die Forschungsfrage Erfahrungen betrifft, die sich mit keiner dieser Methoden angemessen erfassen lassen? 

Der Vortrag stellt die Methode der Situated Storywalks vor, die im Rahmen der Studie „(Un-) sichtbare Barrieren in der Staatsbibliothek zu Berlin“ entwickelt und erprobt wurde. Im Mittelpunkt der Studie standen die individuellen Erfahrungen von Bibliotheksnutzenden mit unterschiedlichen Einschränkungen und Behinderungen. Das Spektrum der Teilnehmenden reichte dabei von Personen mit sozialen Angststörungen bis hin zu blinden Personen. Gleichzeitig zielte die Untersuchung auf Barrieren, die für das Bibliothekspersonal bislang nicht sichtbar bzw. bekannt waren. Für diese Fragestellung erwiesen sich etablierte Erhebungsmethoden als nur bedingt geeignet: Sie konnten entweder die situative Erfahrung im Raum nicht vollständig abbilden oder setzten bestimmte kommunikative und körperliche Fähigkeiten voraus. Daher wurde ein partizipativer und explorativer Forschungsansatz entwickelt, der die individuellen Erfahrungen der Teilnehmenden unmittelbar mit dem konkreten Ort und der jeweiligen Situation verbindet. 

Das Besondere an der Methode: sie ist konsequent teilnehmendengeleitet. Der Vortrag zeigt anhand der Studie, wie Situated Storywalks eingesetzt werden können, um bislang unsichtbare und situativ erfahrene Barrieren sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welchen Erkenntnisgewinn ein solcher ortsbezogener, partizipativer Ansatz gegenüber etablierten Methoden ermöglicht. Zugleich wird diskutiert, was passiert, wenn eine Forschungsfrage die Grenzen vorhandener Methoden sichtbar macht – und Forschung deshalb nicht nur Antworten, sondern auch neue methodische Zugänge entwickeln muss.   

Sprache: Deutsch
Anmeldung: Nicht erforderlich
Ort: Raum 2.0.14 (Haus 2)

12.11.2026, 16:00 – 18:00 Uhr

Dr. Kirsten Elger, GFZ Potsdam

Vortragstitel: TBA

Das Abstract zur Vorlesung folgt.

Sprache: Deutsch
Anmeldung: Nicht erforderlich
Ort: Raum 2.0.14 (Haus 2)

10.12.2026, 16:00 – 18:00 Uhr

Buchstaben einfrieren oder Information sichern? Archivierung im Zeitalter von Digital Intelligence

Dr. Tobias Wildi, docuteam (Schweiz) 

Abstract zur Vorlesung: Oft haftet Archiven noch immer das Bild des Endlagers am Ende des Lebenszyklus an, besonders dort, wo die Archivierung neben den attraktiven Zugangsangeboten von Repositorien und digitalen Lesesälen als lästige Nebenaufgabe gilt. Die Vorlesung stellt dieses Bild infrage. Sie zeigt, wie sich digitale Archive zu aktiven Wissensinfrastrukturen entwickeln, die Semantik und Kontext nicht nur erhalten, sondern auch zugänglich und auswertbar machen. Zwei Entwicklungen schaffen die Grundlage dafür. Die erste ist der Archivstandard Records in Contexts (RiC), mit dem sich erstmals Kontextnetzwerke rund um Archivalien modellieren lassen. Die zweite sind Werkzeuge des maschinellen Lernens, mit denen sich der Inhalt archivierter Dokumentenbestände heute systematisch auswerten lässt. Aus arbeitsökonomischen Gründen war das bisher nicht annähernd möglich. Auf dieser Grundlage formiert sich eine neue archivische Praxis der Data Intelligence. Das Wissen der Archivwissenschaft über Provenienz und Kontext wird dadurch nicht obsolet, sondern gewinnt an Bedeutung.

Sprache: Deutsch
Anmeldung: Nicht erforderlich
Ort: Raum 2.0.14 (Haus 2)

17.12.2026, 16:00 – 18:00 Uhr

Prof. Dr. Thomas Stäcker, FH Potsdam, Direktor der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

Vortragstitel: TBA

Das Abstract zur Vorlesung folgt.

Sprache: Deutsch
Anmeldung: Nicht erforderlich
Ort: Raum 2.0.14 (Haus 2)

07.01.2026, 16:00 – 18:00 Uhr

Anja Gerber, Klassik Stiftung Weimar

Vortragstitel: TBA

Das Abstract zur Vorlesung folgt.

Sprache: Deutsch
Anmeldung: Nicht erforderlich
Ort: Raum 2.0.14 (Haus 2)

14.01.2026, 16:00 – 18:00 Uhr

Der EU AI ACT und seine Auswirkungen bei der Nutzung von KI

Prof. Dr. Wolfgang Semar, FH Graubünden

Das Abstract zur Vorlesung folgt.

Sprache: Deutsch
Anmeldung: Nicht erforderlich
Ort: Raum 2.0.14 (Haus 2)

21.01.2026, 16:00 – 18:00 Uhr

Prof. Dr. Antje Michel, FH Potsdam

Vortragstitel: TBA

Das Abstract zur Vorlesung folgt.

Sprache: Deutsch
Anmeldung: Nicht erforderlich
Ort: Raum 2.0.14 (Haus 2)

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Raum 2.1.21 (Haus 2)

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Professur für Bibliothekswissenschaft – Strategien, Serviceentwicklung, Wissenschaftskommunikation