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Lena Stumpe gewinnt Förderpreis des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst 2026

Projektblatt "Das Porto Haus" von Lena Stumpe
© Lena Stumpe

Die Masterstudentin Lena Stumpe des Studiengangs Architektur und Städtebau wurde mit dem Studentischen Förderpreis Stadtbaukunst „Das städtische Haus“ des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst (DIS) ausgezeichnet.

Der Preis wird seit 2018 vom Deutschen Institut für Stadtbaukunst unter der Leitung von Frank Fietz gemeinsam mit wa wettbewerbe aktuell und mit Unterstützung der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) ausgelobt. Prämiert werden studentische Entwürfe, die sich in besonderer Weise mit ihrem städtischen Umfeld auseinandersetzen und den regionalen Kontext als Grundlage architektonischer Gestaltung begreifen.

Die ausgezeichnete Masterarbeit entstand im Masterstudiengang Architektur und Städtebau unter der Betreuung von Prof. Dr. Silvia Malcovati; Zweitgutachter war Prof. Ludger Brands. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.

Die Verleihung des Studentischen Förderpreises an Lena Stumpe findet am 25. August 2026 um 18 Uhr in Frankfurt am Main im Rahmen der Stadtbaukonferenz No. 16 „Zur Schönheit und Lebensfähigkeit der Stadt“ statt.

Über das Projekt „Von Typologie zu Stadt – Das Porto-Haus als Generator urbaner Dichte“

Unsere Städte wachsen kontinuierlich, während innerstädtische Flächenreserven zunehmend begrenzt sind. Diese Entwicklung wirft eine zentrale Frage auf: Wie kann eine urbane Verdichtung gelingen, ohne räumliche Qualität und lokale Identität zu verlieren?

Das Projekt setzt bei einem historisch gewachsenen Bautyp an: dem Porto-Haus, auch bekannt als das typische portugiesische Vorderhaus. Diese Typologie prägt seit Jahrhunderten das Stadtbild Portos und stellt zugleich eine räumlich effiziente Antwort auf schmale Parzellen und hohe städtische Dichte dar.

Ausgehend von einer typologischen Analyse – in historischer, morphologischer und funktionaler Hinsicht – wird untersucht, inwiefern das Porto-Haus als zeitgemäßes Instrument zur Erzeugung urbaner Dichte weiterentwickelt werden kann. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf seiner Einbindung in städtische Blockstrukturen sowie auf Entwurfsprinzipien wie Modularität, funktionale Neutralität und räumliche Anpassungsfähigkeit.

Auf dieser Grundlage entstand ein Typenkatalog, aufgebaut wie ein Leitfaden, der neben modularen und flexibel kombinierbaren Grundrissvarianten auch Fassadenelemente sowie konstruktive und materialbezogene Details umfasst. Diese greifen charakteristische Merkmale der ursprünglichen Porto-Häuser auf und übersetzen deren Proportionen, Materialität und Detailhaftigkeit in eine zeitgemäße architektonische Sprache.

Der Katalog wird abschließend an einem konkreten Stadtraum in Porto angewendet, der durch zahlreiche Baulücken und eine größere Freifläche geprägt ist. Anhand dieses Anwendungsbeispiels wird aufgezeigt, wie das Porto-Haus sowohl zur innerstädtischen Verdichtung als auch zur behutsamen Stadterweiterung beitragen kann. Das Porto-Haus wird dabei nicht als städtisches Relikt verstanden, sondern als ein lebendiges, anpassungsfähiges System.

Das Projekt soll einen Beitrag zur aktuellen Diskussion um nachhaltige urbane Transformation leisten und thematisiert das Zusammenspiel von architektonischer Sprache, Funktionalität und lokaler Identität – zentrale Herausforderungen vieler wachsender Städte.

Kontakt

Professorin für Entwerfen und Städtebau