Direkt zum Inhalt

Umweltbedingte Degradation synthetischer Konservierungs- und Restaurierungsmittel

Erfassung – Modellhafte Konservierung und Restaurierung an ausgewählten Beispielen – digitale Wissensvermittlung

Keyvisual des Forschungsprojekts "Umweltbedingte Degradation"
Projektzeitraum:
Typ:
Forschungsprojekt
Kooperationspartner:
  • Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches  Landesmuseum (BLDAM); Abteilung Restaurierung/Bauforschung, Dipl.-Rest. Mechthild Noll-Minor, Dipl.-Chemikerin Ellen Egel.
  • Eigenbetrieb Kulturbetriebe der Stadt Frankfurt (Oder), Evangelische Kirchengemeinde der Marienkirche und Gertraudenkirche.
  • BTU Cottbus – Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB), Geschäftsbereich Baumanagement, Baubereich Hochschulen
Finanzierung:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Als Folge des industriellen Aufschwungs nach dem 2. Weltkrieg, gekoppelt mit dem Fortschrittsglauben, langlebige Produkte entwickeln zu können, kamen moderne synthetische Materialien (Kunststoffe) - ohne lange zu prüfen, ob sie geeignet sind - zum Einsatz bei Sanierungs-, Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten zum Erhalt in der Baudenkmalpflege.

Die hohe anthropogene Umweltbelastung bis in die 1990er Jahre und ihr Eintrag auf unser kulturelles Erbe führte zu beschleunigten Alterungsprozessen besonders bei synthetischen organischen Molekülen, die gegenüber Oxidations-, photochemischen Prozessen und Säureangriffen besonders anfällig sind. Es kam zu Verfärbungen, Schwund- und Rissbildungen, Abplatzungen und Auswitterungen bis hin zu mechanischem Versagen von synthetischen Festigungsmitteln, Beschichtungsmaterialien, Klebstoffen und anderen zum Kulturgüterschutz eingesetzten Materialien. Die eingebrachten und nun gealterten Substanzen stehen in direktem Kontakt mit dem Originalmaterial und sind größtenteils in sie eingedrungen.

So stehen die Verantwortlichen heute häufig vor dem großen Problem, wie sie mit den schädigenden Altrestaurierungen unter Beibehaltung der Originalsubstanz umgehen sollen.

Im Rahmen des Projekts sollen nach dem Verstehen der Alterungsprozesse innovative Methoden entwickelt und modellhaft an Objekten angewendet und die Ergebnisse breit kommuniziert werden.

Dabei werden folgende Objekte schwerpunktmäßig bearbeitet:

1. Frankfurt (Oder), Marienkirche, barockes Erbbegräbnis, u.a. von Friedrich Wilhelm Roloff

2. Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus, Außenfassade, Glaskröselbild „Mensch und Bildung“ von Gerhard Krüger 1972/73 

Zur Verbreitung der Forschungsergebnisse wird im Rahmen des Projekts auch die von der Fachhochschule Potsdam entwickelte Datenbank POLYKON modernisiert.

Förderlogo der DBU

Projektleitung

Prof. Dr. Steffen Laue
Professor der Naturwissenschaften im Studiengang Konservierung und Restaurierung