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Digitalisierungslabor - Labor für retrospektive Digitalisierung und Digitale Archivierung

Haus 2 auf dem Campus der FH Potsdam
Haus 2 auf dem Campus der FH Potsdam

Das Digitalisierungslabor des Fachbereichs Informationswissenschaften bietet Studierenden, Lehrenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie externen Interessenten die notwendige Infrastruktur, um auf den Gebieten der retrospektiven Digitalisierung und Digitalen Archivierung praktische Kompetenzen aufbauen zu können.
 

Nutzungsmöglichkeiten auf einen Blick

Die Nutzung digitaler Informationskanäle ist eine Selbstverständlichkeit geworden. Die qualitätsvolle Bereitstellung von digitalen Informationen und digitalen Objekten sowie deren nachhaltige Verfügbarkeit sind indes noch lange keine Selbstverständlichkeit. Dieses komplexe Themenfeld stellt einen Schwerpunkt in der Lehre und Forschung am Fachbereich Informationswissenschaften dar. Mit dem Digitalisierungslabor steht eine Infrastruktur für die praktischen Aspekte bereit.

Infrastruktur

Die Infrastruktur erlaubt die Erprobung aller Workflow-Komponenten der retrospektiven Digitalisierung, mit Schwerpunkt auf bildgebende Digitalisierungsverfahren. Diese Komponenten sind:

  • Elektronische Bestandserfassung
  • (objektschonende) Retrospektive Objektdigitalisierung
  • Digitale Präsentation
  • Digitale Sicherung
  • Digitale Langzeitarchivierung

Hinzu kommen Möglichkeiten zur Zwischenlagerung der Originale in A0 Planschränken und Stahlblechschränken.

Verknüpfung von Forschung und Lehre

Das Digitalisierungslabor steht seit vielen Jahren für die praxisbezogene Verknüpfung von Forschung und Lehre in den o.g. Bereichen. Angehende Informationswissenschaftler*innen sollen durch die Nutzung des Digitalisierungslabors die Möglichkeit erhalten, die digitale retrospektive Transformation von analogen Informationen analysieren und nachvollziehen zu können. Davon abgeleitet sind die Studierenden dazu in der Lage, bestehende berufspraktische Methoden zu erlernen, projektbezogenes Denken, Organisieren und Handeln praktisch zu erfahren. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können sie später in ihr Arbeitsumfeld integrieren. Dies gilt je nach Bereich für die BA-Studiengänge sowie für den MA-Informationswissenschaften gleichermaßen.

Kooperationen

In Kooperation mit informationswissenschaftlichen Einrichtungen wie u. a. Archive, Bibliotheken, Museen und angrenzenden wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen soll so die Ausbildung von Informationsspezialisten unterstützt und an die sich dynamisch verändernden Bedürfnisse des Arbeitsmarktes angepasst werden. Das Digitalisierungslabor bietet für diese Einrichtungen eine ideale Forschungsinfrastruktur. Seit 2011 basierten mehrere erfolgreiche Forschungsprojekte auf die Verknüpfung mit dem Digitalisierungslabor.

Neben der Lehre und der Forschung wird das Digitalisierungslabor punktuell auch im Rahmen von speziellen wissenschaftlichen Dienstleistungen eingesetzt. Hierbei liegt der Schwerpunkt zumeist auf kleineren heterogen musealen und archivischen sammlungsartigen Beständen sowie besonderen bibliographischen Sondersammlungen.

Anwendungsgebiete

Das Digitalisierungslabor ist eine Infrastruktur zur Unterstützung der Anforderungen aus Lehre und Forschung am Fachbereich Informationswissenschaften. In den Räumen des Labors bietet die vorhandene technische Ausstattung die Möglichkeit die Bereiche elektronische Bestandserfassung, Digitalisierung, digitale Speicherung und digitale Langzeitsicherung praktisch erfahren. Hinzu kommen Aspekte des objektschonenden Umgangs mit unterschiedlichsten Vorlagen und der Zwischenlagerung.

Dozierenden können das Digitalisierungslabors in die Lehre einbinden, durch praktische Elemente und inhaltliche Verknüpfungen zu den Forschungsprojekten und Digitalisierungsarbeiten. 

Seit 2007 erfolgt die Nutzung des Digitalisierungslabors in den Lehrformaten in den BA-Studiengängen (1) Archiv, (2) Bibliothekswissenschaft und (3) Informations- und Datenmanagement. Hierbei findet eine durchgehende Integration vom Grundstudium über das Hauptstudium bis zum Vertiefungsstudium statt. Zudem greift seit 2011 auch der MA-Studiengang Informationswissenschaften auf diese zentrale Infrastruktur zurück.

Neben der Vorstellung von Digitalisierungsverfahren, Arbeitsprozessen und Nutzungsbereichen, werden auch die im Labor erzeugten digitalen Informationen bzw. Objekte als Lehrgegenstand verwendet.

Verknüpfungen mit Lehrformaten in den BA-Studiengängen

• Werkstattseminar
• Grundlagen Medien (Medienpraktikum)
• Grundlagen digitaler Publikation und das Content-Management
• Kulturelles Erbe im digitalen Zeitalter
• Digitale Präsentation von Archivalien
• Erweiterungsbereich z.B. Kurs Großformatiges Archivgut
• Sicherung des digitalen wissenschaftlichen und kulturellen Erbes
• Aufbau und Konzeption von Informationssammlungen
• Bilddokumentation
• Nutzung des Digitalisierungslabors und/oder inhaltliche Anregungen aus den Projekten im  Rahmen von Abschlussarbeiten.

Verknüpfungen mit Lehrformaten im MA-Studiengang

• Digitale Archivierung
• Digitale Sammlungen
• Projektseminare z.B. Digitale Bestandserhaltung oder Kulturtourismus
• Nutzung des Digitalisierungslabors und/oder inhaltliche Anregungen aus den Projekten im Rahmen von MA-Arbeiten.

Die Themen des Fachbereichs Informationswissenschaften spiegeln sich in den Forschungsprojekten wider. Für praxisbezogene Forschungsbereiche kann auf das Digitalisierungslabor, als Infrastruktur und Bestandteil des Labor- und Werkstattberiechs des Fachbereichs Informationswissenschaften, zugegriffen werden.

Forschungsprojekte unter Einbeziehung des Digitalisierungslabors

• (2011-13) Fachinformation "Bauen in der DDR. Informationszentrum Plattenbauarchiv", Projektpartner: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumplanung (BBSR)
• (2016-2018) Großformatige Karten und Pläne, Projektpartner: Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA)
• (2019-22) Digitalisierung von Sammlungsgut und nachhaltige digitale Nutzung, Projektpartner: Stiftung Fürst-Pückler Museum, Park und Schloß Branitz (SFPM)
• (2019-22) Objektschonende Digitalisierung von Archivgut, Projektpartner: Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA)
• (2019) Korpus für die sprachwissenschaftliche Analyse politischer Reden aus Rumänien, Projektpartner: Graduiertenschule für Sprache und Literatur der LMU München
• (2020) Digitales Verbundmagazin für Kultureinrichtungen im Land Brandenburg DVM-BB, Projektpartner: Koordinierungsstelle Brandenburg-digital (KBD) und Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB)
• (2020-22) Digitales kulturelles Erbe als Wirtschaftsfaktor im Kulturtourismus KEW@T, Projektpartner: Tourismus Marketing Brandenburg GmbH (TMB)

Für die Umsetzung von Digitalisierungsanforderungen im Rahmen von einzelnen, speziellen wissenschaftlichen Dienstleistungen kann ebenfalls das Digitalisierungslabor genutzt werden.

Insbesondere retrospektive Digitalisierungsprojekte im Kontext zumeist kleinerer Einrichtungen des kulturellen Erbes, von Forschungsinstitutionen in diesem Bereich oder auch aus dem künstlerisch/schaffenden Sektor stellen viele Einrichtungen vor enorme Herausforderungen. Bei Digitalisierungsprojekten mit vielen Partnern aber kleinteiligen Beteiligungen, bei einzelnen bestandsgefährdeten Objekten oder Objekten mit besonderen Formaten konnte der Fachbereich Informationswissenschaften als wissenschaftlicher Dienstleistungspartner auftreten. Hierbei stehen keine Großprojekte im Vordergrund, sondern vielmehr überschaubare vorbereitende Arbeiten zur Entwicklung von größeren Digitalisierungsprojekten.

Aufgrund der personellen, räumlichen und technischen Situation können Arbeiten nur auf Anfrage und nach Beurteilung des Digitalisierungsbedarfs punktuell übernommen werden.

Bisherigen Arbeiten beinhalteten u.a.:

  • mittelalterliche Urkunden
  • Notenhandschriften aus den Jahren 1750-1850
  • frühneuzeitliche Verwaltungsschriftgut (Akten)
  • Zeitungen
  • Bücher
  • populare Schriftzeugnisse aus den Jahren 1650-1950
  • Großformatige Karten und Pläne
  • Poster
  • Grafiken
  • Architektonische Zeichnungen
  • fotografische Glasplatten
  • Fotoabzüge
  • Dia etc.

Technische Ausstattung

Die retrospektive Digitalisierung von analogen Objekten, hier im Schwerpunkt bildgebende Digitalisierungsverfahren, basiert auf zwei technischen Methoden. Bei der ersten Methode kommen sogenannte Zeilenscanner zum Einsatz. Vertreter dieser Kategorie sind z.B. viele Buchscanner, Dokumenten- und Einzugsscanner, Flachbettscanner etc. Als zweite Methode kommen flächenchipbasierte Kamerasysteme zum Einsatz. Viele moderne Scanner in allen Formatbereichen basieren auf dieser Technik. Beide Techniken haben spezifische Stärken und Schwächen.

Die meisten Systeme im Digitalisierungslabor basieren auf der Methode der Zeilenscanner.

Es stehen folgende Systeme zur Verfügung:

• Cruse CS 155ST - Großformatscanner mit Vakuumtisch bis DIN A0 mit mehreren Belichtungsmodi zur Wiedergabe von Oberflächenstrukturen; inkl. Durchlichteinheit bis DIN A2, optische Auflösung je nach Formatvorlage 300-600ppi, Farbtiefe max. 48Bit
• Zeutschel OS12000C - Buchscanner bis DIN A2, max. optische Auflösung 300ppi, Farbtiefe 24Bit
• Epson Expression 11000 XL Pro - Flachbettscanner bis DIN A3; inkl. Durchlichteinheit, max. optische Auflösung 1600ppi, Farbtiefe max. 48Bit
• Braun MultiMag SlideScan 7000 Diascanner, max. optische Auflösung 5000ppi, max. Farbtiefe 48Bit 
• Die Einbindung von Dokumenteneinzugsscanners im Hause ist ebenfalls möglich
• Für kleinere Lehrübungen sind weitere einfache Flachbettscanner in den Computerpools des FB5 vorhanden

Zudem ist eine ältere Digitale Spiegelreflexkamera vom Typ Canon EOS 50D mit 15 Megapixel, inkl. Stativ vorhanden.

 

Kontakt

Wissenschaftliche Leitung

Prof. Dr. Rolf Däßler

Prof. Dr. Rolf Däßler

Professor für Informationstechnologie
Leiter Digitalisierungslabor
Wissenschaftlicher Betreuer der Koordinierungsstelle Brandenburg-digital

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