Gestaltungslehre

Die Seminare "Grundlagen der Gestaltung" sind Übungen zur Erlangung ästhetischer und konzeptioneller Kenntnisse, die zu optischer und haptischer Sensibilisierung, formalem Verständnis, handwerklicher Fertigkeit und zum Begreifen gestalterischer Prozesse führen sollen.

Das Programm umfasst in den ersten Semestern Kurse in Zeichnung, Malerei und Plastik; hinzu kommen als Wahlpflichtfächer Fresko- und Sgraffitotechniken Sowie Imitationstechniken (Stuckmarmor und Holzimitationsmalerei).

Das Grundlagenstudium beginnt mit der Zeichnung - einer Disziplin, die so alt ist wie die Zivilisation selbst...

Zeichnen steht im Dienste einer grundlegenden Bildung; es dient der Schulung des Urteils und der Beobachtungsgabe der Kommunikationsfähigkeit. Deutlich zeigen sich Probleme des Wahrnehmungsverhaltens beim Abbilden einfacher Gegenstände. Nicht die Dinge selbst, nicht ihre Projektion auf die Fläche sind das Thema des Zeichnenden, sondern seine Beziehung zu ihnen. Mit der sensiblen und gespannten Energie dieser Beziehung korrespondiert der Arbeitsprozess, um etwas von dem zu vermitteln, was wir als wirklich erleben. Unsere Wahrnehmungsmuster trüben hierbei gern den Blick: statt Beobachtetem zeichnen wir Gewusstes, um dem zu entgehen, sind größte Aufmerksamkeit und Hingabe erforderlich. Die Spuren auf dem Papier sind Ergebnisse einer Geisteshaltung, nicht nur technischen Werkens.

Während bei den Zeichenübungen asketisch auf Variationen des Materials verzichtet wird, bringt das Studium der Möglichkeiten der Malerei in dieser Hinsicht reiche Abwechslung. Bei der Untersuchung der Techniken alter Meister zeigen sich die Vorzüge und die Grenzen moderner Mittel. Einerseits werden Farben erfunden, differenziert oder nachempfunden, andererseits werden sie systematisch aufgebaut bis hin zur Kopie historischer Vorlagen. Indem der Maler Farbe bekennt und Formentscheidungen trifft, macht er seine Denkmöglichkeiten und Handlungsspielräume anschaulich. Teilhabe an bildhaften Denkprozessen macht uns hellsichtig, versetzt uns in Schwingung. Somit erzählt auch hier, im Seminar "Farbe", das Ergebnis mehr als über das Verhältnis zu vermeintlich kontrollierbaren Sachverhalten. Besonders die beim Zeichnen gewonnenen Erkenntnisse sind geeignet, für das plastische Gestalten Ideen knapp und einleuchtend mit Logik, Maß und folglich Ökonomie zu realisieren. Planung und Ausführung freier Skulpturen im Raum eine Chance geben, das Verhältnis von innerer zu äußerer Realität zu spüren und zu verändern.

Das Sehen, die Aufmerksamkeit und die Zuwendung werden intensiviert durch plastisches Erarbeiten von Naturformen und zweidimensionalen historischen Vorlagen.

Der freie Umgang mit dem Material und den variablen Prozeduren seiner Behandlung bringt das Wesentliche zur Anschauung.

Der Schwerpunkt all dieser Übungen liegt darin, sich die Möglichkeiten und Gesetzmäßigkeiten künstlerischen Gestaltens anzueignen, nicht etwa authentische Kunstwerke zu schaffen. Nicht zuletzt öffnet die gestalterische Arbeit neuronale Verbindungen, die für das Studium, den Beruf und andere Lebensbereiche den Genuss und die Intensität steigern.

Der Vergolderkurs

Der Vergolderkurs wurde seit Fachschulzeiten mit dem Übergang in die Fachhochschule durch den Dipl. Designer und Holzrestaurator Klaus Broschke  (Restaurator für Gemälde, Skulpturen, Vergoldungen) für die Studierenden durchgeführt. Die vorbereitenden Organisationen werden  von dem Werkstattleiter Jörg Weber und den Studierenden der Studienrichtung Konservierung und Restaurierung - Holz vorgenommen.

Im Jahre 2011 wies Herr Broschke  seine Schwiegertochter, die Dipl. Restauratorin Grit Broschke, in die Führung des sehr beliebten Vergolderkurses ein, die seitdem das Amt ihres Schwiegervaters übernommen hat. 

 

Kontakt

Roland Satlow

Lehrer für den Bereich Gestaltungslehre im Studiengang Konservierung und Restaurierung

Telefon:

+49 331 580-1241

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