Neuerscheinung

Kunststoffe als Konservierungs- bzw. Restaurierungsmaterial?

Band 3 der Reihe „Potsdamer Beiträge zur Konservierung und Restaurierung“

 

Der dritte Band der Publikationsreihe  „Potsdamer Beiträge zur Konservierung und Restaurierung“ hat das aktuelle Thema zum Inhalt, ob Kunststoffe geeignet sind, als Konservierungs- und Restaurierungsmaterial eingesetzt zu werden.

Die Anwendung neuer synthetisierter Materialien (Kunststoffe) führte gerade in den 1960/70/80er Jahren häufig zu ästhetisch und materialtechnisch unbefriedigenden Ergebnissen und hatte teilweise neue Schäden zur Folge.

Welche Kunststoffe wurden für welche Applikationen eingesetzt und wie haben sie sich im Laufe der Zeit bewährt? Was muss beachtet werden und welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit ein Kunststoff erfolgreich als Konservierungsmaterial eingesetzt werden kann? In welchem Fall ist ein Einsatz erfolgreich? Wie gehen wir mit Objekten um, die durch die Behandlung mit Kunststoffen gelitten haben? Wie können wir das Wissen über Kunststoffe als Konservierungsmittel möglichst breit streuen? Welche Anforderungen sind an moderne Produkte und ihren Einsatz zu stellen? Ist es möglich, in Zusammenarbeit mit der Industrie geeignete Stoffe zu entwickeln, die mit gutem Gewissen empfohlen werden können?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines 30-monatigen Forschungsprojektes an der Fachhochschule Potsdam im Studiengang Konservierung und Restaurierung, dessen Ergebnisse auf einem Kolloquium am 10.2.2012 vorgestellt wurden und die in diesem Band veröffentlicht werden. Ziel des Projektes und Anliegen des Buches ist es, die oben aufgeworfenen Fragen einer präzisen Analyse zu unterziehen, mit Herstellern, Wissenschaftlern und Anwendern die für die Konservierung und Restaurierung wichtigen Themen zu erörtern und insgesamt die Diskussion zum Einsatz von Kunststoffen in der Konservierung und Restaurierung zu versachlichen.

Inhalt des Buches

Durch eine ausführliche Recherche zum Einsatz von Kunststoffen wurden zunächst die Grundlagen geschaffen: Die online zugängige Datenbank POLYKON (http://polykon.fh-potsdam.de), die eine Datensammlung von in der Konservierung und Restaurierung eingesetzten Kunststoffprodukten inklusiv ihrer Zusammensetzung und Eigenschaften sowie Anwendungsbeispiele enthält (siehe Artikel Sandra Schorbach & Rolf Däßler). Nach einer Einführung in die Grundlagen zum Einsatz von Kunststoffen in der Konservierung und Restaurierung wird zunächst die frühe historische Verwendung aufgezeigt. Anschließend beleuchten Daniela und Torsten Arnold die Entwicklung des Einsatzes von synthetischen Bindemitteln in der DDR ab den 1950er Jahren. Chemische Grundlagen, die komplex ablaufenden Prinzipien der Alterung und die Analytik synthetischer Bindemittel mit mehreren Praxisbeispielen werden in zwei Artikeln von Christine Fuchs dargestellt; Katja Schmeikal vertieft das Thema der künstlichen Alterung von Kunststoffproben. Martin Lehmann diskutiert die Möglichkeiten der Reduzierung von Kunststoffen an Wandmalereien, bevor Hans-Werner Zier schließlich am Beispiel von Mörteln und Steinergänzungsmassen erörtert, was bei Neuentwicklungen von Materialien unter Verwendung von Polymerdispersionen zu beachten ist (siehe Inhaltsverzeichnis im Anhang).

Der Band kostet 25,-€ und kann direkt schriftlich oder per Mail beim Herausgeber (Prof. Dr. Steffen Laue st.laue@fh-potsdam.de) bestellt werden, ISBN: 3-934329-63-2.