Die Panther sind abgebaut

Restaurierungsprojekt der FH Potsdam mit dem Stadtmuseum Brandenburg an der Havel geht in die nächste Runde

Pressemitteilung der FH Potsdam, den 18. August 2017 

Im Juni 2017 starteten das Stadtmuseum Brandenburg an der Havel und der Studiengang Konservierung und Restaurierung/Studienrichtung Stein an der FH Potsdam ihr Kooperationsprojekt „Restaurierung der Plastik Rangelnde Panther“.

Die Restaurierung der Figurengruppe „Die rangelnden Panther“ von Bildhauer Dietrich Rohde ist als Ausbildungsprojekt konzipiert. Die armierte Betonplastik wurde hierfür von seinem angestammten Platz in der Sprengelstraße in Brandenburg a. d. Havel abgebaut und vor wenigen Tagen nach Potsdam überführt. "Mit viel Akribie und Enthusiasmus hatten die Studierenden unter Anleitung der FHP-Professorin Jeannine Meinhardt und ihrer Werkstattleiterin Katja Schmeikal diesen Tag – der schon in den Semesterferien lag – vorbereitet", so Brandenburgs Stadtsprecher Jan Penkawa. Um die restaurierungsbedürftige Tierplastik sicher nach Potsdam bringen zu können, hatten sie ein ausgetüfteltes Gestell nach dem – von ihnen selbst so benannten – „Hanutaprinzip“ gefertigt, mit polsternden Zwischenlagen, wie bei der gleichnamigen Waffel. Festgezurrt auf dem LKW der Firma Grabdenkmale Fischer aus Brandenburg wurden die verpackten Panther anschließend durch strömenden Regen nach Potsdam gefahren, wo sie mit vereinten Kräften der Studierenden und einem Mitarbeiter des Baulabors Konstruktiver Ingenieurbau abgeladen und in die Werkstätten der FH Potsdam verbracht wurden.

Ab dem Wintersemester wird die Figurengruppe nun im Rahmen eines Bachelor-Master-Tutoriums über insgesamt vier Semester der Systematik Anamnese – Diagnose – Therapie folgend bearbeitet. Neben der Recherche zu Materialität und Historie steht vor allem die Erstellung eines Schadensursachenmodells im Vordergrund. Auf dieser Grundlage und der Wertbetrachtung der Skulptur wird schließlich ein Maßnahmenkonzept entwickelt, das bis zum Ende des Sommersemesters 2019 umgesetzt werden soll. Danach gehen die „Rangelnden Panther“ wieder zurück nach Brandenburg an der Havel. Ein neuer Aufstellungsort für die restaurierte Skulptur muss bis dahin noch gefunden werden.

Die Figurengruppe "Die rangelnden Panther" wurden im Jahr 1972 von dem Bildhauer Dietrich Rohde (1933-1999) als armierte Betonplastik erschaffen. Seine Werke sind vor allem im Land Brandenburg und in Berlin zu finden. Beispielsweise schuf er für den Tierpark in Berlin-Friedrichsfelde den Bisonstier am Eingang. Auf der Potsdamer Freundschaftsinsel steht seine Plastik „Harmonie“ und in Werder das Fontanedenkmal mit vier Sockelreliefs.

Zum Hintergrund des Projekts: Aufgrund baulicher Maßnahmen sollten die Panther vom angestammten Platz in der Sprengelstraße in Brandenburg a. d. Havel weichen. Der aktuelle Zustand der Plastik machte jedoch eine Restaurierung unbedingt erforderlich, bevor sie an einem neuen Ort wieder aufgestellt werden soll. Vor diesem Hintergrund hatte sich das Stadtmuseum Brandenburg a. d. Havel im September 2016 an die Professorin Jeannine Meinhardt mit dem Ansinnen einer Kooperation mit der FH Potsdam und dem Studiengang Restaurierung/Konservierung, Studienrichtung Stein, gewandt. Da die Ausbildung der Restauratoren und Restauratorinnen im Studiengang der FHP ein hohes Maß an Praxisbezug verfolgt, ist die Arbeit an konkreten Objekten, insbesondere auch unter Beachtung der Gegebenheiten vor Ort, der Absprache mit Verantwortlichen oder dem notwendigen Transport und der entsprechenden Sicherungen, ganz wesentlicher Lehrinhalt neben der eigentlichen Konservierung und Restaurierung.

Kontakt:

Prof. Dr. Jeannine Meinhardt FH Potsdam

Tel: 0331 580-1218 E-Mail: meinhardt@fh-potsdam.de

Prof. Dr. Jeannine Meinhardt

Professorin der Studienrichtung Konservierung und Restaurierung - Stein

Telefon:

+49 331 580-1218