Bachelor of Arts: Bildung und Erziehung in der Kindheit

„Ohne Bindung keine Bildung“

Mit diesem Motto trägt der Bachelor-Studiengang Bildung und Erziehung in der Kindheit (BABEK) an der FH Potsdam seit dem Jahr 2005 zur Akademisierung im Bereich der Frühen Bildung bei und sichert durch die Anhebung des Qualifikationsniveaus die pädagogische Qualität in Kindertageseinrichtungen.
Das Studium ist auf die Aneignung wissenschaftlich fundierter Handlungskompetenz in kindheitspädagogischen Arbeitsfeldern wie Kindertageseinrichtungen, Beratungsstellen und Einrichtungen Früher Hilfen ausgerichtet. Studierende werden auf die pädagogische Arbeit mit Kindern im Alter von null bis zwölf Jahren und für die Zusammenarbeit mit Familien qualifiziert.

Der Studiengang BABEK zeichnet sich durch bildungsorientiere, psychoanalytische und ästhetisch-naturwissenschaftliche Schwerpunktsetzungen aus. Der BABEK-Studiengang ermöglicht den Erwerb von Theoriewissen, Handlungswissen, Reflexionswissen und die Entwicklung einer forschenden Haltung, indem kontinuierliche Praxisphasen und Angebote zur Supervision in das Studium integriert sind. Weitere Schwerpunkte des Studienganges sind Qualitätsentwicklung und Praxisforschung, denn für eine akademisch qualifizierte Praxis ist ein Grundverständnis der gesellschaftlichen, politischen, strukturellen, rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen von Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit bedeutsam.

Studieninhalte

  • Erziehungs- und Bildungswissenschaften
  • Konzeptionen kindlicher Bindungs- und Bildungsprozesse
  • Entwicklungspsychologie (0-12 Jahre)
  • Psychoanalytische Pädagogik (PDF)
  • Interaktionsprozesse
  • Professionelles Handeln, d.h. methodische, wissenschaftliche und   ethische Grundlagen pädagogischer Arbeit
  • Selbsterfahrung und Selbstreflexion
  • Bildungsbereiche wie z.B. ästhetische, sprachliche und naturwissenschaftliche Bildung
  • Institutioneller Rahmen, d.h. rechtliche, organisatorische und ökonomische Grundlagen.

Organisation

Studiendauer

  • Das Vollzeit-Studium hat eine Regelstudienzeit von 6 Semestern
  • In das Studium integriert sind Praxistage und -wochen im Umfang  von insgesamt 840 Stunden. Die Studierenden suchen sich ihre Praxisstellen selbst aus und werden in allen Praxisphasen in den so genannten „Werkstätten“ fachlich vorbereitet und begleitet.


Lehr- und Lernformen

  • 20 Pflichtmodule mit verschiedenen Wahlangeboten
  • Arbeit in Seminaren, Vorlesungen sowie selbstorganisierten Studiengruppen
  • Forschendes Lernen in Werkstätten
  • Nutzen von E-Learning
  • Begleitete Praktika im In- und Ausland
  • Kooperationsprojekte mit Praxispartnern
  • Fachbereichsübergreifende Projekte innerhalb der Hochschule
  • Abschluss mit einer Bachelor-Arbeit

Ihr Zugang zum Studium

Es werden 60 Studierende jeweils zum Wintersemester aufgenommen. Folgende Zugangsvoraussetzungen müssen Sie erfüllen:

  • Zugangsberechtigung zu einer Fachhochschule*

Ihr Start in eine erfolgreiche Zukunft

  • Bewerbungen sind jeweils zum Wintersemester an der Fachhochschule Potsdam ab Mitte Mai möglich.
  • Für alle Bewerber/-innen ist der Anmeldeschluss für die Online-Bewerbung jeweils der 15. Juli.

Die Bewerbungen sind mit folgenden Unterlagen einzureichen:

  • ausgefüllter und ausgedruckter Online-Zulassungsantrag mit Bewerbungsnummer
  • Zeugniskopien (Hochschulzugangsberechtigung)
  • ein Anschreiben, in dem die Studienmotivation zum Ausdruck kommt sowie
  • ein tabellarischer Lebenslauf mit Lichtbild. 

Für den Studiengang „Bildung und Erziehung in der Kindheit“ finden Auswahlgespräche statt. Alle Bewerber_innen, die in die Vorauswahl gekommen sind, werden für die jeweiligen Termine eingeladen. Wenn mehr Bewerbungen vorliegen als Studienplätze zur Verfügung stehen, wird die Vergabe der Studienplätze durch die Bestimmungen des § 19, Absatz 2 der Hochschulvergabeverordnung des Landes Brandenburg geregelt.

Die Regelstudienzeit dieses Studiums beträgt sechs Studienhalbjahre, also drei Jahre mit integrierten Praktika.

 Persönliche Vorraussetzungen 

  • Interesse und Freude daran, mit Kindern pädagogisch zu arbeiten
  • Einfühlungsvermögen und gute Beobachtungsfähigkeit
  • Interesse an den individuellen Entwicklungs- und Bildungsprozessen von Kindern
  • Offenheit und Kommunikationsfähigkeit gegenüber Kindern und Erwachsenen
  • Bereitschaft zur Selbstreflexion, insbesondere gegenüber der eigenen Kindheit
  • Interesse an wissenschaftlicher Arbeit und der Entwicklung eigener Fragestellungen
  • Freude an kreativen Tätigkeiten

* Studienbewerber_innen ohne Hochschul- bzw. Fachhochschulreife können entsprechend §8 Abs. 2 (3) des Brandenburgischen Hochschulgesetzes an der Fachhochschule Potsdam zum Studium zugelassen werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Abschluss der Sekundarstufe I oder eines entsprechenden Abschlusses und  
  • Abschluss einer für das beabsichtigte Studium geeigneten Berufsausbildung und danach
  • eine mindestens zweijährige studiengangbezogene Berufserfahrung

oder

  • erfolgreich abgelegte Meisterprüfung in einem für das beabsichtigte Studium geeigneten Beruf.

Berufliche Perspektiven

  • Pädagogische Arbeit in Institutionen kindlicher Bildung wie Krippen, Kindergärten, Horten, Ganztagsschulen
  • Mitarbeit in Beratungsstellen und Familienzentren
  • Tätigkeiten in Einrichtungen Früher Hilfen sowie
  • Einrichtungen zum betreuten Wohnen von Eltern mit jungen Kindern
  • Führungs- und Leitungstätigkeiten
  • Mitarbeit in Praxisreformprojekten
  • Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung im Gemeinwesen
  • Masterstudium

Hier finden Sie weitere Informationen zu beruflichen Perspektiven von Kindheitspädagog_innen, verabschiedet beim Studiengangstag Pädagogik der Kindheit (Juni 2015).

Mit dem BA-Abschluss („Bachelor of Arts“) können die Absolventinnen und Absolventen die staatliche Anerkennung als „Kindheitspädagogen" bzw. „Kindheitspädagoginnen“ erwerben. Neben einer Tätigkeit in Kindertageseinrichtungen, Horten oder Familienzentren ist ein anschließendes Master-Studium ebenfalls möglich.

Im Studiengang wird auf folgende Kompetenzen und Inhalte besonderen Wert gelegt:

  • Zentrierung auf Beziehungs-/Bindungsaufbau, Entwicklungs- und Bildungsprozesse: Mit diesem besonderen Schwerpunkt innerhalb des Studiums auf den Beziehungsaufbau (Eltern-Kind, Geschwister, Kind-Pädagog_in, Eltern-Pädagog_in) wird der Erkenntnis Rechnung getragen, dass kindliche Bildungsprozesse in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Bindungsaufbau stehen.
  • Wahrnehmung und Begleitung von Bildungsprozessen: Kinder konstruieren ihr eigenes Weltbild im engen Kontakt mit Erwachsenen und anderen Kindern. Diese Selbstbildungs- und Bildungsprozesse wahrzunehmen, zu verstehen und zu begleiten sind wichtige Aufgaben für Pädagog_innen. Die sehr unterschiedlichen Aneignungswege von Kindern stehen hier im Fokus – sowohl in Familien als auch in Institutionen frühkindlicher Bildung („Individualisierung von Bildungsprozessen“, „Inklusion“).
  • Psychoanalytische Konzepte: Neben erziehungswissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Themen wird im Studium ein besonderer Akzent auf psychoanalytische Theorien und die von ihnen bestimmte Sichtweise auf Prozesse des Aufwachsens von Menschen, auf die damit verbundenen Konflikte und die soziale Einbettung in Institutionen (Familie, Kindertageseinrichtungen, Schule, Gemeinwesen) gelegt.
  • Eltern als Erziehungs- und Bildungspartner: Gerade vor dem Hintergrund der Bedeutung früher Bildungsprozesse ist es eine wichtige Aufgabe für Pädagog_innen, Eltern bei einer differenzierten Wahrnehmung und Begleitung ihrer Kinder zu unterstützen. Im Hinblick auf die unterschiedlichsten Lebenssituationen von Familien kommt hier einer sensiblen interkulturellen Kompetenz seitens der Pädagog_innen eine besondere Bedeutung zu („Diversity“).
  • Forschendes Lernen: Kinder stellen Fragen an die Welt und bilden sich dabei und auch Erwachsene brauchen eine fragende Haltung, um mit den Kindern gemeinsam zu forschen und Neues zu entdecken. Dieser „forschende Habitus“ (Nentwig-Gesemann 2009) ist wichtig für die Ausbildung von Pädagog_innen und wird im Studium theoretisch und praktisch erarbeitet.
  • Kompetenzentwicklung im Bereich von Leitung und Qualitätsentwicklung: Die kompetente Leitung einer Kindertageseinrichtung sowie Sicherung und Erweiterung des pädagogischen Profils werden zunehmend an Bedeutung gewinnen und bilden einen wichtigen Bestandteil des Studiums.

Besondere Lernorganisation: Theorie-Praxis-Integration als forschendes Lernen

Schwerpunkt des Studiums ist eine Integration des „Lernorts Praxis“ in den „Lernort Ausbildung“, die nicht nur einen reflexiven und selbstreflexiven Zugang zur Praxis sicherstellt, sondern die im Sinne eines forschenden Lernens systematische Wahrnehmungsschulung, Beobachtung kindlicher Beziehungen, Kompetenzen und Verhaltensweisen ermöglicht sowie die theoriegeleitete Auswertung von Forschungsbefunden zum Gegenstand hat. Im Wesentlichen werden qualitative sozialwissenschaftliche Methoden angewandt, aber auch quantitative Forschungsmethoden werden vermittelt und in eigenen Projekten angewandt.

Auswahlgespräche

Die Auswahlgespräche im Studiengang "Bildung und Erziehung in der Kindheit" (BABEK) erfolgen nach persönlicher Einladung zwischen dem 17.7.2017 und dem 1.8.2017.

Bewerbungsinformationen

zentrale Informationen