Preisträger_innen des Fachbereichs

b.i.t.online Innovationspreis 2017

Eva May (Foto: privat)
Eva May, Gewinnerin des b.i.t.online Innovationspreis 2017 (Foto: privat)

Eva May, Absolventin des Bachelor-Studiengangs Bibliotheksmanagement, überzeugte die Preiskommission des „Berufsverbandes Bibliothek Information e.V.“, der den b.i.t.online Innovationspreis jährlich auf dem Bibliothekartag vergibt. 2017 fand dieser in Frankfurt am Main statt. Frau May erhält den Preis zusammen mit zwei weiteren Arbeiten aus unserem Partner-Institut an der Humboldt Universität zu Berlin.

In ihrer Arbeit „Wissenschaftliche Bibliotheken und Stadtentwicklung“ zeigt sie auf, welche zentrale Rolle auch Hochschul- und Forschungsbibliotheken in der urbanen Welt haben können. Beispiele aus Kopenhagen, Barcelona, Utrecht und auch Wildau können belegen, dass die Funktion von Bibliotheken, die Gesellschaft durch Vernetzung und Wissensverbreiterung zu fördern, nicht nur für die zugänglicheren Stadtbibliotheken gilt, sondern auch für die Informations-Infrastruktureinrichtungen der „hohen“ Wissenschaft. Frau May gelingt es zum ersten Mal, Ansätze aus der dänischen Bibliothekswissenschaft sowohl ins Deutsche zu übertragen als auch fachlich zu erweitern.

Hintergrundinformationen zum Innovationspreis finden Sie hier

Hochschulpreis 2015

Portrait von Christina Loose

Christina Loose erhält den Hochschulpreis 2015 im BA-Studiengang Archiv für ihre Arbeit mit dem Titel „Entwicklung einer Balanced Scorecard für ein Wirtschaftsarchiv – Dargestellt am Beispiel des Historischen Archivs des Ostdeutschen Sparkassenverbandes“ (Betreuer: Prof. Dr. Hartwig Walberg, Britta Weschke M.A.).

Als Ergebnis der Arbeit ist festzuhalten, dass hierin ein handhabbares Instrument entwickelt wurde, das als beispielhaft für Wirtschaftsarchive der Bankensparte und als übersetzungsfähig für weitere Wirtschaftsarchive und auch übertragbar auf andere Archivsparten gelten darf.

Zum Volltext der Bachelorarbeit

Portrait von Franziska Anger

Franziska Anger erhält den Hochschulpreis 2015 im BA-Studiengang Bibliotheksmanagement für ihre Arbeit mit dem Titel „Bibliotheken als „Houses of Stories““ (Betreuer am Fachbereich: Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm).

Die Arbeit positioniert sich professionell im Diskurs des Storytellings allgemein und bezieht diesen ebenso auf fachlich hohem Niveau auf die Bibliotheksprofession. Die Verknüpfung beider Felder ist eine für eine Bachelorarbeit außerordentlich beachtliche Leistung, gelingt doch oft noch nicht einmal der Fachdiskurs in einer der Disziplinen.

Franziska Anger: Bibliotheken - Houses of Stories

Franziska Anger: Bibliotheken - "Houses of Stories"
erschienen im Simon Verlag für Bibliothekswissen
Berlin 2016, ISBN 978-3-945610-27-5
16,00 Euro
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Portrait von Alina Höhler

Alina Höhler erhält den Hochschulpreis 2015 im BA-Studiengang Information und Dokumentation für ihre Arbeit mit dem Titel „Webbasierte Datenbankanwendung für das Forschungsdatenmanagement - Eine erweiterbare Anwendung für die naturwissenschaftlichen Labore des Studiengangs Konservierung und Restaurierung der Fachhochschule Potsdam am Beispiel der FTIR-Spektroskopie“ (Betreuer am Fachbereich: Prof. Dr. Rolf Däßler).

Frau Höhler hat im Rahmen ihrer Bachelorarbeit eine webbasierte Datenbankanwendung selbstständig konzipiert und programmtechnisch umgesetzt. Zudem wurde im Rahmen der Arbeit eine Nutzerschnittstelle entwickelt, die es ermöglicht, Spektroskopiedaten in die entwickelte Datenbankanwendung zu migrieren sowie Metadaten der erfassten Forschungsdaten zu verwalten und recherchierbar zu machen.
Die Autorin hat sich dazu selbstständig in eine komplexe Thematik eingearbeitet hat, die weit über das vermittelte Wissen ihres Studiums hinausgeht.

VFI-Förderungspreis 2014

Portrait Janine Lantzsch

Die Deutschland-Stipendiatin des FB 5, Janine Lantzsch wird für ihre Masterarbeit "Bestandsvisualisierung in Bibliotheken" ausgezeichnet (Betreuer am Fachbereich 5: Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm, Prof. Dr. Marian Dörk).

Potsdam, den 12. Februar 2015 - Einer der beiden Hauptförderpreise des Vereins zur Förderung der Informationswissenschaft (VFI) mit Sitz in Wien geht an Janine Lantzsch. Der mit 600 Euro dotierte Preis wird alljährlich vergeben an herausragende Abschlussarbeiten der deutschsprachigen Informationswissenschaft. In der Reihe der prämierten Arbeiten finden sich  bedeutende Doktorarbeiten und andere Hochschulschriften, die wichtige neue Entwicklungen und Themen der Informationswissenschaft aufgreifen. Janine Lantzsch hat vor ihrem Masterstudium der Informationswissenschaften einen B.A. Bibliotheksmanagement an der FH Potsdam absolviert und ist nun bei dem in Berlin ansässigen Medizintechnologie-Unternehmen Biotronik als Informationsmanagerin beschäftigt. Aufgrund ihrer herausragenden Leistungen war Janine Lantzsch zudem Deutschland-Stipendiatin, gefördert von der IHK.

Weitere Informationen zur Preisträgerin und zur Masterarbeit finden Sie hier

Hochschulpreise 2014

Portrait Leyla Dewitz

Frau Leyla Dewitz erhält den Hochschulpreis 2014 im BA-Studiengang Bibliotheksmanagement für ihre Arbeit mit dem Titel "Diversität als Basis für Informationsgerechtigkeit" (Betreuer: Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm (FB 5), Dr. Karsten Schuldt).

Die Arbeit, welche in den Bereich der Informationsethik einzuordnen ist, untersucht in beeindruckend klarer und systematischer Weise die speziellen Aspekte der Informationsgerechtigkeit und der Diversität in ihrer Kombination. Die Arbeit ist im Simon-Verlag für Bibliothekswissen, Berlin erschienen.

Leyla Dewitz: Diversität als Basis für Informationsgerechtigkeit

Leyla Dewitz: Diversität als Basis für Informationsgerechtigkeit
erschienen im Simon Verlag für Bibliothekswissen
Berlin 2015, ISBN 978-3-945610-11-4
15,50 Euro
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Portrait Robert Koehler

Herr Robert Köhler erhält den Hochschulpreis 2014 im BA-Studiengang Archiv für seine Arbeit mit dem Titel "NS-Verbrechen? Die Überlieferung der Justiz im Sprengel Chemnitz 1945-50 beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR – Außenstelle Chemnitz“ (Betreuer: Prof. Dr. Hartwig Walberg (FB 5), Birgit Rauch).

In der Arbeit wird der Bestand „Ablage der Staatsanwaltschaften“ im Archiv der BStU Außenstelle Chemnitz erstmals systematisch unter Einbindung der Fachliteratur untersucht, ein Thema welches als ein absolutes Forschungsdesiderat anzusehen ist und vom Anspruch her eigentlich den Rahmen einer Bachelorarbeit sprengt. Inhaltlich besitzt die Arbeit eine bestands- und überlieferungsgeschichtliche, archivwissenschaftliche Dimension sowie eine nutzungs- und auswertungsbezogene, geschichtswissenschaftliche Dimension.

Portrait Christoph Seelus

Herr Christoph Seelus erhält den Hochschulpreis 2014 im BA-Studiengang Information und Dokumentation für seine Arbeit mit dem Titel "Semantic Web CMS für wissenschaftliches Datenmanagement" (Betreuer: Prof. Dr. Günther Neher (FB 5), Bernd Ritschel).

In der Arbeit wird in ungewöhnlich umsichtiger und systematischer Art und Weise eine praxisnahe und relevante Problemstellung aus dem Bereich des Semantic Web behandelt: auf Basis eines konkreten Anwendungsszenarios aus dem Geoforschungsbereich - wird ein einheitliches Verfahren zur Tauglichkeitsanalyse und Bewertung von Web-CMS im Hinblick auf die Nutzung im Semantic Web Kontext entwickelt und auf eine Reihe bekannter Web-CMS angewandt.

Hochschulpreise 2013

Portrait Iva Georgieva

Frau Iva Georgieva erhält den Hochschulpreis 2013 im BA-Studiengang Archiv für Ihre Arbeit mit dem Titel "Die geschichtliche Entwicklung des Farbstiftes und seine gesellschaftliche Bedeutung seit seinen Ursprüngen bis in die Gegenwart" (Betreuer am Fachbereich 5: Prof. Dr. Hartwig Walberg, Prof. Dr. Karin Schwarz). 

Die Arbeit wurde in Kooperation mit dem Unternehmen Staedtler
Mars GmbH Nürnberg erstellt und thematisiert unter archivwissenschaftlichen Gesichtspunkten die geschichtliche Entwicklung des Farbstiftes, seinen Ursprung, seine Vorgänger und seinen Gebrauch.

Methodisch geht die Arbeit den Weg der Literatur- und vor allem der Quellenrecherche in mehreren Archiven, ausgehend vom Firmenarchiv Staedtler in Nürnberg. Darüber hinaus wurden einschlägige Archivbestände im Stadtarchiv Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Bayerisches Wirtschaftsarchiv und Deutsches Museum München sowie in den Unternehmensarchiven anderer Produzenten ausgewertet. Die Befragung von Experten auch zu technischen Fragestellungen der Produktionsweise unterstützte die Recherchearbeit.

Portrait Nicole Siegmann

Frau Nicole Siegmann erhält den Hochschulpreis 2013 im BA-Studiengang Bibliotheksmanagement für Ihre Arbeit mit dem Titel "Informationsverhalten von Politikwissenschaftlern“ (Betreuer: Prof. Dr. Stephan Büttner (FB 5), Sandra Neumann).

Frau Siegmann greift mit der Arbeit zum Informationsverhalten ein zurzeit viel diskutiertes Thema auf. Der besondere Fokus liegt dabei auf dem Gebiet der Politikwissenschaft. Die Arbeit analysiert die grundlegende Literatur zur Thematik und reflektiert die Erkenntnisse in einer eigenen empirischen Untersuchung mit einem gelungenen wissenschaftlichen Stil. Der eigene wissenschaftliche Beitrag wird dabei sehr deutlich. Hervorzuheben ist die sehr gute Strukturierung und das sehr gelungene Wechselspiel von theoretischen Grundlagen, methodischen Herangehensweisen und eigener Untersuchung.

Frau Paulina Tomczyk erhält den Hochschulpreis 2013 im BA-Studiengang Information und Dokumentation für Ihre Arbeit mit dem Titel "E-Portfolios im Kontext unterschiedlicher Einsatzszenarien am Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam" (Betreuer am Fachbereich 5: Prof. Dr. Günther Neher, Dipl.-Kfm. Markus Hillig).

Die Autorin hat eine sehr praxisnahe und hoch relevante Fragestellung aus dem Bereich Hochschuldidaktik und E-Learning in ungewöhnlich umsichtiger und systematischer Art und Weise bearbeitet. Sie hat dazu sowohl deutschlandweit eine große Zahl von E-Learning-Teams an Hochschulen befragt und deren Erfahrungen ausgewertet, als auch Curriculum-spezifische Szenarien für den Fachbereich Informationswissenschaften analysiert. Sie hat dann diese Szenarien real auf der Basis der an der FHP genutzten E-Learningplattform Moodle/Mahara exemplarisch umgesetzt. Der dahinterstehende Aufwand und das Engagement der Autorin für das Thema ist der Arbeit sehr deutlich und positiv anzumerken. Insgesamt eine sehr umfassende und „runde“ Arbeit, die zu gegebener Zeit als Leitfaden für die Einführung von E-Portfolios an der FHP Anwendung finden könnte.

Lydia Janotta, Absolventin des Bachelor-Studiengangs Bibliotheksmanagement, verfasste mit "Mach dich aus dem Staub" die erste deutsche Publikation, welche die Problematik "Staub und Schmutz in Bibliotheken" nicht nur hinsichtlich der Bibliotheksbestände behandelt, sondern auch in Bezug auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bibliotheken. Das Werk ist im Simon-Verlag für Bibliothekswissen erschienen.

Lydia Janotta: Mach dich aus dem Staub

Lydia Janotta: Mach dich aus dem Staub.
Staub und Schmutz in Bibliotheken - wie und wann bekämpfen?
erschienen im Simon Verlag für Bibliothekswissen
Berlin 2013, ISBN 978-3-940862-62-4
16,00 Euro
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B.I.T. Online-Innovationspreis 2012

Analyse von Recommendersystemen in Deutschland” war der Titel der Diplomarbeit von Katrin Gärtner, die sie 2011 verfasste. (Betreuer: Prof. Dr. Stephan Büttner (FB 5), Dr. Jürgen Plieninger) 

Abstract: In dieser Arbeit werden in Deutschland vorkommende Empfehlungssysteme analysiert. Im ersten Teil der Arbeit werden die Grundlagen zu den Empfehlungssystemen, ihre grundlegende Funktionsweise und die zugrundeliegenden Techniken von Recommendersystemen erläutert. Darauf aufbauend werden Empfehlungssysteme in Deutschland anhand von ausgewählten Internetseiten vorgestellt, analysiert und in die aktuell gültige Klassifikation eingeteilt. Um beispielhaft die Relevanz von automatisch generierten Empfehlungen zu überprüfen, wird eine stichprobenartige Umfrage unter Wissenschaftlern mehrerer Fachgebiete durchgeführt.

Der Preis wird jährlich vergeben vom Berufsverband Information Bibliothek (BIB) in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift B.I.T. Online, die die prämierten Abschlussarbeiten in der Buchreihe "B.I.T. online innovativ" veröffentlicht.

Hochschulpreise 2011

Portrait Claudia Busse

Claudia Busse erhält im Studiengang Archivwesen den ersten FHP-Preis im Bachelor (Betreuer: Prof. Dr. Karin Schwarz (FB 5), Dipl.-Archivarin Stephanie Tonke).

Sie befasst sich in ihrer Arbeit mit der Vorbereitung der digitalen Archivierung bei der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten (SPSG). Unter dem Titel „Entwicklung eines Konzepts für die Übernahme elektronischer Verwaltungsunterlagen der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten in das Stiftungsarchiv. Untersuchung der notwendigen Schritte auf Basis der Recherche in ausgewählten Bereichen“ erarbeitet Frau Busse ein Konzept für den Aufbau eines Digitalen Archivs. Ausgehend von der derzeitigen Situation in der Schriftgutverwaltung werden Anforderungen und Kriterien für den Aufbau des Digitalen Archivs aufgestellt und Empfehlungen ausgegeben, welche Maßnahmen zu welchen Zeitpunkten erforderlich und sinnvoll sind, um mit der digitalen Archivierung in der SPSG zu beginnen.
Mit der Arbeit gelingt ein überzeugender, wissenschaftlich fundierter Transfer von den zumeist theorielastigen Erkenntnissen der digitalen Archivierung hin zur konkreten Umsetzung im Stiftungsarchiv der SPSG.

Portrait Steffen Richter

Die erste Bachelorarbeit, die den FHP-Preis im Studiengang Bibliothekmanagement erhält, ist Steffen Richters Studie: „Die Wirkung der Bibliothek als Ort messen: zehn alternative Methoden“ (Betreuer: Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm (FB 5), Prof. Dr. Frank Heidmann). 

Die Arbeit greift ein innovatives Thema auf, stellt sich der interdisziplinären Herausforderung durch Wahl des Zweitgutachters aus der betroffenen zusätzlichen Fachdisziplin, und führt in der kurzen Zeit der Bachelor Thesis eine methodisch saubere empirische Untersuchung durch in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin durch. Es handelt sich dabei um den (gelungenen) Versuch, ein besonders virulentes Themengebiet der Informationswissenschaften (den spatial turn) methodisch zu unterfüttern mit erprobten Methoden aus verwandten Fachgebieten und dies mit der mittlerweile gesicherten Tradition der Wirkungsmessung in/von Bibliotheken zu verknüpfen. Im Zusammenhang mit der Gestaltung neuer Lern- und Wissensorte wurde bisher nur pauschal „gemessen“, ob der Raum der Informationsarbeit „gefällt“, ob er als „schön“ empfunden wird oder bestenfalls, ob „er funktioniert“. Methodisch saubere Überlegungen, das boomende, neue Konzept des Raums der Bibliothek (als information ground) in einem strategischen Managementansatz zu operationalisieren, sind auch international bisher nicht anzutreffen. Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass die Bibliothekswissenschaft von den Erfahrungen der Besucherforschung in Museen profitieren sollte und sich der intensiven wissenschaftstheoretischen Diskussion der Nachbardisziplinen wie z.B. der Humangeographie stellen sollte. Eine leicht gekürzte Fassung des Textes erschien bereits in dem renommierten (einzigen) informationswissenschaftlichen Fachorgan Deutschlands unter dem Titel: „Die Bibliothek als Ort und Raum. Verfahren zur Wirkungsmessung“ In: Information. Wissenschaft & Praxis, 62(2011)5, 225-236 (im double blind peer review Verfahren - und als einzige deutsche Fachzeitschrift international referenziert z.B. bei ISI).

Portrait Gregor Franz

Im Studiengang „Information und Dokumentation“ wurde die Bachelorarbeit von Gregor Franz zum Thema „Möglichkeiten zur Erhöhung der Potentiale der Wikipedia-Enzyklopädien - mit Schwerpunkt auf einem interlingualen Wissensaustausch“ mit dem FHP-Preis für hervorragende Abschlussarbeiten ausgezeichnet (Betreuer: Prof. Dr. Eleonore Poetzsch (FB 5), Dipl.-Dok. Jens Längert).

Zielstellung der Bachelorarbeit von Herrn Franz war es, zum einen zu untersuchen, welche Ansätze für einen interlingualen Wissensaustausch bereits existieren und zum anderen einen eigenen konzeptionellen Ansatz zu entwickeln, mit dem sich das jeweils fehlende Wissen zwischen den Wikipedias transferieren lässt. Nach Einschätzung der Gutachterin Prof. Dr. Eleonore Poetzsch ergibt sich der hohe Wert der Arbeit vor allem daraus, dass Herr Franz - ausgehend von einer ausführlichen theoretischen Basis - eigenständig eine Konzeption für einen möglichen Wissensaustausch entwickelt hat. Hervorzuheben sind die wissenschaftliche Fundiertheit der Arbeit, die Kombination von theoretischer Basis mit praktischer Anwendung, das überdurchschnittlich hohe Maß an eigens eingebrachten Ideen und die hervorragende sprachliche Gestaltung.
Dass nicht nur die Gutachter von der Qualität der Arbeit überzeugt sind, beweisen die zwischenzeitlich erfolgten Präsentationen der Ergebnisse der Arbeit: Sie wurden in der Zeitschrift Information Wissenschaft & Praxis als Fachartikel publiziert sowie als Poster auf der INFORMARE! und dem Deutschen Bibliothekartag vorgestellt. Besonders bemerkenswert ist, dass der vwh-Verlag die Bachelorarbeit demnächst als Buch unter dem Titel: Die vielen Wikipedias: Vielsprachigkeit als Zugang zu einer globalisierten Online-Welt veröffentlichen wird.

Hochschulpreise 2010

Portrait Susann Gutsch

Für den Studiengang Archiv wurde die Diplomarbeit von Susann GutschArchive und Web 2.0. Der Einsatz von Web 2.0-Technik für das Marketing und die Aufgabenbewältigung in Archiven“ ausgezeichnet (Betreuer am Fachbereich 5: Prof. Dr. Mario Glauert, Prof. Dr. Karin Schwarz).

Dr. Mario Glauert (Brandenburgisches Landeshauptarchiv) hob in seiner Laudatio hervor, dass die Arbeit Pioniercharakter habe: Erstmals wurde in deutscher Sprache ein breiterer Überblick zu den Möglichkeiten von Web 2.0 Anwendungen für Archive gegeben.

Die Arbeit erläutert übergreifende Elemente, wie Taggs und RSS, untersucht fünf Applikationen (Blog, Wiki, Crowdsourcing, Photo Sharing und Social Networking) vertieft und gibt Erläuterungen zur Nutzung weiterer Elemente, die häufig mit Web 2.0 in Verbindung stehen. Alle Anwendungen werden präzise beschrieben, ihre archivischen Einsatzmöglichkeiten erörtert und an best-practice-Beispielen aus dem gesamten Spektrum der informationswissenschaftlichen Einrichtungen detailliert illustriert.
Die ausgezeichnete Arbeit überzeugt durch eine breite und souveräne Auswertung der Forschung und Praxis, durch eigenständige, differenzierte und fundierte Aussagen und Urteile sowie nicht zuletzt durch sehr konkrete Handlungsempfehlungen und praxistaugliche Anregungen.
Eine aktualisierte Fassung der Arbeit liegt inzwischen als Buchpublikation in der Reihe der „Veröffentlichungen der Landesfachstelle für Archive und öffentliche Bibliotheken im Brandenburgischen Landeshauptarchiv“ vor.

Veröffentlichung Web 2.0 in Archiven. Hinweise für die Praxis.

Susann Gutsch: Web 2.0 in Archiven. Hinweise für die Praxis. Veröffentlichungen der Landesfachstelle für Archive und öffentliche Bibliotheken im Brandenburgischen Landeshauptarchiv 8. Potsdam 2010. ISBN 978-3-9810642-7-8.
10,00 Euro.
Bestellung: Brandenburgisches Landeshauptarchiv, poststelle­ (at) blha.brandenburg.de

Portrait Ingo Caesar

Im Studiengang Bibliothek erhielt Ingo Caesar den FHP-Preis für seine Diplomarbeit zum Thema „iPolitics und Partizipation. Möglichkeiten politischer Beteiligung im Netz“ (Betreuer: Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm (FB 5), Prof. Dr. Birgit Ammann (FB 1)).

Seine These: Die Informationswissenschaft solle die Veränderungen des gesellschaftlichen Kommunikationssystems, etwa in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft genau beobachten, denn diese Systeme beeinflussten wiederum die Anforderungen an Informationseinrichtungen. Tiefgreifende Veränderungen vollzögen sich zurzeit durch eine neuartige Kommunikationssituation im Netz, die sich besonders durch den Einsatz von Social Media-Anwendungen auszeichne. Dabei ist eine relevante Dimension, dass auch neue Möglichkeiten politischer Beteiligung im Netz geschaffen werden. Diese Möglichkeiten wollte Caesar in seiner Arbeit ausloten und bewerten. Die Gutachterin, Prof. Dr. Birgit Ammann, bescheinigt Ingo Caesar eine „ausgeprägte analytische Kompetenz, kreativen Umgang mit interdisziplinären Denkansätzen, ein hohes Maß an Formulierungsbegabung sowie Diskursfähigkeit“.

Ingo Caesar: Social Web – politische und gesellschaftliche Partizipation im Netz

Ingo Caesar: Social Web – politische und gesellschaftliche Partizipation im Netz
erschienen im Simon Verlag für Bibliothekswissen
Berlin 2012, ISBN 978-3-940862-33-4
21,00 Euro
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Portrait Manuela Stöcker

Im Studiengang „Dokumentation“ wurde die Diplomarbeit von Manuela Stöcker zum Thema „Qualitätssicherung und Datenvalidierung im Rahmen einer präventivmedizinischen prospektiven Studie, der ‚MeSyBePo’-Studie" mit dem FHP-Preis ausgezeichnet (Betreuer: Prof. Dr. Eleonore Poetzsch (FB 5), Dr. Martin Osterhoff).

Die Diplomarbeit wurde in Zusammenarbeit mit der Abteilung „Klinische Ernährung“ am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke erstellt. Nach Einschätzung der Laudatorin Prof. Dr. Eleonore Poetzsch wurde mit dieser Arbeit zum Ausdruck gebracht, wie stark sich die Integration sehr verschiedener Kompetenzen im Berufsfeld des Dokumentars widerspiegelt. In der Diplomarbeit wird diese Integration durch den Zusammenhang von Kenntnissen der Fachinformation - im vorliegenden Fall auf den Gebieten der Medizin und Ernährungswissenschaften - und methodischer Informationskompetenz verdeutlicht, die hierbei vor allem durch das Wissen um statistische Methoden und Bewertungsmechanismen zur Anwendung kam. Der Praxisbetreuer der Diplomarbeit, Herr Dr. Martin Osterhoff, hebt in seinem Gutachten in diesem Zusammenhang das Analysevermögen und die interdisziplinäre Fachkompetenz hervor, die in der Diplomarbeit unter Beweis gestellt wurden.
Frau Stöcker hat unmittelbar nach dem Abschluss ihres Studiums eine Arbeitsstelle als Diplom-Dokumentarin am Robert-Koch-Institut Berlin angetreten, wo sie das in der Diplomarbeit erworbene Wissen zur Anwendung bringen und vertiefen kann. 

Im Studiengang „Dokumentation“ wurde die Diplomarbeit von Manuela Stöcker zum Thema „Qualitätssicherung und Datenvalidierung im Rahmen einer präventivmedizinischen prospektiven Studie, der ‚MeSyBePo’-Studie" mit dem FHP-Preis ausgezeichnet. Die Diplomarbeit wurde in Zusammenarbeit mit der Abteilung „Klinische Ernährung“ am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke erstellt. Nach Einschätzung der Laudatorin Prof. Dr. Eleonore Poetzsch wurde mit dieser Arbeit zum Ausdruck gebracht, wie stark sich die Integration sehr verschiedener Kompetenzen im Berufsfeld des Dokumentars widerspiegelt. In der Diplomarbeit wird diese Integration durch den Zusammenhang von Kenntnissen der Fachinformation - im vorliegenden Fall auf den Gebieten der Medizin und Ernährungswissenschaften - und methodischer Informationskompetenz verdeutlicht, die hierbei vor allem durch das Wissen um statistische Methoden und Bewertungsmechanismen zur Anwendung kam. Der Praxisbetreuer der Diplomarbeit, Herr Dr. Martin Osterhoff, hebt in seinem Gutachten in diesem Zusammenhang das Analysevermögen und die interdisziplinäre Fachkompetenz hervor, die in der Diplomarbeit unter Beweis gestellt wurden.
Frau Stöcker hat unmittelbar nach dem Abschluss ihres Studiums eine Arbeitsstelle als Diplom-Dokumentarin am Robert-Koch-Institut Berlin angetreten, wo sie das in der Diplomarbeit erworbene Wissen zur Anwendung bringen und vertiefen kann.

Hochschulpreise 2009

Portrait Marcel Ruhl

Im Fachbereich Informationswissenschaften wurde im Studiengang Archiv die Diplomarbeit von Marcel Ruhl zum Thema „Die Archivierung von Videoaufzeichnungen am Beispiel des „Wendler-Projektes“ im Archiv Demokratischer Sozialismus der Rosa-Luxemburg-Stiftung“ ausgezeichnet (Betreuer: Prof. Dr. Hartwig Walberg (FB 5), Christine Gohsmann).

Prof. Dr. Hartwig Walberg stellt in seiner Laudatio fest, dass „das Thema über das konkrete Projekt und den Archivbestand hinaus von allgemeiner Bedeutung ist, da es sich – wie selten in Archiven außerhalb der Medienarchive – mit Multimediaobjekten befasst. Da Videorecorder und Videoaufzeichnungen zunehmend den digitalen Aufnahmetechniken gewichen sind und bereits als ‚historische Technologie’ und somit historische Daten aufzufassen sind, besteht hier in vielen Archiven unmittelbarer Handlungsbedarf.“ Ziel der Diplomarbeit war, für die im analogen Fernsehbereich verschiedener Sendeanstalten mitgeschnittenen bis zu 20 Jahre alten überwiegend Videoaufzeichnungen des Fernsehmannes Klaus Wendler im Archiv der Rosa-Luxemburg Stiftung Überlegungen zur Digitalisierung und Archivierung anzustellen und die Pilotphase des Digitalisierungsprojektes zu analysieren. Das Ergebnis der Arbeit ist ausgezeichnet und zeigt den hohen Reflexionsstand und die eingehenden archivwissenschaftlichen und technischen Fachkenntnisse des Autors. Alle Aspekte sind berücksichtigt: technische Grundlagen, Digitalisierung, Erschließung, Nutzung und rechtliche Aspekte des Urheber- und Nutzungsrechts. Gleichzeitig sind die Vorschläge anregend zur weiteren Beschäftigung mit dieser Thematik und zur Umsetzung dieses und gleich gelagerter Projekte.

Volker Gross erhielt den FHP-Preis für seine Diplomarbeit „Aspekte geistigen Eigentums in der Wissensgesellschaft“ im Studiengang Bibliothek (Betreuer am Fachberich 5: Prof. Dr. Stephan Büttner, Prof. Dr. Gabriele Beger).

Er greift damit ein Thema auf, dass nicht nur wissenschaftstheoretisch hoch brisant ist, sondern auch eine bedeutende Praxisrelevanz besitzt. Der Laudator Prof. Dr. Stephan Büttner hebt den logischen und transparenten Aufbau der Arbeit sowie das methodische Vorgehen hervor, das sich „durch wissenschaftliche Exaktheit“ auszeichnet. Ganz besonders besticht die Arbeit „durch ihre außergewöhnlich pointierte Reflexion und Interpretation der Literatur“, bei der der eigene wissenschaftliche Beitrag des Verfassers sehr deutlich wird.

Portrait Julia Glöde

Julia Glöde wurde im Studiengang Dokumentation für ihre Diplomarbeit „Archivierung relationaler Datenbanken auf der Grundlage von XML – Konzeption eines OAIS-konformen Archivierungsmodells und Entwicklung eines neuen Ansatzes zur Archivierung von Datenbankabfragen“ mit dem FHP-Preis ausgezeichnet (Betreuer am Fachbereich 5: Prof. Dr. Rolf Däßler, Prof. Dr. Günther Neher).

Besonders hervorzuheben ist nach Meinung des Laudators Prof. Dr. Rolf Däßler der interdisziplinäre Charakter der Arbeit, der „ein fundiertes dokumentarisches Wissen … mit modernen archivwissenschaftlichen Ansätzen verbindet. … Das entscheidende Ergebnis der Arbeit ist ein völlig neuer Ansatz zur Archivierung von Datenbankabfragen, den es bisher noch nicht gab.“

Hochschulpreise 2008

Im Studiengang Archiv wurde die Diplomarbeit von Sonja Kiesling zum Thema „Das Verhältnis zwischen den Archivgesetzen und den Informationsfreiheitsgesetzen hinsichtlich des rechtlichen Zugangs zu Archivgut" ausgezeichnet (Betreuer am Fachbereich 5: Prof. Dr. Karin Schwarz, Prof. Dr. Gabriele Beger).

Nach Einschätzung der Laudatorin Dr. Karin Schwarz ist es Frau Kiesling bei der Auseinandersetzung mit den Informationsfreiheitsgesetzen im Archiv gelungen, die rechtlich komplizierte Situation mit zum Teil widersprüchlichen Bestimmungen zum Zugang amtlicher Informationen und die verschiedenen Lösungsansätze bei den betroffenen Archiven verständlich darzulegen und zu beurteilen. Die Autorin „zeigt dabei einen sicheren Umgang bei der Auslegung von Gesetzestexten und vermag es, in interdisziplinärer Weise juristische und archivfachliche Sichtweisen zu verknüpfen. Die Arbeit ist äußerst sorgfältig erarbeitet. Besonders positiv fällt der gewandte Sprachstil und der sehr gut nachvollziehbare Aufbau auf." Im Ergebnis – so die Gutachtachter – „fördert (die Arbeit) die Diskussion um den allseits diskutierten und geforderten Prozess der Offenheit der Archive."

Portrait Anja Beddies

Anja Beddies erhielt den FHP-Preis für ihre Diplomarbeit im Studiengang Bibliothek zum Thema „Konzeptionelle Anforderungen an digitale Forschungsbibliotheken – das Beispiel „European Cultural Heritage Online" (ECHO)" (Betreuer: Dipl. Soz. Urs Schoepflin, Prof. Dr. Stephan Büttner (FB 5)).

In der Diplomarbeit werden zwei Konzepte digitaler Bibliotheken in den Geisteswissenschaften und eine synoptische Darstellung der einzelnen Komponenten verglichen. Leitende Fragestellungen waren dabei: „Welche Voraussetzungen für eine wissenschaftliche, forschungsbasierte Nutzung bietet ECHO im Vergleich zu EUROPEANA, worin liegt die differentia spezifica des ECHO-Projekts, die dieses als digitale Forschungsbibliothek ausweist?" Für Laudator Prof. Dr. Stephan Büttner hat Anja Beddies mit dem „sehr gelungenen Vergleich" ein „herausragendes Ergebnis" vorgelegt. „Insbesondere bei den Ausführungen zur Technologie gelingt es der Autorin überzeugend darzustellen, dass nunmehr auch die Geisteswissenschaftler auf dem Weg in die eScience-Welt sind."

Portrait Dunja Langanke

Dunja Langanke wurde der FHP-Preis im Studiengang Dokumentation für ihre Diplomarbeit „Das Chemische Zentralblatt im Wandel der Zeiten – der Weg von der gedruckten zur elektronischen Ausgabe" verliehen (Betreuer: Prof. Dr. Eleonore Poetzsch (FB 5), Dr. Jost T. Bohlen).

Die Diplomarbeit zeigt die 140jährige Geschichte der Referatezeitschrift Chemisches Zentralblatt auf und verfolgt den Weg des Chemischen Zentralblattes von seiner gedruckten Ausgabe bis zu der seit kurzer Zeit vorliegenden digitalen Ausgabe. Prof. Dr. Eleonore Poetzsch betont in ihrer Laudatio, dass die Arbeit in ihrer wissenschaftlichen wie methodischen Herangehensweise einem sehr hohen Anspruch gerecht wird und sowohl wissenschaftshistorisch als auch informationswissenschaftlich von großem Wert ist. Sie würdigt insbesondere, dass „die Arbeit in hervorragender Weise das Konzept des Fachbereiches Informationswissenschaften umsetzt, das unter anderem darin besteht, Inhalte unterschiedlicher Fachgebiete, verschiedene methodische Ansätze und gedruckte wie elektronische Medien miteinander in Bezug zu setzen." Aufgrund der erwähnten Schnittstellenkompetenz empfehlen die Gutachter, die Ergebnisse der Arbeit als Publikation bei der Zeitschrift Information Wissenschaft & Praxis oder einer anderen Fachzeitschrift einzureichen.

Der Sonderpreis der Gesellschaft der Freunde & Förderer der FH Potsdam e.V. im Jahr 2008 geht an das Projekt „BOBCATSSS”. Im Verlauf von drei Semestern (WS 2006/07 – SoSe 2008) wurde von Studierenden des Fachbereichs Informationswissenschaften die internationale Konferenz BOBCATSSS vorbereitet und durchgeführt. BOBCATSSS, ist ein Akronym, das die Zusammenarbeit von Universitäten beschreibt. Die Buchstaben setzen sich aus den Anfangsbuchstaben der Universitäten zusammen, die 1993 das Symposium initiiert haben: Budapest, Oslo, Barcelona, Copenhagen, Amsterdam, Tampere, Stuttgart, Szombately, Sheffield. Seit dieser Zeit findet diese Tagung jährlich statt, organisiert von Studenten der Bibliotheks- und Informationswissenschaften verschiedener Universitäten jeweils eines ost- und eines westeuropäischen Landes.

Im Verlauf von drei Semestern haben die Studierenden zusammen mit Studierenden der Humboldt-Universität Berlin, der Universität Ossijek und der Universität Zadar aus Kroatien eine großartige Arbeit geleistet und den Namen der FH Potsdam weit über die Grenzen Deutschlands bekannt gemacht. Mit der Konferenz BOBCATSSS 2008, die vom 29. bis 31. Januar 2008 in Zadar stattfand, haben die Studierenden bewusst gemacht, dass der Zugang zu Informationen ungleich verteilt ist, und die Basis für neue Ideen schafft. Die Tagung wurde ein Riesenerfolg, ca. 350 teilnehmende Studierende, Lehrende und Praktiker aus aller Welt informierten in zahlreichen sehr interessanten, qualitativ hoch stehenden Vorträgen und diskutierten in Foren und Workshops innovative Konzepte. Parallel gab es die größte Firmenausstellung seit Bestehen der BOBCATSSS-Tagungen.

Prof. Dr. Stephan Büttner, der die Studentengruppe betreut hat, lobt deren „sehr motivierte, engagierte und enthusiastische Arbeit”, die wesentlich zum Erfolg dieses großen internationalen Projekts beigetragen hat. „Die wohl größte Erfahrung für alle Beteiligten, für die deutschen als auch die kroatischen Studierenden, lag jedoch”, so die Einschätzung von Professor Büttner, „im persönlich erfahrenen interkulturellen Management zwischen Hochschulen und verschiedenen Ländern”.

B.I.T. Online Innovationspreis 2007

Bibliotheken in Second Life” war der Titel der Diplomarbeit von Jin Tan, die er im Sommer 2007 schrieb und im September äusserst erfolgreich "verteidigte" (Betreuer: Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm (FB 5), Lambert Heller).

Was hat die virtuelle Welt Second Life mit den realen Bildungsproblemen Deutschlands und der dramatischen Entwicklung im deutschen Bibliothekswesen zu tun? Diese Frage beantwortet die Studie, die er in der virtuellen Welt mit sehr realen wissenschaftlichen Methoden durchgeführt hat.

Als wesentliches Ergebnis der Arbeit kann festgehalten werden, dass virtuelle Welten eine Brücke zwischen dem Analogen und dem Digitalen darstellen, die vor allem auch Jugendliche erreicht. Es handelt sich hier mitnichten um ein simples Computerspiel, sondern um eine wichtige Möglichkeit, bestimmte Personen auf eine zielgruppengerechte Art und Weise anzusprechen. In unserer medienbetonten Welt ist es ein nicht zu unterschätzendes Instrument der Bildungs- und Informationsarbeit, die Bibliotheken bereits in beiden Welten leisten. In Second Life waren schon zum Zeitpunkt der Studie eine große Anzahl von Bibliothekaren aktiv, die die neue Chance zur Bildungsarbeit in dem jugendgerechten Forum adäquat nutzten. Die virtuelle Welt stellt vor allem durch den möglichen persönlichen Kontakt zwischen "Avataren" eine Alternative zu problematischerem Medienkonsum vor dem Fernseher oder mit Computerspielen dar.

Der mit 500,- € dotierte Preis wird jährlich vergeben vom Berufsverband Information Bibliothek (BIB) in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift B.I.T. Online, die die prämierten Abschlussarbeiten in der Buchreihe "B.I.T. online innovativ" veröffentlicht. Jin Tan setzt damit die Erfolgsserie der Potsdamer Bibliothekswissenschaftler fort, die seit 2003 fast jedes Jahr diesen nationalen Preis erhalten (s.u.).

Die „Verteidigung der Diplomarbeit“ kann im Internet noch einmal life miterlebt werden. Der Text der Diplomarbeit selber ist veröffentlicht im Opus der Fachhochschule.

Hochschulpreis 2007

Niko Schachner im Gespräch

Der Hochschulpreis des Fachbereichs Informationswissenschaften ging im Jahre 2007 an Niko Schachner für seine Arbeit: "Lebende Bücher in der Bibliothek. Umsetzung eines „Living Library“ -Projektes und die Bedeutung des Konzeptes für die bibliothekarische Arbeit" (Betreuer: Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm (FB 5), Brigitte Nottebohm).

Sein Thema stellte in mehrfacher Hinsicht brennende Fragen an unsere Gesellschaft und liefert gleichzeitig wichtige Lösungsansätze für sowohl für Forschung und Praxis als auch für die Lehre der Informations­wissenschaften. Menschen als Medien zu behandeln und in einer Bibliothek zur Ausleihe anzubieten, ist in Deutschland absolutes Neuland. Hier stellen sich nicht nur ethische Fragen, sondern auch die nach der gesellschaftlichen Funktion von Bibliotheken oder die nach dem medienwissenschaftlichen Status der hiermit initiierten gesellschaftlichen Intervention. Nicht zuletzt greift dies auch die Frage nach der Rolle der Bibliothek in der Wissens- und Informations­gesellschaft auf.

Vor allem wird an dem erfolgreich durchgeführten Projekt genau die sonst theoretisch geführte Diskussion deutlich, dass die Reduktion der Institution Bibliothek auf ihre Informationsvermittlungskompetenz nicht nur ein Problem der Bibliothekswissenschaft ist, sondern gesamtgesell­schaftliche Folgen hat. Im Grunde wird hier exemplarisch – mit theoretisch-wissenschaftlicher Untermauerung – offengelegt, dass die informations­technologisch geprägte Wirtschafts- und Bildungspolitik der letzten Jahre, die im Zusammenhang mit dem Stichwort „Informations­gesellschaft“ geführt wurde (und wird) ein zentraler Grund für eine Reihe von gesellschaftlichen Fehlentwicklungen ist.  Eine Projektteilnehmerin antwortete denn auch auf die Frage, ob sie durch das Ausleihen der lebenden Bücher etwas gelernt habe: „Ja, dass die Welt viel komplexer ist, als ich dachte.“ Mehr kann eine Bildungseinrichtung fast nicht erreichen.

Nicht zuletzt sei nochmals auf die Wirkung der Diplomarbeit in der Öffentlichkeit hingewiesen: sie erhielt bundesweite Beachtung in vielen regionalen und überregionalen Medien bis hin zu einem Magazinbericht im ZDF. Dank dieser gelungenen Kombination von Theorie und Praxis ist hier ein Beispiel innovativer bibliothekarischer Arbeit deutlich geworden wie sie der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen angemessen ist.

(Die Arbeit wurde ebenfalls nominiert für den Nachwuchswissenschaftlerpreis des Landes Brandenburg.)

Preis des DAAD 2006

Portrait Jin Tan

In jedem Jahr wird ein vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ausgelobter Preis an ausländische Studierende vergeben, die sich durch besondere akademische Leistungen und bemerkenswertes interkulturelles Engagement auszeichnen. In diesem Jahr wurde dieser mit 1000 € dotierte Preis Jin Tan aus dem Fachbereich Informationswissenschaften zugesprochen.

Für alle, die Jin noch nicht kennen sollten: Er kommt aus Lanzhou, der Hauptstadt der im Nordwesten der Volksrepublik China gelegenen Provinz Gansu. Jin ist 25 Jahre alt und studiert seit 2003 an unserem Fachbereich in der Fachrichtung Bibliothek.

Um einmal zu verdeutlichen, warum Jin diesen Preis bekommen hat, soll an dieser Stelle aus der Laudatio zitiert werden. Da steht geschrieben, dass Jin sich schon jetzt "um die deutsche informationswissenschaftliche Community verdient gemacht hat durch eine eigene kooperative Fachpublikation sowie zahlreiche Beiträge in der Wikipedia und in anderen Foren des Web2.0. Er musste sich das Studienfach und die deutsche Sprache von Grund auf aneignen und hat in den knapp drei Jahren Aufenthalt in Deutschland enorme Fortschritte gemacht. In den Hochschulseminaren und –projekten ist er in mancherlei Hinsicht seinen Kommilitonen des gleichen Jahrganges fachlich überlegen. Die Berichte seiner Praktikumsstellen über seine Praxiszeiten sind durchweg überschwänglich."

Die Liste der Aktivitäten ist lang. So hat Jin unter anderem Texte der deutschen und englischen Wikipedia ins Chinesische übersetzt. Er pflegt sein eigenes Blog, das vollgestopft mit Berichten zum Thema Information Sience ist. Unter del.icio.us sind alle social bookmarks von Jin zu finden und er bietet seinen eigenen RSS Reader an. Das sagt eigentlich alles und verdient hat sich Jin diesen Preis allemal. Es bleibt nur eine Frage: Wann liest Jin das alles???

Preise für die besten Diplomarbeiten 2006

Portrait Kristin Tuma

In der Fachrichtung Archiv ging der Preis für die beste Diplomarbeit an Kristin Tuma (Betreuer: Prof. Dr. Susanne Freund (FB 5), Prof. Dr. Hartwig Walberg (FB 5)). Mit ihrer Arbeit "Archivpädagogik als ein Mittel der historischen Bildungs- und archivischen Öffentlichkeitsarbeit - vorgestellt an ausgewählten Beispielen" setzte sie sich mit dem noch relativ jungen Feld der Archivpädagogik auseinander.

Jung in so fern, als dass Archive den Nutzen und die Vorteile der Archivpädagogik für die historische Bildungsarbeit erst langsam erkennen und ihre Schätze einer breiten und vor allem jungen Gemeinschaft zu Forschungs- und Wissenzwecken zur Verfügung stellen. Dass wie beinahe nebenbei ein nicht unerheblicher Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit geleistet wird, macht eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik nicht nur unerlässlich, sondern auch preiswürdig.

Portrait Jens Längert

Ebenso wurde die Diplomarbeit von Jens Längert, Fachrichtung Dokumentation, mit einem Preis gewürdigt. Sein Thema: "Eine vergleichende Analyse und Bewertung der Universalenzyklopädien Brockhaus - Encarta - Wikipedia" (Betreuer: Prof. Dr. Günther Neher (FB 5 Zweitgutachter)).

Es stellt sich bei diesem Thema zuerst die Frage, wie viele Menschen mit Zugang zum Internet es gibt, die die Online Enzyklopädie Wikipedia nicht kennen. Als zweite Frage taucht gleich danach auf, wie zuverlässig und valide die Informationen in der Wikipedia eigentlich sind. Denn es scheint kaum noch ein Referat oder eine Arbeit geschrieben zu werden, die nicht als Quelle wenigstens einmal die Wikipedia aufführt. Wer also wissen möchte, ob er sich vielleicht doch lieber die 26 Bände Brockhaus ins Wohnzimmer stellen sollte, kommt um das Lesen dieser Arbeit nicht herum. Das sehen die Betreiber der Wikipedia übrigens genauso und werden die Arbeit von Jens Längert deshalb in die Wiki Research Bibliographie der Enykopädie aufnehmen.

Weitere Preise

Innovationspreis 2006 BIT Online
Sandra Blanck: Was sind uns unsere Bibliotheken wert? Diskussion von Impact und Outcome am Beispiel einer Marktwertstudie an öffentlichen Bibliotheken in Berlin. (Betreuer: Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm)

Innovationspreis 2005 BIT Online
Sabine Wolf, geb. Günther: Das Web Contact Center - eine Herausforderung für Bibliotheken (Betreuer: Prof. Dr. Stephan Büttner)

Innovationspreis 2003 BIT Online
Sabine Rauchmann: Die Vermittlung von Informationskompetenz in Online-Tutorials: eine vergleichende Bewertung der US-amerikanischen und deutschen Konzepte (Betreuer: Prof. Dr. Stephan Büttner)