Informationswissenschaften | 27.02.2017

Land Brandenburg verstetigt Koordinierungsstelle für Digitalisierung von Kulturgut

Im Land Brandenburg liegt die Überlieferung des kulturellen Erbes zum wesentlichen Teil im Aufgabenbereich von mehr als 80 Archiven, 140 Bibliotheken und 150 Museen, hinzu kommt eine Vielzahl an ehrenamtlich geführten Einrichtungen. Trotz sehr unterschiedlichen Sammlungen und Beständen, teilen alle die Herausforderungen der Digitalisierung und der digitalen Präsentation. Da oft die finanziellen und somit personellen wie auch technischen Mittel fehlen, wurde 2012 die Koordinierungsstelle Brandenburg-digital als zentraler Ansprechpartner eingerichtet, um die Institutionen in Brandenburg zu unterstützen. Mittlerweile bietet die Koordinierungsstelle ein breites Spektrum an Beratung, Information und Vermittlung.

"Wir organisieren Weiterbildungen z.B. zum Umgang mit Online-Datenbanken, beraten bei der Antragstellung von Fördermitteln und unterstützen das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur bei der Entwicklung neuer Strategien für eine langfristige und nachhaltige Digitalisierung der Kulturgüter im Land", erklärt Ulf Preuß, Leiter der Koordinierungsstelle.

Mit Beschluss des Haushalts 2017/18 bestätigte der Landtag nun kürzlich die Entscheidung der Regierung die Koordinierungsstelle zu verstetigen. "Bisher wurden ca. 30 Digitalisierungsprojekte mit über 60 Kooperationspartnern erfolgreich umgesetzt. Die Verstetigung ermöglicht uns nun längerfristig zu planen, mehr Einrichtungen bei der Teilnahme an landesübergreifenden Angeboten zu unterstützen und den Ausbau von Infrastrukturen und Drittmitteln zu forcieren ", betont Preuß.

Brandenburg verfolgt bei der Digitalisierung einen kooperativen Ansatz, sodass die vorhandene technische Infrastruktur und das Fachwissen auch kleineren Einrichtungen zur Verfügung stehen und effizient genutzt werden können. Ein sehr gutes Beispiel liefert das Projekt "Historische Stadtansichten aus dem Land Brandenburg" unter Leitung des Potsdam Museums - Forum für Kunst und Geschichte in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Brandenburg an der Havel, Museum im Frey-Haus und dem Museum in der Adler-Apotheke Eberswalde. Eine thematische Bündelung führt zu einem übergreifenden Wissensaustausch und ermöglicht unerfahrenen Einrichtungen die Erstellung einer eigenen digitalen Präsentation und z.B. die künftige Einbindung in Portale wie die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB).

Die Koordinierungsstelle ist am Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam verortet, wodurch wertvolle Synergieeffekte für beide Einrichtungen entstehen. Die Koordinierungsstelle kann aktuelle Fragestellungen aus der Praxis in Lehre und Forschung tragen und umgekehrt von neuen Erkenntnissen unmittelbar profitieren. Zudem verfügt der Fachbereich über ein Digitalisierungslabor, welches auch für kooperative Projekte genutzt wird. Aktuell plant die Koordinierungsstelle den 2. Informationstag Brandenburg.digital, welcher am 13. September 2017 an der Fachhochschule Potsdam stattfinden wird.

Mehr Informationen zur Koordinierungsstelle:
www.brandenburg-digital.org

Mehr Informationen zu Brandenburgs Digitalisierungsstrategien:
(2016) Preuß, Ulf: Brandenburg.digital. In: Föderale Vielfalt - Globale Vernetzung. Strategien der Bundesländer für das kulturelle Erbe in der digitalen Welt. Hrsg.: v. Ellen Euler u. Paul Klimpel. Schriftenreihe: »Kulturelle Erbe in der digitalen Welt«. Bd. 2 Hamburg University Press. Seiten 52-69. Link zum Artikel (PDF)  (PDF)

Kontakt

Ulf Preuß
Telefon: +49 331 580-1530, Mobil: +49 176 38667175
E-Mail: ulf.preuss­ (at) fh-potsdam.de
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