Zentral | 27.02.2017

FH Potsdam startet mit neuen Professorinnen in das Sommersemester

Wissenschaftsstaatssekretärin Ulrike Gutheil übergibt heute die Ernennungsurkunden.

Potsdam, den 27. Februar 2017 -  Zum Semesterauftakt begrüßt die FH Potsdam neue Professorinnen. Die  Theaterwissenschaftlerin Dr. Julia Glesner wird zum 1. März 2017 als Professorin für „Kultur und Management“ im Studiengang Kulturarbeit berufen. Die Entwicklungspsychologin und Systemische Familientherapeutin Dr. Gerlind Große  wird zum 1. März 2017 als Professorin für „Frühkindliche Bildungsforschung“ im Fachbereich Sozial-und Bildungswissenschaften ernannt. Sie war bereits von Oktober 2016 bis Februar 2017 mit einer Vertretungsprofessur an der FH Potsdam. Dr.rer. nat. Heike Neuroth hatte eine befristete Professur für Bibliothekswissenschaft am Fachbereich Informationswissenschaften und lehrt und forscht ab 1. April mit einer unbefristeten Professur in diesem Fach. Die Soziologin und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin Dr. Lalenia Zizek verstärkt ab 1. März 2017 als Professorin für „Bildung, Beratung, Förderung und Therapie im Kindesalter“ den Fachbereich Sozial- und Bildungswissenschaften. Die Übergabe der Ernennungsurkunden findet heute um 16.00 im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Potsdam statt.  

Prof. Dr. Julia Glesner, geboren 1975 in Saarlouis, studierte Theaterwissenschaft, Politologie und Deutsche Philologie in Mainz und Paris und schloss 2000 mit einer Studie über "Theater für Touristen in Australien" ab. Sie war Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes und des DAAD. Während ihres Studiums arbeitete Julia Glesner unter anderem für die Redaktion Kulturzeit bei 3Sat, für McKinsey&Comp. und an den Staatstheatern Mainz und Wiesbaden. Als DFG-Stipendiatin des Graduiertenkollegs "Bild-Körper-Medium" der HfG Karlsruhe/ZKM wurde sie 2004 mit einer Arbeit über "Theater und Internet. Zum Verhältnis von Kultur und Technologie im Übergang zum 21. Jahrhundert" promoviert. Im Anschluss wechselte Julia Glesner von 2003 bis 2006 ans Theater Erfurt, wo sie als Referentin des Generalintendanten, später als Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit tätig war. In dieser Zeit war sie Stipendiatin der Akademie "Musiktheater heute" der Kulturstiftung der Deutschen Bank. 2006 übernahm Glesner die Leitung des Stabsreferats Kommunikation und Marketing der Klassik Stiftung Weimar und wurde deren Pressesprecherin. Als Dozentin unterrichtete sie unter anderem an der Universität Erfurt und der Hochschule für Musik in Weimar.

"Die der Kulturarbeit inhärente Transdisziplinarität, betriebs-, kultur- und sozialwissenschaftliche Perspektiven zu verbinden, reizt mich sehr. Mit meiner Berufserfahrung als Kulturmanagerin und Kommunikationsexpertin in den darstellenden und bildenden Künsten, aber auch im Kulturerbe stehen mir die enormen Herausforderungen an zukünftige KulturarbeiterInnen, die gesellschaftliche und ästhetische Prozesse gestalten wollen, klar vor Augen,“ begründet Julia Glesner ihre Motivation. „Ich freue mich darauf, neben meiner Berufserfahrung auch mein breites Netzwerk in die Ausbildung einbringen zu können. Für das anwendungsorientierte Forschen und die Projektarbeit der Studierenden ist es elementar, über die reine Erstellung von Konzepten hinausgehen zu können, um konkrete Resultate zu erzielen."

Prof. Dr. Gerlind Große, geboren 1979 in Großröhrsdorf, ist  Diplom-Übersetzerin, Entwicklungspsychologin und Systemische Familientherapeutin. Von 1998 bis 2005 studierte sie Angewandte Sprachwissenschaften an der Universität Leipzig. Anschließend promovierte sie in Entwicklungspsychologie von 2006 bis 2010 an der University of Manchester und dem Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig in der Abteilung für Vergleichende und Entwicklungspsychologie. Dort lernte und forschte sie über die Entwicklung der sozial-kognitiven Fähigkeiten im Kleinkindalter und promovierte 2010 zum Thema „Kommunikative Intentionen bei Kleinkindern”. Seit Dezember 2012 arbeitete Gerlind Große nebenberuflich in ihrer Privatpraxis “Geburt aus der Mitte” als Therapeutin sowie als freie Dozentin im Bereich prä- und perinatale Psychologie. Von 2012 bis 2015 absolvierte sie eine Ausbildung zur Systemischen Familientherapeutin (DGSF) am FamThera-Institut in Leipzig. Von 2014 bis 2017 war Gerlind Große als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin für pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie an der Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig tätig. Seit Oktober 2016 wirkte sie als Vertretungsprofessorin für Frühkindliche Bildungsforschung an der FH Potsdam.

„Die frühkindliche Bildung gewinnt in Deutschland derzeit rasant an Bedeutung: Immer mehr Kinder gehen immer zeitiger in eine institutionelle Betreuung. Aber es fehlt an gesichertem Wissen darüber, wie diese frühe Phase für alle Kinder – mit den unterschiedlichsten Hintergründen und Voraussetzungen - am besten gestaltet werden sollte, um eine gute Entwicklung zu fördern“, erläutert Gerlind Große. „Ich vertrete ein ganzheitliches Bildungsverständnis, bei dem Lernen nicht unabhängig von sozialen und emotionalen Prozessen betrachtet werden kann. In meiner Forschung geht es entsprechend um ein breites Spektrum an Themen der frühkindlichen Entwicklung. Mein Ziel ist es, aus diesen Erkenntnissen die Gestaltung pädagogischer Prozesse abzuleiten und diese dann im Austausch mit der Praxis empirisch zu überprüfen.“

Prof. Dr. rer. nat. Heike Neuroth, geboren 1966  in Buchholz in der Nordheide, wird zur Professorin für Bibliothekswissenschaft am Fachbereich Informationswissenschaften berufen. Sie hat Geowissenschaften an der Georg-August Universität in Göttingen studiert und in diesem Fach 1997 promoviert. Von 1999 bis 2001 absolvierte sie am Institut für Bibliothekswissenschaften der Humboldt Universität zu Berlin das Masterstudium Bibliothekswissenschaft im postgradualen Fernstudium. Thema ihrer Abschlussarbeit war: "Suche in verteilten Quality-controlled Subject Gateways - Entwicklung eines Metadaten Profiles". Von 2002 bis 2015 war Heike Neuroth Leiterin der Abteilung Forschung und Entwicklung der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek. Seit 2004 ist sie als Gast-Dozentin tätig, unter anderem an der Technischen Hochschule Köln sowie an der Universität Würzburg am Lehrstuhl für Computerphilologie. Seit dem Sommersemester 2015 lehrt und forscht sie als Professorin für Bibliothekswissenschaft am Fachbereich Informationswissenschaften der FH Potsdam.

"Als Bibliothekswissenschaftlerin beschäftige ich mich mit der standardisierten Beschreibung analoger und digitaler Objekte und dem Einsatz quantitativer und qualitativer Methoden im Bibliotheks- und Informationsbereich", erläutert Heike Neuroth ihr Tätigkeitsfeld. "Ich bringe mich aber auch in Diskussionsprozesse über die Bedeutung von Bibliotheken in Wissenschaft und Gesellschaft ein. Meine ausgeprägte nationale und internationale Vernetzung in der Bibliotheks-Community, der Wissenschaftslandschaft, dem Hochschulbereich, der Forschungsförderung und der praktischen Anwendung ist bei meinen vielfältigen Aktivitäten sehr hilfreich."

Prof. Dr. Lalenia Zizek, 1980 in Tel Aviv geboren, studierte Soziologie und Pädagogik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Von 2008 bis 2010 und im Sommersemester 2014 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig. Von 2011 bis 2012 war sie Stipendiatin des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur für Wissenschaftlerinnen in der Forschung. Seit 2012 arbeitet Lalenia Zizek als approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin; seit 2013 niedergelassen in eigener Praxis. 2014 promovierte sie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz über das Thema „Von der Partnerschaft zur Elternschaft“. Im Wintersemester 2014 war sie Gastdozentin an der Bundeswehrhochschule Hamburg und 2015 Postdoctoral Fellow an der Harvard Medical School bei Prof. Dr. Gil Noam. Seit 2016 wirkt Lalenia Zizek als Dozentin an der „Wiesbadener Akademie für Psychotherapie“. Darüberhinaus ist sie seit 2017 Prüferin im Staatsexamen für angehende Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen beim hessischen Landesprüfungsamt.

„Kindheit als Ort der Entstehung des Selbst und der Persönlichkeit ist für PädagogInnen ein spannender und immer wieder neuer Erfahrungsraum. In meiner Arbeit als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin kann ich Kindern und Jugendlichen helfen, Krisen zu verstehen, zu bewältigen und zu überwinden. In der Arbeit mit den Bezugspersonen, kann ich deren Perspektive auf die Kinder beobachten und mit ihnen bearbeiten. Die Möglichkeit, nun als Professorin, den Blick der angehenden PädagogInnen auf Kindheit mitgestalten und prägen zu können, erfüllt mich mit Stolz und ist für mich eine Fortsetzung und Konsequenz meiner bisherigen Arbeit“, erläutert Lalenia Zizek ihr zukünftiges Engagement als Hochschullehrerin.     

Prof. Dr. Julia Glesner ( Foto: privat)

Prof. Dr. Gerlind Grosse ( Foto: Antje Stumpe)

Prof. Dr. Heike Neuroth (Foto: privat)

Prof. Dr. Lalenia Zizek (Foto: Frauke Arend)

Pressekontakt

Jutta Neumann
Telefon: +49 331 580-1077
E-Mail: neumann­ (at) fh-potsdam.de
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