Fachgebiete

Das Fächerspektrum des Studiengangs Produktdesign orientiert sich an den charakteristischen Forschungs- und Anwendungsbereichen der Disziplin. Innerhalb der einzelnen Lehrfelder befindet sich ein breites, flexibel eingerichtetes Kursangebot aus fachspezifischen Seminaren, praxisorientierten Workshops und interdisziplinären Projekten.

Aufgrund der interdisziplinären Ausrichtung bieten sich zu- dem die Fächer der Studiengänge Kommunikationsdesign und Interfacedesign sowie die Grundlagen- und Theoriefächer an.

Das zentrale Fächerspektrum wird durch 5 Professorenstelle vertreten. Hinzu kommen 3 Honorarprofessoren (Lighting Design, Kommunikation im Raum, Automotive Design), welche insbesondere die Weiterentwicklung der Forschungsschwerpunkte des Studiengangs unterstützen sollen. Um zukünftig den Forschungsbereich Mobility Design/Transportation Design stärker in der Lehre abbilden zu können, wurde das Fachgebiet "Produkt- und Umweltdesign" in seiner Ausrichtung modifiziert und als "Mobilität und Gestaltung" neu besetzt.

Zusätzlich zu den Professorenstellen konnte der Studiengang eine Überlaststelle für das Fachgebiet "Technologie, Werkstofflehre und Fertigungstechnik" akquirieren, welche sich zwei wissenschaftliche Mitarbeiter_innen teilen. Hinzu kommen Lehraufträge in ergänzenden, vorrangig handwerklichen Bereichen wie Software, Darstellungstechniken u.ä.

Produkt- und Umweltdesign

Das Fach bietet die intensive Vertiefung in die Gestaltung von dreidimensionalen Erzeugnissen unter besonderer Berücksichtigung gesellschaftlich relevanter Problemstellungen. Hierzu zählen unter anderem Projekte aus den Bereichen Ökologie, Ergonomie und Arbeitswelt, Public Design und Universal Design. Die Studierenden sollen befähigt werden, Problemstellungen zu recherchieren, zu analysieren und ihre Entwurfsarbeit auf den er- kannten Defiziten aufzubauen.

Es wird ein Thema vorgegeben, das ein Problemfeld aus den o.g. Umweltbereichen skizziert. Dieses Thema kann durch die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern vor einem realen Hintergrund formuliert oder durch Forschungsschwerpunkte der FHP definiert werden.

Einen breiten Raum nimmt die umfassende gestalterische Auseinandersetzung mit der Themenstellung ein. Diese umfasst neben der konzeptionellen Tätigkeit und der Entwurfsdetaillierung auch die Darstellung in zwei- und dreidimensionaler Form, gegebenenfalls auch multimedial, sowie die Dokumentation der Arbeitsergebnisse.

Mobilität und Gestaltung

Das Fachgebiet thematisiert Fragestellungen aus dem Kontext von Mobilität und Mobilitätsverhalten. Dabei ist insbesondere die Auseinandersetzung mit räumlicher und informationeller Mobilität relevant.

Gestaltungstypische Fragestellungen und unterschiedliche Kontextualisierung werden als Näherungen und Methode zur Erarbeitung von Löungsansätzen für komplexe Fragestellungen angewendet. Mögliche Ergebnisse sind Strukturen, Dienstleistungen und Services, Produkt- oder Kommunikationskonzepte, welche - ggf. in Teilbereichen - im Sinne eines Entwurfs adäquat konkretisiert werden. Die komplexen Zusammenhänge und Erfordernisse in diesem Bereich werden aus Sicht und mit Mitteln der Gestaltung konzeptionell-theoretisch durchdrungen und praktisch reflektiert bearbeitet.

Es wird ein projektorientiertes Lehrangebot im Bachelor- und Masterstudiengang angeboten, welches komplexe Fragestellungen im Kontext Mobilität ebenso berücksichtigt wie die Vermittlung konkreter gestalterischer Fähigkeiten. Dabei ist die Anschlussfähigkeit an die weiteren Studiengänge des Fachbereichs und andere relevante Fachgebiete explizit erwünscht.

Industrial Design

Dieses Fach bietet die intensive Vertiefung in das Design von Produktsystemen unter besonderer Berücksichtigung der Produktsemantik. Ein größeres oder zwei kleinere Designprojekte führen zur Sicherheit im Umgang mit Analyse, Strukturierung, Problemlösungsmethoden und wirkungsvollen Präsentationsstrategien. Schwerpunkt ist die kritische Erarbeitung eines individuellen Ansatzes zur Formsprache.

Die weitgehend selbstständige Arbeit steht in diesem Projekt im Vordergrund. Wie in der Designpraxis sollen die einzelnen Arbeitsschritte jeweils dem Auftraggeber präsentiert und dieser damit in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Prozesse sind nachvollziehbar darzustellen, Lösungen überzeugend zu begründen. Dazu gehört die perfekte Beherrschung des Handwerkzeugs: Zeichnungen, Fotografie, Computerdarstellungen und natürlich Modellbau. Als Ergebnis bewertet wird eine Lösung des gegebenen Problems in Form eines Modells und einer Dokumentation.

Produktdesign

Das Fach ist als Vertiefungsfach im Rahmen der Ausbildung des Produktdesigners gedacht. Die Studierenden sollen anhand einer komplexen Aufgabenstellung verschiedene Aspekte gestalterischer Entwicklung kennen lernen und trainieren. Hierzu zählen unterschiedliche Verfahren der Problemanalyse, Problemsynthese sowie unterschiedliche Methoden der Systematisierung von Entwurfsentwicklungen, das Erfassen und Beschreiben von Zielgruppen auf der Grundlage sozialwissenschaftlicher Erhebungen (Milieuforschung), daraus folgernd die Beschreibung so genannter Geschmacksdimensionen als Grundlage für die Recherche, die Beschreibung von so genannten Stilwelten, die als formalästhetische Bezugsrahmen der gestalterischen Interpretation dienen.

In dem Entwurfsprojekt soll u.a. eine "Phänomenologie der Dinge, die uns ständig begleiten" entwickelt werden. Es wird nach den Qualitäten dieser besonderen Gegenstände sowie nach Gründen einer Bestückung des Körpers gefragt. Als wesentlicher, die Gestaltentwicklung begleitender Aspekt steht die Sensibilisierung und das Training der kommunikativen Medien (sprachlich, textuell, bildlich) der im Rahmen der Arbeitskommunikation notwendigen Vermittlung der Entwurfsleistungen.

Raum- und Ausstellungsdesign

Das Fach ist als Verbindung von Kommunikations- mit Produktdesign angelegt. Die zu bearbeitenden Projekte sollen die Studierenden in die Lage versetzen, fachübergreifend gestalterisch zu arbeiten. Darüber hinaus sind Anteile aus Designtheorie und Designmanagement integriert, die die Studierenden zur selbständigen Realisierung eines Ausstellungsprojektes befähigen sollen. Die Aufgaben umfassen daher Konzeption, Entwurf und schwerpunktmäßig die Realisierungsplanung.

Die Studierenden sollen in der Lage sein, Konzeption, Entwurf und Realisierungsplanung für die Gestaltung einer Ausstellung zu formulieren, darzustellen, und herstellungstechnisch sowie logistisch aufzubereiten. Hierzu müssen sie sich in kürzester Zeit in den oft komplexen theoretischen Inhalten zurechtfinden können und dafür eine adäquate Formensprache entwickeln. Über die Anforderungen des 2D/3D-Gestaltens hinaus sollen sie in die Lage versetzt werden, Planungsunterlagen zu erstellen, die den Anforderungen eines zu realisierenden Projektes Rechnung tragen.

Produktdesign mit digitalen Medien

Das Fachgebiet thematisiert Fragestellungen der Digitalisierung im Kontext von Gestaltungsarbeit. Dabei sind insbesondere drei Bereiche relevant:

Die neuen Medien als gesellschaftliches Phänomen:

Die Entwicklung der Neuen Medien hat einen gravierenden Veränderungsprozess in der Gesellschaft ausgelöst. Diesen Wandel – in Strukturen, sozialem Verhalten, in Bereichen der Arbeit und es Privaten – und seine Resultate zu untersuchen und mit Mitteln der Gestaltung Entwicklungs- und Lösungsansätze zu erarbeiten und gestalterisch auszuformulieren ist Hauptanliegen dieses Fachgebiets.

Die neuen Medien als Werkzeug:

Mit den digitalen Technologien stehen den Gestaltern komplexe und sehr leistungsstarke Werkzeuge zur Verfügung. Im professionellen Arbeitsprozess führen diese – verstärkt durch die schnelle Weiterentwicklung – zu Differenzierung. Ausbildungsziel ist ein professioneller und bewusster Umgang, die Fähigkeit die jeweils adäquaten Mittel auswählen und mit betreffenden Fachleuten kommunizieren zu können.

Die neuen Medien als Gegenstand gestalterischer Arbeit:

Das "klassische" Produktdesign ist mit einer wachsenden Zahl von Erzeugnissen konfrontiert, welche nur im Zusammenspiel mit Interaktion, grafischen Benutzeroberflächen o.ä. ihre wesentlichen Funktionsmerkmale erhalten und Sinn ergeben. Zudem haben sich die neuen Medien als eigenständiges, künstlerisch-ästhetisches Mittel etabliert – im Theater als virtuelle Bühnenräume, im Museum als Installationskunst oder im Web.