Design | 28.06.2017

Interaction Design Lab und Urban Complexity Lab auf der International Cartographic Conference

Ergebnisse und Projekte aus der Visualisierungsforschung an der FH;P werden nächste Woche in Washington im Rahmen der internationalen Konferenz und Ausstellung präsentiert

Mit gleich drei Beiträgen ist die FH;P auf der Internationalen Konferenz für Kartographie (ICC) vertreten, die vom 2. bis 7. Juli in Washington DC stattfindet. Jordi Tost und Sebastian Meier aus dem Interaction Design Lab (IDL) und Katrin Glinka aus dem Urban Complexity Lab (UCLab) präsentieren in zwei Vorträgen und einem Exponat auf der International Cartographic Exhibition Ergebnisse aus ihren Forschungsprojekten.

Jordi Tost ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsprojekt DIGENTI, er erforscht und entwickelt Geovisualisierungen im Kontext von Katastrophenmanagement. Auf der ICC wird Jordi Tost das Paper »Hazards and accessibility: combining and visualizing threat and open infrastructure data for disaster management« vorstellen. Sein Beitrag setzt sich mit der Frage auseinander, wie die Routenplanung für Einsatz- und Rettungskräfte im Kontext von Naturkatastrophen (z. B. nach Erdrutschen) datenbasiert visualisiert werden kann. In Katastrophensituationen wird mit komplexen Informationen und Daten gearbeitet, dazu zählen unter anderem Gefahrendaten, Satellitenbilder in verschiedenen Auflösungen und Infrastrukturdaten. In Stresssituationen kann dies aber eine Informationsüberflutung bedeuten. Durch den Einsatz von Visualisierung soll diese Problematik überwunden werden. Jordi Tost schlägt in seinem Beitrag einen Ansatz vor, welcher die möglichen Routen mit satellitenbasierten Erdrutschgefahrendaten kombiniert und kartographische Schematisierung anwenden um die Routenplanung zu simplifizieren. Dadurch können Nutzer*innen schneller identifizieren, wo eine Straße durch einen Erdrutsch gesperrt sein könnte, oder welche Route die Sicherste oder die Schnellste ist.
In ihrem gemeinsamen Paper stellen Sebastian Meier und Katrin Glinka einen Interdisziplinären Ansatz vor, welcher auf Basis von georeferenzierten Bewegungsdaten subjektive Erfahrungsräume im urbanen Raum visualisiert. Ihr Paper „Psychogeography in the Age of the Quantified Self – Mental Map modelling with Georeferenced Personal Activity Data” baut auf Forschung im Bereich von Kartographie und algorithmischer Modellierung auf und reflektiert Ansätze aus künstlerischer Praxis und Kulturtheorie. Der Begriff »Psychogeograpie« wurde in den 1950er Jahren durch Guy Debord, Mitglied der Künstlergruppe »Situationistische Internationale«, geprägt und beschreibt einen Ansatz, der den Einfluss der geographischen Umgebung auf das psychische Erleben und das Verhalten von Individuen untersucht. Einen Ähnlichen Ansatz beschreibt der Begriff der »Mental Map«, welcher insbesondere in der kartographischen Forschung Anwendung findet. In ihrem Beitrag nutzen Meier und Glinka Self-Tracking Daten für die Visualisierung von subjektiver Erfahrung des urbanen Raumes. Über die algorithmische Verarbeitung der Bewegungsdaten wird eine subjektive Repräsentation von räumlicher Erfahrung generiert. Dieses Modell wurde zudem in ein dreidimensionales Objekt übersetzt, welches im Rahmen der kartographischen Ausstellung präsentiert wird. Sebastian Meier ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH;P und forscht zu Geovisualisierungen und algorithmischer Modellierung von raum-zeitlichem Verhalten. Katrin Glinka ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im FH;P-Forschungsprojekt »VIKUS – Visualisierung kultureller Sammlungen«. Für die Teilnahme an der Konferenz erhält Sebastian Meier ein Reisestipendium des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) und Katrin Glinka das Stipendium der ICA (International Cartographic Association).

Ihr Artikel erscheint zudem im Konferenzbuch »Advances in Cartography and GIScience. Selections from the International Cartographic Conference«.

Weitere Informationen zu Jordi Tost und DIGENTI, Sebastian Meier, Katrin Glinka und VIKUS

© Sebastian Meier, Katrin Glinka: »Psychogeography in the Age of the Quantified Self« – Exponat

© Jordi Tost: »Hazards and accessibility« – DIGENTI Digitaler Entscheidertisch

Kontakt

Katrin Glinka
Telefon: +49 331 580-2518
E-Mail: glinka­ (at) fh-potsdam.de
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