Design | 12.04.2017

FH Potsdam stellt neue Formen der Geovisualisierung für das Katastrophenmanagement in Kolumbien vor

Forscher des Interaction Design Labs arbeiten in einem internationalen Forschungsprojekt daran, die Informationsprozesse in Katastrophensituationen zu verbessern. Dazu fand ein Workshop in Kolumbien statt, in dem neue Visualisierungen diskutiert und weiterentwickelt wurden.

Der Titel des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projektes bezeichnet sogleich das Herzstück des Vorhabens — die Entwicklung eines DIGitalenENtscheiderTIsch(es). Er unterstützt als haptisches Multitouch-Interface die Koordinierung von Hilfsaktionen bei Naturkatastrophen. Dabei werden Geovisualisierungen und benutzergenerierte Daten, u.a. aus sozialen Netzen, in Verbindung gesetzt und Veränderungen visualisiert. Einsatzkräften ist es somit möglich, sich sehr effizient und effektiv auszutauschen und notwendige Maßnahmen zu koordinieren.

Das Ziel des mehrtägigen Workshops stand für Jordi Tost und Edmundo Galindo seit Monaten fest: Gemeinsam mit Vertreter*innen der nationalen Katastrophenschutzbehörde Kolumbiens UNGRD sollten die Ergebnisse des Projektes DIGENTI diskutiert und evaluiert werden. Wie relevant diese Forschungsarbeit ist, wurden den beiden Mitarbeitern des Interaction Design Labs (IDL) während ihrer Reise besonders deutlich. Eine Schlamm-und Gerölllawine im Süden des Landes riss am 1. April über 300 Menschen in den Tod und verursachte schwere Schäden an der Infrastruktur der Region. Aufgrund des Klimawandels werden solche Katastrophen vermutlich weiter ansteigen; und dies nicht nur in jener Region.

Auf Basis von OpenStreetMap-Karten und Daten aus sozialen Netzen erarbeitet das Team unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Heidmann verschiedene Visualisierungen, welche die zeitliche und örtliche Analyse im Katastrophenfall erleichtern. Ein nutzungsfreundliches Interface bietet verschiedene Filter- und Ansichtsmodi, in denen unter anderem auch digitale Gefährdungskarten zugänglich sind. Diese wurden von der Universität Potsdam, dem gemeinsamen Kooperationspartner, auf Basis von hochauflösenden digitalen Geländemodellen der Satelliten Terra-SAR-X und TanDEM-X erstellt.

Im nächsten Schritt soll die Auswertung und die situationsbedingte Interpretation der Daten verbessert werden. Mit Hilfe der Karten und ihrer zusätzlichen Funktionen soll das Multitouch-Interface den Ist-Zustand noch detaillierter abbilden und dadurch den Entscheidungsprozess während einer Katastrophe unterstützen.

Weitere Informationen zu DIGENTI und zu den Personen Prof. Dr. Frank Heidmann und Jordi Tost . Edmundo Galindo ist Produktdesigner und wissenschaftliche Hilfskraft am Fachbereich Design.

Kontakt Fachbereich Design
Katrin Glinka
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Workshop bei der Katastrophenschutzbehörde Kolumbiens UNGRD © Edmundo Galindo