News | 25.10.2017

Die FHP feiert ihre Besten

Es ist eine liebgewonnene Tradition, dass die Studiengänge Design und Europäische Medienwissenschaft in einem Festakt, ihre besten Absolvent*innen feiern, am 21. Oktober war es wieder so weit.

Die ersten Takte der Musikgruppe PRAG - Erik Lautenschläger ist selbst Design-Absolvent der FHP - waren noch nicht verhallt, als bereits die wilde Reise durch die diesjährigen Abschlussarbeiten der Studiengänge Bachelor Kommunikationsdesign, Produktdesign, Interfacedesign und Europäische Medienwissenschaft sowie Master Design und Europäische Medienwissenschaft in vollem Gang war. Insgesamt 149 Absolventen beendeten in den vergangenen beiden Semestern erfolgreich ihr Studium. Neun Arbeiten konnten durch besondere konzeptionelle, theoretische oder auch gestalterische Qualität überzeugen. Sie wurden als »Beste Abschlussarbeiten« ihres Faches gesondert gewürdigt. Die Auswahl zeigt, dass es vor allem soziale, politische und Zukunftsthemen sind, die die Studierenden in den vergangenen Semestern beschäftigten.

Marie Claire Leidinger forschte als Bachelorstudentin im Fach Interfacedesign über »Emotionale Maschinen«. Dabei betrachtet sie insbesondere das wachsende Bedürfnis nach veränderter Mensch-Maschine-Interaktion. Den Fokus ihrer Arbeit lenkte Leidinger auf die Voraussetzungen der Implementierung von Emotionen in Maschinen. Ziel der Arbeit war es, Gestaltungsparameter und -richtlinien von Emotionen für soziale Roboter zu formulieren.

Franz Grünewald untersuchte in seiner Bachelorarbeit im Fach Kommunikationsdesign seine Heimatregion in Sachsen. Mithilfe der Kamera vermag es Grünewald einen distanzierten und doch zugleich sehr persönlichen Blick auf eine Region zu werfen, dessen Außenwirkung durch Rechtspopulismus, Fremdenfeindlichkeit und Hass aktuell eine drastische Umwertung erfährt. Sein Buch »Lug ins Land« fordert auf, den Dingen nachzugehen und so den dichten Nebel der aktuellen Gefühls- und Nachrichtenlage zu lüften.

Lennart Franz' Abschlussarbeit im Fach Produktdesign trägt den sprechenden Titel »Schöne Spiele«. Ausgehend von der Theorie des Philosophen Byung-Chul Han fragt Franz nach der Metaphysik der Gesellschaftsgewohnheiten kulturgesteuerter Menschen. Im Versuch die ästhetischen Phänomene in adäquate Einrichtungsobjekte zu übertragen, versucht er, das Artefakt als Symbol unserer Zeit und als Referenz eines weitergefassten kulturellen Zustandes zu interpretieren.

Für ihre Masterthesis »Our symbiotic life« im Fach Design begab sich Katja Budinger in die Welt der Pflanzen und des Klimas. Ziel der Arbeit war die Konzeption und prototypische Entwicklung von Zukunftsszenarien mithilfe des Speculative Designs. Die Autorin entwickelt auf der methodischen Basis des Speculative Designs vier inhaltlich dichte Zukunftsszenarien vor dem Hintergrund des globalen Klimawandels, die sie steckbriefartig mit jeweils dazu notwendigen technologischen Megatrends und einem kompakten narrativen Szenario verknüpft.

Im Kooperationsstudiengang Europäische Medienwissenschaft wurde neben dem Preis der FHP für die »Beste Abschlussarbeit des Studiengangs« auch der Studiengangspreis für die beste Bachelor- und die beste Masterarbeit ausgelobt.
   
Der Studiengangspreis für die beste Masterarbeit wurde in diesem Jahr an Sabeth Kerkhoff und an Naomi Gramlich zweimal verliehen. Kerkhoff zeichnet in ihrer Theoriearbeit, ausgehend von einem differenztheoretischen Verständnis der Schrift, eine Vorstellung des sozialen und politischen Raumes nach, der durch die genuine (Un)Möglichkeit bestimmt ist, sich Sinn zu geben ohne diesen jemals auf Dauer ›feststellen‹ zu können. Naomi Gramlich setzte sich in ihrer Abschlussarbeit mit »Klebrigen Medien« auseinander. Unter medienwissenschaftlichen Konstellationen folgt die Arbeit den Materialien Kautschuk und Plastik in der »Fluiden Moderne« (Zygmunt Bauman), um an den Schnittstellen der Übergänge von Natur und Technik die Eigentümlichkeiten der Klebrigkeit, Formlosigkeit und Plastizität hervorzuholen.

Den Studiengangspreis für die beste Bachelorarbeit erhielt Marion Männel. Ihre Arbeit »Mediengeschichte der Blindenschrift« rekonstruiert die Entwicklungsgeschichte der Brailleschrift im 19. Jahrhundert hin zu ihrer Etablierung als allgemein verbindliche Blindenschrift. Abschließend werden Chancen und Probleme der Brailleschrift in der heutigen Zeit analysiert.

Mit dem Preis der Fachhochschule für die beste Abschlussarbeit des Studiengangs wurde »Architektur der Archive« von Susann Massute ausgezeichnet. Mit Hilfe fotografischer Strategien näherte sich Massute den Thema Archiv. Aus den Eindrücken von 29 Berliner Archivinstitutionen entsteht eine Meta-Arbeit über die Praxis des Bewahrens, Sammelns und Ordnens sowie eine singuläre Perspektive auf eben jene Strategien im Kontext der künstlerischen Arbeit.

Weitere Abschlussarbeiten aus dem Fachbereich werden in der APPLAUS-Webausstellung vorgestellt.



  

 

Kontakt

Sophie Ehrmanntraut
Telefon: 0331 / 580 1418
E-Mail: ehrmanntraut­ (at) fh-potsdam.de
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