Design | 15.03.2017

designAbroad // »Hej Fabian!«

Fabian studiert Interface-Design an der FH;P und verbringt sein achtes Semester an unserer Partneruniversität in Malmö. In einem kurzen Interview hat er mit uns über seinen Studienalltag an der Malmö University gesprochen.

Du bist jetzt seit Januar an der Malmö University. Wieso genau hast du dich für Malmö entschieden?

Ich war grundsätzlich daran interessiert, in Skandinavien zu studieren, weil ich diese Gegend Europas landschaftlich und kulturell sehr interessant fand und sie zuvor nie wirklich besucht hatte. Die Uni Malmö kam daher gerade recht. Meine Erwartungen an das Semester hier waren eigentlich sehr positiv, weil ich von anderen Potsdamer Studierenden vorher viel Gutes über die Uni Malmö gehört hatte.


Hast du dich in Malmö gut zurecht gefunden?

Ja! Die Einführungswoche für die internationalen Studierenden macht es sehr einfach, schnell Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern kennenzulernen. Sehr angenehm ist auch, dass man hier nicht automatisch in einer „Design-Blase“ steckt, sondern mit Menschen aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen zu tun hat. Dazu trägt auch das Wohnheim bei, in dem ich wohne: wir sind hier in meiner „WG“ 26 Menschen aus 14 Ländern – die Welt versammelt an einem großen Küchentisch. Die anderen Studierenden aus dem Designbereich sind aber auch ziemlich aufgeschlossen und interessiert, man ist schnell integriert. Die Stadt selbst und die Uni sind in ihrer Größe recht überschaubar, die Orientierung fällt hier auf jeden Fall leicht und man findet sich schnell zurecht. 


Wie sieht ein ganz gewöhnlicher Tag in Malmö aus?

Die Kurse hier beginnen meist um 10 Uhr. Zur Uni brauche ich mit dem Rad etwa 15 Minuten, man kann also auch unter der Woche durchaus etwas länger schlafen. Ich habe pro Woche meist nur an zwei Tagen Kurse, oft bin ich aber auch an den anderen Tagen in der Uni, weil wir uns für Gruppenarbeiten in Arbeitsräumen oder der Werkstatt treffen. Meistens bin ich bis etwa 16 Uhr in der Uni. Abends kochen wir in unserer WG oft miteinander oder schauen Filme. Ich versuche aber auch, hier möglichst viele verschiedene Dinge außerhalb des Alltags zu machen – Konzerte, Museen, Kneipenabend, Ausflüge, Sport, Fahrradtour…


Wie wichtig ist es Schwedisch zu sprechen? Ist dein Schwedisch gut oder kämpfst du dich mit Englisch durch?

Es ist schön, einen Basiswortschatz an Schwedisch zu beherrschen um sich in Alltagssituationen zu verständigen. Allerdings sprechen hier fast alle Menschen sehr gutes Englisch und wechseln die Sprache, sobald sie merken, dass man selbst nicht Schwedisch spricht. Die Kurse sind sowieso auf Englisch, man kommt hier also sehr gut zurecht.


Hast du bereits einen Elch getroffen? 

Ja, aber leider nicht in freier Wildbahn sondern in einem Park in Göteborg. Dafür aber ein Rentier in Lappland!


Welche Unterschiede siehst du im Designstudium in Malmö im Vergleich zur FH;P?

Der Aufbau des Studiums und die Lehrmethoden in Malmö unterscheiden sich durchaus von denen in Potsdam. In Malmö ist die Kurswahl weniger frei, es existiert ein festes Programm, das alle Studierenden durchlaufen. Dafür belegt man immer nur einen Kurs zur gleichen Zeit und kann sich so voll auf ein Thema konzentrieren. In den Kursen wird etwas mehr Wert auf ein theoretisches Fundament gelegt als in Potsdam. Hier besteht ein Kurs darum aus einer Mischung aus Vorlesungen, Seminaren und praktischen Einheiten.

Ich belege hier gerade den Kurs »Game Design«. Darin hört man etwa erst eine Vorlesung zur Analyse von Spielen um dieses Wissen anschließend direkt praktisch zu testen. So sitzt man dann etwa in der Uni und spielt während des Kurses »Werwolf« oder Konsolen-Spiele. (Standardmäßige Taktik der schwedischen Kommiliton_innen: »Let’s kill the exchange student first!«...)

Kurse werden hier in der Regel von einer Gruppe von Lehrenden angeboten. Im Kurs »Game Design« halten zwei Lehrende Seminare und Vorlesungen und beraten uns bei der Gestaltung unserer Prototypen. Ein Lehrender gibt uns Unterstützung im Bereich Projektmanagement und ein weiterer Lehrender unterstützt uns bei der technischen Umsetzung unserer physischen Prototypen. So beschäftigen wir uns zwei Monate geballt mit dem Thema Game Design und entwickeln in dieser Zeit einen lauffähigen, physischen Prototypen.


Was gefällt dir besonders an Malmö und was vermisst du an Potsdam?

Mir gefällt die Lage der Stadt sehr. Jeden Tag mit dem Fahrrad am Meer entlang zu fahren ist schon ein ziemlicher Luxus. Malmö ist sehr grün und hat auch viele kleine Cafés und Läden und einen super Wochenmarkt zum Einkaufen. Generell sind hier viele Kulturen in einer Stadt vereint und es gibt viel zu entdecken. Malmö ist außerdem sehr fahrradfreundlich – insgesamt bin ich hier vielleicht zehnmal mit dem Bus gefahren. Die Atmosphäre in der Uni ist sehr angenehm und entspannt. Schön wäre es, wenn es hier ein paar mehr günstige Studentenkneipen als zentrale Anlaufpunkte gäbe. Die Bierpreise hier haben es nämlich leider durchaus in sich… 

Toll an Malmö finde ich auch, dass es ein super Ausgangspunkt ist, um Skandinavien zu entdecken. Ich war in den ersten zwei Monaten in Kopenhagen (gleich um die Ecke), Lund und Göteborg und gerade zehn Tage in Helsinki und Lappland. Es lohnt sich auf jeden Fall, hier zu reisen und mehr von Nordeuropa zu sehen.


Wie würdest du deinen Kommiliton_Innen empfehlen, sich auf ein Semester in Malmö vorzubereiten?

Bei der Wohnungssuche würde ich mich auf die Uni-Angebote verlassen – ich fühle mich im internationalen Wohnheim hier sehr wohl. Wer es individueller mag kann sich aber auch nach WGs umschauen. Einen Sprachkurs im Vorfeld kann man machen, wenn man sich intensiv mit dem Schwedischen auseinandersetzen möchte. Ansonsten kann ich nur empfehlen, den Schwedisch-Basiskurs hier zu belegen. Mit diesem und einer gesunden Portion Englisch kommt man hier auf jeden Fall gut durch. Bei der Kurswahl würde ich mich von den eigenen Interessen leiten lassen und versuchen, Kurse zu wählen, die in Potsdam so vielleicht nicht angeboten werden. Man bekommt als Erasmus-Student_in im Vorfeld eine Reihe von Kursen zur Auswahl zugesandt. Wenn einem diese nicht zusagen sollte man auf jeden Fall nochmal nachfragen, ob es noch andere gibt – alle Mitarbeiter_innen hier sind sehr hilfsbereit und versuchen auf jeden Fall alle Wünsche wahr zu machen. 

Bevor man hierher kommt, sollte man sich auf jeden Fall Gedanken über die Finanzierung des Aufenthaltes machen. Man kann davon ausgehen, dass viele Preise über dem deutschen Niveau liegen – man sollte also etwas mehr Geld pro Monat einplanen, als man zuhause ausgeben würde.

 

Falls ihr Lust auf ein Erasmussemester bekommen habt – Restplätze sind noch zu haben!
Bei weiteren Fragen wendet euch gerne an Dr. Uta Kotulla und Sina Raddatz im International Office. 

Fabian vor der Malmö University

Ausblick aus einem Uni-Arbeitsraum

Fabians WG im internationalen Wohnheim

Ausflug nach Lappland © Fabian Ehmel

Kontakt

Dr. Uta Kotulla
Telefon: +49 331 580-2010
E-Mail: kotulla­ (at) fh-potsdam.de
Portrait

Sina Raddatz
Telefon: +49 331 580-2015
E-Mail: raddatz­ (at) fh-potsdam.de
Portrait