Design | 31.10.2017

Culture revised in der Ausstellung »Neue Tradition«

Kulturelle Überlieferungen und Werte sind nicht in Stein gemeißelt, sondern unterliegen Prozessen des Um- und Überschreibens. Eine Ausstellung von FHP-Studierenden zeigt, wie diese Prozesse fotografisch reflektiert werden können.

Identität ist ein Begriff, der in unserer herausgeforderten Zeit eine neue Konjunktur erlebt. Der Begriff verspricht im Kontext einer nationalen Identität all das zu versammeln, was sich aus kultureller Überlieferung, Geschichtsschreibung, aus Eigen- wie Fremdcharakterisierung als common sense sedimentiert. Ein genauerer Blick auf Konzept und Begriff von Identität zeigt, dass dieser weit weniger stabil ist, als vielleicht angenommen. Im Gegenteil: Veränderungsprozesse, Um- und Überschreibungen sind konstitutiv für eine kulturelle Identität. Diesem Phänomen nähert sich nun eine Ausstellung in Berlin.

Unter dem sprechenden Titel »Neue Tradition« werden ab dem 03.11.2017 im Haus des Reisens am Alexanderplatz 7 in Berlin aktuelle fotografische Positionen präsentiert, die sich der Neuinterpretation und Transformation kultureller Werte widmen.
Dabei nähern sich die Künstler*innen Lea Bräuer, Franz Grünewald, Sarah Horvath, Moritz Jekat, Stephanie Neumann und Sorina Reiber dem Sujet mit unterschiedlichen Ansätzen: autobiografisch, der fotografischen Auseinandersetzung mit gegenwärtigen politischen Phänomenen oder dem Erforschen und Befragen des eigenen Lebensentwurfes. Die Kamera ist für die Künstler*innen dabei Dokumentations- wie Reflexionswerkzeug gleichermaßen. Die Ausstellung zeigt, wie eine junge Künstler*innengeneration auf Fragen kultureller Tradierung schaut und präsentiert künstlerische Arbeiten, wie die Verschiebung und Transformation von Gewohntem visuell reflektiert, interpretiert und dargestellt werden kann.

Die Ausstellung ist vom 03. - 12. November 2017 im Haus des Reisens, Alexanderstrasse 7, Berlin im Showroom des Labels Objekte unserer Tage zu sehen. 

Die Vernissage findet am 3. November ab 19 Uhr statt und wird durch Wiebke Loeper - Professorin für Fotografie am Fachbereich Design der Fachhochschule Potsdam - eröffnet. Im Rahmen der Ausstellung findet am 05. November, 19 Uhr, ein Künstlergespräch mit Wiebke Loeper und Arwed Messmer über dessen aktuelle Arbeit »RAF – No Evidence/Kein Beweis« statt. Vor der Finissage am 12. November präsentieren am traditionellen Fotobuchsonntag von 14-19 Uhr Fotografinnen und Fotografen ihre limitierten Auflagen. Den ganzen Nachmittag können Bücher geblättert und diskutiert werden.

Der Eintritt ist frei.

Was: Ausstellung »Neue Tradition« 

Künstler*innengespräche und weitere Programmpunkte über Neue Tradition 
Wo: Haus des Reisens, Alexanderstraße 7, 10178 Berlin 

im Showroom von Objekte unserer Tage
Wann: Vernissage (Eröffnung durch Wiebke Loeper): 03.11.2017, 19 Uhr

Künstlergespräch mit Arwed Messmer: 05.11.2017, 19 Uhr

Fotobuchsonntag: 12.11.2017, 14 -18 und anschließend Finissage, 18-21 Uhr

Öffnungszeiten der Ausstellung: Mo-Fr: 13 – 21 Uhr, Sa u. So: 14 – 21 Uhr 


Plakat zur Ausstellung

© Franz Grünewald »Lug ins Land«

© Lea Bräuer »Oh baby, it's a wild world«

© Moritz Jekat »US LEGAL«

@ Sarah Horvath »Frau Horvath«

© Stephanie Neumann »Tatarstan«

Kontakt

Prof. Wiebke Loeper
Telefon: +49 331 580-1432
E-Mail: loeper­ (at) fh-potsdam.de
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