Studienverlauf

Allgemeines

Das Studium umfaßt 8 Semester (180 Semesterwochenstunden) einschließlich abschließender Diplomprüfung und Diplomarbeit. Grundstudium von 3 Semestern,

  • Grundfachstudium von 2 Semestern,
  • studienbegleitende Hauptpraxis, durchgeführt als berufsbezogene Praxis im Gesamtumfang von mindestens 13 Wochen, anrechenbar sind zusammenhängende Praktika von mindestens 4 Wochen Dauer in den jeweiligen vorlesungsfreien Zeiten, beginnend nach Abschluss des 4. Studiensemesters.
  • Hauptstudium von 5 Semestern einschließlich Diplomarbeit von 10 Wochen Dauer und Diplomprüfung. 
    Das Hauptstudium wiederum unterteilt sich in das zweisemestrige Grundfachstudium, das zweisemestrige Vertiefungsstudium in einer der drei Studienrichtungen und das abschließende Diplomsemester.

Studierende werden jeweils zum Wintersemester aufgenommen, so dass die Lehrveranstaltungen im jährlichen Rhythmus stattfinden. Die Ausbildungskapazität beträgt 75 Studienplätze pro Jahr (mit Schwundquote ca. 90), wobei aufgrund der räumlichen Schwierigkeiten bisher eine Zulassungsobergrenze von 65 Studienplätzen pro Jahr durch das zuständige Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) festgelegt wurde. 
Die Lehrveranstaltungen finden überwiegend in Gruppen von 20 oder 40 Studierenden statt, einzelne Veranstaltungen werden gemeinsam mit dem Fachbereich Architektur und Städtebau abgehalten, einige davon nicht auf dem Gelände in der Pappelallee, sondern auf dem ehemaligen Zentralstandort in der Friedrich-Ebert-Straße.

Das Studium ist so angelegt, daß das selbstständige und selbstbewußte Arbeiten der StudentInnen gefördert wird. An der Hochschule stehen unter anderem Labore für Bauteil- und Baustoffuntersuchungen sowie leistungsfähige Rechneranlagen (PC-Pool) zur Verfügung. 
Professoren mit beruflichem Bezug zur Baupraxis vertreten die Lehre. Wissenschaftliche Mitarbeiter unterstützen die Professoren bei der Wahrnehmung ihrer Lehrtätigkeiten und sonstiger Hochschulaufgaben. Studentische Hilfskräfte aus höheren Semestern (Tutoren) unterstützen die Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter hinsichtlich Übungen, Studienarbeiten etc. Die Hochschule verfügt über eine eigene, ausbildungsspezifische Bibliothek mit Fachbüchern und Fachzeitschriften.

Das Studium führt zum berufsqualifizierenden Abschluß mit der Verleihung des Grades Diplom-Ingenieurin (FH) oder Diplom-Ingenieur (FH)

Studienschwerpunkte

Mit Beginn des Wintersemesters 2001/02 wurde im Fachbereich Bauingenieurwesen eine neue Studienprüfungsordnung eingeführt, mit der die beiden Schwerpunkte "Konstruktiver Ingenieurbau" und "Verkehrs- und Wasserwesen" in der bestehenden Form abgelöst werden. Entsprechend der arbeitsmarktbedingten Entwicklung und der Nachfrage wird insbesondere im Bereich des Konstruktiven Ingenieurbaus eine stärkere Akzentuierung der Ausbildung auf den Feldern Bauwerkserhaltung und Baumanagement vorgenommen. Vom Fachbereich Bauingenieurwesen werden damit zukünftig die drei Studienrichtungen "Konstruktiver Ingenieurbau/Bauwerkserhaltung", "Konstruktiver Ingenieurbau/Baumanagement" und "Verkehrs- und Wasserwesen" angeboten. Der Fachbereich legt Wert darauf, dass trotz der dementsprechenden Spezialisierung im Hauptstudium ein möglichst breites Spektrum an Grundlagen- und Ingenieurwissen vermittelt wird. Unabhängig von der jeweiligen Studienrichtung werden folgende Gebiete in der Lehre besonders betont:

  • Tragwerksplanung im Hochbau (statisch-konstruktive Auslegung und zeichnerische Darstellung von Hochbaukonstruktionen)
  • generelle Planungsabläufe im Bauwesen im Rahmen der Objekt-, Tragwerks- und sonstiger Fachplanung
  • Bauanalyse, Bauwerkserhaltung, Restaurierung alter Gebäude
  • Baumanagement, Projektsteuerung
  • ökologische Verträglichkeit von Baustoffen und Baukonstruktionen
  • Infrastrukturplanung (Verkehrsplanung, Siedlungswasserbau).

In Übereinstimmung mit anderen Hochschulen setzt sich das Studium aus folgenden Lehrgebieten zusammen:

  • Mathematik und Bauinformatik
  • Darstellende Geometrie und konstruktives Skizzieren
  • Vermessungskunde und Bauaufnahme
  • Baustoffkunde
  • Theorie und Geschichte der Konstruktionen
  • Baukonstruktion
  • Baustatik
  • Bauphysik
  • Bodenmechanik und Grundbau
  • Stahlbetonbau
  • Mauerwerksbau
  • Stahlbau
  • Holzbau
  • Hydromechanik
  • Wasserwesen, Siedlungswasserwirtschaft
  • Abfallwirtschaft, Altlastenbehandlung, Deponietechnik
  • Verkehrs- und Stadtplanung
  • Verkehrswesen
  • Baubetrieb, Projektmanagement.

Studienschwerpunkt "Konstruktiver Ingenieurbau und Bauwerkserhaltung / Baumanagement"

Der Konstruktive Ingenieurbau

befaßt sich mit dem Entwurf, der statischen Berechnung und der Ausführung von Tragwerken des Hoch- und Industriebaus, des Tiefbaus, des Brücken- und des Wasserbaus. 
Mit der fortschreitenden Industrialisierung des Bauens nimmt die Bedeutung vorgefertigter Bauelemente von Jahr zu Jahr zu.

Eigenlasten und äußere Einwirkungen, wie Nutzlasten, Wind, Schnee oder auch Erdbeben beanspruchen diese Tragwerke und müssen sicher in den Baugrund abgeleitet werden. Schall-, Wärme- und Feuchtigkeitsschutz sind zu beachten. 
Die wichtigsten Konstruktionsbaustoffe sind Holz, Stahl, Mauerwerk, Stahlbeton und Spannbeton.

Im Hochbau erstellen die Bauingenieure nach den Plänen der Architekten den Nachweis der Standsicherheit und wirken bei der konstruktiven Ausbildung der Bauwerke als Fachplaner mit. 
Auch die Bauausführung gehöhrt zu den Aufgabenbereichen des konstruktiven Ingenieurbaus. 
In der Baupraxis gibt es viele Überschneidungen zwischen planenden, bauausführenden und verwaltenden Tätigkeiten. Neben der Arbeit im geschützten Raum steht die Arbeit bei "Wind und Wetter" auf der Baustelle. Für jedes Temperament und für jede Begabung findet sich ein entsprechendes Berufsfeld.

Studienschwerpunkt "Verkehrs- und Wasserwesen" (VW)

Verkehrswesen

Bauingenieurinnen und Bauingenieure mit dem Studienschwerpunkt im Verkehrswesen entwikeln Entwürfe in enger Zusammenarbeit mit Stadtplanern, Landschaftsplanern, Ökologen und anderen Fachplanern. 
An die Ergebnisse der Arbeit werden dabei zunehmend nicht nur technische Maßstäbe angelegt, sondern es werden darüber hinaus funktional und gestalterisch gut konzipierte und umweltschonende Lösungen gefordert. Eine ständige Abstimmung und Diskussion mit den hauptsächlich kommunalen oder staatlichen Auftraggebern sowie mit den betroffenen Bürgern ist dabei unumgänglich.

Die typischen Aufgaben sind beispielsweise die Erstellung von kommunalen Verkehrsentwicklungsplänen, Netzplanung für den öffentlichen Personennahverkehr, Parkraumplanung, Trassenauswahl und Entwurf von Umgehungsstraßen, Entwicklung von Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung, Straßen- und Bahnbau, Einrichtung und Betrieb von Lichtsignalanlagen und die Organisation des Winterdienstes.

Umweltverträglichkeitsprüfungen mit Lärm- und Abgasberechnungen und die Verwendung von Recyclingmaterial im Straßenbau sind Beispiele für die in Aufgaben des Verkehrswesens integrierten Umweltbelange.

Wasserbau und Abfallwirtschaft

Aufgabe der Wasserwirtschaft ist es, dafür Sorge zu tragen, daß durch Eingriffe in den Wasserhaushalt der Natur und Umwelt nicht geschädigt werden. Vorrangig ist die Versorgung der Bevölkerung und der Industrie mit einwandfreiem Trink- und Brauchwasser. 
Abwasser muß vor seiner Rückleitung in ein Gewässer in einer Kläranlage von schädlichen Stoffen gereinigt werden.

Durch die fortschreitende Besiedlung steigt der Hochwasserabfluß an. Mit Rückhaltung oder Sicherungsmaßnahmen am Gewässer muß der Überflutungsgefahr begegnet werden. Der Ausbau von Schiffahrtsstraßen gehöhrt ebenso zum Wasserbau wie landschaftsplegerische Begleitmaßnahmen und die Schaffung von Biotopen.

Die in der Abfallwirtschaft tätigen Bauingenieure bemühen sich mittels integrierter Abfallkonzepte um die Vermeidung oder die Verwertung der Abfälle. Trotzdem bleiben immer Reststoffe, die gelagert werden müssen. Die Deponien hierfür müssen so konzipiert werden, daß Schadstoffe und Sickerwässer sowohl während des Betriebes als auch nach der Stillegung das Grundwasser nicht nachteilig beeinflussen.