Mehrgenerationenwohnen in die Platte

Gemeinschaft und intergenerationaler Transfer für eine selbstbestimmte Lebensführung im Alter

 

 

Ausgehend von demographischen Veränderungen wird Mehrgenerationenwohnen derzeit als eine innovative Antwort auf die Herausforderungen des sozialen Wandels in Deutschland diskutiert. Dieser erfolgt vor dem Hintergrund einer zunehmenden Individualisierung von Lebensführung und der damit einhergehenden Enttraditionalisierung der Drei-Generationen-Familie. Im Zentrum des BMBF-geförderten Projektes stehen die forschungsleitenden Fragen:

  • Wie kommen posttraditionelle Gemeinschaften in Mehrgenerationenwohnprojekten zustande?
  • Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Gemeinschaftsbildung und intergenerationaler Verantwortungsübernahme?
  • Wie kann durch Gemeinschaft eine selbständige Lebensführung und Prävention von institutioneller Hilfe- und Pflegebedürftigkeit im Alter gefördert werden?

Im Zuge einer Verschränkung von wissenschaftlicher Forschung und Praxisentwicklung beschäftigt sich das Projekt mit unterschiedlichen lebensweltlichen Praktiken der Gestaltung des intergenerationalen Zusammenlebens und gegenseitiger sozialer Unterstützung. 

Ziele des Forschungsprojektes sind: 

  • Generierung von Erfahrungswissen aus selbstorganisierten Mehrgenerationenwohnprojekten durch Praxisforschungsworkshops
  • Realisierung zweier Modellprojekte in Kooperation mit kommunalen Wohnbaugesellschaften in Potsdam und Frankfurt/Oder 
  • Entwicklung von Entwicklungsbausteinen für eine gelingende Praxis und deren Transfer 
  • Erstellung eines Internetportals zum Thema Mehrgenerationenwohnen 

Der empirische Zugang erfolgt über einen partizipativen Forschungsansatz. In einem ersten Schritt werden Erfahrungen nachbarschaftlicher Sozialorganisation und Selbsthilfe durch wissenschaftliche Begleitforschung von drei selbstorganisierten Mehrgenerationenwohnprojekten erschlossen. In einem zweiten Schritt werden gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern von zwei Plattenbauten eine Reihe von partizipativen Forschungs-Entwicklungs-Werkstätten durchgeführt. Die selbstermächtigenden nachbarschaftlichen Kommunikations- und Handlungsstrukturen sollen nachhaltig verstetigt werden. Darauf aufbauend werden Erkenntnisse über gelingende Unterstützungsstrukturen in selbstorganisierten Mehrgenerationenwohnprojekten wissenschaftlich aufbereitet und theoretisch verallgemeinert.

Die Forschungsergebnisse werden im Rahmen wissenschaftlicher Publikationen, mehrerer Handreichungen und Tagungen neben den Wissenschaften auch einem breiten zivilgesellschaftlichen Publikum sowie Expertinnen und Experten in Politik und Wirtschaft zugänglich gemacht.

 

Publikationen

Schröder, Susan; Scheller, David (2017): „Abgesicherte Fürsorge und fürsorgliche Absicherung in Gemeinschaft. Mehrgenerationenwohnprojekte als neue Form städtischer Reproduktion?", In: sub/urban, Band 5, Heft 3, 23-42.

Thomas, Stefan; Scheller, David; Schröder, Susan (Hrsg.) (2018): Mehrgenerationenwohnen: Selbstorganisation von Gemeinschaft und Intergenerationalität? Leverkusen: Barbara Budrich. (in Arbeit).

 

Vorträge

09/2017 Susan Schröder „Mehrgenerationenwohnen. Diversität an Alterskonzepten beim Leben in intergenerationalen Gemeinschaften“, Session: Engagement und Generationen, Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie: „Heterogenität des Alter(n)s“, Hochschule Fulda

08/2017 David Scheller „Multigenerational (co)housing between urban governance and self-empowerment: Intergenerational community building and solidarity“, Panel, RN37: Urban Sociology, „(Un)making the city: Urban exclusions, solidarities and sociabilities“, ESA Conference 2017: „(Un)Making Europe: Capitalism, Solidarities, Subjectivities“, Pantheon University, Athens, Greece

08/2017 Susan Schröder „Multigenerational Cohousing Communites as Elective Affinity Networks", Panel, RN13: Sociology of Families and Intimate Lives, „Intergenerational Relationships and Kinshipnetworks“, ESA Conference 2017: „(Un)Making Europe: Capitalism, Solidarities, Subjectivities“, Pantheon University, Athens, Greece

08/2017 Stefan Thomas „The Research Forum as a Conceptual Frame for Social Self-Clarification in Participatory Research“, Panel, RN20: Qualitative Methods, „Participation and Observation“, ESA Conference 2017: „(Un)Making Europe: Capitalism, Solidarities, Subjectivities“, Pantheon University, Athens, Greece

 

Veranstaltungen

07/2018 „Communities Of Solidarity. Searching for Social Commitment In An Individualized World“, Panel, XIX ISA World Congress of Sociology „Power, Violence and Justice: Reflections, Responses and Responsibilities“, International Sociological Association, Toronto, Canada (in Vorbereitung)

06/2017  „Dann machen wir es selber: (Selbst-)Organisation von Mehrgenerationenwohnen in der Platte“, Workshop auf Jahrestagung der Gesellschaft für Gemeindepsychologische Forschung und Praxis (GGFP), „Schönes Leben - miese Stimmung. Gemeindepsychologische Positionen“, Berlin

10/2016 „Mehrgenerationenwohnen: Selbstorganisation von Gemeinschaft und Intergenerationalität“, Fachtagung, Sozial- und Bildungswissenschaften, Fachhochschule Potsdam

 

Forschungsarbeiten

Susan Schröder „Fürsorge im selbstorganisierten Mehrgenerationenwohnen - Eine intersektionale Analyse alltäglicher Praxen“ (Promotion, FH Potsdam)

Jonas Bothe „Providing decent elderly care in a neoliberal care system. An analysis of counter-neoliberal daycare approaches“ (Master, Universität Leipzig)

Elke Czech „Räume der Begegnung. An welchen Orten knüpfen Bewohner des Pablo-Neruda-Blocks ojre nachbarschaftlichen Kontakte?“ (Bachelor, Fernuniversität Hagen)

Projektüberblick

Lehrende(r) / Projektleiter(in)

Beteiligte

Fachbereiche

Kooperationspartner

Projektzeitraum

  • 01.05.2016 - 31.03.2019

Finanzierung

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektdaten

  • Typ : Forschungsprojekt
  • Status : laufend

Schlüsselwörter

  • FHP
  • Sozial- und Bildungswissenschaften