Design | 13.04.2017

Katastrophen-Management: FH Potsdam stellt neue Formen der Geovisualisierung vor

Anlässlich eines Workshops bei der Katastrophenschutzbehörde in Kolumbien präsentierte die Hochschule Ergebnisse ihres Forschungsprojekts DIGitaler ENtscheiderTIsch (DIGENTI)

Forscher des Interaction Design Labs (IDL) der FH Potsdam arbeiten in einem internationalen Forschungsprojekt daran, die Informationsprozesse in Katastrophensituationen zu verbessern. DIGENTI beschäftigt sich mit sogenannten “natürlichen Benutzerschnittstellen”, die über haptische Multitouch-Interfaces eine Koordinierung von Hilfsaktionen bei Naturkatastrophen unterstützen. Im Rahmen eines mehrtägigen Workshops mit VertreterInnen der nationalen Katastrophenschutzbehörde Kolumbiens UNGRAD wurden nun neue Visualisierungskonzepte diskutiert und weiterentwickelt.  

Ziel des Projekts ist es, auf Basis von OpenStreetMap-Karten und Daten aus sozialen Netzen Visualisierungen zu erarbeiten, die eine zeitliche und örtliche Analyse im Katastrophenfall erleichtern. Unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Heidmann entwickelt das Forscherteam ein nutzungsfreundliches Interface, das mithilfe verschiedener Filter- und Ansichtsmodi u. a. digitale Gefährdungskarten zugänglich macht. Einsatzkräften ist es somit möglich, sich sehr effizient und effektiv auszutauschen und notwendige Maßnahmen zu koordinieren.

Wie relevant diese Forschungsarbeit ist, wurden den Mitarbeitern des IDL während ihrer Reise besonders deutlich. Eine Schlamm-und Gerölllawine im Süden von Kolumbien riss am 1. April über 300 Menschen in den Tod und verursachte schwere Schäden an der Infrastruktur der Region. In einem nächsten Projektschritt soll die Auswertung und die situationsbedingte Interpretation der Daten weiter verbessert werden, um den Ist-Zustand über das Multitouch-Interface noch detaillierter abbilden zu können.

DIGENTI wird finanziert durch das Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Das Kooperationsprojekt mit der Universität Potsdam, Infoterra GmbH, DELPHI IMM GmbH und Partnern in Kolumbien wird vom IDL, der Forschungseinrichtung des FH-Studiengangs Interface Design, geleitet.  

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