OMNIA

Bachelor-Arbeit von Simon Wimmer

Die Abschlussarbeit setzt sich mit dem Messervorgang im Rahmen des Visualisierungsprozesses auseinander. Inspiriert wurde sie unter Anderem vom Bedürfniss der Menschheit, die Welt in Zahlen abzubilden und von Linienschreibern die benutzt werden, um Messwerte festzuhalten.

Die Inszenierung des Messvorganges im Rahmen dieser Arbeit bindet den Beobachter auf experimentelle Art und Weise in die Visualisierung mit ein. Sie nutzt die stark Verallgemeinerung, die der Beobachter und verschiedenste Sachverhalte erfahren, wenn sie in Zahlen umformuliert werden, und zeigt die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, auf. Die technische Anmutung des Linienschreibers soll nicht versteckt, sondern im Gegenteil, nach außen gekehrt werden. Sie unterstreicht die Objektivität und Bedeutung der visualisierten Zahlen. Der Betrachter soll an die Maschine und die Aussagen, welche durch sie getroffen werden, glauben. Für ihn sollen die an- und absteigenden Linien sowie deren Beziehungen untereinander ein Zeichen für alles durchdringende Kräfte außerhalb seiner Wahrnehmung sein. Durch den Messvorgang findet er sich gleichwertig mit dem Verhalten und der Dynamik von Sachverhalten und Prozessen die völlig jenseits seines Erfahrungshorizontes liegen. Er nimmt sich intensiv als Teil dieser Prozesse war und empfindet sie umgekehrt als Teil von sich. Dabei kann das Gerät auch durchaus einen konkreteren Effekt auf den Nutzer haben. Nimmt er eine Korrelation zwischen zwei Linien wahr, so beschäftigt ihn die Wechselwirkung. Beschreibt nun beispielsweise eine Linie den unnatürlichen Anstieg der Oberflächentemperatur der Erde in den letzten Jahrzehnten und eine korrelierende Linie seine Pulsfrequenz, so stellt er eine unmittelbare Verbindung zwischen seinem Leben und dem Temperaturanstieg her. Er beginnt sich als Teil der Ursache des Temperaturanstieges wahrzunehmen. Im besten Falle ändert er zum Beispiel daraufhin sein Konsumverhalten. 

Die Inszenierung des Messvorganges im Rahmen dieser Arbeit bindet den Beobachter auf experimentelle Art und Weise in die Visualisierung mit ein. Sie nutzt die stark Verallgemeinerung, die der Beobachter und verschiedenste Sachverhalte erfahren, wenn sie in Zahlen umformuliert werden, und zeigt Möglichkeiten und Grenzen dieser Verallgemeinerung auf.

Den funktionalen Kern der Arbeit bildet die vielseitige Arduino Prototyping Plattform. Per serieller Schnittstelle werden Daten vom Rechner an den verbauten Arduino gesendet, dieser bewegt die einzelnen Schreibspitzen an die entsprechenden Positionen. Außerdem verarbeitet der Mikrocontroller die Signale des optischen Pulsfrequenzmessers und steuert den Papiereinzug an. Die Schienen, an welchen sich die Schreibspitzen bewegen, sind zweckentfremdete, motorbetriebene Fader, wie sie in professionellen Mischpulten zum Einsatz kommen.

Omnia

Omnia from Simon Wimmer on Vimeo.

Projektüberblick

Lehrende(r) / Projektleiter(in)

Beteiligte

  • Simon Wimmer

Fachbereiche

Studiengänge

Projektzeitraum

  • 01.10.2012 - 30.03.2013
  • WiSe 2012/13

Material

Projektdaten

  • Typ : Abschlussarbeit
  • Status : abgeschlossen

Schlüsselwörter

  • Data Visualization
  • Measuring