Profil

1991 gründete sich die FH Potsdam mit einer bewusst praxisbezogenen und fächerübergreifenden Ausrichtung, die eine rege Zusammenarbeit unter den Studiengängen zum Ziel hatte. Dem umfangreichen Fächerspektrum entsprechen die breitgefächerten Forschungsaktivitäten der Hochschule. Diese zeichnen sich durch besondere Anwendungsbezogenheit und spezifische Forschungsmethoden der einzelnen Disziplinen aus, sowohl in den wissenschaftlichen als auch in den künstlerisch-gestalterischen Bereichen. Angewandte Forschung kommt an der FH Potsdam ganz wesentlich auch in forschenden und projektorientierten Lernformaten zum Ausdruck.

Um die Forschungsaktivitäten mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen unserer Gesellschaften stärker zu bündeln, wurden das Forschungsprofil in den letzten Jahren kontinuierlich geschärft und drei interdisziplinäre, praxisrelevante und untereinander verknüpfte Forschungsschwerpunkte geschaffen: Urbane Zukunft, Soziale und regionale Transformation und Information und Visualisierung.

In diesen Forschungsschwerpunkten werden sozial-, kultur-, informations-, medien- und ingenieurwissenschaftliche sowie künstlerisch-gestalterische Disziplinen berücksichtigt, um einen ganzheitlichen Blick auf die Städte der Zukunft und deren Interaktion mit dem Umland zu werfen. Im Zentrum stehen die demographischen, ökologischen, infrastrukturellen und ökonomischen Transformationsprozesse, die zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit von Stadtregionen zu beschreiten sind. Die beiden Schwerpunkte Urbane Zukunft und Information und Visualisierung (bzw. Interactiondesign und Informationsvisualisierung) sind als Forschungsschwerpunkte von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) anerkannt auf der HRK-Forschungslandkarte eingetragen. 

In Ergänzung der Forschungsschwerpunkte wurde im Jahr 2014 das fachbereichsübergreifende Institut für angewandte Forschung Urbane Zukunft (IaF) als zentrale Einrichtung der FH Potsdam gegründet, das inter- und transdisziplinäre Fragestellungen urbaner Entwicklungen aufgreift und in Forschungsprojekten bearbeitet. Um die Komplexität urbaner Themen umfänglich erfassen und erforschen zu können, wurden dem IaF drei Forschungsprofessuren mit den Denominationen "Ressourcenoptimiertes und klimaangepasstes Bauen", "Nachhaltige urbane Entwicklungsstrategien" sowie "Information, Visualization & Management" zugeordnet. Das IaF versteht sich trotz seiner überregionalen und internationalen Vernetzung v. a. auch als Katalysator für angewandte Forschung in Kooperation mit regionalen Akteuren. Es unterstützt die disziplinenübergreifende Zusammenarbeit, die Dynamisierung und Erweiterung der Forschungskooperationen mit Unternehmen und Institutionen, die Etablierung neuer Forschungslabore sowie in Verbindung mit den Flex-Formaten für Studierende und Lehrende (ehemals FL2 und InterFlex) und dem forschungsorientierten Masterstudiengang Urbane Zukunft eine neue Forschungs-, Lern- und Wissenskultur an der FH Potsdam. Eine Verzahnung von Forschung und Lehre erfolgt auch im zweiten forschungsorientierten Masterstudiengang Frühkindliche Bildungsforschung in Kooperation mit der Universität Potsdam.

Forschungsschwerpunkte

Urbane Zukunft

Ziel des Schwerpunktes Urbane Zukunft ist es, Lösungsansätze für eine nachhaltige urbane Entwicklung im Kontext Bauen und Wohnen, Mobilität und Verkehr sowie Demografie und Sozialstruktur zu erarbeiten. Im Mittelpunkt steht dabei die Herausforderung, die Komplexität urbaner Entwicklungsprozesse zu verstehen und relevanten Akteuren anschaulich und nachvollziehbar zu machen. Dieser Forschungsschwerpunkt deckt sich unmittelbar mit den Themen und Aufgaben des IaF Urbane Zukunft.

Soziale und regionale Transformation

Die Gesellschaft und die Umwelt sind ständig im Wandel. Die globalen Herausforderungen haben regionale Auswirkungen und bestehende Probleme sind meist sehr komplex und unübersichtlich. Mit der Forschung im Schwerpunkt sollen Hilfestellungen bei der Problemanalyse gegeben und Handlungsoptionen zur Lösung sozialer und räumlicher Fragestellungen entwickelt werden. Der Schwerpunkt Soziale und regionale Transformation ist damit eng an den Schwerpunkt Urbane Zukunft angelehnt und thematisiert einerseits das Spannungsfeld zwischen individuumszentrierten Lebensweisen und gemeinschaftsorientierten Verhaltensweisen und Rücksichtsnahmen, zwischen Teilnahme und Teilhabe, andererseits auch die Rahmenbedingungen und externe Faktoren (z. B. Klimawandel) für Transformationen und Veränderungsprozesse sowie etablierte Stadtentwicklungsprozesse (z. B. Quartiersmanagement).

Information und Visualisierung

Der Schwerpunkt Information und Visualisierung ist als Querschnittsschwerpunkt zu verstehen. Er entwickelt neue Visualisierungs- und Interaktionsformate für Wissenschaft, Politikberatung sowie für die allgemeine Öffentlichkeit. Die FH Potsdam fokussiert mit dem Schwerpunkt auf angewandte Forschung zur nutzerzentrierten Konzeption, Gestaltung und Einführung innovativer Mensch-Technik-Schnittstellen für interaktive Systeme, Produkte und Services und entwirft neue Formen der Visualisierung und Exploration multidimensionaler Daten in diversen Anwendungsdomänen, z. B. im Bereich der Geo- oder Umweltdaten genauso wie für Kulturobjekte zur Inszenierung und Vermittlung von komplexen Wissensinhalten sowie zur Entscheidungsunterstützung. Der Schwerpunkt ist in der Region gut aufgehoben, denn in Berlin und Brandenburg sind eine Vielzahl von Wissenschaftseinrichtungen angesiedelt, die datenintensive Forschungen betreiben (u. a. das GeoForschungsZentrum Potsdam und das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung).

Ansprechperson

Matthias Hauf

Telefon:

+49 331 580-1063

Haus / Raum:

H4/3.00