Design | 08.01.2018

Neue Sammlungsvisualisierungen online

Wie die Nutzung von Kunstsammlungen oder bibliografische Sammlungen zukünftig aussehen könnte – dies zeigen aktuelle Visualisierungsprototypen an der FH Potsdam

Kann man durch eine digitale Bibliothek flanieren? Wie sieht die Zukunft der Literaturrecherche im Digitalen aus? Mit welchen visuellen Mitteln könnten umfassende Bestände besser zugänglich gemacht werden? Diese Fragen standen im Zentrum der Forschungskooperation „Visualisierung bibliographischer Daten und Inhalte” zwischen der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) und der FH Potsdam, die von April bis Dezember 2017 im Urban Complexity Lab durchgeführt wurde.

Im Rahmen des Projekts untersuchten ForscherInnen der Informationsvisualisierung in Kooperation mit NutzerInnen und EntwicklerInnen von Bibliotheksdatenbanken das Potenzial visueller Oberflächen zur Exploration umfangreicher Datensammlungen. Das Ergebnis ist ein visuelles Interface, das über verschiedene Bereiche wie Erscheinungsjahr, Themen und Personenangaben Filtermöglichkeiten und Rechercheoptionen bietet. Der Prototyp basiert auf einem vollständigen Export des DNB-Bestands, wovon in der aktuellen Version nur Werke visualisiert werden, welche ein Erscheinungsjahr aufweisen und sowohl mit mindestens einer Person – Verfasser oder Urheber – als auch mindestens einem Thema oder Schlagwort verbunden sind.

Ein zweites Visualisierungs-Experiment entstand als Masterarbeit von Mark-Jan Bludau am Fachbereich Design in Zusammenarbeit mit der Berlinischen Galerie. Der Prototyp ist eine explorative Visualisierung des Raoul Hausmann-Nachlasses und soll einen Einblick in die Vielfalt der Sammlung ermöglichen. Raoul Hausmann (1886 Wien / Österreich – 1971 Limoges / Frankreich) war einer der bekanntesten Vertreter des Berliner Dadaismus. Die Sammlung, die den Großteil seiner bis 1933 in Berlin entstandenen Werke enthält, beinhaltet von Gemälden, Zeichnungen, Fotografien, Collagen, Fotomontagen und Manuskripten über persönliche Notizen, Zeitungsausschnitten und Briefe eine große Vielfalt an unterschiedlichsten künstlerischen und auch privaten Hinterlassenschaften.

Die DNBVIS-Visualisierung bibliographischer Daten und Inhalte (in Kooperation mit der Deutschen Nationalbibliothek) finden Sie hier.

Zur Projektwebseite

Die Visualisierung der Raoul Hausmann-Sammlung (in Kooperation mit der Berlinischen Galerie) finden Sie hier.

Kontakt

Prof. Dr. Marian Dörk
Telefon: +49 331 580-2511
E-Mail: doerk­ (at) fh-potsdam.de
Portrait