Forschendes Lernen im Fachbereich Sozial- und Bildungswissenschaften

"Forschendes Lernen" bedeutet: Lernen durch eigene Forschung. Es erfordert Neugier, Selbstverantwortung und methodisches Vorgehen. Wer forschend studiert, lernt, sich schneller auf Neues einzustellen, mit komplexen Zusammenhängen souverän umzugehen und mit realen Partnern zu kommunizieren und zu kooperieren. Das ist nicht nur für Studierende wichtig, die einmal in Wissenschaft und Forschung tätig werden wollen. In jedem Berufsfeld werden neben dem umfangreichen Fachwissen genau die Kompetenzen benötigt, die man durch Forschendes Lernen erwerben kann.

Der Anspruch, Forschendes Lernen im Kontext einer forschungsgeleiteten Lehre zu initiieren, zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte akademische Ausbildung am Fachbereich Sozial- und Bildungswissenschaften. Unterschiedliche Lehrformate, wie beispielsweise die Werkstatt im BASA-Präsenz Studiengang, ermöglichen den Studierenden bereits in der Studieneingangsphase ein weitgehend selbstorganisiertes Forschen und Lernen entlang ihrer aktuellen Erkenntnisinteressen. Stets sind die Anforderungen und Problemlagen der Praxis hierfür zentraler Ausgangspunkt. Denn die komplexen Arbeitssituationen im Feld der Sozialen Arbeit und der frühkindlichen Pädagogik erfordern ein professionelles Handeln, das theoretisches Wissen und interventionspraktische Fähigkeiten in der Praxis miteinander zu verbinden vermag.

Neben der Vermittlung expliziter Forschungskompetenzen, steht insbesondere die Vielfalt der Möglichkeiten zur Entwicklung hermeneutischer und (selbst)reflexiver Kompetenzen im Zentrum. Diese Prämissen sind auch beim begleiteten Praktikum handlungsleitend, in welchem die Studierenden selbst initiierte Projekte bearbeiten, die sie in flankierenden Lehrveranstaltungen evaluieren und reflektieren. Aber auch die Studierenden- und Lehrendenprojekte im BASA-Präsenz Studiengang, das Projektstudium im BABEK Studiengang sowie die grundlegende Forschungsorientierung der Masterstudiengänge MAPS und MAFB stehen in derselben Tradition. Gemeinsames Ziel ist die Entfaltung und Etablierung einer forschenden Haltung im Studium und darüber hinaus.

Die Verknüpfung von Forschung und Lehre ist ein zentrales Anliegen der Hochschule. Schon 2009 wurde die FH Potsdam innerhalb des Wettbewerbs "Exzellente Lehre" für das Projekt InterFlex ausgezeichnet und bis 2013 gefördert: Wichtigstes Ergebnis von InterFlex ist, dass Studierende und Lehrende der verschiedenen FHP-Fachbereiche in gemeinsamen Lehrforschungsprojekten zusammenarbeiten.

Von 2012 bis 2016 wurde die FHP im Rahmen des Qualitätspakts Lehre gefördert: Das Projekt FL² Forschendes Lernen – Lehrende Forschung führte in allen fünf Fachbereichen spezifische Maßnahmen durch, um Forschendes Lernen in den Fachbereichen zu etablieren oder zu stärken. Die Ergebnisse beider Projekte sind in zahlreichen Publikationen dokumentiert. Besonders die Handreichungen bieten eine praktische Handlungshilfe für Lehrende und Studierende. Die inhaltliche Arbeit wird in FLEX für Studierende und FLEX für Lehrende fortgeführt.