PROGRAMM WOCHE 1: 23.–28.08.2010

Woche 1 - Woche 2 - Semesterbegleitend



:23.08.2010 | MONTAG
Begrüßung durch Prof. Dr.-Ing. Johannes Vielhaber (Rektor der FH Potsdam)

Angewandte Forschung an Fachhochschulen. Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft | Prof. Dr. Frank Heidmann

Vorstellung und Einführung in das SUMMERCAMP:FORSCHUNG |
Prof. Dr. Frank Heidmann

Design Research. Multidisziplinäre Entwicklung innovativer Produkte und Services für ein »gutes Leben« in den Zeiten des Klimawandels | Prof. Dr. Frank Heidmann | Tutorial und Workshop
Mit welchen Methoden angewandter Forschung werden heute neue Produkte und Services, z. B. in den Bereichen Telekommunikation, Medizin, Mobilität oder Umwelt- und Ressourcenschutz entwickelt?
Der erste Tag des SUMMERCAMP:FORSCHUNG stellt ein disziplinübergreifendes Methoden-Set zum Lösen komplexer Probleme und zur Entwicklung innovativer Ideen vor. Ausgangspunkt des so genannten »Design Thinking« ist die Überzeugung, dass innovative Produkte und Services nur dann den gewünschten Erfolg haben, wenn die zukünftigen Nutzer von Beginn an in den Entwicklungsprozess mit einbezogen werden. Weiterhin wird multidisziplinären Entwicklungsteams eine deutlich höhere Innovationskraft zugestanden als disziplingebundenen.
Die Teilnehmenden des SUMMERCAMP:FORSCHUNG erlernen Methoden zur Erforschung von Bedürfnissen und Motivationen der Nutzer, zur Visualisierung erster Ideen in Form von Papier-Prototypen sowie zur Evaluation mit Hilfe einfacher Testverfahren. Die praktische Arbeit orientiert sich an Fragestellungen des Innovationskollegs »Stadtklima Potsdam«. Hier werden Lösungsansätze für eine nachhaltige urbane Umweltgestaltung am Beispiel Potsdams thematisiert.


:24.–25.08.2010 | DIENSTAG & MITTWOCH
Einführung in die empirische Sozialforschung | Prof. Dr. Harry Hermanns,
Dipl.-Soz. Andreas Klose | Seminar und Übungen
Müssen arme Menschen früher sterben? Trägt unser Bildungssystem zu Chancengleichheit bei? Warum entscheiden sich Jugendliche, Hooligans zu werden? Diese und andere Fragen können mit Hilfe empirischer Studien untersucht werden.
Das Seminar bietet eine Einführung in die empirische Sozialforschung und präsentiert zwei Richtungen: die qualitative und quantitative Sozialforschung. Im Bereich der qualitativen Sozialforschung werden Untersuchungsmethoden, wie z. B. offene Interviews, Beobachtung oder Einzelfallstudien, vorgestellt. Die quantitative Sozialforschung operiert mit Methoden, wie z. B. die Verwendung von Fragebögen und die Erstellung von Statistiken. Das Seminar bietet einen Einblick in die Logik dieser beiden Richtungen. Theoretische Vermittlung, Übungen zu Interviewverfahren und deren Auswertung, die Erstellung eines Fragebogens sowie die Interpretation der Daten sind Bestandteil dieses Seminars.


:25.08.2010 | MITTWOCH
Forschung in Brandenburg: Hochschulen und F&E-Einrichtungen |
Dipl.-Geol. Matthias Hauf | Seminar (mit Einführungsvortrag und abschließender Besichtigung einer ausgewählten Forschungseinrichtung)
Brandenburg hat – zusammen mit Berlin – in seiner über 300-jährigen Wissenschafts-
geschichte große Forscher und Forscherinnen hervorgebracht: z. B. Wilhelm und Alexander von Humboldt, Lise Meitner, Albert Einstein und Max Planck. Heute ist vor allem die enge Kooperation der Hochschulen des Landes mit den hier ansässigen Forschungseinrichtungen für die Weiterentwicklung der Wissenschaft von Bedeutung. Sie stellt hochqualifizierte Wissenschaftler/innen für die Lehre und insbesondere den Studierenden der forschungsorientierten Studiengänge eine hochmoderne Forschungsinfrastruktur in den außerhochschulischen Forschungseinrichtungen zur Verfügung.
Der Kurs bietet einen Überblick über die Angebote der Hochschulen zu forschungs-orientierten Master-Studiengängen und deren inhaltliche Ausrichtung sowie über die Vielfalt und fachlichen Schwerpunkte der außerhochschulischen Forschungs-
landschaft in Brandenburg. Vorgesehen ist auch die Besichtigung vorhandener Infrastrukturen am Beispiel des Wissenschaftsparks Albert Einstein auf dem Potsdamer Telegrafenberg oder des Wissenschaftsparks in Golm (Max-Planck-Campus).


:26.08.2010 | DONNERSTAG
Konservierung, Restaurierung und Reparatur, Rekonstruktion in der Baudenkmalpflege – Eine aktuelle Betrachtung aus restauratorischer Sicht |
Prof. Dipl.-Rest. Werner Koch | Vorlesung und Diskussion
Restaurierungsgeschichtlich betrachtet gab es immer wieder begriffliche Missver-
ständnisse über das allgemeine Verständnis von tradierter »Künstlerrestaurierung« und »Restaurierung«. Mittlerweile ist der Unterschied dieser Terminologien nach fach-
theoretischen und -praktischen Inhalten klar definiert und eng mit der Entwicklung der Restaurierungswissenschaften nach 1945 verknüpft. Das spiegelt sich nicht nur in der Ausbildung in den jeweiligen Studiengängen auf Hochschulebene, sondern auch in der Einbindung von vielfältigen restaurierungsspezifischen Forschungsprojekten auf nationaler und internationaler Ebene wider. Aktuell und stellvertretend sei hier der europäische Forschungsverbund ERA-Net/Net-Heritage erwähnt, der sich explizit und europaweit mit grundlagen- und anwendungsorientierten Forschung im Bereich der Kulturgütererhaltung beschäftigt.
Die Veranstaltung ermöglicht neben einem fachtheoretischen Überblick anhand repräsentativer Beispiele aus Praxis und Forschung eine »geführte« Diskussion. Die Teilnehmenden werden hierbei mit restaurierungswissenschaftlichen Aspekten konfrontiert, um so die kritische Perspektive des Restaurators in der Baudenkmalpflege, z. B. bezogen auf aktuelle Entwicklungen der »Wiedergewinnung historischer
Neubauten«, besser nachvollziehen zu können.

Angewandte Forschung in der Restaurierung: Farbveränderungen in Wandmalerei und Architekturfassung | Dipl.-Rest. Mechthild Noll-Minor | Seminar
Anhand eines von der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) geförderten Forschungs-
projektes »Umweltbedingte Pigmentumwandlungen an Wandmalereien« wird der interdisziplinäre Forschungsprozess, an dem Restauratoren und Naturwissenschaftler verschiedener Disziplinen beteiligt waren, vorgestellt.
Das Seminar bietet einen Überblick über den wissenschaftlichen Forschungsprozess anhand der Beschreibung beobachteter Phänomene, von der Formulierung von Forschungsfragen über die naturwissenschaftliche Untersuchung mit verschiedenen Methoden bis hin zur Auswertung und Dokumentation des neuen Wissensstandes. Es thematisiert die Formulierung noch offener Fragen und weiterer Forschungsansätze.
Die Teilnehmenden des Seminars haben die Möglichkeit, sich an einer »nachge-
stellten« Diskussion anhand präsentierter Zwischenergebnisse zu beteiligen und die Weiterentwicklung der Fragestellungen nachzuvollziehen.


:27.08.2010 | FREITAG
Empirische Forschung im Bauwesen – Erkenntnisgewinn durch Experimente |
Prof. Dipl.-Phys. Rüdiger Lorenz, M. Eng. Ulrike Wagner | Kombination aus betreuter Gruppenarbeit mit Experiment und Auswertung am PC sowie Theorieblöcken in Vorlesungsform
Das Ziel des Seminars ist die Vorstellung experimenteller Methodik als Weg des Erkenntnisgewinns sowie das Verständnis ihrer Charakteristika. Anhand eines eigen-
ständig durchzuführenden Experiments aus dem Bereich des Bauwesens wird der Weg von der Arbeitshypothese über den experimentellen Aufbau, die Überlegungen zur Wiederholbarkeit, die Durchführung der Messung, die Datenauswertung sowie die Ableitung einer Schlussfolgerung nachvollzogen. Begleitende Theorieblöcke bieten notwendiges Hintergrundwissen und vermitteln eine abstrahierende Sichtweise.


:28.08.2010 | SAMSTAG
Kunst- und kulturhistorische Forschungsansätze in der Denkmalpflege |
M. A. Elke Dorner | Vorlesung, Übung, Diskussion
Die Lehrveranstaltung vermittelt Fragestellungen und Methoden, mit denen in der Architektur- und Kunstgeschichte geforscht wird. Im Mittelpunkt stehen kunst- und kulturhistorische Forschungsansätze, die für die Baudenkmalpflege relevant sind. Behandelt werden Methoden, welche die Baukunst im Hinblick auf ihre Formen und Funktionen, ihre stilistischen Traditionen und Symbolsysteme im Fokus künstlerischer Bewegungen sowie kulturgeschichtlicher Entwicklungen betrachten. Die Themen-
bereiche »Architektur im sozialgeschichtlichen und politischen Kontext« sowie »Gestaltung der Umgebung« stehen im Mittelpunkt der Diskussion zu Untersuchungs-
methoden interdisziplinärer Forschung.

PROGRAMM WOCHE 2: 20.–24.09.2010

Woche 1 - Woche 2 - Semesterbegleitend


:20.09.2010 | MONTAG
Ausgewählte wissenschaftliche Methoden der Wirtschaftswissenschaften – eine exemplarische Einführung | Prof. Dr. Stefan Zundel | Seminar
Das Ziel der Veranstaltung ist es, die Teilnehmenden mit ausgewählten Methoden der Wirtschaftswissenschaften vertraut zu machen. Dazu zählen insbesondere dynamische Investitionsrechnung und Methoden der empirischen Marktforschung. Ein kurzer Ausblick auf die Cost-Benefit-Analysis rundet das Programm ab.
Die Lehrinhalte werden exemplarisch an aktuellen Forschungsprojekten, z. B. dem Projekt »Energieeffiziente Modernisierung im Gebäudebestand bei Ein- und Zwei-
familienhäusern« im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, erarbeitet.


:21.–22.09.2010 | DIENSTAG & MITTWOCH
Mit Systematik zu neuen Ideen: Wie kommt man schneller, effizienter an neue kreative Ideen? | Dipl.-Kaufm. Jörg Gembrys | Vorlesung, Praxisbeispiele, Übungen, Teamarbeit, Präsentationen und Diskussion
Das Prinzip der Veranstaltung basiert auf »learning by doing«. Die Teilnehmenden erlernen kreative Techniken auf der Basis von Praxisproblemen. Es werden Methoden zur schnellen Entwicklung von Ideen vorgestellt, die darauf basieren, dass Probleme aus anderen Perspektiven betrachtet werden. Kreativität ist in jedem Berufszweig wichtig, nicht nur für Designer und Produktentwickler. Hierbei geht es nicht vordergründig um Produktinnovationen, sondern um Prozesse, Services, Meetingkultur und Teamaufbau.
Themenbereiche wie Innovationsprozesse, Kreativitätstechniken, Abbau von Denk-
blockaden, mentale Techniken, Innovationskultur und Bewertung von Ideen werden im Verlauf der Veranstaltung diskutiert.


:23.09.2010 | DONNERSTAG
Konzept und Architektur | Prof. Dipl.-Ing. Heike Hanada | Übung
Mit der Umstellung der Diplomstudiengänge auf Bachelor- und Masterstudiengänge findet bis heute eine kaum wahrgenommene Verschiebung der Inhalte statt. In Anlehnung an die Strukturen angelsächsischer Universitäten wird zunächst eine schriftliche Thesis zu einem wichtigen Bestandteil des angestrebten Abschlusses entwickelt.
Was ist eine Thesis, was ein Konzept? Warum ist es sinnvoll, eine Thesis zu schreiben? Welche Rolle spielt die Thesis für angehende Architekten? Welche Rolle spielt das Konzept für die Entwicklung eines Entwurfes? Wie formuliert man einen konzeptionellen Gedanken? Anhand von Beispielen konzeptioneller Strategien renommierter Architekten werden unterschiedliche Methoden analysiert. Die Fähigkeit, wissenschaftliche Texte zu lesen und zu interpretieren wird dabei ebenso trainiert wie der Entwurf knapper Zusammenfassungen.


:24.09.2010 | FREITAG
»Jeder ist Experte für seine Lebenswelt!« Methoden partizipativer Kultur- und Stadtplanung | Dipl.-Soz. Uwe Hanf | Seminar
In partizipativen Kultur- und Stadtplanungsprozessen werden Willensbildung und Entscheidungsfindung nicht einigen wenigen Experten überlassen. Meinungen, Interessen und Wünsche von Betroffenen und Beteiligten werden von Beginn an einbezogen. Problemlösungen, die auf diese Weise erarbeitet werden, sind in der Regel nachhaltiger und effizienter und verfügen über eine breitere Legitimationsbasis als »reine Expertenlösungen«. Zudem können durch partizipative Planungsprozesse verdeckte Ressourcen aktiviert und Kooperationen angeregt werden. Das Methoden-
spektrum reicht von einfachen Befragungen, Gruppen- und Tiefeninterviews bis hin zu mehrtägigen Zukunftswerkstätten oder Open-Space-Konferenzen. Einige dieser Verfahren werden vorgestellt und in Ansätzen erprobt.

Abschlussveranstaltung | Dipl.-Soz. Uwe Hanf, Dr.-Ing. Christiane Kaiser |
Austausch und Diskussion

Blockseminar Semesterbegleitend

Woche 1 - Woche 2 - Semesterbegleitend


Wissenschaftliches Arbeiten | M. A. Elke Dorner, Dr.-Ing. Christiane Kaiser |
Seminar mit Vortrag, Referaten, Diskussion und Übungen
Das wissenschaftliche Arbeiten im Masterstudium erfordert einen sicheren und erfahrenen Umgang mit den Techniken, Methoden und der Form wissenschaftlichen Arbeitens. Aufbauend auf den bereits im Bachelorstudium erworbenen Kenntnissen verbessern die Studierenden ihre Arbeitsmethoden, um eine Aufgabenstellung für eine wissenschaftliche Arbeit im Masterstudium eigenständig zu planen, zu erarbeiten und
zu präsentieren. Im Verlauf der Veranstaltung wird diskutiert, wie wissenschaftliche Aufgabenstellungen thematisch präzisiert und abgrenzt werden und wie eine kritische Auswahl an Methoden vorgenommen werden kann.
Folgende Themen werden vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert: aktuelle Wissenschafts- und Forschungsstandards, spezifische Forschungsmethoden im Bauwesen, Verbesserung von Arbeitsstrukturierung und Zeitmanagement, Möglich-
keiten vertiefter Recherche in Bibliotheken, kritischer Umgang mit Daten und Forschungsergebnissen, Techniken der Dokumentation und Präsentation der Ergebnisse sowie Formatieren einer wissenschaftlichen Arbeit.