RESTAURIERUNG
Schwerpunkte, Inhalte, Kooperationen, Projekte mit den besonderen Problemen ihrer Erhaltung unter Freibewitterung
Der Studiengang Restaurierung ist in den Fachbereich Architektur und Städtebau eingegliedert. Sein programmatischer Schwerpunkt liegt in der Ausbildung zur Konservierung und Restaurierung auf dem Gebiet der Baudenkmalpflege, schließt aber auch den musealen Bereich mit ein. Der direkte Kontakt zu den Baufachberufen Architektur und Bauingenieurwesen der Hochschule, der Bezug zu den umgebenden Baudenkmalen, Bau- und Kunstwerken sowie Museen der reichen Kulturlandschaft Brandenburgs und Berlins bilden dazu optimale Rahmenbedingungen.
Studienrichtungen
Der Studiengang Restaurierung bietet vier Studienrichtungen an, die nach materialspezifischen und technologischen Eigenheiten gegliedert sind.
1. ›Wandmalerei und historische Architekturfarbigkeit
Prof. Werner Koch, Dipl.Restauratorin Tjalda Eschebach
Prof. Gottried Hauff, Dipl.Restaurator Dr. Peter Kozub
Prof. Hans Michaelsen, Dipl.Restaurator Jörg Weber
Prof. Jörg Freitag, Dipl. Restauratorin Eva Laabs
Neben dem grundständigen Studiengang mit seinen Spezialisierungen sind bewusst Strukturen angestrebt, die mit den Ausbildungsgängen anderer Hochschulen vergleichbar sind. Außer dem fachtheoretischen Lehrangebot wird besonderer Wert auf die Fachpraxis mit Objekt und Forschungsarbeit gelegt. Das Studienprogramm setzt sich in der Hauptsache aus den Fächern der Konservierungs- und Restaurierungswissenschaften, der Geistes- und ›Naturwissenschaften sowie der ›künstlerischen Gestaltung und den angewandten historischen bzw. konservatorisch-restauratorischen Arbeitstechniken zusammen.
Im Grundstudium werden die wichtigsten Grundlagen aller vier Studienschwerpunkte übergreifend vermittelt, um die Erfassung komplexer Zusammenhänge in der Baudenkmalpflege zu gewährleisten. Erweitert wird dieser Grundstock durch die interdisziplinäre Zuarbeit der Baufachberufe Architektur und Bauingenieurwesen in Form von Themen aus den Bereichen der Baudenkmalpflege, Baugeschichte, Bauaufnahme, Bauphysik, Technik- und Konstruktionsgeschichte.
Das vierte Semester erfolgt als Praxissemester in externen Institutionen und Werkstätten des In- und Auslandes und bietet die Möglichkeit, erworbenes Wissen praxisnah und kritisch zu überprüfen.
Im Hauptstudium setzt die Vertiefung der Spezialisierungsrichtungen in Theorie und Praxis ein, begleitet von naturwissenschaftlicher Untersuchungsmethodik und vertiefenden Themen der Denkmalpflege, Kunst und Restaurierungsgeschichte. Eine Reihe von Lehrveranstaltungen wie z.B. Denkmalpflege, Baugeschichte, Existenzgründung oder Managementkompetenz findet fächerübergreifend mit Studenten der Architektur statt. Interdisziplinäre Sichtweisen und die Fähigkeit ur Zusammenarbeit in der späteren Praxis sollen dadurch gefördert werden.
In den Facharbeiten zum Diplom werden zu einem gewählten Thema historische und moderne Materialien und Techniken bearbeitet oder neue Untersuchungs-, Konservierungs- und Restaurierungsverfahren entwickelt und erprobt, die zur Vorbereitung auf die Diplomarbeit dienen können.
Mit der ›Diplomprüfung sollen die im Studium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten durch die Untersuchung nd Konzepterarbeitung eines Objektes oder die Bearbeitung eines Forschungsthemas nachgewiesen werden.
Neben der interdisziplinären Zusammenarbeit mit den baubezogenen Studiengängen Architektur und Bauingenieurwesen der Hochschule ist für die Arbeit des Studienganges die gute Zusammenarbeit mit den verschiedensten Institutionen von großer Bedeutung. Hier konnten im Verlaufe der Jahre eine Vielzahl von Praxisprojekten und Diplomarbeiten mit den Landesämtern für Denkmalpflege in Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt, den lokalen Denkmalämtern, den Kirchen und Herrenhäusern des Landes Brandenburg, den zahlreichen Museen Brandenburgs, Berlins und weiterer Nachbarländer abgeschlossen werden. Besonders enge Verbindungen bestehen zu der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, deren Restaurierungsproblematiken für alle Studienrichtungen hervorragende Rahmenbedingungen für ein praxisbezogenes Studium und den Einstieg in die spätere Berufstätigkeit bilden.
Für spezielle naturwissenschaftliche Untersuchungsfragen bestehen langjährige Kooperationen mit dem Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin und dem Institut für Geowissenschaften der Universität Potsdam.
Der hohen Gewichtung der theoretischen Studieninhalte steht ein entsprechend großer Anteil restauratorischer Praxis gegenüber. Diese wird an durchschnittlich zwei Tagen in der Woche sowohl in den Hochschulwerkstätten als auch in externen Projekten vermittelt.
Für die praktische Betreuung steht den Studierenden neben dem Fachprofessor in allen vier Studienrichtungen ein Werkstattleiter bzw. -leiterin, in den naturwissenschaftlichen Laboren eine Laborleiterin zur Seite.
Im 2003 fertig gestellten Labor- und Werkstättengebäude haben die einzelnen Studienrichtungen, auf jeweils drei großzügig ausgestattete Werkstatträume verteilt, 150-170 m2 zur Verfügung. Die fünf Laborräume nehmen ca. 190 m2 ein. Die gemeinsame Unterbringung aller Werkstätten und Labore der gesamten Fachhochschule in diesem einen Gebäude hat für Studenten und Lehrende den Vorteil, auch die Einrichtungen anderer Studiengänge besser mitnutzen zu können.
Die Praxisprojekte der einzelnen Studienrichtungen sind breit gefächert und eröffnen den Studierenden die Möglichkeit, konservatorische und restauratorische Maßnahmen in der Werkstatt an ausgewählten Objekten durchzuführen oder außerhalb vor Ort an Projekten mit einer Größe und Komplexität, wie sie in den Werkstätten des Studienganges nicht möglich wären.
letzte Änderung: 18.01.2012 ›Prof. Gottfried Hauff ›Impressum ›Druckversion

