FEIERLICHE AMTSÜBERGABE AM 17. JANUAR 2013
Feierliche Amtsübergabe an der Fachhochschule Potsdam
Präsident Prof. Dr. Eckhard Binas warb für Hochschulen als Denkfabriken und Sinnesorgane der Gesellschaft
Im Rahmen einer Festveranstaltung, an der über 250 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft teilnahmen, wurde Prof. Dr. Eckehard Binas am 17. Januar 2013 in das Amt des Präsidenten der Fachhochschule Potsdam, eingeführt. Die eigentliche Amtsübernahme fand bereits zum 1. Januar 2013 statt.
Die Festveranstaltung stand im Zeichen von Rück- und Ausblick. Amtsvorgänger Prof. Dr.-Ing. Johannes Vielhaber (›Rede) übergab symbolisch "die kreativste Hochschule des Landes mit den besten Studenten, die bewiesen hat, in Lehre und Forschung zukunftsweisende Wege gehen zu können, ohne ihre Potentiale schon voll ausgeschöpft zu haben, eine Hochschule, die sich Zukunftsfragen stellt, eine Hochschule, die mit Berechtigung ihren Anspruch auf weiteren Ausbau und Förderung erheben kann."
Die brandenburgische Wissenschaftsministerin, Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, lobte die "außergewöhnlich guten Leistungen der Fachhochschule Potsdam", der die vom Ministerpräsidenten eingesetzte Hochschulstrukturkommission attestiert hat, dass "strukturelle Empfehlungen zu Korrekturen dieses gewachsenen und erfolgreichen Profils … nicht angezeigt" erscheinen und dass sie über "ein hohes Maß an strategischer Selbststeuerungskompetenz" verfügt. Die Ministerin dankte Professor Vielhaber, der die Hochschule als ein "gut bestellte Feld" übergibt, und gratulierte Professor Binas zur Übernahme des dynamischen und spannenden Amts als Präsident der Fachhochschule Potsdam.
Peter Schüler (›Grußwort), der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, hob als Vertreter der Stadt hervor, dass es "Studierenden und Lehrenden der Fachhochschule Potsdam … auf hervorragende Weise" gelingt, "sich in das städtische Leben einzubringen und sich aktiv an der Diskussion zu gesellschaftlichen Themen zu beteiligen" und bat darum, dass sich die Fachhochschule weiterhin aktiv in streitbare Themen mit einbringt und mit ihren Kompetenzen den öffentlichen Diskurs bereichert.
In seiner ersten öffentlichen ›Rede als Präsident der Fachhochschule Potsdam warb Prof. Dr. Eckehard Binas für eine "Balance von Sinnangebot und Sinngebung". Er bezeichnete Hochschulen als Denkfabriken, Sinnesorgane der Gesellschaft und Experimentierräume für Entwicklungen, wobei Entwicklung gesehen wird als "Widerstand gegen die Still-Legung der Sinnsuche, gegen den Abschluss der Verhandlung, gegen das Endgültige im Wettbewerb."
Mit dieser Aussage knüpfte er nahtlos an den Festredner Dr. Manfred Geier (›Festvortrag) an, der die Wurzeln der europäischen Aufklärung in der Antike erläuterte und ein Plädoyer für die Ideen der Vor-Sokratiker, nur durch die Kritik unseres Vermutungswissens der Wahrheit näher kommen zu können und diese unabschließbare Suche nach einer besseren Welt und einer besseren Erkenntnis als Glück zu empfinden, hielt.
Für den Kulturwissenschaftler und Kulturphilosophen Binas braucht die Gesellschaft und das Land Brandenburg Hochschulen wie die Fachhochschule Potsdam mit ihrem besonderen Profil an den Schnittstellen von Geistes- und Ingenieurwissenschaften, Kunst und Gestaltung. "Wer, wenn nicht wir, soll und kann so frei erkunden, wie wir künftig leben werden und welche Problemlösungsinstrumentarien uns zur Verfügung stehen sollten. Wie wird z.B. unsere urbane Zukunft aussehen? Denken wir z.B. Baukörper und Infrastruktur als Zwecke oder als Mittel eines fluiden Lebens in sich rasant transformierenden Gesellschaften?"
Seine Aufgabe als Präsident sieht Eckehard Binas darin, das Leistungspotential der Einzelnen zu fördern und sichtbarer zu machen und Struktureinheiten, die als Instrumente verstanden werden, funktionsfähig zu gestalten. Eine entwickelte Kommunikationskultur hält er – ebenso wie klare formale Abläufe - in einer modernen Hochschule für unverzichtbar. Er versprach "mehr Beteiligung für Kommunikation, damit Vertrauen und Respekt im Austausch von Meinungen und Informationen, Transparenz von Willensbildung und Entscheidung keiner Erwähnung mehr wert sind."
Wie seine Amtsvorgänger appellierte auch Eckehard Binas an die politisch Verantwortlichen in Stadt und Land, den Campus Pappelallee zügig weiterzuentwickeln, damit der Campus als kohärentes städtisches Zentrum der Wissenschaft die Vorteile des innerstädtischen Standortes in der Friedrich Ebert Straße kompensiert und besser noch übertrifft. In zehn Jahren sieht der neue Präsident eine Hochschule an einem Standort, die sich durch fachübergreifenden Austausch und interessante Projekt auszeichnet. "Wir werden mit unseren Hochschulpartnern auf Augenhöhe kooperieren können und befinden uns auf dem Weg zu einem neuen Hochschultyp, zu dem auch das kompetenzfeldabhängige Promotionsrecht gehören wird. Wir werden uns der Studienplatznachfrage stellen und um die Option auf eine schrittweise Erweiterung um ca. 1000 Plätze bemühen."
Das letzte Wort hatten die Studierenden. Samson Kirschning und Irina Maslennikova wünschten sich als Vertreter des AStA vom neuen Präsidenten ein offenes Ohr für studentische Angelegenheiten, einen transparenten Umgang mit der Umzugsplanung von der Friedrich-Ebert-Straße auf den Campus Pappelallee, eine verbesserte Mensasituation, den Erhalt des Casino als studentisches Kulturzentrum und Ort freier Verwaltung für freie Entfaltung, die Einführung einer Chipkarte, die Einführung von Eduroam sowie die Einbindung der Studierenden in die weitere Gestaltung der Hochschule wünschten.
letzte Änderung: 21.05.2013 ›Birgit Lißke ›Impressum ›Druckversion

