01. Meldungen
Vergangenheit und Zukunft: Die Bedeutung der Informationswissenschaften für die Gesellschaft
Mit bewährten und neuen Veranstaltungsformen will der Fachbereich Informationswissenschaften in diesem Sommersemester mit einem größeren Publikum ins Gespräch kommen. In der Vorlesungsreihe „Informationswissenschaften gegen den Gedächtnisverlust: DDR dokumentieren“, die seit Ende April läuft, weisen bekannte Informationswissenschaftler auf die Bedeutung ihres Faches für die kollektive Erinnerung hin. Höhepunkt der Reihe ist der Vortrag von Joachim Gauck am 11. Juni 2008, der im Rahmen der Veranstaltungen am Tag der Offenen Tür der FH Potsdam über die Archivierung der Stasi-Unterlagen berichten wird. Die weiteren Termine und die Themen der Vorträge sind zu finden unter informationswissenschaften.fh-potsdam.de.
Im Schaufenster der Fachhochschule Potsdam fand unter dem Motto "Bibliothek 2.0 - Von der Theorie zur Praxis" am 16. und 17. Mai 2008 das Bibcamp statt, die erste bibliothekarische Unkonferenz (Barcamp) im deutschsprachigen Raum.
Das Bibcamp wandte sich an eine interessierte bibliothekarische Öffentlichkeit, die bereits seit einiger Zeit unter dem Schlagwort "Bibliothek 2.0" über die Möglichkeiten von Web 2.0 für die Bibliotheken der Zukunft diskutiert. Ziel des Bibcamps war es, InnovatorInnen aus dem bibliothekarischen Umfeld zusammenzubringen und gemeinsam über Fragen des Einsatzes sozialer Software, über partizipative und kollaborative Erstellung und Nutzung von Inhalten sowie grundsätzlich über die Folgen eines sich wandelnden gesellschaftlichen Informationsverhaltens nachzudenken.
Analog zu neuen Partizipations- und Interaktionsformen im Internet bietet das Konzept einer Unkonferenz die Möglichkeit, neue Formen des fachlichen Diskurses zu erproben und die Distanz zwischen Podium und Auditorium zu überwinden. Beim Bibcamp gibt es - anders als bei klassischen Konferenzen - kein im Vorfeld feststehendes Programm und keine eingeladenen ReferentInnen. Mit dem Bibcamp soll eine offene Atmosphäre geschaffen werden, in der ExpertInnen und Interessierte sich gleichberechtigt miteinander austauschen und voneinander lernen können. Alle Teilnehmenden sind aufgerufen, sich mit eigenen Themen und in Diskussionen aktiv einzubringen. Das Programm entsteht im Laufe der Veranstaltung durch intensiven Austausch und auf Basis der Interessen der Teilnehmenden.
Die Teilnehmer/innen des ersten Bibcamps waren begeistert und diskutierten intensiv miteinander. Berichte und Reportagen sind zu finden unter www.bibcamp.de. Das Bibcamp wurde in Kooperation mit dem Fachbereich Informationswissenschaften der FH Potsdam und dem Institut für Informations- und Bibliothekswissenschaft der HU Berlin veranstaltet.