STEIN
Die Studentinnen Antje Theobalt und Julia Maitschke befassen sich im 5. und 6. Semester im Studium der Steinkonservierung mit einem Putto im Barocken Stil.
Dieser wurde Anfang November im Hausgarten Karl Foersters abgebaut und in die Steinwerkstatt der FHP transportiert.
Karl Foerster war einer der bekanntesten Staudenzüchter des 20. Jahrhunderts. Sein, um das Wohnhaus, angelegter Garten wurde 2001 zum Gartendenkmal erklärt und wird nun von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz betreut.
Vermutlich ist der Putto eine kindliche Allegorie des antiken Herkules, darauf deuten die Attribute Löwenfell und Keule, mit denen er ausgestattet ist, hin. In der antiken Mythologie erwürgte Herkules, als eine der eigentlich unlösbaren Aufgaben von Eurystheus, den nemeischen Löwen und trug fortan das undurchdringliche Fell zum eigenen Schutz. Die Keule ist seine Lieblingswaffe und das allgemeine Attribut des Herkules. Wobei die hier vorgefundene kindliche Darstellung, in Kombination mit diesen Attributen eine Besonderheit ist, da er die 12 Aufgaben erst im Erwachsenenalter erfüllte.
Der Putto ist aus Sandstein Cottaer Varietät und wurde im Beet des Hausgartens, bis zur Plinthe (ca. 10 cm) eingegraben aufgefunden. Der Standort, im Beet unter einer Konifere, bedingt wohl möglich die enorme großflächige Grünfärbung der Oberfläche, sowie die starke Entfestigung und Rückwitterung im Sockel- und Beinbereich. Beim Abbau zeigte sich, dass der Putto im Knöchelbereich bereits gebrochen war.
Derzeit arbeiten die Studentinnen an der Erstellung des Schadensursachenmodells, auf welches das Maßnahmenkonzept folgen wird.
Vorgesehen sind unter anderem Untersuchungen von erhaltenen Ergänzungsmörteln und Fassungsresten, sowie Ultraschallgeschwindigkeitsmessungen zur Feststellung der Festigkeiten in den verwitterten Bereichen.
Nach der praktischen Ausführung der konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen durch die Studentinnen, wird der Putto im Stauden Foerster-Garten, unter verbesserten Bedingungen, wieder aufgestellt.
Ansprechpartner: Prof. Gottfried Hauff (›hauff(AT)fh-potsdam.de) und Dr. Peter Kozub (›kozub(AT)fh-potsdam.de).
Im Rahmen einer Projektarbeit des 5. und 6. Semesters 2010/2011 wird ein gefasster Löwe aus Terrakotta konservatorisch und restauratorisch von Jenny Scollin, Luise Fusco und Maria Kielholz bearbeitet.
Die untere Denkmalbehörde beauftragte die FHP mit der Restaurierung der Plastik. Der Löwe stammt vermutlich aus dem 19. Jahrhundert und hat seinen Standort in einem Hinterhof des kochschen Hauses in der Jägerallee 28/29 in Potsdam. Die Familie Koch besaß eine Manufaktur für Baukeramik und Stuck.
Das Objekt wurde demontiert und in die Restaurierungswerkstatt der FH Potsdam gebracht. Dort erfolgte die Bestandsaufnahme in Form von Fotoaufnahmen und einer Zustandskartierung. Es wurde ein Schadensursachenmodell entwickelt. Der Löwe besteht aus Terrakotta und vielen Betonergänzungen. Außerdem sind Armierungen einer zerbrochenen Ergänzung des Unterkiefers sichtbar. Entlang des Rückrads befindet sich ein Riss dessen Ursache durch Untersuchungen festgestellt werden muss. Des Weiteren ist die Fassung beschädigt und es stellt sich die Frage nach dem Umgang mit dieser.
Aus den theoretisch erarbeiteten Modellen wird ein Restaurierungskonzept erstellt und anschließend ausgeführt.
Ansprechpartner: Prof. Gottfried Hauff (›hauff(AT)fh-potsdam.de) und Dr. Peter Kozub (›kozub(AT)fh-potsdam.de).
Den Studentinnen Julika Birkhofer und Jennifer Jurgasch wurde im Rahmen ihrer Projektarbeit, für eine konservatorische und restauratorische Bearbeitung ein Sandsteinkreuz vom Friedhof Krampnitz bei Potsdam anvertraut.
Das in drei Teilen angefertigte und mit dem Sockel in die Mauer eingelassene Kreuz ziert seit 1834 die Friedhofsmauer. König Friedrich Wilhelm III. soll auf Amtskosten die Errichtung des Kreuzes, zusammen mit der Mauer, veranlasst haben.
Zunächst wurde das Objekt vollständig abgebaut um es für die weiteren Maßnahmen in die Steinwerkstatt der FHP unterzubringen. Im weiteren Verlauf erfolgte nun eine ausführliche Objektrecherche. Dazu wurden Informationen zu dem Objekt gesammelt, die Objektbedingungen analysiert und eine Zustandserfassung erarbeitet. Umgesetzt wurde diese in einer Bestands- und Schadenskartierung sowie einem umfassenden Schadenskatalog.
Momentan wird das Objekt im Zuge von Voruntersuchungen auf seine Wasseraufnahmefähigkeit nach Karsten hin überprüft um anschließend, basierend auf den gesammelten Informationen, ein Schadensursachenmodell erstellen zu können. Als nächstes erfolgt die Entwicklung eines geeigneten Konservierungs- Restaurierungskonzepts.
Bei dem Gestein handelt es sich um einen feinkörnigen Elbsandstein wahrscheinlich Cottaer Varietät. Der Stein zeigt ein unterschiedliches Verwitterungsverhalten auf. Besonders die Rückseite ist durch starke rückverwitterte Zonen gekennzeichnet, die zudem akut durch Schalenbildung und abschuppende Partien gefährdet sind.
Ansprechpartner: Prof. Gottfried Hauff (›hauff(AT)fh-potsdam.de) und Dr. Peter Kozub (›kozub(AT)fh-potsdam.de).
Neben der Theorie ist im Studiengang Restaurierung der Fachhochschule Potsdam die praktische, anwendungsbezogene Arbeit im Sinne des studentischen Lernens und Forschens und der „Eigenfortbildung“ besonders ausgeprägt. Ein Beispiel dafür ist das „Ägyptische Abenteuer“ der Studienrichtung Steinkonservierung, welches durch das Auswärtige Amt der BRD gefördert wird und in das Tell Basta-Project der Universität Potsdam eingebettet ist.
Im Projekt Steinrestaurierung in Tell Basta führen Studierende und Lehrende der Studienrichtung Steinkonservierung Restaurierungsarbeiten an einer Monumentalstatue des König Ramses II. / Osorkon II. durch, einer Granitskulptur, die in zwölf Teile zerbrochen im Grabungsfeld des Tempel der Göttin Bastet in der altägyptischen Stadt Bubastis (heute Zagazig) lag.
Den praktischen Restaurierungsarbeiten ging eine Planungs- und Vorbereitungsphase voraus, zu der bereits im Frühjahr 2009 ein „Späh- und Organisationstrupp“, bestehend aus Wilhelm Ehrt, Student, Dr. Peter Kozub, Werkstattleiter, und Prof. Gottfried Hauff, Projektleiter und Leiter der Studienrichtung Steinkonservierung an der FHP, nach Zagazig reisten. Im Anschluss fanden verschiedene Arbeitstests und Laboruntersuchungen an der FH Posdam statt. Außerdem wurde eine Studienarbeit im Masterstudiengang Bauerhaltung auf den Weg gebracht, bei der die Studenten, betreut durch Prof. Dipl.-Ing. Gerhard Eisele die von Dr. Kozub entworfene Vernadelungs- und Aufstellungsmethode der Kolossalskulptur statisch modellieren und absichern sollen. Frau Gustke vom Fachbereich Design unterstützte das Projekt, indem sie gut handhabbare, auf Maßstab 1:20 verkleinerte Kunstharzmodelle der Skulpturenfragmente anfertigte, wobei ein aus einer früheren Kampagne stammender 3D-scan-Datensatz zum Einsatz kam. Diese Mini-Modelle dienen als Planungshilfe für die Fragmentmontage, für ein Rekonstruktionsmodell der fehlenden Skulpturenteile (Entwurf: Michael Fielauf) und als Kommunikationshilfe in den Planungsbesprechungen und -verhandlungen mit den deutschen und ägyptischen Kooperationspartnern und dem Auswärtigen Amt der BRD, das die Mittel für das Restaurierungsprojekt bereitstellt.
Seit dem 15. September sind drei Studierende der Steinkonservierung, Sophie Hoepner, Michael Fielauf, Oliver Kohn, vor Ort und werden abwechselnd von Professor Gottfried Hauff, Dr. Peter Kozub und Dipl. Rest. Karsten Schneider, einem FHP-Absolventen des 1. Jahrgangs, betreut. Ihre Aufgabe ist es die Fragmente vom Grabungsfeld zum open-air-Werkstattbereich zu transportieren, wobei zum Teil auf die jahrtausendelang bewährte und dennoch Risiko behaftete Methoden des Hebens und Bewegens der bis zu 3,2 Tonnen schweren Bruchstücke mit Hilfe von Hebeln, Rollen und Flaschenzug am Dreifuß zurückgegriffen werden musste. Zum Glück konnten für die Wegstrecke zwischen Start und Ziel auch ein Hublader benutzt werden, der von einem mit großer Gelassenheit und sensibelster Millimeterpräzision begabten ägyptischen Fahrer bedient wurde.
Zu den Aufgaben der Studierenden zählt außerdem die Vorbereitung des Rückenpfeilers zur Vernadelung. Um mit einem Kernbohrgerät präzise ausgerichtete Bohrlöcher durch das Fragement führen zu können, muss der Bohrkanalverlauf auf jedem Fragment sorgfältig eingemessen werden, wofür die schweren Fragmente mit dem Dreifuß aufeinander gestellt werden müssen. Die insgesamt sechs Fragmente des Rückenpfeilers sollen am Ende durch Einbringung nichtrostender Gewindestahlstäbe unter Zugspannung verbunden werden.
Schließlich werden die Skulpturenfragemente mit Hilfe von unterschiedlich dimensionieren Feinpartikelstrahl-Geräten und Strahlgutsorten von unterschiedlicher Härte, Kantigkeit und Gewicht gereinigt. Dabei geht es um die Beseitigung der „weißen Krusten“, Kalkablagerungen, die die Oberflächenästhetik der erhaltenen Fragmente stark beeinträchtigen. Unterstützt wurden die Arbeiten durch die Firma Kärcher, die das Strahlgut und ein Strahlpistole kostenlos bereit stellte und liefert.
Nach der Rückkehr der Exkursionsteilnehmer am 20. Oktober begannen die Planungen für das Detailkonzept der nächste Kampagne.
Ansprechpartner: Prof. Gottfried Hauff (›hauff(AT)fh-potsdam.de) und Dr. Peter Kozub (›kozub(AT)fh-potsdam.de).
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letzte Änderung: 11.05.2011 ›Dr. Peter Kozub ›Impressum ›Druckversion

