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2007


Medieninformation #99 vom Dienstag, 25.09.2007

Beste Abschlussarbeiten an der FH Potsdam ausgezeichnet

Erstmals auch Preis für Externenprüfung verliehen

Im Rahmen der Semestereröffnungsfeierlichkeiten der Fachhochschule Potsdam wurden am 24. September 2007 hervorragende Absolventinnen und Absolventen mit den Hochschulpreisen ausgezeichnet.

Erstmalig wurde in diesem Jahr ein Sonderpreis der Hochschule für eine hervorragende Diplomarbeit im Rahmen einer Externenprüfung verliehen. Die FHP-Preise für die besten Bachelor- bzw. Diplomarbeiten sowie für die beste Masterarbeit werden für Arbeiten vergeben, die in exzellenter Weise durch die wissenschaftliche und künstlerische Leistung, Bezugnahme auf ein wichtiges gesellschaftliches Problem, Originalität, Kreativität und Innovation und Überschreitung von Fachgrenzen überzeugen. Die Preise sind mit einer Urkunde und einer Prämie von 50 € dotiert.

Mit dem Sonderpreis werden Aktivitäten ausgezeichnet, die in herausragender Weise Engagement für die Fachhochschule Potsdam zeigen, das Ansehen der Fachhochschule Potsdam in der Öffentlichkeit steigern, zur Verbesserung des Zusammenlebens und der Kooperation der Hochschulangehörigen beitragen sowie das Engagement der Fachhochschule Potsdam für die Entwicklung der Region verdeutlichen. Der Sonderpreis wird von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der FH Potsdam e.V. unter dem Vorsitz von Minister a.D. Dr. h.c. Hinrich Enderlein gestiftet und ist mit einer Urkunde sowie 200 € dotiert.

Der DAAD-Preis, dotiert mit 1.000 €, wird für besondere akademische und interkulturelle Leistungen ausländischer Studierender verliehen.

FHP-Preise für die besten Abschlussarbeiten und FHP-Sonderpreise:

Fachbereich Sozialwesen:
Präsenzstudiengang Soziale Arbeit (B.A.): Daniela Heinrich, „Untersuchungen zu Risikofaktoren und Bewältigungsstrategien in der Arbeit des Bewährungshelfers“.

Fachbereich Architektur und Städtebau:
Studiengang Architektur und Städtebau (B.A.): Nico Linnartz, „PressePortal Hamburg am Petriplatz in Berlin-Mitte“.

Studiengang Restaurierung (Diplom): Steffi Hunger, „Historische Fassungsabfolgen auf einem mittelalterlichen Fürstengrabmal aus Sandstein. Untersuchungen der Tumba Gebhardts XIV. von Querfurt und Erstellung eines Restaurierungskonzeptes“.

Studiengang Kulturarbeit (Diplom): Adrian Brill, „Connected Marketing – Anwendungsmöglichkeiten und –grenzen im Rahmen von Markenführung in der Automobilindustrie“.

Fachbereich Bauingenieurwesen:
Studiengang Bauingenieurwesen (Diplom): Mandy Biering, „Energetische Optimierung einer Kindertagesstätte – Vergleich von Sanierungsvarianten hinsichtlich des Einsparpotentials bei stationären und dynamischen Berechnungsansätzen“.

Fachbereich Design:
Studiengang Kommunikationsdesign (Diplom): Thomas Kehr, „Kaffe-Korrekt, Café-Libertad. Corporate-Design für ein Non-Profit-Unternehmen“.

Studiengang Europäische Medienwissenschaft (B.A.): Bernadette Klausberger, Jana Krause und Hannah Stracke, „Projektzeit Videoinstallation“.

Fachbereich Informationswissenschaften:
Studiengang Archiv (Diplom): Niko Schachner, „’Lebende Bücher’ in der Bibliothek. Umsetzung eines ‚Living Library’-Projekts und die Bedeutung des Konzeptes für die bibliothekarische Praxis“.

FHP-Preis für die beste Masterarbeit der Hochschule:
Design (M.A.): Moritz Stefaner, „Visual tools for socio-semantic Web“.

Sonderpreis der Hochschule für eine hervorragende Diplomarbeit im Rahmen einer Externenprüfung:
Stephan Konopatzky, „Die Datenbanken der Spionageabteilung der DDR-Staatssicherheit als archivische Überlieferung bei der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen“. Diplom, Archiv, FB Informationswissenschaften.

FHP-Sonderpreis der Freundesgesellschaft:
Bernadette Klausberger, Jana Krause und Hannah Stracke, „Final Year Presentation_00 Applaus“, Bachelor-Studiengang Europäische Medienwissenschaft, Fachbereich Design.

DAAD-Preis 2007:
Larissa Pschetz, Masterstudentin aus Brasilien, Fachbereich Design.

Im Detail

Im Fachbereich Sozialwesen erhielt Daniela Heinrich für ihre Abschlussarbeit „Untersuchungen zu Risikofaktoren und Bewältigungsstrategien in der Arbeit des Bewährungshelfers“ den FHP-Preis. Die Autorin legt eine empirische Arbeit zu einem für die soziale Arbeit wichtigen Thema vor. Sie verbindet eine Literaturrecherche und Diskussion der Befunde mit einer mehrdimensional ausgerichteten empirischen Studie, in der sie explizites Wissen über bereits eingeführte und über selbst entwickelte Fragebogen und implizites Beziehungswissen über narrative Interviews erhebt. Über eine Auswertung von Narrativen mit der Methode des Zentralen Beziehungskonfliktthemas ZBKT werden potentiell belastende Beziehungsmuster mit einer aufwändigen, bewährten Methode bestimmt und qualitativ und quantitativ dargestellt. Die Arbeit ist damit anspruchsvoll angelegt. Der Laudator Prof. Dr. Hermann Staats betont abschließend, dass Daniela Heinrich „eine wissenschaftliche Arbeit vorgelegt hat, die in ihrer mehrdimensionalen empirischen Vorgehensweise, dem theoretischen Hintergrund, der Sorgfalt der Argumentation und in ihrem Stil die Erwartungen an eine Bachelorarbeit in jeder Hinsicht erfüllt und vielfach übertrifft.“

Für die Bachelor-Thesis im Studiengang Architektur und Städtebau wurde Nico Linnartz zu dem Entwurfsprojekt „PressePortal Hamburg am Petriplatz in Berlin-Mitte“ ausgezeichnet. Nico Linnartz hat mit seinem Projekt eine Arbeit vorgelegt, so Prof. Bernd Albers, „die in ihrer entwurflichen Durchdringung und darstellerischen Virtuosität eine überdurchschnittliche baukünstlerische Entwurfsleistung darstellt. Auf Grundlage der gestellten Aufgabe - am Standort des ehemaligen Cöllner Rathauses ein großstädtisches Büro- und Geschäftshaus zu entwerfen - hat er sein Projekt sowohl bezüglich der programmatischen Thematisierung der Aufgabe als "Presseportal Hamburg" wie auch hinsichtlich der architektonischen Durcharbeitung auf ungewöhnlich hohem Niveau und mit großer Selbstständigkeit entwickelt. Mit der Arbeit wird in positivem Sinne eine ‚unzeitgemäße Betrachtung’ der aktuellen Stadt- und Architekturdebatte vorgestellt, die vom Konzept bis zum Detail von höchster Suggestivkraft gekennzeichnet ist. Die Übersetzung des Entwurfsansatzes in eine sehr eigenständige Bild- und Architektursprache gelingt dabei in beeindruckender wie unverwechselbarer Weise. Dem Verfasser glückt am Gründungsort Berlins ein Entwurf, der einen Bogen aus der Geschichte des Ortes in die Gegenwart schlägt - eine seltene Fähigkeit.“ Nico Linnartz, der seit seinem Bachelor-Abschluss, an der FH Potsdam im Masterstudiengang Architektur und Städtebau weiterstudiert, ist zweimaliger Deutscher Streetballmeister und Berliner Pokalsieger im Basketball.

Im Studiengang Restaurierung wurde der Preis für die Diplomarbeit „Historische Fassungsabfolgen auf einem mittelalterlichen Fürstengrabmal aus Sandstein. Untersuchungen der Tumba Gebhardts XIV. von Querfurt und Erstellung eines Restaurierungskonzeptes“ an Steffi Hunger vergeben. „Die Arbeit“, so Laudator Prof. Gottfried Hauff, „ragt in mehrfacher Hinsicht aus den Leistungen ihres Jahrgangs heraus.“ Sie vereint zwei unterschiedliche Themengebiete, indem sie zum einen einen neuen technikgeschichtlichen Beitrag zur Erforschung mittelalterlicher Farbfassung auf Stein liefert. Zum anderen resultiert sie in einem soliden Erhaltungs- und Restaurierungskonzept für das Einzeldenkmal. Die Diplomarbeit besticht durch ihren breiten restaurierungs-, geistes- und naturwissenschaftlichen Ansatz, den Arbeitseinsatz sowie Umfang und Qualität der Einzeluntersuchungen. Steffi Hunger, die vor ihrem Studium nach einer entsprechenden Ausbildung als Figurenkeramformerin arbeitete, ist jetzt als freischaffende Restauratorin tätig.

Für die Diplomarbeit „Connected Marketing – Anwendungsmöglichkeiten und
–grenzen im Rahmen von Markenführung in der Automobilindustrie“ im Studiengang Kulturarbeit wurde Adrian Brill ausgezeichnet. Prof. Dr. Arthur Engelbert unterstreicht in seiner Laudatio, „dass Adrian Brill eine innovative Arbeit vorgelegt hat, die die Politik der ‚Marke’ unter den Bedingungen von web 2.0 untersucht und schlüssige Ergebnisse erarbeitet hat.“ Souverän demonstriert er, dass er das Untersuchungsfeld kennt. Dabei gelingt es ihm, auf überzeugende Weise eine medial-wirtschaftliche Herausforderung zu einem wichtigen Praxisfeld sehr engagiert und überprüfbar darzustellen. Adrian Brill war u. a. zwei Jahre im Marketing eines deutschen Staatstheaters tätig. Seine berufsbegleitende Ausbildung zum staatlich geprüften Kommunikationswirt an der Akademie für Absatzwirtschaft Kassel absolvierte er mit Auszeichnung. Parallel zum Studium der Kulturarbeit an der Fachhochschule Potsdam arbeitete er als Konzeptentwickler für die Augsburger Werbeagentur KW Neun, im Management eines deutschlandweit vertriebenen Musikers und bei der Forschung Gesellschaft und Technik der DaimlerChrysler AG in Berlin im Bereich Trendforschung und Neue Medien. Zukünftig möchte er im Markenmanagement oder der Marketingkommunikation eines Unternehmens arbeiten.

Mandy Biering erhielt den Preis für ihre Diplomarbeit „Energetische Optimierung einer Kindertagesstätte – Vergleich von Sanierungsvarianten hinsichtlich des Einsparpotentials bei stationären und dynamischen Berechnungsansätzen“ im Fachbereich Bauingenieurwesen. Die Arbeit von Mandy Biering „hebt sich“, so der Gutachter Prof. Phys. Rüdiger Lorenz, „wegen der tiefgehenden Bearbeitung, der unmittelbar verwertbaren Ergebnisse und der anschaulichen Präsentation von anderen Arbeiten ab.“ Darüber hinaus hat sich die Absolventin kritisch mit den Prinzipien der Simulation selbst auseinandergesetzt und damit Erkenntnisse formuliert, die über den Umfang der Themenstellung hinaus von großem Interesse für das kooperierende Ingenieurbüro sind.

Im Fachbereich Design wurde der Preis an den Kommunikationsdesigner Thomas Kehr für die Diplomarbeit „Kaffe-Korrekt, Café-Libertad. Corporate-Design für ein Non-Profit-Unternehmen“ verliehen. Thomas Kehr arbeitete vor seinem Studium als Gas- und Wasserinstallateur und nebenberuflich bereits als Grafiker. Die Idee zu seiner Arbeit lag in der Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld kommerzielles Design/Marketing auf der einen Seite und dem idealistischen Selbstverständnis eines Non-Profit-Unternehmens andererseits, worauf auch Prof. Rainer Grahn in seiner Laudatio hinweist. Der Kooperationspartner Café-Libertad bezieht seine Einnahmen durch den Verkauf und die Verarbeitung von direkt importiertem Rohkaffee aus Mexiko. Dabei steht nicht nur der Kaffeevertrieb im Vordergrund, vielmehr „verkauft“ Café-Libertad mit dem Kaffee auch ein Stück linkspolitische und solidarische Weltanschauung. Thomas Kehr beschreibt seine Arbeit als Kommunikationsdesigner in diesem Fall folgendermaßen: „Sie war durch zwei Aspekte gekennzeichnet – auf der einen Seite standen eher kommerziell orientierte Aufgaben, andererseits reizte es mich mit gestalterischen Möglichkeiten, weniger kommerzielle Initiativen bei ihrem Vorhaben »… die Welt zu ändern, weil sie es braucht…« [B. Brecht] zu unterstützen. In Letzterem sehe ich eine Möglichkeit, mich als Gestalter von den rein verkaufsorientierten Inhalten teilweise zu lösen. Darüber hinaus ist diese Arbeit für mich mit einem lebendigeren bzw. persönlicherem Austausch mit den Akteuren verbunden. Die Überarbeitung des bisherigen Erscheinungsbildes von Café-Libertad schien mir somit ein geeignetes Feld für meine Diplomarbeit – es erlaubt die Betrachtung des o. g. Aspektes Kommerz vs. Idealismus aus der Perspektive des Kommunikationsdesigners.“

Bernadette Klausberger, Jana Krause und Hannah Stracke erhielten den Preis für ihre Abschlussarbeit im Bachelor-Studiengang Europäische Medienwissenschaft. Die Gemeinschaftsarbeit „ProjektZeit. Versuch über die Arbeit“ ist nach Aussagen der Autorinnen „Prozess und Ergebnis einer maschinellen Anordnung“. Nach Laudator PD Dr. Heiko Christians, einem der Gutachter, nutzten „die drei Kandidatinnen … das Profil des Studiengangs EMW, um ‚den Gegenstand sowohl vom Künstlerisch-Gestalterischen her zu denken, als auch analytisch-reflektierend damit umzugehen’. Der Anspruch, die Kreativität und das Niveau dieser Arbeit sind so groß bzw. hoch, dass man sie nur mit ‚sehr gut’ bewerten kann.“
Außerdem wurde die Leistung und das Engagement der Gruppe für die Konzipierung und Realisierung von „Final Year Presentation_00 Applaus“ mit dem FHP-Sonderpreis der Freundesgesellschaft gewürdigt. „Applaus“ fand zum ersten Mal 2006 statt und wird dieses Jahr vom 11. bis 13. Oktober im Schaufenster der Hochschule stattfinden.„Applaus2007“ ist eine Ausstellung von 40 herausragenden und aktuellen Abschlussarbeiten des Fachbereichs Design (Fachhochschule Potsdam) und der Europäischen Medienwissenschaft (Uni Potsdam, Fachhochschule Potsdam) mit einem ergänzendem Symposium. Die kreative Elite der Absolventinnen und Absolventen soll durch „Applaus2007“ ein Forum für den öffentlichen Auftritt bekommen; gleichzeitig wird die Veranstaltung auch festlicher Abschluss des Studiums sein. Die drei Studentinnen, die „Applaus“ 2006 nicht nur entwickelt, sondern auch organisiert haben, haben sich außerordentlich für die Fachhochschule engagiert, indem sie ein positives, nach vorne gerichtetes Image der Fachhochschule durch die Veranstaltung und Öffentlichkeitsarbeit transportiert haben. Sie haben damit auch nachhaltig zur kulturellen Entwicklung der Region beigetragen. Dass das Ansehen der Fachhochschule Potsdam in der Öffentlichkeit erheblich gesteigert wurde, belegt die positive Berichterstattung und die Resonanz aus Fachkreisen.

Im Fachbereich Informationswissenschaften wurde Niko Schachners Diplomarbeit „’Lebende Bücher’ in der Bibliothek. Umsetzung eines ‚Living Library’-Projektes und die Bedeutung des Konzeptes für die bibliothekarische Praxis“ ausgezeichnet. Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm hob in seiner Laudatio hervor, „dass es vor allem Niko Schachners Verdienst ist, in einem auf Eigeninitiative und nicht ohne Widerstände des Praxispartners durchgeführten Projekt zum ersten Mal in Deutschland gezeigt zu haben, dass das in anderen Ländern mittlerweile verbreitete Konzept der Bibliothek der lebenden Bücher ebenfalls funktioniert.“ Das in dem „schwierigen“ Umfeld Marzahn durchgeführte Projekt erhielt bundesweite Beachtung in vielen regionalen und überregionalen Medien bis hin zu einem Magazinbericht im ZDF. Beide Gutachter sind einhellig der Meinung, dass es die Arbeit verdient, besonders hervorgehoben zu werden, und dies „nicht nur wegen ihrer inhärenten wissenschaftlichen Qualitäten, sondern auch wegen der beeindruckenden Persönlichkeit des Autors und der herausragenden Bedeutung des Themas für die deutsche Bibliothekswelt bzw. die deutsche Gesellschaft als Ganzes.“ Die Arbeit und das Projekt standen im Übrigen Pate für die aktuelle 8. Ausgabe der Ringvorlesung CIVITAS (Thema: „Das Andere, das Fremde“), weil sie auf exemplarische Weise die notwendige Begegnung mit dem anderen Menschen praktiziert. Prof. Dr. Hobohm empfiehlt jedem, einmal ein lebendes Buch auszuleihen (vgl. ›http://hobohm.edublogs.org/2007/04/21/ich-habe-ein-lebendes-buch-gelesen/ )

Den FHP-Preis für die beste Masterarbeit der Hochschule erhielt Moritz Stefaner für seine Abschlussarbeit „Visual tools for socio-semantic Web“ (›http://well-formed-data.net) am Fachbereich Design. Moritz Stefaner befasst sich damit, wie interaktive Visualisierungen von Web-Inhalten die Suche nach relevanten Informationen im Web vereinfachen und unterstützen können. Nach einer hervorragenden Analyse wird dargestellt, welche konkreten Gestaltungsprinzipien sich aus den theoretischen und wissenschaftlichen Konzepten ableiten lassen. Wie Prof. Boris Müller, Studiengangsleiter Interfacedesign, in seiner Laudatio unterstreicht, ist die Arbeit von Moritz Stefaner „eine Referenz für zukünftige Masterarbeiten in der Designdisziplin. Die Arbeit zeugt nicht nur von außerordentlich hoher gestalterischer und theoretischer Kompetenz, es gelingt ihr auch auf hervorragende Weise, Theorie und Praxis aufeinander zu beziehen und so zu neuen und innovativen Gestaltungslösungen zu finden.“ Nach einem Ausflug in das Studium der Kunstgeschichte arbeitete Moritz Stefaner vor seinem Bachelor-Studium Cognitive Science als freiberuflicher Gestalter und Webdesigner. Seit dem erfolgreich beendeten Masterstudium arbeitet er neben seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH Potsdam  im EU-Projekt MACE (›http://mace-project.eu)selbstständig als Interface Designer mit Schwerpunkt Informationsvisualisierung.

Mit dem Sonderpreis der Hochschule für eine hervorragende Diplomarbeit im Rahmen einer Externenprüfung wurde die Abschlussarbeit „Die Datenbanken der Spionageabteilung der DDR-Staatssicherheit als archivische Überlieferung bei der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen“ von Stephan Konopatzky im Fachbereich Informationswissenschaften, Studiengang Archiv, gewürdigt. Gegenstand der Diplomarbeit ist die archivalische Überlieferung elektronischer Daten der Spionageabteilung der DDR-Staatsicherheit (Hauptverwaltung Aufklärung, HVA) im Archiv der BStU. Ausgehend von den Ursprüngen der elektronischen Datenverarbeitung im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR wird zunächst die historische Entwicklung des „Systems der Informationsrecherche der Haupterwaltung Aufklärung“ (SIRA) bis zur Auflösung des MfS dokumentiert. Die inhaltliche Bedeutung der Daten des SIRA-Systems und ihr historischer Kontext werden anhand der Organisationsstruktur und der internen Informationsflüsse der Spionageabteilung dargestellt. Der Hauptteil der Arbeit widmet sich der konkreten Datenüberlieferung aus dem SIRA-System im Archiv der BStU. Anhand von beispielhaften Recherchen wird beleuchtet, welche historischen Fragestellungen zur Arbeit der DDR-Spionage durch diese besondere archivalische Überlieferung beantwortet werden können. Das zusammenfassende Schlusswort gibt auch Auskunft über die Motivation, die dem Aufbau des Archivsystems bei der BStU zu Grunde lag und zeigt perspektivisch die zukünftige Richtung der weiteren archivischen Arbeiten an dieser Datenüberlieferung auf.
Stefan Konopatzky war aktiv an der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der „Operativen Gruppe“ der AG-Sicherheit des „Zentralen Runden Tisch“ beteiligt. Seit 1991 ist er im Archiv des Sonder- bzw. der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehem. DDR (BStU) beschäftigt. Nach Erlangung er Hochschulzugangsberechtigung 1999 hat er sich nebenberuflich auf die Prüfung zum Diplomarchivar vorbereitet und sie hervorragend absolviert.

Der DAAD-Preis für besondere akademische und interkulturelle Leistungen ausländischer Studierender wurde an die brasilianische Master-Studentin Larissa Pschetz, Fachbereich Design, verliehen. Prof. Wettach würdigte in seiner Laudatio neben dem hohen akademischen Niveau der gestalterischen Arbeiten von Larissa Pschetz ihre sozialen Fähigkeiten als Teamplayer und ihr Engagement im Master-Kurs, das „wesentlich zu der offenen und freudigen Atmosphäre beiträgt.“
Larissa Pschetz hat ihr Diplom in Design an der Escola Superior de Desenho Industrialin Rio de Janeiro erhalten. In Brasilien arbeitete sie in verschiedenen Medienkunstprojekten und entwickelte sowohl Anwendungen für Universal und Warner Music als auch Animationen für das Fernsehen oder websites als free lancer. Im Rahmen ihres Master-Studiums arbeitet sie im Interaction Design Lab mit. Im letzten Jahr hat sie auf unterschiedliche Weise kollektive Erzählungen erforscht, die auf alltäglichem Verhalten und so genanntem „User Generated Content“ basieren. Dabei haben viele Projekte sehr positives Feedback bekommen und sie hofft, dass ihre Forschung „zukünftig von weiteren Studenten aufgegriffen wird, um unterschiedliche Dienste oder Produkte zu entwickeln“.

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letzte Änderung:  06.09.2010  ›Kerstin Riess  ›Impressum  ›Druckversion