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2007


Medieninformation #35 vom Donnerstag, 12.04.2007

"Lebende Bücher" in der Bibliothek

Bibliotheken als Orte des gesellschaftlichen Dialogs am 20.4.07 in Marzahn-Hellersdorf - ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam

Die nordischen Länder wie Schweden und Finnland haben es vorgemacht: Bibliotheken sind zentrale Organe einer gut funktionierenden modernen Gesellschaft. Sie haben einen enorm hohen Wertschöpfungsgrad und besitzen integrative Funktionen in unseren entfremdeten und individualisierten Gesellschaften.

Im Zusammenhang mit einer Diplomarbeit am Fachbereich Informationswissenschaften wird die bibliothekarische Arbeit in dieser Hinsicht weiterentwickelt: es werden neue Formen von Medien angeboten, Medien mit denen man sprechen kann, deren Lebens-Geschichte man direkt erfahren kann: lebende Bücher. Jedes ‚normale’ Buch erzählt seine Geschichte als Monolog – in der Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf kann man Bücher ausleihen, mit denen man einen Dialog führen kann: es handelt sich um Menschen aus den verschiedensten Berufen, Lebensarten und Formen bürgerlichen Engagements. Sie sind bereit, sich persönlichen Fragen zu stellen und etwas von ihrem Leben, ihren Ansichten und Ideen zu erzählen. Unter den „Lebenden Büchern“ befinden sich beispielsweise die Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf, Frau Dagmar Pohle, Pastor Bernd Siggelkow, Leiter der Arche in Berlin Hellersdorf, ein Entwicklungshelfer, eine Mitarbeiterin von Greenpeace, ein Globetrotter, ein diplomatischer Korrespondent, der Leiter vom „Afrika-Haus Berlin“, der Müller der Marzahner Mühle, der Behindertenbeauftragte des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf, ein erfolgreicher Paralympic-Athlet und viele andere. In der Bibliothek steht den Besuchern ein Katalog zur Verfügung, woraus die Personen ausgewählt und zu einem Gespräch für eine halbe Stunde vorgemerkt werden können.

Das Projekt findet im Rahmen des „UNESCO-Welttags des Buches“ am 20.4.2007 von 10.00 - 22.00 Uhr in der Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“, Marzahner Promenade 52-54, 12679 Berlin, statt. Schirmherr der Aktion ist Stefan Komoß, Stadtrat für Bildung, Kultur und Sport in Marzahn-Hellersdorf. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, schreibt in seinem Grußwort:

„Das ist ein wunderbares Projekt. Es hat vor allem zum Ziel, Toleranz und gegenseitige Akzeptanz zu fördern. Hier kommen Menschen miteinander ins Gespräch, die sich im Alltag sicherlich niemals begegnet wären. Das kann helfen, Vorurteile abzubauen und für mehr Respekt vor unterschiedlichen Lebensweisen und Einstellungen zu sorgen.“

Dies sind im Grunde immer schon die wesentlichen Funktionen von Bibliotheken aller Art: persönliche Begegnung, Wissens-Austausch und Bildung im wahren Sinne des Wortes. In dem Projekt wird diese traditionelle Rolle von Bibliotheken in der sich wandelnden Gesellschaft neu ausgelotet.

Informationen zum Projekt und Reservierungen bei den Koordinatoren an der Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf Maike Niederhausen (Tel., Presse - und Öffentlichkeitsarbeit) und Niko Schachner (Tel.) sowie unter ›www.stb-mh.de

Informationen zum wissenschaftlichen Hintergrund: Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm, Fachbereich Informationswissenschaften, Fachhochschule Potsdam,, ›hobohm(AT)fh-potsdam.de, ›http://informationswissenschaften.fh-potsdam.de

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letzte Änderung:  08.02.2010  ›Kerstin Riess  ›Impressum  ›Druckversion